07.09.14

Anleitung: Verdickte Seidenmalfarben & Siebdruckschablonen

Zugegeben: am einfachsten zu Drucken sind Dekaprint Farben oder, für Motive mit nicht zu feinen Details, Deka Permanent Stoffmalfarben oder andere Stoffmalfarben. Einfach Deckel auf, Farbe entnehmen, Farbe auftragen... fertig.
Der Nachteil von Textilacrylfarben: diese sitzen auf dem Stoff (verbinden sich also nicht mit der Faser) und ergeben deshalb bei feinen, leichten Stoffen wie Seide oder Wolletamine einen etwas härteren Griff. Bei Motiven, die vor allem aus Linien bestehen, stört das weniger. Flächige Motive dagegen fühlen sich auf leichten Stoffen unangenehm hart an.

Schon seit Wochen wollte ich deshalb einmal mit Seidenmalfarben und einem auswaschbaren Verdicker experimentieren. Welcher der vielen Verdicker eignen sich für die Farben, welche Mischungsverhältnisse braucht man, damit die flüssige Farbe auf feiner Seide nicht mehr fließt usw.
Ausprobiert habe ich sowohl dampffixierbare Seidenmalfarben (DUPONT) als auch Bügelfarben (JAVANA). Die letzteren gehören zwar auch zur Familie der Textilacrylfarben, d.h. sie sitzen auf dem Stoff. Durch ihre technische Einstellung ist ihr Griff auf Seide jedoch deutlich geringer als bei den pastoser eingestelllten Stoffmal- oder Stoffdruckfarben.
Die passenden Verdicker für die DUPONT- und JAVANA-Farben eignen sich für den Siebdruck weniger gut. Vermischt man sie mit den flüssigen Farben, ergibt sich ein mittlerer Grad von Fließfähigkeit: priuma geeignet zum Malen ohne Gutta, weniger gut geeignet zum Drucken, denn dafür benötigen wir Farbe, die sehr zäh fließt.
Als optimal geeignet hat sich unser Universalverdicker erwiesen. Das Pulver wird mit warmem Wasser zur Paste angerührt. Praktisch ist dabei, dass man den Verdicker so einstellen kann, wie man ihn braucht. Also sehr zäh, wenn man flüssige Farbe beimischt und man anschließend damit drucken möchte.

Ausprobiert habe ich zweierlei Methoden, die sich beide sowohl für die dampffixierbare Seidenmalfarbe als auch für die Bügelfarbe eignen.
  1. Eine Mischung von Verdickerpaste und flüssiger Farbe (ca. 1:1): Geht schnell und gut, aber die verdickte Farbe ist durch die Beimischung von 50% Verdickerpaste deutlich heller als die Originalfarbe.
  2. Einrühren von Verdickerpulver in die flüssige Farbe: dadurch behält die Farbe ihre Intensoität, ähnlich wie das Original. Man muss aber ein wenig probieren, um das optimale Mischungsverhältnis zu bekommen.
WICHTIG!!! Egal, mit welcher Farbe gearbeitet wird und nach welchem Mischungsrezept: die Mischung muss einige Stunden ruhen, damit sich die Bestandteile der Mixtur gut miteinander verbinden können. Arbeitet man zu früh mit den Mischungen, neigt die Seidenmalfarbe dazu, an den Motivrändern auszuwandern und auszubluten (obwohl eine feste Paste angerührt wurde).

Fixiert wird dann, je nach Farbe, entweder mit dem Bügeleisen oder durch Dampffixierung (Mikrowelle kann für bedruckte Seiden nicht verwendet werden). Beim Auswaschen löst sich der Verdicker aus der Seide.

Sowohl Schrift (mit Siebdruckschablone) als auch Ornament (Holzstempel) haben sich gut und ohne auszubluten gedruckt.