08.11.20

Die Blätter fallen... und erscheinen wieder neu und in anderer Form auf Papier


Die Blätter, die jetzt fallen, sind so voller Farbstoffe, dass es sich unbedingt lohnt, sie zu sammeln und zu pressen. In dieser Form können sie euch bis ins Frühjahr hinein Freude bereiten, wenn ihr mit ihnen Stoffe und Papier bedruckt. 

TIPP: Damit die getrockneten Blätter weniger brechen, gibt man sie vor dem Wickelm kurz ins Wasser. Sie werden dadurch geschmeidiger und lassen sich besser verarbeiten.

 

ECOPRINT AUF PAPIER -ein neuer "Workshop Zuhause"

Seit wenigen Tagen haben wir einen neuen "Workshop Zuhause" fertig gestellt. Es ist bereits der neunte! Dieses Mal mit dem Thema "Ecoprint auf Papier"! (LINK ZUM SHOP

Neben einem wirklich großen Materialpaket mit ausgesuchten Qualitätspapieren, die allesamt nassfest sind und die Farben von Blättern hervorragend wiedergeben, befindet sich darin fast alles, was man für Ecoprint braucht. Sogar einige gepresste Blätter befinden sich darin, wenn ihr gleich loslegen wollt!

Nur noch einen einfachen Dämpfer braucht ihr und wenige Kleinigkeiten.
Das umfangreiche Skript mit 22 Seiten enthält eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit vielen Bildern. Darüber hinaus zeigen wir 3 verschiedene Möglichkeiten des Beizenauftrags und deren Ergebnisse. Und eine weitere Technik des Ecoprintdrucks. Und viele Tipps...

Wenn ihr diese Grundkenntnisse beherrscht (und das ist wirklich nicht schwer - wir zeigen und erklären alles ganz ausführlich), dann kann es an die Kür gehen: viele, viele Beispiele geben Inspiration zu weiteren Experimenten und zu vielfältigen Anwendungen.

Vielleicht habt ihr Lust, auch unsere anderen Neuheiten und Angebote anzuschauen? Die langen Abende zuhause verlocken, kreativ zu werden uznd Neues auszuprobieren. (LINK ZU UNSEREN NEUJEITEN).

 Herzliche Grüße schickt Sabine


24.09.20

Ergebnisse vom Färbekurs im März

Da ich so selten Ergebnisse aus den Färbekursen sehe, freue ich mich umso mehr, wenn dies einmal geschieht. Renate Ende (LINK) hat aus den Stoffen vom Färbekurs im März so schöne Täschchen gezaubert, dass ich einfach fragen musste, ob ich sie zeigen darf.
Durch weitere Bearbeitungsschritte zuhause und Kombination mit Kork hat Renate zauberhafte kleine Taschen genäht, die dazu noch total praktisch sind!

Renate Ende ist aus Dresden (https://ende-unikate.de/), und man kann nach Kontaktaufnahme ihre Arbeiten auch im Atelier anschauen und direkt kaufen. 

************** 

Übrigens: Noch sind wenige Plätze frei im Workshop: "Grundkurs Procion Kompakt" der vom 02. bis 04. Oktober 2020 in Speyer stattfindet. 

LINK: https://textile-ideen.blogspot.com/2020/09/farbesaison.html 

LINK: https://www.textilstudio-speyer.de/uebersicht-2020.html

09.09.20

Färbesaison

Tray Dyeing mit Procion MX auf unterschiedlichen Stoffen

 Procion MX färbt man am besten im Sommer, denn die Farben ziehen am besten auf, wenn es wenigstens Temperaturen um 24°C hat. Wir legen deshalb den letzten Färbekurs immer auf  Anfang Oktober. Da können wir noch mit ausreichend guten Temperaturen rechnen.

In diesem Jahr findet also der letzte Kurs "Procion kompakt" am Freitag 02. bis Sonntag 04. Oktober 2020 statt, dieses Mal im Textilstudio Speyer, wo wir richtig gut Platz haben.

Kursinhalte 
In diesem Workshop nehmen wir so ziemlich alle Techniken durch, die sich mit Procion MX durchführen lassen. 
Am ersten Tag lernt ihr die Grundlagen der Farben lennen, das Anrühren der Farben (ich habe ein neues System) und die Grundlagen des Farbkreises und des Mischens. Wir färben helle Töne (z.B. links) und intensive Töne (siehe unten).
Am zweiten Tag erarbeiten wir uns die wichtigsten Eckpunkte des kreativen Färbens und probieren alle möglichen Techniken aus. Wenn ihr diese wesentlichen Faktoren kennt und begriffen habt, dann fallen euch bestimmt noch weitere, eigene ein. Am dritten Tag wenden wir uns den angedickten Farben zu und erproben, was man mit diesen alles anfangen kann: wir machen einen Ausflug in all die Mal- und Drucktechniken, die zu den wichtigsten Stoffgestaltungen gehören und lernen gleich auch noch etwas über Schichten und über Komposition.
Drei Tage also voller Inhalte! In diesem Sommer habe ich alle möglichen Färbe- und Druckkurse gehalten und eine Menge Neues erfahren, erarbeitet und erprobt. 
 
Wie ich oben schon geschrieben habe, liebe ich mein neues System, weil es besonders schnell geht, sich für kleine Mengen eignet und besonders schöne Ergebnisse bringt. Kein langes Vorbereiten mehr! Alles also, was man sich für das Arbeiten zu Hause wünscht. 
Dann gibt es ein paar neue kreative Färbemethoden (auch mit angedickter Farbe!) und einige neue Grundlagen und Eckpunkte.  
Der Workshop ist also nicht nur für Einsteigerinnen geeignet, sondern auch für diejenigen, die ihre Kenntnisse auffrischen möchten.

Übrigens: wir haben ein sorgfältig ausgearbeitetes Schutzprogramm, das sich in den letzten Kurswochen gut bewährt hat. Auch die Arbeitsplätze und Wege sind so ausgerichtet, dass sie allen Bestimmungen genügen.

Wir haben noch Plätze frei und freuen uns auf euer Kommen!
Hier ist der LINK zu den Kursinformationen und zur Anmeldung.


26.08.20

Experimente mit dem Sieb: Workshop am ersten Septemberwochenende

 


Bei diesem Workshop wird man zur Forscherin: Was geschieht, wenn man beim Siebdruck alles anders macht? 

Wir erarbeiten die Eckpunkte für "richtigen" Siebdruck und dann... stellen wir alles auf den Kopf! Unübliche Werkzeuge, falscher Untergrund, Experimente mit Siebmusterungen... und freuen uns an den tollen Ergebnissen!

Wer Lust hat, ein Wochenende in Speyer mit vergnüglichen Experimenten zu verbringen, kann sich noch anmelden. 
Wir arbeiten vorwiegend mit Procion auf Stoff, aber auch auf Papier.

Ich freue mich auf euch! Herzliche Grüße, Sabine

LINK zur Kursinformation

 





29.07.20

Sehnsuchtsfarbe Blau: Cyanotypie (Blueprint)

Brunhilde Scheidmeir: Direktauflage von Pflanzen und Fotofolie


Als mein Bruder Fritz Jeromin vor vielen Jahren, das war noch während der Seidenmalzeit in den 90er Jahren, die Cyanotypie für Stoff entdeckte, ahnten wir noch nicht, welchen Siegeszug diese tolle Edeldrucktechnik künftig machen würde. Damals druckten wir nur auf Seide. Heute bedrucken wir vor allem Baumwolle und Leinen sowie immer wieder gerne auch Papier. Was für Entwicklungen diese wunderbare Technik seit dieser Zeit machte! Auch heute entdecken wir immer wieder neue Themen und Tipps.
Ein Highlight war für mich das Sommerprojekt 2017 "Sonnendruck" vom Post-Kunst-Werk (Michaela Müller und Tabea Heinike). Damals stürzte sich eine große Gruppe begeisterter Künstlerinnen auf die Themen "Sonnendruck" und "Cyanotypie" und teilten ihre Erfahrungen und Vorgehensweisen miteinander. Was für eine Fundgrupe!
Und dann die wunderbaren Blueprints auf dem Blog von Kristina Schaper: hier und hier. und vor allem hier! Sind die Arbeiten nicht beeindruckend???

Blueprint und Solar Fast
Seit der Seidenmalzeit sind die beiden Salze für Cyanotypie Teil unseres Shop-Angebotes, und wir haben schon viele Anleitungen dazu geschrieben..
Seit einem Monat gibt es in unserer Reihe WORKSHOP ZUHAUSE auch einen zu Cyanotypie mit einem umfangreichen Skript mit vielen, vielen Beispielfotos von Brunhildes wunderbaren Arbeiten
Oft wird gefragt, ob es Blueprint auch in anderen Farben gäbe. Nein, Blueprint ist Blau, das ist halt so und auch gut so, denn das wundervolle Preußischblau der Cyanotypie ist einzigartig. Eben eine Sehnsuchtsfarbe.

Es gibt aber seit einigen Jahren eine lichtempfindliche Farbe, die ihr ab Ende der Woche auch bei uns bestellen könnt: SOLAR FAST. Gearbeitet wird wie bei Blueprint: Farbe aufbringen, Motiv aufbringen (direkt oder per Folie), UV-Licht wirtken lassen und auswaschen. Susanne (Frau Nahtlust) hat die Farbe für uns ausprobiert und zeigt die Ergebnisse am Freitag auf ihrem Blog. Ich habe sie schoin gesehen und bin begeistert!

Video mit Kristina Schaper
Heute wurde das Video mit Kristina veröffentlicht. Ihr könnt es bei Susanne (Frau Nahtlust) oder bei Michaela (Müllerin-Art-Studio) anschauen.
Gerade habe ich es mir angeschut und fand es total spannend, wie Kristina über ihren Alltag, ihre Arbeitsweise und ihr neues Atelier in der Innenstand von Kopenhagen erzählt.

Herzliche Grüße
Sabine

21.07.20

Sehnsuchtsfarbe Blau: Boro-Kurs im Textilstudio-Speyer, Teil 2

Hanka (mitgebrachte und selbst gefärbte Stoffe)


Beim Workshop im letzten Jahr wollten Ulla und Gaby eigentlich einen Stoff für Taschen herstellen. Während sie daran arbeiteten änderten sie ihre Pläne und gestalteten eine Arbeit für die Wand. Beim Workshop vom letzten Wochenende nahmen sich dagegen drei Teilnehmerinnen praktische Projekte vor.
Hanka zum Beispiel hatte die Idee, aus ihren Arbeiten einen Reissack zu nähen. Dazu steckte sie vier quadratische Collagen. Alle unterschiedlich, aber verwandt. Es kommt dann noch ein neutraler Boden hinzu, ein Tuch zum Abdecken und eine Aufhängung. Das wird ein wundervolles Projekt!


Ela will aus ihren Stücken Einbände für selbst gestaltete Hefte und Bücher herstellen.
Ela (mitgebrachte Stoffe, zusammengesetzt, geschichtet, bestickt)


Ich liebe solche wilden Arbeiten, bei denen Fäden hängen und der Stoff schief und krumm geschnitten sein darf. Die Kombination der Texturen und Farben ist für mich sehr stimmig, und ich freue mich schon total darauf, wenn Ela die Bücher bzw. Einbände auf ihrem Blog zeigen wird: https://papiergemetzel.blogspot.de
Ein bisschen Geduld müssen wir aber noch haben, sagt Ela.


Und hier noch ein Wunderstück!
In gerade mal zwei Tagen hat Esther ein riesengroßes Stoffstück gezaubert, aus dem in den nächsten Monaten eine Weste werden soll!


Es ist ein ganz großartiger Stoff geworden mit wunderbaren "Flicken", die alle entweder aus Resten selbstgemachter Kleider (oft aus von ihr selbst entworfenen Stoffen), aus eigenen Ecoprints, Blueprints und Indigofärbungen bestehen. Zu jedem Fleckchen konnte Esther eine kleine Geschichte erzählen.

Vielen Dank an Ela, Esther, Gisela, Hanka, Margit, Monika und Susanne für die Erlaubnis, ihre wunderbaren Arbeiten zu zeigen! Brunhilde und ich haben die kreative Atmosphäre und den tollen Austausch von Tipps und Erklärungen sehr genossen!

Auch im kommenden Jahr wird es wieder einen Borokurs geben, mit großer Wahrscheinlichkeit im März 2021.
Schaut immer mal wieder auf unsere Kursseite:
Ab Ende August/Anfang September 2020 werden schon viele Termine für das erste Halbjahr 2021 eingestellt werden.
Oder ihr meldet euch für den Kursnewsletter an: info@textilstudio-speyer.de, dann seid ihr immer auf dem neuesten Stand.



Sehnsuchtsfarbe Blau: Boro-Kurs im Textilstudio-Speyer, Teil 1

Margit: Boro (gesteckt - mitgebrachte Stoffe,
selbst gearbeitete Blueprints und Indigofärbungen)


Am Wochenende hatten wir in Speyer wieder unseren Boro-Kurs. Gleich vorneweg, die Arbeiten, die dort entstanden sind, sind wieder super schön geworden!
Das Ziel dieses Workshops ist nicht, Boro einfach nachzuahmen. Ziel ist vielmehr im Sinne von Boro zu arbeiten, d.h. alte und lieb gewonnene Stoffe zu verarbeiten. Oder selbst gefertigte Stoffe in die Komposition einzufügen. Und das zweite Ziel ist, Techniken von Boro zu übernehmen, d.h. es wird mit Hand genäht, gestopft und gestickt. Eben im Stil von Boro. Die Stickstiche sind eher einfach, zumeist Vorstiche. In der Regel bleiben die Kanten der Flicken offen. Und fast immer ist die Arbeit blau.

Boro entstand aus der Not: Kleidungsstücke wurden immer wieder aufs neue geflickt. Die dicht an dicht geschichteten Flicken sollten zusätzlich wie eine Wattierung wirken und wärmen.
Wir sehen heute vor allem die Ästhetik und Schönheit dieser Arbeiten, aber wir können auch die mühevolle und liebevolle Arbeit nachvollziehen, die in diesen Jacken und Decken steckt.
Googelt einfach mal unter "Boro" und schaut euch die faszinierenden Bilder an.
Oft in wundervollen Blautönen.

Deshalb haben wir für den ersten Tag wie immer zwei Blautechniken angesetzt: Cyanotypie und Indigo.Ihr werdet die blauen, selbst gemachten Stoffe in fast allen Arbeiten sehen! An den beiden anderen Tagen haben wir uns dann an die Komposition gemacht.
Gisela, Margit, Monika und Susanne begannen jeweils mit einer größeren Arbeit für die Wand. Diese sind natürlich alle noch in Arbeit. Aber für mich war faszinierend, wie schnell und sicher alle Teilnehmerinnen zu tollen Ergebnissen kamen.


Gisela (selbst gearbeiteter Blueprint, Ecoprints, bestickt)

Gisela liebt Ecoprint und Sticken
Nachdem sie ihre "Flicken" auf dem Untergrund befestigt hat, begann Gisela, mit feinem Garn und feinen Stichen die Konturen der Blattdrucke zu betonen.

Das ist das Schöne an solch einer Arbeit: bis sie fertig ist, wird es noch eine ganze Weile an entspannter Arbeit brauchen. Und mit jedem Stich wächst einem das Stück mehr und mehr ans Herz.

Gisela hat damit noch alle möglichen Pläne. Nicht nur, dass die einzelnen Prints bestickt werden. Zusätzlich sollen auch noch Stickereien von Pflanzen hinzu kommen.

Ich freue mich darauf, diese Arbeit irgendwann einmal fertig zu sehen.
Obwohl, sind Boro-Arbeiten überhaupt irgendwann einmal fertig? Oder rufen Sie immer wieder einmal nach uns?









Auch Monika liebt das Sticken.
Monika (mitgebrachte Stoffe, handgefärbte Stoffe,
handgenäht, gesteckt)

Aber als sie die Stoffe für den Hintergrund arrangiert hatte, passierte etwas Unge- wöhnliches:
Die Arbeit war schon so perfekt!

Ganz im Sinne von Boro und ganz im Sil von Boro: Nachhaltig durch den Einsatz von gebrauchten Stoffen. Die Einfachheit und das nicht ganz Perfekte, die wunderbare Komposition und elegante Linienführung, das ist ganz im Stil von Boro.
Und wie wunderbar passen hier ein früher gekaufter Stoff und handgefärbte Qualitäten zusammen!
Wir alle waren begeistert!

Ob noch die eine oder andere Stickerei hinzukommt, das wird sich Monika im Laufe der Zeit noch überlegen.

Übrigens: Wir haben die Arbeiten auf Bords mit Stecknadeln montiert. Wenn man daran geht, die Teile zusammen zu nähen, müssen die Stecknadeln natürlich gelöst werden.
Dann kann es schnell passieren, dass die vorher toll gesteckte Komposition plötzlich ganz anders aussieht. Mit Hilfe von Fotos der Zwischenschritten kann das vermieden werden (danke an Ela!!)




Susanne (handgefärbte Stoffe, Blueprint, Indigo, Ecoprint auf Leinen)






Susanne liebt Komposition und Patchen.

Auf einem wunderbaren, edlen Leinenstoff hat Susanne selbst gefärbte Qualitäten und handgefärbte Indigo- und Blueprintstoffe arrangiert. Die wunderbaren Blautöne harmonieren ganz hervorragend miteinander!
Und weil jede ausgewogene Harmonie nach einen Kontrast ruft, hat sich Susanne für einen gelbgrünen Ecoprint als Blickfang entschlossen.
Wie groß dieser Blickfang genau werden wird, ist noch nicht beschlossene Sache. Aber er bringt die Arbeit in ein wunderbares Gleichgewicht!


Morgen geht es weiter mit den Arbeiten von Hanka (Reissack),
Ela (Bucheinband) und Esther (Weste)! Ihr dürft gespannt sein!


07.07.20

Im Juli und August: Blaue Sommerinterviews

Interviews im Juli und August von Susanne (Nahtlust) und Michaela (Müllerin-Art-Studio)


Für diesen Sommer haben sich Michaela und Susanne etwas ganz Besonderes ausgedacht: Interviews mit Frauen, die ihr zum Teil über ihre Blogs oder Instagram kennt oder die ihr möglicherweise auch schon durch Workshops kennen gelernt habt.
Die Interviews erscheinen immer Mittwochs auf beiden Blogs, aber man kann sie zu einem beliebigen gewünschten Zeitpunkt anschauen. Es handelt sich um ein lockeres Plaudern über Interessen, Arbeitsweisen, Vorlieben und natürlich auch über die Farbe Blau.

Am letzten Mittwoch wurde die Reihe gestartet mit einem Gespräch zwischen Susanne und Michaela, das ihr also hier bei Susanne (https://nahtlust.de/2020/07/01/mittwochsmix-blauer-sehnsuchtssommer-und-auftaktvideo/) oder hier bei Michala (https://muellerin-art-studio.de/blaustart-mittwochsmix-29) verfolgen könnt.

Dann geht es in den kommenden Wochen weiter mit:
8. Juli: Maike Gäbel
15. Juli: Petra Heidrich
22. Juli: Sabine Jeromin-Gerdts
29. Juli: Kristina Schaper
5. August: Andie Mayr
12. August: Ghislana Hemmann-Poppelbaum
19. August: Karen Zerna
26. August: Petra Paffenholz

Ich bin gespannt und wünsche euch allen viel Spaß dabei!







06.07.20

Vorwaschen von rohen Stoffen



Roher Stoff, das klingt immer nach einer Qualität, die viel Vorarbeit fordert.
Der Beschreibungstext erzählt, dass eine Beschichtung zur Stabilisierung des Stoffes erst entfernt werden muss, damit der Stoff seine eigentliche Optik und seinen eigentlichen Griff erhält (siehe auch den voran gegangenen Post über die Vorwäsche (LINK).
Wenn es sich ums Färben oder Drucken mit Farblösungen dreht, d.h. zum Beipsile mit Waschmaschinenfarben, Batikfarben, Procion MX und oft auch mit Naturfarben, ist das auch auf alle Fälle richtig. Die Farbe kann sich dann ungehindert mit der Faser verbinden und sich in ihrer vollen Pracht entfalten.

Ausnahmen von der Regel
Aber es gibt Ausnahmen von dieser Regel. Nicht immer ist ein Vorwaschen erforderlich.
  • Wenn man mit Acry- und Textil-Acrylfarben arbeitet
Möchte man beispielsweise mit Acrylfarben oder Textil-Acrylfarben (z.B. DekaPrint und Stoffmalfarben) auf rohem Stoff arbeiten, dann sitzen solche Farben auf dem Stoff. Sie müssen sich nicht mit der Faser verbinden - sie verkleben sozusagen die Oberfläche.
Wenn man den Bedruckten Stoff aber vernähen und eventuell waschen möchte, muss man ein späteres Eingehen vermeiden.
Dazu reicht es, wenn man den rohen Stoff vor dem Bedrucken mit kaltem Wasser einsprüht und kurz wartet, bevor man mit dem Bearbeiten loslegt.
  • Wenn die Beschichtung hilfreich ist
Gewaschener Stoff ist -im Gegensatz zu Papier- saugfähig. Je nach Technik ist das nicht wünschenswert. Oft muss man sich Notlösungen überlegen, wie z.B. eine Beschichtung mit Aquarellgrund oder ähnlichem. Das ist z.B. eine der möglichen Vorgehensweisen, wenn man Schrift auf Stoff bringen will.
Hat man einen rohen Stoff zur Hand, kann man testen, ob nicht diese Beschichtung ausreicht. Auf unserem rohen Baumwollsatin (LINK ZUM SHOP) kann man z.B. mit Tusche und Feder direkt schreiben.




04.07.20

Vorwaschen oder nicht? Sonderfall Leinen!

Ecoprint auf Feinleinen (nicht vorgewaschen) Brunhilde Scheidmeir (LINK ZUR WEBSITE)


Unser wunderbar edles, weißes Feinleinen (LINK ZUM SHOP) ist für Naturfarben, Ecoprint und Procion MX ganz hervorragend geeignet! Es ist bereitss vorgewaschen, also PFD.
Soll es trotzdem noch einmal vorgewaschen werden?
Schaut euch die Bilder unten an. Ich würde sagen: je nachdem, was man erreichen möchte!
Der ungewaschene Stoff (oben) zeigt die Prints grafischer, heller, transparenter.
Der gewaschene Stoff (unten) zeigt die Prints in prachtvoller, malerischer Farbigkeit.

Ist es nicht unglaublich, welchen Unterschied ein einfacher Waschvorgang ausmachen kann?
Wer sich generell fürs Vorwaschen interessiert, kann nach der Bilderstrecke unten weiterlesen.

Pflegetipp für Leinen
Leinen verträgt beim Waschen und (feuchtem) Bügeln große Hitze.
Ihr solltet aber Reibung vermeiden: deshalb bei Leinen immer eher einen Schonwaschgang (und keinen Trockner) wählen.



 
Ecoprint auf
Feinleinen ungewaschen
 
Ecoprint auf Feinleinen ungewaschen
 
Ecoprint auf
Feinleinen gewaschen
40°C, Kurzwaschgang, ohne Soda
 
Ecoprint auf
Feinleinen gewaschen
40°C, Kurzwaschgang, ohne Soda



Ecoprint auf Feinleinen (vorgewaschen im Kurzwaschgang ohne Soda)
Brunhilde Scheidmeir (LINK ZUR WEBSITE)

PFD

Soll man weiße Stoffe vor dem Färben und Drucken vorwaschen?
Natürlich immer dann, wenn man nicht weiß, ob der Sto
ff bereits vorgewaschen ist (PFD = prepared vor dyeing = fürs Drucken vorbehandelt). Die meisten Stoffe, die ihr bei uns bekommt (www.jeromin-shop.de) sind PFD, denn sie sind extra für die Stoffgestaltung eingekauft worden. Diese Qualitäten brauchen eigentlich nicht vorgewaschen zu werden.

Stoffe aus üblichen Quellen
Dagegen sind Stoffe aus Möbelhäusern, von Stoffläden oder Stoffversendern für andere Zwecke vorgesehen: sie sollen sofort  für Wohndeko oder für Bekleidung eingesetzt werden.
Dafür muss der Stoff eine besonders attraktive Oberfläche zeigen, pflegeleicht sein, sich gut anfassen lassen, schön fallen usw.
Für all dies hat sich die Industrie Behandlungen einfallen lassen, die als Schichten auf dem Stoff liegen. Solche Beschichtungen müssen nicht extra ausgezeichnet werden.
Möchte man mit Naturfarben färben oder mit Farblösungen (wie Batikfarbe, Waschmaschinenfarbe, Procion MX), können diese Schichten Farben daran hindern, sich mit der Faser zu verbinden. Ergebnis: Die Färbungen werden zu hell und/oder ungleichmäßig.
Deshalb unser Rat: wenn man nicht sicher weiß, ob der Stoff bereits vorgewaschen ist oder nicht, unbedingt vorwaschen!

Rohe Stoffe
Manche unserer Stoffe tragen die Bezeichnung ROH.
Solche Qualitäten sind besonders günstig, weil die Bearbeitungsstufen "Waschen" und "Bügeln" ausgelassen wurde. Die Stoffe sind genau so, wie sie vom Webstuhl abgenommen worden sind. Kett- und Schußfäden sind gegen Reißen beim Webvorgang noch mit der üblichen Beschichtung versehen. Der Stoff erscheint also dunkler und härter und hat noch nicht seine eigentliche Optik und seinen eigentlichen Griff.
Diese rohen Qualitäten sollten immer vorgewaschen w
erden, denn nur so kann die Färbung gleichmäßig und intensiv verlaufen und nur so kann man die eigentliche Optik und Haptik der Qualität beurteilen.
Für die optimale Wäsche eines rohen Stoffes ersetzen wir die übliche Menge des Waschmittels zur Hälfte mit Soda (das gilt natürlich nur für Pflanzenfasern und für Seide, nicht für Wolle).

Gebrauchte Stoffe
Was ist mit gebrauchten Stoffen, wie schöner Bettwäsche?
Die sind doch schon viele Male gewaschen worden, das müsste doch reichen?
Unser Tipp: dennoch unbedingt heiß vorwaschen, vergleichbar wie oben beschrieben, d.h. mit einem Anteil von Soda!
Durch längeres Liegen sammelt sich Staub in den Faltkanten. Moderne Waschmittel waschen pflegend, aber nicht immer so sauber, wie wir es gerne vor dem Färben hätten. Oft werden Waschmittel mit Aufheller verwendet, auch diese sollte ausgewaschen sein.
Für wirklich gute Färbeergebnisse also vorwaschen (50% Waschmittel ohne Bleiche, 50% Soda).