26.09.19

Kreidenbreakdown - Acrylbreakdown. Siebdruck auf Stoff und Papier

Arbeit einer Kursteilnehmerin
Breakdown mit Kreiden habe ich das erste Mal schon vor langer Zeit bei Kerr Grabowski gesehen. Ist sie die Erfinderin? Ich kann es nicht sagen. Längere Zeit hat man zum Thema nur wenig gesehen. In der letzten Zeit allerdings sehr viel mehr und unter den unterschiedlichsten Bezeichnungen.
Für die zunehmende Beliebtheit des Verfahrens gibt es gute Gründe: man kann diese Siebdrucktechnik einfach zu Hause auch ohne Atelier durchführen. Und man kann nach dem Farbauftrag gleich loslegen und hat keine Wartezeit, bis das Sieb endlich gut durchgetrocknet ist.
Die Gemeinsamkeit mit dem traditionellen Verfahren besteht nur darin, dass das Motiv auf dem Sieb mit jedem Rakelzug weniger wird, also ebenfalls zusammenbricht. Und wie beim traditionellen Breakdown auch gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Motiv zu gestalten.
Dennoch: die Ergebnisse sehen anders aus als beim traditionellen Breakdown mit Procion MX. Und der Stoff zeigt einen gewissen Griff, denn es wird mit Acrylmedium gerakelt.
Die Technik selbst ist kurz geschildert: am schönsten wird der Siebdruck mit wasserlöslichen Pastellkreiden, wobei es dem Druck gut tut, wenn man unterschiedliche Marken verwendet. Manche lösen sich schneller, andere langsamer.
Aber es lassen sich auch wasserunlösliche Kreiden verwenden, wie z.B. Rötel, Kohle, Pastellkreiden usw. Die Pigmente werden im Acrylmedium gebettet, mit dem gerakelt wird. Bei Stoff nehmen wir das farblose Dekaprint. Soll auf Papier oder Leinwand gedruckt werden, ist z.B. Matte Medium, mit etwas Retarder versetzt, eine gute Wahl.
Breakdown mit Kreide lässt sich ausgezeichnet kombinieren mit Schrift sowie Mark Making und anderen Druck- und Schablonentechniken. Außerdem ist das ein toller Hintergrund fürs Sticken und Quilten. Da nur eine oder höchstens zwei Acrylschichten auf dem Stoff gebracht werden, geht die Nadel noch prima durch.