18.04.19

die Nadel tanzt...

Noch ohne Titel - alles noch in Arbeit - von Birgitta Hetmann
Boro, diese kunstvoll geflickten und applizierten Decken und Kleidungsstücke aus dem alten Japan: schlicht und zugleich wild anzusehen, in einem reduzierten Farbschema, einfach wundervoll und inspirierend.
Am letzten Wochenende hatten wir in Speyer einen Workshop zu diesem Thema, und die Ergebnisse toll geworden, jede einzelne Arbeit!
Wir wollten Boro nicht nachahmen. Das Ziel war, im Sinne von Boro, vielleicht auch im Stil von Boro zu arbeiten.

Detail aus Birgitta Hetmanns Arbeit
Schon die mitgebrachten Stoffe anzuschauen, war spannend: meistens handelte es sich entweder um alte, lieb gewordene Stoffe. Oder um gesammelte. Oder um selbst gemachte. Oder sie wurden auf Reisen gefunden. Wie auch immer: alle waren verbunden mit Erinnerungen.
Dazu hatten wir einen Tauschtisch eingerichtet, in den alle etwas einbrachten und auf dem die meisten Teilnehmerinnen kleine Schätze entdeckten und in ihre Stoffcollagen einbauten.
Ja, und dann entwickelten sich in nur zwei Tagen wunderbare, individuelle Arbeiten, über die wir nur staunen konnten.
Mir wurde erst in diesem Workshop so richtig klar, welch interessantes Thema das Sticken ist. Licht und Schatten, Rhythmus, neue Zeichen... das ist mehr, als einfach eine weitere Schicht Farbe auf den Stoff zu geben. Spannend finde ich auch, wie verschiedene Garne ganz unterschiedliche Effekte ergeben.

Das Nähen per Hand geht zwar langsam voran, schafft aber eine wunderbare, harmonische Atmosphäre. Ich hatte eigentlich nicht vor, selbst etwas zu machen. Aber dann hatte Brunhilde für mich ein paar Stoffreste auf einen Karton geklebt und ich begann zu spielen und wollte dann doch auch ein paar Stiche aufbringen, ja, und dann begann plötzlich die Nadel auf dem Stoff zu tanzen... Darüber ein andermal mehr.

Beginnen wollte ich heute mit Birgittas Arbeit, die mir total gut gefällt! Die ausgewählten Stoffe, die Kontraste, die Anordnung. Seht ihr die interessanten Wellen auf den hellen Stoffstücken? Sie sind durch ein Sashikogarn entstanden, das etwas dicker ausfällt, wie Birgitta erzählte. Ich bin wirklich gespannt, wie sich ihre Arbeit weiter entwickelt (schickst du mir mal ein Foto, Birgitta?)!
Über die Ostertage werde ich euch an jedem Tag eine andere Arbeit aus diesem Workshop zeigen.
Herzliche Grüße
Sabine