30.08.18

Kreatives Färben mit Naturfarben

Ecoprint mit Indigo überfärbt (Brunhilde Scheidmeir)
Ist das nicht ein Traum?
Ecoprint mit einer Indigo-Shibori-Überfärbung...
Naturfarben an sich sind ja schon total interessant: die Färbungen besitzen eine ganz besondere Tiefe und Vielschichtigkeit. Das Hantieren mit Farbpulvern, Hölzern und getrockneten Pflanzen hat etwas von Labor und Hexenküche an sich. Und die würzigen Düfte beim Köcheln des Sudes... all dies macht das Färben mit Naturfarben zu etwas ganz Besonderem.

Aber wenn dann zu diesen besonderen Farben noch besondere Färbemethoden hinzu kommen, dann entstehen einmalige, ungewöhnliche Stoffe, Papiere und Accessoires!

Ende September findet in Speyer ein Workshop über experimentelles Färben mit Naturfarben statt. Brunhilde und Fritz bieten wieder ein volles Programm zu diesem Thema.
Ihr werdet nicht nur mit einem tiefer gehenden Verständnis für die Abläufe von Pflanzenfärbungen nach Hause gehen, so dass Ihr zu Hause selbständig weiter arbeiten könnt. Ihr werdet lernen, wie man tolle und haltbare Naturfärbungen auch auf Baumwolle und Leinen herstellt (und nicht nur auf Seide und Wolle, die sich ja vergleichsweise einfacher durchführen lassen). Vor allem werdet Ihr mit viel Spaß und Entdeckerfreude wunderschöne, interessante Stoffe und Schals selbst herstellen (und ein bisschen Papier wird auch immer mit dabei sein)!
Alles in allem also ein pralles Programm!


Papier gefärbt mit Pflanzenfarben (Färbung von Brunhilde Scheidmeir, Bild von Leslie Morgan-www.committedtocloth.uk)

Pflanzenfärbungen auf Baumwolle (Färbung von Brunhilde Scheidmeir, Bild von Leslie Morgan-www.committedtocloth.uk)


Workshop zum Thema

Kreatives Färben mit Naturfarben
Spannende experimentelle Färbungen und Shiboritechniken mit Naturfarben + INDIGO
Freitag 21. September bis Sonntag 23. September (Speyer) mit Brunhilde Scheidmeir und Fritz Jeromin
LINK ZUM WORKSHOP



21.08.18

Was ist Urea und wozu ist es gut?

Urea (Harnstoff)

Urea (Harnstoff) wird chemisch hergestellt und vielfältig in Industrie, Pharmazie, Kosmetik und Landwirtschaft eingesetzt. Die weißen Körnchen sind geruchlos und lösen sich schnell auf.
Viele Rezepte für Procion MX und Alginatverdicker weisen einen Anteil an Urea auf. Und immer wieder erreichen uns Fragen, wozu Urea eigentlich gebraucht wird.
Verkürzt gesagt: 
Urea ist ein Feuchtigkeitshalter, sozusagen ein Trockungsverzögerer, wie man ihn auch für die Anwendung von Acrylfarben kennt.
Ist in einem Rezept Urea enthalten, zieht dieses Material Feuchtigkeit aus der Luft an und verhindert dadurch ein schnelles Austrocknen.
Und wozu ist das gut?
Procion MX braucht eine gewisse Fixierzeit (am besten ein paar Stunden über Nacht), damit die Farbe optimal ausgenutzt werden kann. Dafür sollte sie etwas Feuchtigkeit enthalten und nicht völlig durchgetrocknet sein.
Auch für das Auswaschen des Verdickers ist Urea nützlich. Der Verdicker sollte nicht völlig durchgetrocknet sein, denn dann lässt er sich nur schwer und unter Mühen aus dem Stoff lösen.
Ein dritter Vorteil: Alle, die mit Procion drucken, wissen, dass sich nicht alle Farben gleich gut auflösen. Es gibt alle möglichen Tipps und Tricks, wie man diesen Prozess unterstützen kann. Einer davon ist die Zugabe einer kleinen Menge Urea.
Schließlich: möchte man mit dem Farbpulver eine Farblösung zum Färben im Becher oder Eimer ansetzen, empfehlen Leslie Morgan und Claire Benn, dass man den gelösten Farbschlamm mit "Chemischem Wasser" auffüllt. Das Chemische Wasser besteht aus Wasser, Urea und einer kleinen Menge Calgon (Weichmacher).
Arbeitet man also mit angedickten Procion-Farben, wird Urea in den Verdicker gegeben. Verwendet man flüssige Farben, wird Urea entweder direkt beigegeben oder mit Hilfe des Chemischen Wassers, was man vorbereiten kann.

Wetter und Luftfeuchtigkeit und ein gutes Gelingen von Breakdown-Sieben
Gemusterte Breakdown-Siebe, die in der Sonne trocknen (Speyer)
Normalerweise möchte man, dass die angedickte Farbe während der Fixierprozesses noch leicht feucht bleibt, und Urea im Verdicker sorgt dafür.
Möchte man mit der angedickten Farbe Siebe für Breakdown-Drucke herstellen, braucht man dafür gut durchgetrocknete Farbe, denn sonst löst sich das Muster zu schnell auf. Besonders bei uns in Mannheim oder Speyer herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, denn Rhein und in Mannheim zusätzlich der Neckar liegen ganz nahe. Deshalb reduzieren wir den Anteil an Urea -je nach Wetter- bis um die Hälfte. Was man nie machen sollte: Urea ganz weglassen!

Breakdown: Druck mit verschiedenen Sieben (Arbeit von Sandrina)


Kurse zum Thema
Breakdown Printing für Einsteiger
auf Stoff und Schals
Speyer, Samstag und Sonntag (8. + 9. September 2018), Sabine Jeromin-Gerdts
Hat noch jemand Lust, sich uns anzuschließen? 

Außerdem ist Breakdown, neben anderen Siebdrucktechniken, auch Teil des Grundlagenkurs 3.

Ein leeres Sieb - so viele Möglichkeiten!
Lernen Sie einfache, aber wirkungsvolle Methoden kennen, wie Sie Motive aufs Sieb und dann auf den Stoff bringen.
Mannheim, Freitag, Samstag und Sonntag (14. bis 16. September 2018), Sabine Jeromin-Gerdts
Es gibt noch freie Plätze.



19.08.18

Experimente mit dem Sieb

Siebdruck (Procion MX) aus Baumwollsatin

Stoffgestaltung mit dem Sieb - dafür gibt es unendlich viele Möglichkeiten! Das geht weit über den üblichen Siebdruck mit einem fotobeschichteten Sieb hinaus.
Ende letzten Jahres hatte ich mir für einen Workshop eine Liste erstellt, welche Bedingungen für einen richtig guten Siebdruck erfüllt sein müssen. Und mich spaßeshalber gefragt, was passiert, wenn man an diesen Bedingungen dreht. Und das dann auch gleich mal ausprobiert. Manche Ergebnisse hatte ich erwartet. Oft aber war ich erstaunt, wie spannend die Resultate waren.
Aus all dem habe ich dann einen Workshop gebaut, der im Frühjahr so viel Spaß gemacht hat, dass er im Herbst nun noch einmal angeboten wird.

Siebdruck von Petra Disch (Procion MX auf Baumwollsatin)

In diesem Workshop ist der Zugang zum Thema also zum einen theoretisch-systematisch, zum anderen aber auch spielerisch, und man lernt viel über die Bedingungen eines "guten" Siebdrucks wie auch über Varianten, wie man zu einem völlig anderen, "experimentellen" kommt. Wir arbeiten teilweise mit neuen Materialien wie  auch mit verblüffend einfachen Werkzeugen.
Die Ergebnisse sind immer toll!


Kurs zum Thema

Experimente mit dem Sieb
Die Regeln des klassischen Siebdrucks auf den Kopf stellen und tolle Drucke entstehen lassen!
Drucken mit Procion MX auf Baumwollsatin
21. - 23. September in Mannheim mit Sabine Jeromin-Gerdts

14.08.18

Siebdruckschablone - Urwald

Urwald - Siebdruckschablone Nr. 1349, auf Stoff mit Dekaprint


Das Motiv dieser Siebdruckschablone stammt von einem Foto, das mein Mann vor einigen Jahren im Botanischen Garten gemacht hat.
Um dieses Muster habe ich mich immer nur herumgeschlichen, weil ich mir über seine Druckbarkeit nicht ganz sicher war.
Schwarz-weiß auf Papier (links) hat es etwas von einem Holzschnitt. Und so gefiel es mir eigentlich sehr gut.
Aber was passiert, wenn man mehrere Drucke auf Stoff setzt? Wie soll man den Anschluss positionieren? Welche Farben sollte ich wählen? Grün in Grün wäre deutlich zu  langweilig geworden.
Manchmal beantworten sich solche Fragen dann doch von selbst...

Eines Tagen waren nach einem Workshop eine ganze Reihe Farben übrig geblieben, was natürlich verführt.
Und so habe ich die Farben, ohne die Siebdruckschablone zwischendurch zu säubern, einfach nach einander gedruckt. Auch die Frage nach einem sauberen Anschluss der Drucke war mir damals egal (nach einem Kurs ist man ziemlich müde...): ich habe das Motiv, ohne groß zu überlegen, neben- und über einander gelegt. Und das sah überraschend gut aus.





12.08.18

Erfahrung sammeln auf Papier

Aquarell, Monoprint, Druck auf Aquarellkarton

Wenn ich zwischendurch mal Zeit habe, experimentiere ich gerne mit verschiedenen Materialien und Techniken. In letzter Zeit gerne auch mal auf Papier und Leinwand und mit Farben, mit denen ich weniger vertraut bin.
Das kleine Bild (DIN A5) oben wurde vor allem mit löslichem Aquarellpulver gemalt. Ein wenig pastose Acrylfarbe ist auch dabei und eine goldene Flüssigfarbe, mit der ich gemalt und gedruckt habe.
Für Stoffgestalter hat Papier den Vorteil, dass das Ausprobieren von Techniken und Technikkombinationen viel schneller geht als auf Textilien. Für die spätere Umsetzung auf Textil muss man sich dann ein paar Gedanken machen. Zum Beispiel: wie versiegle ich die Stoffoberfläche, damit sich die Farben darauf wie auf Papier verhalten? Mit welchen Farben erreiche ich einen Aquarelleffekt? Welche unterschiedlichen Möglichkeiten gibt es für helle Effekte auf dunklem Grund?
Lauter spannende Fragen. Eins zu eins lassen sich Techniken und Farbeffekte selten einmal übertragen, schon weil glattes Papier und matter Stoffuntergrund eine völlig unterschiedliche Farbwirkung ergeben. Ähnlicher werden die Effekte, wenn man Stoff mit Gesso grundiert und darauf -wie auf einer Leinwand- malt, sprüht und druckt. Das so bearbeitete Gewebe ähnelt vom Erscheinungsbild her einem Gemälde; vom Griff und Fall her ist es aber viel eher ein Stoff als eine gekaufte Leinwand und kann sehr gut geschnitten und genäht werden.
Grenzen zu überschreiten fasziniert mich mehr und mehr, und ich bin gespannt, wohin mich das führt.
Euch einen guten Start in eine tolle Woche!
Herzliche Grüße
Sabine



08.08.18

Bildtransfer - Verlust, der sich in meinen Augen als Gewinn erweist

Kleine Stoffcollage (noch nicht fertig) mit zwei Bildtransfers

Egal, welche Art von Fototransfer gewählt wird: immer zeigt das übertragene Bild weniger visuelle Informationen als das Original.
Manchmal ist das übertragene Bild blasser als das Original. Manchmal lässt sich das Bild -vor allem beim Geltransfer- nicht vollständig übertragen, es fehlen Teile. Das wird als Verlust bezeichnet. Sogar mit Bügelfolien lassen sich Bilder in der Regel nicht 1:1 übertragen. Beim Ablösen der Folie bleiben immer einige Farbpartikel am Trägerkarton hängen. Die Übertragung ist etwas blasser und manchmal farbverändert. All dies gilt als Verlust.
Deshalb bevorzugen viele den direkten Bildausdruck auf den Stoff. Das sieht dann schon sehr perfekt aus. Mir aber meistens zu perfekt.
Mir gefallen die etwas blasseren Farben der Lösungsmitteltransfers (Lavendelumdruck), die kleinen Ausbrüche beim Geltransfer. Das sind Bilder, die leben, die die Geschichte ihrer Bearbeitung zeigen. Für mich sind gerade die kleinen und größeren visuellen Verluste ein großer Gewinn!

Halbtransparent
Das Bild oben zeigt eine kleine Landschaftscollage, die noch in Arbeit ist.
Grundlage für die beiden Transfers ist ein Foto, das mein Mann vor vielen Jahren in Irland gemacht hat: Wasserpflanzen, die sich in einem See spiegeln. Ich habe das Bild auf eine Bügelfolie kopiert und kleinere Teile davon auf einen Baumwollstoff gebügelt: links, der größere grüne Bereich, sitzt direkt auf weißer Baumwolle.
Der schlanke blaue, senkrechte Streifen (eher rechts) stammt von derselben Bügelfolie und zeigt im Prinzip dieselbe grüne Farbe. Da ich sie aber auf eine blaue Grundierung gesetzt habe, schimmert diese durch und das übertragene Bild wirkt farblich völlig anders.
Man kann sich also merken, dass die meisten Transfers halbtransparent sind. So lassen sie sich -wenn man das möchte- prima in eine größere Bildkomposition integrieren. Trotz anderer Oberfläche sind sie kein Fremdkörper im Bild; vor allem, wenn man wie hier, Elemente aus dem Foto übernimmt und über den ganzen Stoff verteilt (Transfers lassen sich mit Textil-Acrylfarbe prima bedrucken und bemalen).


Kurs im August zum Thema Bildtransfer:
Bildtransfers sind also eine tolle Bereicherung für Textilarbeiten und Malerei!
Habt Ihr Lust, verschiedene Transfermethoden für Stoff und Papier kennenzulernen? Und viele Tipps und Tricks zu ihrer Bearbeitung?
Wir führen in Mannheim dazu einen Workshop durch!
3 Tage in Mannheim: 24. bis 26. August - Bildtransferverfahren auf Stoff und Papier. (LINK)
Wenn Ihr Fragen dazu habt, erreicht Ihr mich unter
info@textilstudio-speyer.de






07.08.18

Siebdruckmuster

Siebdruckschablone Nr. 1385

Dieses Motiv (Link) gehört zu meinen Lieblingsmotiven, weil es so ausdrucksvoll ist und weil durch Drehen und Wenden der Schablone beim Drucken auf dem Stoff ein Rhythmus entsteht.
Als Grundlage für das Muster habe ich das Foto eines von mir bedruckten Stoffs genommen, das Bild entsprechend mit einem Programm bearbeitet, so dass nur noch der Druck in schwarz und weiß übrig geblieben ist. Dann muss man sich nur noch einen geeigneten Ausschnitt suchen.
Ein abstrakte Muster, das ideal ist für Schals und kleinere Nähprojekte, aber auch für Bilder in Kombination mit anderen Mal- und Drucktechniken.
Entstanden ist der Stoff in einem Workshop von Leslie Morgan in Speyer, in dem sie gezeigt hat, wie unterschiedliche Schnüre, Garne, Gummiringe, Stoffstreifen oder Bast als Siebreservierung super schöne Muster ergeben. Dies ist eine meiner Lieblingsmethoden für Siebdruck geworden! Ganz einfach, aber immer effektvoll!
Der Druck mit dieser Siebdruckschablone sieht ein bisschen aus wie MarkMaking: kräftige Linien, gezogen mit einem Liner. Druckt man die Garne mit einem Sieb, ist der Effekt natürlich gerade umgekehrt: die Linien sind heller, die Farbumgebung dunkler.

Wenn Ihr Lust habt, solche und eine Vielzahl anderer Siebdruckeffekte zu lernen, 
dann könnt Ihr das bei uns in Mannheim  und Speyer z.B. in den folgenden Workshops:

  • Tageskurs 10: Sonntag 19. August: Unikatstoffe-Unikatschals: Drucken mit Procion MX, Mannheim (LINK)
  • 2-Tageskurs: 8. + 9. September: Breakdown Printing, Speyer (LINK)
  • 3-Tage-Grundlagenkurs: 14. bis 16. September, Grundlagenkurs 3: Ein leeres Sieb - so viele Möglichkeiten!, Mannheim (LINK)

04.08.18

Neue Liebe: Kleine Mixed Media Collagen

Collage Mixed Media

Auch meine neue Liebe zu kleinen Stoffcollagen verdanke ich einer Kursvorbereitung.
Collagen haben -im Gegensatz zu Quilts- einige Vorteile im Gestalten: man kann einfach spielerisch alles Mögliche ausprobieren, ohne an Waschen, schöne Nähte usw. denken zu müssen, da sie einfach als Schmuck für die Wand gedacht sind.
An Farben kann man so ziemlich alles einsetzen, solange bedenkt, dass ein löslicher Farbauftrag fixiert werden muss, wenn der nachfolgende feuchte Auftrag den unteren nicht anlösen soll. Zur Fixierung eignet sich zum Beispiel ein übliches Fixierspray mit einem größeren Acrylanteil, wie es in der Malerei oft verwandt wird.
Stoffe selbst zu grundieren hat gegenüber fertig grundierter Leinwand den Vorteil, dass man selbst entscheiden kann, welches Gesso in welchen Mengen an welche Stellen wie gleichmäßig aufgetragen wird. Und man kann die Struktur des Untergrundes wählen. All dies sieht man später nicht unmittelbar, ist aber ein wesentlicher Faktor der Wirkung.
Ich hätte gute Lust, so etwas mal in Groß zu machen!
Herzliche Grüße und ein schönes kreatives Wochenende!
Sabine




02.08.18

Batikeffekte mal anders


Batikeffekt mit weißen Pentel Stoffmalkreiden auf Nessel

Diese kleine Entdeckung verdanke ich einer Kursvorbereitung. Anstelle von heißem Wachs oder flüssigem Kaltwachs habe ich hier versuchsweise Pentel Stoffmalkreiden ausprobiert.
Der weiße Nessel wurde zunächst rostfarben grundiert (Seidenmalfarbe zum Bügeln). Die Zeichen habe ich dann mit weißer Stoffmalkreide aufgetragen und den Stoff zwischen Backpapier heiß gebügelt. Dadurch wird sowohl die Seidenmalfarbe als auch die weiße Stoffmalkreide fixiert und das Wachs kann tief ins Gewebe eindringen.
Der eigentliche Batikoptik entstand dadurch, dass ich anschließend blaue Seidenmalfarbe über Teile des Stoffs gepinselt habe. Zum Schluss noch mal bügeln, dann ist alles waschbar!
Der Witz bei dieser Methode besteht also darin, dass man farbige Wachszeichen ganz einfach auf Stoff malen und mit nur zwei Farbaufträgen komplex wirkende Musterungen erzielen kann.


Batikeffekt mit Farbblockierer von KREUL

KREUL bietet einen ganz einfach anzuwendenden Farbblockierer an, den es einmal in einer Tube gibt (für Schrift und Zeichnung wie hier) und im Glas für flächige Abdeckungen.
Auch hier hatte ich die Kritzeleien auf einen bereits grundierten un d fixierten Stoff aufgebracht.
Man lässt seine Zeichnung etwa 20 Minuten trocknen (Trocknungszeit kann durch Föhn beschleunigt werden). Anschließend erfolgt ein zweiter, dunklerer Farbauftrag mit Seidenmalfarbe, der zur Fixierung gebügelt wird.
Durch Handwäsche lässt sich der Fabblockierer auswaschen, die hellen Stellen sind nun sichtbar.


Auch für Procion MX anwendbar!
Bei der Vorbereitung eines anderen Kurses hatte ich entdeckt, dass dieses Vorgehen auch mit Procion-Farben funktioniert.
Da ich die Kontraste weich halten wollte, hatte ich hier ebenfalls einen mit Procion vorgrundierten Stoff verwendet und Schriften mit dem Farbblockierer aufgebracht. Nach dem Trocknen wurde das Gelb mit Orange überdruckt. Dann wieder eine Schrift aufgebracht usw.
Den Stoff hatte ich -wie üblich- über Nacht ruhen lassen und morgens schnell ausgespült.




04.07.18

Breakdown Druck - ein idealer Hintergrund fürs Schichten

Detail: Zwei Siebdruckschablonen übereinander gedruckt mit Dekaprint

Siebdruckschablone
Um es gleich vorweg zu nehmen: was ihr hier seht, ist kein echter Breakdown-Druck sondern ein Druck mit einer unserer neuen Siebdruckschablonen, die aus einem echten Breakdown entstanden ist.
Mit einem Bildbearbeitungsprogramm versuchten ich das Foto in ein Sieb umzuwandeln und war nicht sonderlich hoffnungsvoll, dass es funktioniert.
Das Bild links sieht ja nicht sehr druckfreundlich aus (deshalb haben wir die Schablone auch noch nicht in den Shop gestellt). Aber ich war total erstaunt, wie gut sie sich doch eignet und welch einen tollen Hintergrund sie abgibt.

Detail
Gemischt hatte ich wie auch bei den letzten Drucken (LINK und LINK) direkt auf der Palette.
Je einen Klecks Dekaprint (LINK) in Weiss, Euro-Rot (was Magenta entspricht), Schwarz und Dunkelgrün und dann einfach gedruckt, wie es kam.
Solch eine Siebdruckschablone sollte übrigens immer wieder gedreht und übereinander gedruckt werden. Das wirkt lebendiger.

Ein flächiger Hintergrund verlangt nach einem filigranen, detailreichen Motiv.
Sieb "Bäume"
Dazu kamen mir die Bäume gerade recht. Das zugrunde liegende Bild stammt von einem Spaziergang am Rhein und wurde von mir ebenfalls mit einem Bildbearbeitungsprogramm  in ein Motiv für eine Siebdruckschablone verwandelt (LINK).

Mit Dekaprint oder anderen Bügelfarben geschichtete Stoffe werden eher etwas schwer und ein wenig steif. Die Farben sitzen auf dem Stoff und dringen nicht -wie z.B. Procion MX- in die Faser ein. Das wird von manchen Stoffdruckerinnen als Nachteil bewertet.

Ich sehe das nicht so: zum einen ist es mir bei einem Stoff, der für die Wand bestimmt ist, egal, ob er besonders weich fällt oder nicht.
Zum anderen gibt es Nähprojekte, bei denen ein kräftiger Stoff ausgesprochen von Vorteil ist. Denkt mal an Taschen aller Art, an Beutel, an manche Wohndekorationen, an Sesselbezüge...
Und der Vorteil bei allen Textil-Acrylfarben (bügelfixierbaren Farben) ist die besonders einfache Handhabung: Flasche aufdrehen, Farbe aufnehmen und loslegen.

Stoff insgesamt