04.01.17

Wachscollage (Encaustic)

Wachscollage (Encaustic) mit selbst gemachten Collagenpapieren (Tusche), einem Ecoprint-Stoff, einer alten Buchseite und einer getrockneten Pflanzen
Wachs ist ein interessantes Material, wenn man es mit Stoff und Papier in Verbindung bringt. Jedes Wachs hat seine speziellen Eigenschaften, die es für das eine oder das andere Projekt besonders geeignet machen. Für Collagen zum Beispiel wird eine besondere Wachsmischung empfohlen, die das Bienenwachs (Hauptbestandteil) nach dem Abkühlen sehr gut durchhärtet, und die Collage unempfindlich macht.
In den USA finden sich viele Künstlerinnen, die sich seit Jahren mit Wachsarbeiten beschäftigen, die nichts, aber auch gar nichts mit jener Art von Encaustic zu tun haben, die man noch von früher her kennt. Selbst so etwas auszuprobieren hat mich allerdings immer abgeschreckt, denn der Aufwand von Material und neuem Werkzeug schien mir zu hoch.
Aber letztendlich war die Neugierde doch größer!

Bewaffnet mit einem geschenkten Wachstopf und einem uralten Bügeleisen mit glatter Sohle machte ich dann meine ers5ten Erfahrungen und war begeistert!
Der Ablauf ist im Prinzip einfach: nach einer Grundierung erarbeitet man sich seine Collage Schritt-für-Schritt. Man befestigt neue Collagenteile mit flüssigem Wachs. Dann wird diese neue Wachsschicht mit den darunter liegenden Schichten heiß verschmolzen und verbunden, so dass letztendlich eine einzige Schicht entsteht.
Für das Verschmelzen gibt es spezielle Werkzeuge wie kleine praktische Bügeleisen (die wirklich viel besser funktionieren als die großen :-)), Heißföhns (ein normaler Föhn reicht nicht aus, das habe ich ausprobiert...) oder Geräte mit einer kleinen Flamme (das scheint mir zu gefährlich).
Was für eine Fülle kreativer Möglichkeiten tut sich da auf! Nicht nur das Sammeln und Erstellen der Collagenpapiere. Sondern auch das Einarbeiten verschiedener Farben (Acryl geht nicht, aber Ölfarben, Kreiden, Tusche, Wasserfarben, Guache...), das Kratzen und Kritzeln, das Einfügen von Fotos und nicht zuletzt das Einarbeiten von Stoffen, Kräutern, Fäden und Pflanzenteilen.

Collage mit Buchseiten, Saristoff, Fotografie, Kräutern, getrockneter Pflanzen, Ölfarben...


Anschaffungen
Nachdem ich also Feuer gefangen hatte, bin ich ans Recherchieren gegangen und habe gefunden, dass man letztendlich mit einem sehr kleinen Budget beginnen und experimentieren kann.
Als einigermaßen transparentes Wachs kann man das sehr preiswerte Paraffin empfehlen. Das wird zwar in der Literatur nicht gerne gesehen, weil es sehr spröde ist und sich verziehen kann. Aber wir arbeiten zunächst doch vor allem aus Spaß und nicht unbedingt für die Ewigkeit.
Stellt man sich seine Collage zusammen, verklebt und bearbeitet sie wie üblich, dann reicht schon eine einzige Wachsschicht (Paraffin mit Pinsel aufgetragen), um einen ersten Eindruck zu erhalten. Ein zu viel an Wachs lässt sich mit einem alten Bügeleisen abtragen. Normales Bienenwachs eignet sich weniger, weil es gelb und zu weich ist.
Wir haben inzwischen preiswerte Bügeleisen und preiswerte Heißluftföhns gefunden und mit allen möglichen Kartons und Hölzern experimentiert. An der Grundierung und am Wachs spare ich nicht, da nehme ich lieber gute Qualität.

Workshops zum Thema
Einen ersten Eindruck kann man im folgenden Kurs (14.+15. Januar, Speyer) erhalten: http://www.textilstudio-speyer.de/4xminikurse-papier.html (nur noch 1 Platz)
Mehr in die Tiefe gehen wir in den folgenden Kursen:
http://www.textilstudio-speyer.de/encaustic-collagen.html (4. + 5. März, Mannheim)
und http://www.textilstudio-speyer.de/encaustic-collagen-1.html (16.+17. Dezember, Mannheim, noch 3 Plätze)

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