30.11.14

Warum Handarbeit mich glücklich macht (Kopfarbeit aber auch)

Schaffensfreude: Experimentelles Arbeiten mit Siebdruckschablonen, Stempeln und Lavendeldruck
Zugegeben, mit der allgemeinen Formulierung "Handarbeit macht...glücklich" habe ich mich zunächst etwas schwer getan. Nach lustlosem Googeln, einigen Brainstorming-Versuchen und ähnlichem mehr hatte ich zunächst mit dem Thema abgeschlossen.
Beim Googeln bin ich aber auf zwei Begriffe gestoßen, die mich neugierig gemacht haben: der Begriff "Werkstolz", der mir neu war (und irgendwie auch fremd geblieben ist), und der sich auf das Ergebnis der Arbeit bezieht.
Der andere Begriff, die "Schaffensfreude", bezieht sich auf den Prozess. Darunter kann ich mir etwas vorstellen, das bringt mich in gute Laune.
Die Umformulierung in das persönliche "Macht Handarbeit mich glücklich? Und wenn ja, was daran?" hat mein Interesse endgültig geweckt. Ich begann mir nun Fragen zu stellen.

Um es kurz zu machen: 
der Stoff oben ist ein Beispiel dafür, was mich an Handarbeit glücklich macht.
Es ist weniger das Ergebnis. Der Stoff oben erfüllt mich nicht unbedingt mit Stolz.
Ich mag ihn aber gerne, weil ich an ihm viele unterschiedliche Dinge ausprobiert und immer wieder alle möglichen Regeln, die "schöne Drucke" hervorbringen sollen, gebrochen habe. Das hat Spaß gemacht! Daran erinnere ich mich, wenn ich ihn anschaue.
Ich mag den Dialog mit der Technik ("was passiert, wenn ich es ganz anders mache?") und den Dialog mit dem Stoff ("was braucht er, damit er ins Gleichgewicht kommt?").
Ich mag den Flow, der sich immer dann einstellt, wenn das Färben und Drucken gut läuft.
Ich mag den emotionalen Kick, der sich bei mir einstellt, wenn die richtigen Farben auf einander treffen, wenn sie harmonieren oder einen knackigen Kontrast ergeben.
Dann stellt sich Schaffensfreude ein!
Und der (vermeintliche) Gegensatz von Handarbeit und Kopfarbeit?
Gibt es Handarbeit ohne Kopfarbeit?
Ich frage mich: ist nicht auch Forschen, Recherchieren, Schreiben ein Handwerk? Also nicht nur im Sinne, dass man alle möglichen Techniken und Regeln kennt und diese einsetzt (das wäre dann der Anteil des Kopfes). Sondern man setzt dazu ja auch die Hände ein: zum Skizzieren, Handschreiben, Tasten klopfen...
Immer dann, wenn ich einen Stift zur Hand nehmen und wenigstens einzelne Wörter oder Listen schreibe, wenn ich kritzele, Verbindungen zeichne, kommen das Denken und das Schreiben in Fluss.
Das gesamte Thema ist und bleibt interessant für mich.
Ich bin schon gespannt auf die anderen Beiträge, die Suschna heute sammelt und verlinkt! Da ich tagsüber wieder beim Kurs bin ("Faszination Schrift auf Stoff"... schon wieder Hand und Kopf...), kann ich erst abends schauen. Ich freue mich schon!
Herzliche Grüße von Sabine

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