26.05.17

Noch mehr Leporello-Bilder



Diese Doppelseite besteht fast nur aus Papier.
Das transparente Papier unten (über die gesamte Breite der Doppelseite) hatte ich zunächst mit kleinen Löchern perforiert, dann mit schwarzem Gesso eingepinselt und teilweise wieder abgerieben. Der dazu verwendete Lappen erhielt dabei so schöne graue und schwarze Spuren und ein floral anmutendes Zufallsmuster und wanderte deshalb gleich mit auf diese Seite (oben rechts).
Das braune Kraftpapier wurde zunächst eingeklebt und erst dann bearbeitet: mit Spuren von weißer Acrylfarbe und eine zeichnerische Monotypie, wie sie in der Malerei oft vorgenommen wird. Dazu habe ich Olfarbe auf einem  transparentes Papier dünn ausgerollt und kurz antrocknen lassen. Dann wurde das Papier mit der Farbe nach unten auf das Kraftpapier gelegt und mit einem Kuli auf der Rückseite gekritzelt, sodass die schwarze Ölfarbe als Linie auf das Kraftpapier übertragen  wurde.
Warum dieser Umweg? Man könnte doch genau so gut gleich mit einem Feinliner aufs Papier kritzeln? Es ist der Umweg, der das Gekritzel ungelenk erscheinen lässt, und das ist erwünscht. Und dann gibt es noch zusätzliche Spuren durch das Halten des Papiers und durch das Andrücken des Farbpapiers mit der Hand. Dennoch hat mir das Schwarz-Weiß-Braun nicht ausgereicht: es musste noch Rot hinzu, das ich mit Feder und Tusche aufgebracht habe.
Ja, und dann noch die Nähte - das wollte ich unbedingt auch im Buch haben! Auf der rechten Hälfte finden sich also Nähte aus braunem und rotem Faden. Links habe ich zwei kleine Eukalyptuszweige eingenäht.




Nicht jede Seite braucht viel Aufwand
So viel ich an der Doppelseite ganz oben gemacht hatte, so wenig brauchte die folgende Seite.
Sie stammt aus einem Kurs mit Kristina Schaper und besteht aus dem Ausschnitt eines größeren Monoprints (Gelatineplatte) mit Eichenblatt und einem Zweig. Das Ganze passte so prima ins Buch, dass ich das Blatt einfach zurecht geschnitten und eingeklebt habe.
Natürlich könnte ich rechts noch Drucke oder Schrift aufbringen.
Vielleicht tue ich das auch noch eines Tages. Aber zur Zeit meine ich, dass so ein Büchlein auch ruhige Seiten braucht.
Und ruhig ist ja relativ: links fallen die Drucke ziemlich dramatisch aus. Und wenn man sich auf die Details konzentriert, ist auch die rechte Seite lebhaft.

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Kommentare:

  1. Schön, schön, schön! Ich bin verzückt!
    LG. Susanne

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  2. So wunderschön und zwar beide und absolut Lust machend!!! Bei Gellidrucken liebe ich gerade diese "schundigen" Drucke, bei denen noch Farbe vom vor-vor-vorletzten Druck erscheint. Dieses verwitterte, was sich so nie und nimmer wiederholen lässt!
    Ganz liebe Grüße
    Moni

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  3. ... einfach schön und es macht wirklich Lust auf mehr - wie gerne wäre ich schon in Kürze dabei, aber Vorfreude auf Dezember hat ja auch was :-).
    Slo

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