17.02.17

Drucken auf Gelatineplatten

Druckerpapier (Siebdruck): dann Gelatinedruck mit Trockenpflanze
Anfang November 2016 hatte Kristina Schaper bei uns in Mannheim einen Kurs gehalten, bei dem das Drucken mit Gelatineplatten im Mittelpunkt stand. Am Tag vor dem Kurs hatten wir zusammen für die Kursteilnehmerinnen Platten gegossen, die dann am Wochenende kräftig beansprucht worden sind. Meine Platte hat im Hof in einer Plastiktüte überwintert. Erstaunlicherweise ist sie auch jetzt immer noch prima funktionsfähig! Und nicht nur meine Platte, sondern auch Brunhildes und die anderer Teilnehmerinnen. Sie haben sich also als sehr stabil erwiesen!
Auf dem Blog von Kristina Schaper findet ihr einen tollen Artikel über die Herstellung von Gelatineplatten (LINK) und außerdem viele Tipps und Anregungen.

Technik mit geringem Platzbedarf
Das Drucken mit Gelatineplatten ist zu meiner geheimen Leidenschaft geworden. Auch wenn man nur wenig Platz zur Verfügung hat, sind die notwendigen Materialien schnell aufgebaut: Platte, Linolwalze, Wassersprüher, Feuchttücher und Farben. Und dann noch Papier und Schablonen/Masken nach Wunsch.
Am meisten Platz braucht das Trocknen der schönen Papiere, die sich so schnell produzieren lassen, dass man in einen richtigen Schaffensrausch gerät. Am einfachsten, man klammert sie zum Trocknen an einen Wäscheständer. Und da Acrylfarben ja relativ schnell trocknen, kann man die Papiere zügig austauschen.

Vielseitige Ergebnisse
Mir gefällt an dieser Technik, dass die Ergebnisse so vielseitig und immer individuell sind. Bei den Kursen fällt auf, dass eigentliche jede Teilnehmerin schnell eine eigene Handschrift entwickelt, auch wenn die Ausgangssituation durch Farben und Schablonen vergleichbar sind. Und toll ist, dass alle Ergebnisse -auch bei Anfängerinnen- gleich so professionell aussehen!

Was macht man damit?
Postkarte Aquarellpapier
Ich muss gestehen, dass ich zu denjenigen gehöre, denen der Weg wichtiger ist als das Ziel. Das bedeutet, dass ich das Produzieren an sich genieße und weniger im Auge habe, was ich aus den Papieren und Stoffen anschließend machen kann.
Dennoch, die Frage nach der weiteren Verwendung stellt sich immer wieder.
Man kann für die Wand arbeiten und seine Drucke z.B. mit Hilfe von Passepartouts veredeln. Oder man verwendet Teile der Drucke für Collagen. Oder man bearbeitet seine Drucke weiter, indem man sie beschriftet, besprüht, mit anderen Techniken bedruckt, mit Wachs übergießt, in Materialcollagen einsetzt...
Geeignete Papiere lassen sich als Postkarten verschicken.
Andere Papiere eignen sich für Buchbindearbeiten, als Bezugspapiere für Schachteln und Ordner.
Und die schönsten Drucke werden gesammelt und für ein Artbook verwendet.

Welches Papier?
Man bekommt wirklich schöne Ergebnisse bereits mit ganz einfachem Druckerpapier: immer verfügbar in allen Haushalten und preiswert, deshalb toll für erste Tests.
Wenn man aber ein bestimmtes Ziel im Auge hat, ist die Auswahl geeigneter Papiere ähnlich wichtig und interessant wie die Auswahl des richtigen Stoffes für sein gewünschtes Nähprojekt. Jedes Papier hat seine speziellen Eigenschaften und Vorzüge.
Kräftige Aquarellpapiere eignen sich z.B. für Postkarten oder Drucke für die Wand. Sie geben feinste Details wieder. Handgeschöpfte Papiere mit oder ohne Einschlüssen weisen viel Persönlichkeit auf und können die Aussage eines Druckes unterstützen. Das weiche Wenzhou-Papier ist ideal für Collagen und Buchbindearbeiten. Wunderbare Ergebnisse erhält man auf braunem Packpapier.

Kristina Schaper kommt auch in diesem Jahr wieder nach Mannheim
Trotz Umzugs in das schöne Kopenhagen, kommt Kristina auch in diesem Jahr wieder zu uns! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit ihr und einen tollen Siebdruckkurs!
Freitag 15. - Sonntag 17. September 2017 in Mannheim



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