04.11.14

Drucktuch


Den Stoff, der direkt unter der Druckarbeit liegt, nennt man Drucktuch (englisch: drop cloth). Ein Drucktuch deckt den Tisch ab und nimmt überschüssige Farbe auf. In der Regel besteht das Drucktuch aus Baumwolle oder einem Baumwolle/Leinen-Gemisch, weil Naturfasern Farbe ansaugen und gut aufnehmen. Ein Drucktuch sollte glatt und dicht gewebt sein und ein mittleres Stoffgewicht aufweisen. Aus Preisgründen wird oft ein altes Bettlaken verwendet. Das ist nachvollziehbar.
Aber wenn man den Stoff oben sieht, kann man auch verstehen, weshalb wir und viele anderen auch, immer wieder neuwertige Drucktücher verwenden.
Diese werden nämlich mit der Zeit von selbst zu unglaublich schönen Stoffen, die man dann für Kissen, Tischtücher, Decken, Taschen oder als Wandbild verwenden kann.
Es sind Zufallswerke mit Spuren schwacher Teildrucke, leuchtender Farbkleckse, intensiver Eyecatcher. Ist ein Drucktuch über längere Zeit in Gebrauch, zeigt es viele unterschiedliche Farben, Formen, Muster... kurz es zeigt die Geschichte der Werkstatt, der Kurse, des Ateliers. Gerade das scheinbar nicht Zusammenpassen der Motive macht den Betrachter neugierig. Schicht um Schicht wächst so ein eine Art Kunstwerk heran, zufällig, ungeplant und doch mit einer Aussage, einer Geschichte, die durch das Arbeiten in einem bestimmten Zeitraum bedingt ist.
Das Drucktuch oben braucht noch viele Kapitel, bis es seine spannende Geschichte erzählen kann... aber der Grundstein ist gelegt.