20.12.15

Monoprint von Moosgummi auf handgeschöpftem Papier
von Rita Weins

Monoprint auf handgeschöpftem Papier von Rita Weins

Leichtes, handgeschöpftes Papier hat etwas textiles an sich. Dennoch fallen Drucke auf solchen Papieren ziemlich anders aus als auf Stoff. Es bilden sich einfach mehr Details ab. Wenn man auf Stoff vergleichbare Effekte haben möchte, muss man ihn grundieren, so dass die Saugfähigkeit des Materials herabgesetzt wird. Dennoch ist die Wirkung auf Stoff immer anders als auf Papier.
Vor einigen Jahren hat Rita Weins einige sehr schöne Karten aus handgeschöpftem Papier mit Monoprint bedruckt. Dafür hatte sie Moosgummi mit Acrylfarbe grundiert und bemalt, die weißen Konturen entstanden durch Wegnahme der Farbe (z.B. durch einen nicht mehr funktionierenden Kuli oder irgendeinem Schabewerkzeug). Dann wird die Karte auf das Moosgummi gelegt und von der Rückseite her abgerieben. Der Ablauf ist in etwa vergleichbar mit den Gelli-Drucken.
Wenn ihr solch einen gegenständlichen Druck ausprobieren wollt, denkt daran, dass eure Abbíldung spiegelverkehrt gedruckt wird. Dafür gibt es einen Trick: Man malt die Kontur des Motivs, so wie man sie später als Druck sehen möchte, mit einem sehr weichen Bleistift auf transparentes Papier. Nun dreht man die Zeichnung um, so dass die Bleistiftkontur auf das Moosgummi zu liegen kommt und streicht sie von der Rückseite ab. Ist der Transfer noch zu undeutlich, kann man mit einem Kuli von der Rückseite her nachhelfen.
Es ist jetzt viele Jahre her, dass Rita diese Karte gemacht hat. Ich mag die Farben, den schnellen, sicheren Strich, die Eleganz. Danke Rita, dass ich die Karte zeigen darf!