13.05.18

Neuer Workshop: Natürliche Farben aus Küche und Garten!

Vom 6. bis 8. Juli 2018 findet in Speyer ein total kreativer Färbe- und Druckkurs statt, dessen Thema wir ganz neu angesetzt haben: Natürliche Farben aus Küche und Garten - ökologisch, nachhaltig, umweltschonend.

Brunhilde Scheidmeir und Fritz Jeromin verwenden beim Färben und Drucken normalerweise klassische Färbepflanzen, die meist von weither importiert werden.
Bei diesem Kurs wird viel mit Pflanzen gefärbt, die ganz leicht in Garten und Küche und auf Spaziergängen gefunden werden. Rotkohl, Granatäpfel, Kaffee & Tee, Avocados,
Bohnen und Zwiebeln, Kurkuma und Paprika gehören zu den Farbspendern, aus dem Garten kommen Tagetes, Dahlien, Rittersporn und andere Blumen.
Brunhilde und Fritz tüfteln schon seit längerem an Färbe- und Drucktechniken, bei denen man die üblichen Beizenmengen reduzieren oder sogar vollständig weglassen kann und dennoch haltbare Färbungen erhält. Die Frage der Beständigkeit von Färbungen ist ein wichtiges Element dieses Workshops.

Als ich von dem Thema gehört habe, hat mich die Idee fasziniert, dass hier ganz einfach zu findende Pflanzen wie Blumen aus dem Garten, Gemüse, Tees und Gewürze aus dem Lebensmittelladen und sogar auch Küchenreste verwendet werden!

In diesem Workshop werden eine Vielzahl von Techniken gezeigt, die sich sowohl im Färbe- als auch im Druckbereich bewegen. Manchmal lässt sich kaum entscheiden, ob man eher von Färben oder eher von Drucken sprechen soll, denn anders als bei Ecoprint werden häufig wenigere grafische Abbildungen als vielmehr malerische Drucke erzeugt.
Das ergibt wunderbare Stoffe, z.B. für Schals, als Hintergrund für Ecoprint oder Sticken und Quilten.

Das Wochenende bietet einen spannenden Einstieg in die Welt des Pflanzenfärbens mit z.B. Topffärbung, Kontaktfärbung, Färben im Glas und auch Batikfärbungen (Shibori). Dies ist ein Workshop mit vielen neuen Ideen, von denen man noch lange zehren kann! Viel Spaß dabei!

Farbe - Duft - Kreativität! 
3-Tage-Workshop in Speyer von Freitag bis Sonntag (6. bis 8. Juli) mit Brunhilde Scheidmeir und Fritz Jeromin
Natürliche Farben aus Küche und Garten









08.05.18

Ein Lob dem Trocknungsverzögerer und dem Verdicker!

Die Nadelwelt ist vorbei, und es war wie immer toll gewesen! Viele neue Interessierte, viele liebe Kursteilnehmerinnen und bekannte Gesichter, so viele gute Gespräche.
Meine Aufgabe auf der Messe besteht darin, das Arbeiten mit Siebdruckschablonen zu zeigen. Zum Drucken nehmen wir dort Dekaprint, weil Bügelfarben bekannt sind und weniger Erklärungbedarf haben als Procion MX.
Dekaprint (Link zur Anleitung), die bügelfixierbare Druckfarbe, hat viele Vorteile. Aber einer ihrer Vorteile -das schnelle Trocknen auf dem Stoff- kann sich auch zum Nachteil wenden: die Farbe trocknet auch auf dem Sieb schnell ein.Und eine getrocknete Farbe lässt sich nicht mehr anlösen, d.h. das Sieb ist dann unwiderruflich kaputt.
In den Jahren vorher hatte ich bei jedem kleinen Gespräch die Siebdruckschablone vorsichtshalber in meinen bereit gestellten Wassereimer gegeben und musste dann nach dem langen, anstrengenden Tag abends noch die große Menge Siebe säubern.
Das habe ich dieses Mal besser gemacht: allen Dekaprint-Farben wurde der Trocknungsverzögerer beigemischt. Seine Aufgabe besteht darin, die Trockenzeit zu verlängern; die Farbe bleibt also länger feucht.

Rezept Trocknungsverzögerer
Auf 1 Liter Farbe kommen 8% bis 14% Trocknungsverzögerer. Wenn man selten druckt, würde ich nur die Menge an Farbe mit Verzögerer mischen, die voraussichtlich benötigt wird. Nach allem, was ich gehört habe, kann man die gemischte Farbe einige Zeit aufbewahren. Aber ich habe dazu noch keine Versuche angestellt.
Ich habe für die Messe alle meine vier Grundfarben (EURO-Gelb, EURO-Rot, EURO-Blau und EURO-Schwarz mit Verzögerer versetzt, und zwar mit der kleinsten empfohlenen Menge: auf 250ml etwa 20ml. Gut umrühren, fertig.
Die Farbe wird dadurch etwas flüssiger, was bei dem Gelb, Rot und Blau nichts ausmacht, weil diese sehr dickflüssig ausfallen. Das Schwarz ist dagegen immer etwas flüssiger. Deshalb rühre ich zusätzlich etwas Verdicker darunter.

Rezept Verdicker
Auch der Verdicker ist ein praktisches Zubehör, denn die richtige Konsistenz der Farbe ist wichtig für einen guten Druck. Ist die Farbe zu flüssig, kann der Druck schmieren. Feine Details verbinden sich zu einer Farbfläche.
Ich mische den Deka Verdicker nicht nur Dekaprint bei, wenn mir die Farben zu flüssig sind, sondern z.B. auch dem Matte Medium, wenn es für Papierlamination verwendet werden soll.
Das Matte Medium, egal von welchem Hersteller, wird ja normalerweise mit dem Pinsel aufgestrichen, d.h. es ist für Siebdruck etwas zu flüssig. Mit einigen Tropfen Verdicker zieht es deutlich an und ergibt viel bessere Drucke; die Verbindung zum Papier wird optimal.
Beigemischt werden soll 1% bis 5% Verdicker. Da das Andicken der Farbe bzw. des Mediums nicht sofort erfolgt sondern erst nach einer gewissen Zeit des Rührens, gehe ich langsam vor. Tropfenweise, nach und nach, immer gut rühren, bis die Verdickung eintritt.