29.01.16

Kombination von Sieb, Papierschablone und Siebdruckschablone

Skizze, was mit Sieb und Siebdruckschablone möglich ist

Betrachtet den Stoff oben bitte als Skizze: ein schneller Entwurf der vielen Möglichkeiten, was mit einem kleinen Sieb und einfachen Mitteln möglich ist. Ich habe schnell gedruckt, leider nicht sorgfältig.
Der rohe Stoff war nicht vorgewaschen, sondern nur schnell in Soda getränkt und beim Trocknen nicht glatt gestrichen... alles Fehler, die man eigentlich vermeiden sollte, die ich aber in der Kürze der Zeit einfach übergangen habe. Deshalb: habt Nachsicht mit mir und diesem Stoff!
Dafür zeige ich eine nette Methode, die sehr ausbaufähig ist.
Gedruckt habe ich übrigens mit angedickter Procion MX-Farbe (Anleitung HIER).

Material und Werkzeug: Stoff, kleines Sieb, Siebdruckschablone, eine einfache Schablone aus Papier, Farbe, eine "Palette" zum Mischen sowie Schwammroller und Rakel

Als Farbe habe ich Goldgelb und Royalblau mit Schwarz gewählt. Die Mischung von Goldgelb und Schwarz geht übrigens, je nach Anteilen, in einen eher braunen Olivton über.
Die Papierschablone (dieses Mal mit Schere grob ausgeschnitten) wurde von der Größe her an das Motiv der Siebdruckschablone angepasst. Absichtlich habe ich keinen Kreis gewählt sondern eine etwas unregelmäßige Form, da diese beim Drucken immer wieder gedreht werden kann und dadurch Abwechslung in den Stoff bringt.


Zuerst werden die flächigen Formen aufgetragen. Ihr seht die Papierschablone unter dem Sieb.

Die Papierschablone mit dem flächig ausgeschnittenen Motiv liegt unter dem Sieb. Schon nach dem ersten Farbauftrag klebt die Papierschablone am Sieb. Bei dem Druck links oben ist ein ausgefranster Rand zu sehen, der bei einem gewaschenen und gut ausgestrichenen Stoff nicht aufgetreten wäre.

Neben  den goldgelben Formen habe ich noch Mischungen mit royalblauen Mischungen gedruckt

Schon alleine mit dieser einfachen Schablone ist ein Stoff entstanden, den man gut zum Nähen verwenden könnte. Je nach Vorhaben könnte man die Formen dichter aneinander rücken oder eine zweite, kleinere Form zwischen die größeren setzen.
Ich habe hier, um den Stoff lebendiger zu gestalten, eine Siebdruckschablone mit einer stilisierten Pusteblume gewählt und das Motiv in dunklem Royalblau auf die flächigen Formen gesetzt.


Der Siebdruck wurde direkt mit der Siebdruckschablone (ohne zusätzlichen Siebrahmen) und Schaumstoffroller durchgeführt.
Auch das Pusteblumenmotiv habe ich beim Drucken gedreht.

Der "unordentliche" Siebdruck ist ebenfalls Ergebnis des vorher nicht gewaschenen, rohen Stoffs, der nach dem Sodabad immer noch steif und verkrumpelt war. Mea Culpa.
Natürlich habe ich mich im nachhinein geärgert, dass ich mir nicht mehr Zeit genommen oder meine Stoffvorräte nicht besser kontrolliert habe.
Deshalb nehmt mein schlechtes Beispiel als Erinnerung: Rohen Stoff immer vor dem Sodabad waschen! Für einen ausreichenden, sodagetränkten Stoffvorrat sorgen! Dann könnt ihr immer loslegen, sobald es die Zeit erlaubt.


Passende Links
Andere Beispiele mit Papierschablonen unter kleinem Sieb:

Negative Schablone (Maske) unter kleinem Sieb

Siebdruck-Tageskurse bei jeromin-workshops
Samstag, 6.2. und Donnerstag 3.3.

28.01.16

Drucktuch als Raumteiler



Wenn Platz Mangelware ist, gleichzeitig aber viel verstaut werden muss, freut man sich auch über den Platz unter der Treppe. Wie hier im Textilstudio Speyer.
Brunhilde hat umgeräumt, damit wir im Kursraum noch mehr Platz und noch mehr Licht bekommen. Der Platz unter der Treppe war vorher schon Stauraum, ist aber jetzt besser geordnet und und besser nutzbar und hat eine schöne. neue Abdeckung erhalten.

26.01.16

Mollie Makes und unser Werkladen in Mannheim


In der aktuellen MOLLIE MAKES ist ein Artikel über uns und unser Geschäft in Mannheim. Wir freuen uns riesig!
Es war im letzten Oktober, als uns eine Mail erreichte mit der Frage, ob wir gerne bei einer Reportage über unseren Werkladen mitmachen möchten. Was für eine Frage! Naturlich, unbedingt, gerne!
Anja, die die wunderschönen Bilder machte und den Artikel schrieb, ist ein talentiertes, charmantes Energiebündel. Es war total interessant, mit einem echten Profi zusammenarbeiten zu dürfen. Das hat richtig Spaß gemacht! Danke Maki!
Die MOLLI könnt ihr im Zeitschriftenhandel bekommen und direkt beim OZ-Verlag.

24.01.16

Shiborifärbung auf Wolletamine

Shiborifärbung von Dagmar Hahn-Schuff auf Wolletamine im Kurs von Brunhilde Scheidmeir (Textilstudio Speyer)

Dieser wunderbare Wollschal von Dagmar Hahn-Schuff ist gestern im Kurs bei Brunhilde in Speyer entstanden! Ein Beispiel für die klassischen Muster, die mit Shibori-Techniken entstehen können.
Der gefaltete Schal wurde zwischen zwei Metallplatten, die mit Löchern versehen sind, sehr fest geklemmt und dann in den Farbsud gegeben. Durch die Löcher der Platte und am Rand kann die Farbe an den Stoff gelangen und sich etwas ausbreiten. Die Stoffteile, die bei der Faltung innen sitzen, bekommen am wenigsten Farbe ab. Man muss also etwas Erfahrung und Vorstellungsvermögen mitbringen, um abschätzen zu können, wie man für die Musterung optimal faltet.
Wolletamine besteht aus extrafeiner Merinowolle. Der Stoff ist so leicht, dass er sich für das ganze Jahr eignet. Im Sommer für den Abend, von Herbst bis Frühjahr freut man sich den ganzen Tag über an ihm. Auch für Schals bevorzugen wir die Meterware und fertigen aus 2m entweder 2 sehr großzügige Schals von 2m auf 75cm an oder 3 Schals von 2m auf 50cm. Dafür zieht man einfach aus dem Gewebe einen Längsfaden und kann dann fadengerade schneiden.
Wolle (wie Seide) lassen sich am besten mit Säurefarben färben. Wir arbeiten am liebsten mit den Seidenfarben für Dampffixierung (z.B. Dupont oder Avantgarde), weil diese Farben schon gelöst sind, und man in der Küche nicht mit Farbstaub rechnen muss. Man färbt heiß im Topf.

Links zum Thema
Kurs: Unser nächster Shiborikurs findet am 19. März in Mannheim statt
Material im Shop: Wolletamine, Seidenfarben zur Dampffixierung
Anleitung: Färben von Wolle und Seide im Topf

21.01.16

Erkenntnisgewinn durch Brainstorming - meine Hausaufgabe kommt in Schwung


Wie ich schon hier erzählt habe, hat uns Leslie Morgan für ihren Kurs "Finding Your Own Visual Language" im Februar Hausaufgaben gegeben. Im Mittelpunkt steht die Suche eines eigenen Themas und das Sammeln von Bildern und Bedeutungen zu diesem Thema.
Brunhilde hat das Thema "Blätter" gewählt und mit dem Sammeln von Bildern, Ecoprints und selbstgemachten Stempeln begonnen.
Leslie hat uns, neben dem Sammeln von Bildern, aufgegeben, Gedanken zum gewählten Thema zu sammeln: frei zu assoziieren und Stichworte niederzuschreiben, einfach alles, was einem so zum Thema einfällt. Da ich zur Zeit weniger zum Sammeln komme, habe ich mit dieser Methode versucht zu klären, ob ich lieber mit dem Thema "Kreis" oder lieber mit dem Thema "Gräser" arbeiten möchte.
Kreise sind ein tolles Thema und gestalterisch vielleicht sogar vielfältiger als Gräser. Aber als ich meine Brainstormings beendet hatte, wusste ich, dass mich die Gräser emotional einfach mehr packen und faszinieren. Aus einem Grund, der mir vor der Übung gar nicht klar war.

Brainstorming
Emotional aber packen mich die Gräser. Und zwar aus einem Grund, der mir vorher nicht bewusst war.
Für das Erforschen der eigenen Gefühle und Bewertungen und dem Finden von Problemlösungen ist das ungeordnete Sammeln von Einfällen eine wirklich tolle Sache: geht schnell, macht Spaß, kostet nix... und der Erkenntnisgewinn ist meistens groß.
Man nimmt ein Blatt Papier und einen Stift und schreibt den ersten Gedanken, der einem kommt, auf. Dann den nächsten, dann den nächsten... es soll unzensiert geschrieben werden, flüssig, schnell, ohne Kontrolle, ohne Wertung, so lange, bis man das Gefühl hat, dass einem nichts mehr dazu einfällt.

Gräser
Bei mir hat das so ausgesehen:
Gräser, Wiese, grün, samten, blühen, getupft, Bewegung, Wind, Boden, Erde, Krume, braun, Duft, Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Ameise, Leben, Samen, Nahrung, wachsen, Wachstum, Glück, hoch, gerade, Wind, Woge, dicht, beugen, fruchtbar, fliegen, schweben, Schnitt, Sense, Heu, in Büscheln, Vielfalt, grünes Meer, wachsen, überwachsen, ausbreiten, sprießen, zwischen Steinen, auf Ruinen, in Bombenkratern, ÜBERLEBEN, DURCHSTOSSEN, STARK, ENERGIE, ÜBERLEBENSKÜNSTLER

Wenn man sich diese Begriffsreihe durchschaut, bekommt man ein Gefühl dafür, wie sich meine Gedanken entwickelt haben. Von einem zum anderen, dann wieder Hüpfer zu einem anderen Thema, dann mal wieder eine Wiederholung. Vieles hat mit sinnlicher Erinnerung zu tun, dem Sehen, Fühlen, Schnuppern und dann kamen plötzlich ein paar Einfälle, die mitschwingen, wenn ich an Gräser denke.
Es hat etwas Rebellisches, wenn im Sommer zwischen den Platten auf dem Gehweg plötzlich ein paar Gräser auftauchen. Es ist tröstlich für mich, wenn die Natur Räume zurückerobert.
Ich bin gespannt, ob und wie sich solche Gedanken visuell umsetzen lassen. Vielleicht beginne ich einfach mal ganz klein und bescheiden mit dem Zeichnen von Gräsern...

Links zum Thema
KURS: 5-Tage-Kurs mit Leslie und Claudia in Speyer (17.-21. Februar 2016).
Falls jemand Lust und Zeit hat: es sind noch wenige Plätze frei.
BUCH zum Thema: Finding Your Own Visual Language von Jane Dunnewold, Claire Benn, Leslie Morgan

18.01.16

Applikation als Strukturgeber


Drüber und drunter, kreuz und quer, ein wenig überladen, und dennoch immer noch einer meiner Lieblingsstoffe. Ich vermute mal, wegen der Farben, die pushen und wärmen.
Er ist immer noch nicht fertig, vielleicht wird er nie wirklich fertig werden, weil ich ihn  eigentlich in jedem Stadium mag. Entstanden ist er aus einem Abklatsch (weißer Stoff wird auf einen bedruckten oder bemalten, noch feuchten Stoff gelegt und überschüssige Farbe dadurch abgenommen). Vermutlich waren es sogar mehrere solcher Farbabnahmen, ich weiß es nicht mehr so genau.
Vor einigen Jahren hatte ich den Stoff mit in Céciles Kurs "Vom Stoff zum Quilt" mitgenommen in der Absicht, die Schere anzusetzen. Aber ich habe es einfach nicht fertig gebracht. Kennt ihr das?
Dafür habe ich versucht, durch Applikationen mehr Struktur in den Stoff zu bringen. Feige, wie ich war, nur mit Kleber, damit ich die aufgesetzten Stoffe wieder entfernen kann.
Seit diesem Kurs hat sich an dem Stoff nichts mehr geändert. Cécile kommt in diesem Sommer wieder, ich freue mich darauf! Vielleicht nehme ich ihn wieder mit?

16.01.16

noch ein Breakdownprint... und eine tolle Anleitung dazu von Kristina


Eben hat mich Kristina von amliebstenbunt.blogspot.de mit einer tollen Anleitung für Breakdown Printing überrascht: schaut unbedingt mal HIER rein, da seht ihr den Vorgang für die einfachste Breakdown Technik Schritt-für-Schritt!

Damit die Siebbeschichtung möglichst lange hält, muss ausreichend Farbe auf dem Sieb sein und die Farbe muss optimal durchgetrocknet sein.
Das gelingt am besten so:

  • Die Farbe für die Kritzelei etwas dickflüssiger als normal anrühren.
  • Die Farbe mit einer Spritzflasche auftragen.
  • In die Farbpaste etwas weniger oder deutlich weniger Urea geben als üblich.
  • Ausreichend lange und intensive Trockenzeit
Urea
Urea soll ja gerade die Farbe feucht halten -das ist gut für die Fixierung. Andererseits muss die Farbe auf dem Sieb gut durchtrocknen.
Wieviel Urea man der Printpaste nun genau beimischt, ist Erfahrungssache, d.h. man muss das für den eigenen Ort und die Jahreszeit ausprobieren.
Unser Laden in Mannheim ist dicht an Rhein und Neckar gelegen, also haben wir über das ganze Jahr hinweg hohe Luftfeuchtigkeit. Das gilt auch für das Textilstudio Speyer, das direkt am Rhein gelegen ist. Sogar im Sommer, wenn wir die Siebe in der Sonne trocknen lassen können, nehmen wir weniger Urea.
Das tut der Musterstabilität auf dem Sieb gut.
Ein geringer Ureaanteil kann zum Problem werden, wenn man versehentlich den Farbauftrag auf dem Stoff antrocknen lässt. Das kann im Sommer und bei einem leichten Stoff schnell geschehen, wenn man der Farbpaste kein oder nur wenig Urea beigemengt hat.
Ich spreche mal wieder aus eigener Erfahrung...
Mir ist das bei der Schalserie passiert, aus der ich gestern und heute Beispiele gezeigt habe. Ergebnis: mit den üblichen (sehr heißen und intensiven) Waschmaschinenwäschen, die ich sogar mehrfach und mit Sodaanteil durchgeführt habe, habe ich den Verdicker nicht mehr aus den Schals bekommen. Der Stoff blieb hart und steif. Erst als ich die Schals einzeln im Topf nach dem Entbastungsrezept geköchelt hatte, wurden sie wieder weich.

Trocknungszeit für die Siebe
Bild von Leslie Morgan (CommittedtoCloth)

Optimal für das Trocknen der Farbe auf dem Sieb ist natürlich ein heißer Sommertag mit intensiver Sonneneinstrahlung.
Links seht ihr Siebe, die in einem Kurs von Leslie Morgan und Claudia Helmer in England beschichtet wurden.
Auf den Sieben seht ihr übrigens auch weitere Technikbeispiele für Breakdown.
Wenn die Wetterverhältnisse weniger optimal sind, muss man etwas Geduld aufbringen. Am besten an einem trockenen Ort ruhen lassen, bis die Zeit gekommen ist. Auch monatelange Ruhezeiten sind kein Problem. Wir lassen zum Beispiel Siebe wieder durchtrocknen, die nur zum Teil abgerakelt sind und nehmen sie wieder zur Hand, wenn wir Zeit und Lust haben.
Eine weitere Möglichkeit ist das Nachhelfen durch einen Föhn. Aber bei allen "schnellen" Trocknungsmethoden bleibt die Gefahr, dass der Farbauftrag außen schön trocken und hart erscheint, die Farbe aber innen noch weich und feucht ist.
Letztendlich kommt es immer darauf an, was man eigentlich will: möchte ich eine große Stofffläche bedrucken mit möglichst vielen "guten" Prints oder reichen mir für mein Vorhaben wenige Abdrucke?
Es ist immer gut, einen Plan zu haben, wo man auf dem Stoff die guten Abdrucke platziert.

Danke an Leslie und Claudia!
Eine unerschöpfliche Quelle an Anleitungen, Anregungen, Tipps und Tricks sind für mich die Kurse, die Leslie und Claudia in Speyer halten. Alles, was ich oben beschrieben habe, habe ich dort gelernt oder durch weiteres, eigenes Ausprobieren, inspiriert durch das Lernen bei Leslie und Claudia.

Kurse
Das Ideale an einem Kursbesuch ist, dass man kompakt den Ablauf einer Technik sehen und dann gleich Fragen stellen kann. Man probiert alles bei optimalen Bedingungen selbst aus und kann immer Fragen stellen. Man lernt durch eigenes Arbeiten und bekommt zudem noch Anregungen durch die Arbeiten der anderen Teilnehmer.

15.01.16

Breakdown Printing




Im Sommer hatte ich eine Serie von Pongéschals mit Breakdown-Sieben bedruckt und zwar mit dem einfachsten Breakdown-Verfahren.
Dazu kritzelt oder schreibt man mit verdickter Procion MX Farbe auf das Sieb, lässt die Farbe gut durchtrocknen und kann das bemalte Sieb dann für Stoffdruck verwenden.
Überall da, wo das Sieb frei ist, drückt sich die gerakelte Farbe auf den Stoff. Überall da, wo die Zeichen gekritzelt wurden, kann die Farbe ja zunächst nicht auf den Stoff kommen (die Malerei deckt ab), die Zeichen bleiben weiß.
Aber: da die Kritzelei mit wasserlöslicher Farbe durchgeführt wurde, löst sie sich so langsam durch das Rakeln auf - deshalb "breakdown". Die Farbe der Kritzelei mischt sich mit der Farbe, die gerakelt wurde. So bekommen wir einen vielfältigen Stoff.

Den Schal zeige ich aus zwei Gründen:
  • Zum einen habe ich hier ein größeres und eines unserer kleinen Siebe kombiniert. Die pinkfarbenen Felder auf dem Schal mit der Schrift stammem vom kleinen Sieb. Die Kombination unterschiedlicher Siebgrößen ist ein gutes und einfaches Mittel, Leben in einen Stoff zu bringen.
  • Zum anderen habe ich hier zusätzlich zu den beiden Breakdown-Sieben eine Siebdruckschablone (Zahlenplakat) kombiniert. Die Kombination der klaren kleinen Schrift mit der malerischen gibt Spannung.
Für Breakdown gibt es unendlich viele Variationen. Alle diese Techniken eignet sich für Patchwork und Quilts (die Stoffe lassen sich attraktiv schneiden), als auch für Wandbilder. Man kann den Stoff mit weiteren Techniken bearbeiten.
Und nicht zuletzt ergibt Breakdown wunderbare Stoffe für Bekleidung und Accessoires. Auch fertige Blusen haben wir schon direkt bedruckt.

Bitte denkt daran: Diese Technik lässt sich nur mit wasserlöslicher Farbe durchführen! Wer Acrylfarbe oder Bügelfarbe für die Kritzelei einsetzt, erhält auf seinem Sieb nach dem Trocknen eine permanente Musterung.
Solche Muster lassen sich auch mit Sojawachs aufbringen. Bei richtiger Handhabung halten sie lange Zeit, können aber mit heißem Wasser wieder entfernt werden. Kaltwachs eignet sich weniger gut, weil es sich schwieriger entfernen lässt.


Links zum Thema
Breakdown PrintingKurs
Im Juli 2016 bieten Brunhilde und ich im Textilstudio-Speyer einen 2-Tages-Workshop zum Thema an.
Buch
Breakdown Printing von Claire Benn und Leslie Morgan. Tolle Anleitung, viele Tipps, DVD ist dabei.
Material im Shop
Procion MX-Set zum Drucken: schnell und einfach!

13.01.16

Einen eigenen Ausdruck finden


Brunhildes Sammlung zum Thema "Blätter"

Im Februar findet im Textilstudio Speyer unser erstes großes Highlight statt:
der 5-Tage-Workshop mit Leslie Morgan und Claudia Helmer zum Thema "Finding Your Own Visual Language".
Ich glaube das ist ein Thema, das alle interessiert, die sich mit Gestalten beschäftigen. Wie mache ich meine Arbeiten unverwechselbar? Wie finde ich den Ausdruck, der zu mir und meinem Thema passt? Wie mache ich mich verständlich, wie berühre ich andere?
Der Workshop richtet sich deshalb auch nicht nur an diejenigen, die mit Stzoffen arbeiten. Fast alle Übungen der ersten Tage werden auf Papier ausgeführt.

Hausaufgaben
Dies ist der erste Workshop, in dem schon vor Beginn Hausaufgaben bekommen haben, die zur Einstimmung und Vorbereitung diesen sollen.
Die wichtigste Aufgabe besteht darin, ein Thema zu finden, mit dem man während der fünf Tage arbeiten möchte. Brunhilde konnte sich schnell entscheiden: bei ihr sind es Blätter :-).
Nach dieser Entscheidung sollen wir u.a. Material zum Thema sammeln: z.B. Ausrisse aus Zeitschriften, Kopien aus Büchern, eigene Fotos, eigene Skizzen. Es geht darum, den eigenen Blick für das Thema zu schärfen: wo findet man es in der eigenen Umgebung? In den Medien? bei anderen Künstlern, früher und heute?
Das Thema muss übrigens nicht gegenständlich sein. Es könnte auch ein Symbol sein oder eine Form oder ein Gefühl oder ein Begriff oder...

Entscheidung für ein Thema
Sammlung schön aufbewahrt
Nicht jeder findet sein Thema so schnell wie Brunhilde, die sich ja schon lange mit Blättern beschäftigt. Nicht nur aufgrund ihrer schönen Ecoprintstoffe. Sie hat auch schon in vielen anderen Techniken mit Blättern gearbeitet, so z.B. in BluePrint, in Sprühtechnik, in Stempeldruck.
Bis vor kurzem konnte ich mich nicht wirklich entscheiden, ob mein Thema "Kreis" sein wird oder "Gräser". Beide Themen reizten mich. In der Zwischenzeit habe ich mich für "Gräser" entschieden. Zum Entschluss bin ich gekommen, indem ich, wie Leslie vorgeschlagen hat, für beide Themen frei asoziiert habe. Das geht ganz einfach: man nimmt ein Blatt Papier und schreibt schnell, ohne nachzudenken, alles auf, was einem zum Thema einfällt. Man kann auch verzweigte Wege einschlagen, d.h. einen der gesammtelten (bedeutsamen) Begriffe nehmen und von diesem aus weitere Einfälle
sammeln.
Zum einen ist mir dabei aufgefallen, dass auch Gräser eine Verbindung zum Kreis haben: Gräser sind oft röhrenförmig aufgebaut. Gräser haben oft Samen in Kreisform.
Zum anderen ist mir bei der Übung klar geworden, dass Gräser mich sowohl vom Gestalterischen her als auch von ihrer Bedeutsamkeit her mehr emotional berühren als der Kreis.

Es wird spannend weiter gehen
Entweder Bunhilde oder ich werden euch weiter an unseren Hausaufgaben teilnehmen lassen. Vielleicht wollt
ihr euch selbst auch Gedanken über euer Thema machen?

Links zum Thema
KURS: 5-Tage-Kurs mit Leslie und Claudia in Speyer (17.-21. Februar 2016). Falls gemand Lust und Zeit hat: es sind noch wenige Plätze frei.
BUCH zum Thema: Finding Your Own Visual Language von Jane Dunnewold, Claire Benn, Leslie Morgan
BLATTSTEMPEL von Brunhilde





12.01.16

Lavendelumdruck

Ein Foto auf einem Stoff zu sehen, hat immer etwas Besonderes. Der Blick wandert unwillkürlich an diese Stelle.
Inzwischen gibt es für den Bildtransfer unzählige Methoden. Je nach Vorhaben, haben sie ihre speziellen Vorzüge.
Der Lavendelumdruck ist immer noch eine meiner Lieblingstechniken. Er ist wenig aufwändig und kostet nicht viel. Man kann ihn schnell und problemlos zu Hause durchführen. Der Stoff bleibt weich und ist waschbar, so dass man das Bild für viele Zwecke nutzen kann, also nicht nur für Quilts sondern auch für Bekleidung und Accessoires.
Man geht immer von einer Fotokopie oder einem Laserdruck aus (Ausdruck von einem Tintenstrahldrucker geht bei dieser Technik nicht).
Die Kopie wird mit dem Bild auf den Stoff gelegt, die Rückseite der Kopie wird mit ätherischem Lavendelöl eingestrichen, und dann wird mit einem Reibeinstrument gerieben. Diese Technik ist vom Vorgehen her also vergleichbar mit den Lösungsmitteln, die früher eingesetzt wurden. Nur: Lavendelöl ist nicht gesundheitsschädlich. Und: die Ergebnisse sind schöner.
Wieviel schöner hängt aber auch von einigen weiteren Faktoren ab. Unter anderen von diesen:
Die Kopie muss die richtige sein: Nicht jeder Toner von jedem Laserdrucker oder Copyshop funktioniert. Das muss man einfach ausprobieren.
Nicht alle Lavendelöle sind gleich gut. Wir haben seit vielen Jahren sehr gute Erfahrungen mit dem Lavandin von Primavera gemacht. Preiswertere Öle bestehen oft aus Mischungen, die nicht oder nicht gut funktionieren. Auch das muss man einfach ausprobieren.
Woran viele nicht denken: der Stoff ist ein wichtiger Faktor, wie gut ein Bild erscheint! Je dichter und glatter die Oberfläche, desto detailreicher die Abbildung.
Und: man muss Geduld aufbringen. Je länger und gleichmäßiger gerieben wird, desto deutlicher wird der Druck. Interessant ist auch, dass sich die Tonerfarben unterschiedlich schnell lösen.
Für die Weiterverarbeitung  gibt es viele Möglichkeiten! Man kann das Bild direkt auf Bekleidung umdrucken (z.B. auf einen Schal), es lässt sich aufnähen (wie oben), aufkleben oder auffilzen. Noch interessanter wird es, wenn man den Umdruck mit Siebdruck oder Stempeln oder Stickerei versieht. Umdrucke lassen sich auch kolorieren oder mit Kritzeleien und Schrift verwehen. Man kann verschiedene Umdrucke mit einander kombinieren...

Links zum Thema
Lavendelumdruck im Shop
Lavendelumdruck im Kurs in Mannheim am 21. Januar, 15-19 Uhr
Lavendelumdruck auf der Nadelwelt am 12. Juni

09.01.16

Klemm-Shibori mit Blauholz



Meistens werden mit Pflanzenfarben eher gleichmäßige Färbungen angestrebt, aber natürlich kann man mit ihnen auch jede Art von Effektfärbung durchführen. Brunhilde Scheidmeir hat in den letzten Jahren viele ungewöhnliche und tolle Färbungen ausprobiert, die sie auch in ihren Kursen in Speyer zeigt.
Vor einiger Zeit hat sie eine Schritt-für-Schritt-Folge einer Blauholz-Shobori-Färbung für uns fotografiert, die wir heute zeigen.
Gefärbt wurde ein großen Stück Schleiernessel (100% Baumwolle) mit unserer erprobten Blauholz-Mischung.
Blauholz benötigt für eine stabile Färbung immer Beize (wir empfehlen dafür Eisen- oder Kupfersulfat oder eine Mischung der beiden in kleinen Mengen. Leider für Blauholz nicht geeignet ist Alaun).
Eine Basisanleitung für Blauholzfärbung ist hier zu finden
Schleiernessel nimmt Beize und Färbung wesentlich besser an, wenn er vorher mit einer Mischung von Waschmittel und Soda heiß in der Maschine gewaschen wird (wie alle rohen Stoffe).


Bei Pflanzenfärbungen wird sowohl die Menge der Beize als auch die Menge der Farbe im Vergleich zum Trockengewicht des Stoffs bestimmt.
Man wiegt also zunächst den trockenen Stoff aus und errechnet sich dann die Menge, die man an Beize und an Färbematerial braucht.
Ältere Färbebücher empfehlen vergleichsweise viel Beize. Wir arbeiten mit nur 1-2% vom Trockengewicht des Stoffs und verwenden die Beizenbäder so lange, bis sie erschöpft sind.
Hier wurde mit einer Mischung von Eisen- und Kupfersulfat gebeizt (1:1).
In der Zwischenzeit kann man schon mal das Färbebad anrichten. Wir bevorzugen gemahlene Färbedrogen. Sie haben zwar einen etwas höheren Preis, aber weil das Pulver so viel ergiebiger und so viel leichter zu handhaben ist als Späne, wird das unserer Ansicht nach mehr als aufgewogen.

Für das Färbebad wiegt man von der Blauholzmischung (die irritierenderweise eine schöne rote Farbe hat...) etwa 10%-15 vom Trockengewicht des Stoffes ab.
Entweder gibt man das Pulver direkt ins Wasser oder man füllt es locker in einen leichten Baumwoll- oder Seidenstoff ab, verknotet es und gibt es als Färbepäckchen in das Bad. Aufkochen lassen.
In der Zwischenzeit wird der Stoff aus dem Beizenbad genommen und gut ausgewrungen.
Jetzt faltet man den Stoff und klemmt ihn ab. Die Art der Faltung und die Art und Menge der Klammern bestimmen später das Muster des Stoffs.



Brunhilde hat Klammern in verschiedenen Größen gewählt, die für ein lebhaftes Muster (siehen oben) sorgen.
Jetzt den Stoff langsam in die Farbflotte gleiten und etwa eine Stunde simmern lassen.




Die Färbung wird auf alle Fälle intensiver, wenn man den Stoff dann im Farbbad auskühlen und anschließend an der Luft trocknen lässt.


Bei allen Shibori-Färbungen wird empfohlen, die Klammern oder Schnürungen erst zu entfernen, wenn der Stoff trocken ist, denn die Farbe kann -solange sie noch feucht ist- wandern. Ich gebe zu, wir halten uns nicht immer an diese Regel (man ist doch neugierig und will mal schnell schauen...), aber bei wichtigen Arbeiten sollte man daran denken!
Erst nach dem Trocknen des Stoffs wird der Stoff gründlich gewaschen und gebügelt.

Mehr zum Thema
Kurse
ein Kurs (2 Tage) über Effektfärbungen mit Pflanzenfarben (www.textilstudio-spyer.de): 23.+24.4.2016 in Speyer
Tageskurs über Shiboritechniken (gefärbt wird mit Procion MX) (www.jeromin-workshops.de): 19.3.2016 in Mannheim

Zum Lesen + Selbermachen
Färben mit Blauholz, ein kostenloser Schnupperkurs
Ecoprints mit Naturfarben noch interessanter gestalten

Material kaufen
Unsere Naturfarbenmischungen zum Kaufen
Unser Set mit Naturfarben für Ecoprints zum Kaufen
Unser Beizenset



07.01.16

Kreditkarte einmal anders... die eigene Handschrift auf Stoff

Arbeit und Foto von Leslie Morgan

Die einfachsten Werkzeuge sind oft die besten, vor allem deshalb, weil man mit ihnen wirklich eigene, völlig individuelle Spuren hinterlassen kann. Das ist der Grundgedanke von "Mark Making", von dem man so oft liest, und der immer so etwas verschwommen bleibt.
Mark Making kann zum Beispiel die eigene Handschrift sein. Graffiti, wenn nicht mit der Schablone angefertigt, ist Mark Making. Oder dieses Feuerwerk an Farben, das Leslie Morgan auf Stoff gezaubert hat, ist Mark Making. Spuren hinterlassen... das muss nicht perfekt sein, wie zum Beispiel Siebdruck.
Leslies Lieblingswerkzeug ist die "alte Kreditkarte". Das ist ein kostenloses Werkzeug, liegt gut in der Hand, kann flächig verwendet werden und für Linien. Die Strichführung kann weich sein (wie oben) oder kann hart und kantig ausfallen. Perfekt also.
Das Bild von Leslie Morgan oben zeigt für mich ein Freudenfeuerwerk - perfekt für den Jahresanfang!

Passende Links
Nächster Kurs von Leslie Morgan im Textilstudio Speyer: "Finding Your Own Visual Language" - Fünf Tage mit Leslie Morgan und Claudia Helmer
Sets zum einfachen Drucken mit Procion MX zuhause: kühle Farben, warme Farben
Anleitung zum Drucken mit Procion MX
ein anderes, wunderbares Beispiel für Mark Making von Monika Vogler (Gartenlust: "gekritzelter Hintergrund", entstanden in einem Kurs über Mark Makung, dann zu einem sehenswerten Artquilt weiter verarbeitet)

06.01.16

Doppelter Nutzen

Siebdruckschablone: zunächst von der einen Seite her gedruckt, dann gesäubert, nun folgt der Druck von der anderen Seite her

Unsere Siebdruckschablonen lassen sich von beiden Seiten her verwenden. Das hat den Vorteil, dass man von einem Motiv zwei Ansichten drucken kann.
Das funktioniert natürlich nicht bei Schriften oder Zahlen, da gibt es nur eine "richtige" Seite (vorausgesetzt, man möchte die Schrift lesbar und nicht einfach als Bild einsetzen... denn eine spiegelverkehrte Schrift wirkt manchmal wirklich interessant!). Und bei symmetrischen Motiven ist es egal, von welcher Seite her man druckt.

So wird der Druck kontrolliert
Dieselbe Siebdruckschablone von beiden Seiten her abgedruckt

Bei allen anderen Motiven macht das Drucken von beiden Seiten her Sinn, denn schon mit einem Motiv alleine kann so ein sehr lebendiger Stoff entstehen. Aber bevor man das Sieb dreht und mit der anderen Seite weiterdruckt, das Säubern nicht vergessen...
Gedruckt wurde mit DekaPrint auf einen vorgefärbten Stoff (Procion MX)

Passende Links
Häufig gestellte Fragen zu unseren Siebdruckschablonen
jeromin-workshops
Nächster Tageskurs: Samstag 6.2. in Mannheim
Nächster Schnupperkurs: Donnerstag 25.2. in Mannheim


05.01.16

Stempel aus Gummi selbst schnitzen

Auf dem Foto fehlt eigentlich nur noch ein weicher Bleistift und transparentes Papier

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Stempel wie oben oder äähnliche herzustellen.
Weiche Gummimaterialien haben seit einigen Jahren die Druckerherzen erobert. Radiergummi oder Linoleum sind vielleicht noch preiswerter, aber diese speziellen Druckgummis sind einfach sehr total komfortabl zu bearbeiten.
Das Material ist schön weich, dass die Schneidewerkzeuge durch die Oberfläche gleiten und präzise Kanten ergeben. So kann man ohne Kraftaufwand sehr fein arbeiten. Styrodur beispielsweise reißt an den Kanten eher aus. Auch das kann einen tollen Effekt geben, ist aber nicht immer erwünscht.
Aus Moosgummi kann man einfach Umrisse schneiden, aber man kann es nur gravieren (feine Linien), nicht jedoch mit Linolwerkzeug bearbeiten (zum Beispiel ganze Flächen entfernen). Dazu muss man mit einem Lötkolben arbeiten, und das ergibt giftige Dämpfe. Für die Wohnung aug keinen Fall ratsam. Wenn ihrs im Freien versuchen wollt, am besten mit einer Schutzmaske (Baumarkt).

Mustern der Selbstgemachten Stempel
Damit der Druck auf dem Paier oder dem Stoff so erscheint, wie er soll, muss er auf dem Gummi spiegelverkehrt skizziert werden.
Am besten, man zeichnet das Motiv mit weichem Bleistift auf ein Papier, legt die Zeichnung dann auf den Gummi und reibt und drückt es ab.
Möchte man seine Motivzeichnung von einem Foto oder einer Vorlage abpausen (Urheberrecht beachten!), nimmt man dafür anstelle eines nromalen Papiers ein transparentes Papier. Auch für die Übertragung von Buchstaben, Wörtern und Zahlen ist das ideal.
Zum Ausschneiden eignet sich Linolschnitt-Werkzeug mit einem Cutter und verschiedenen U-förmigen Messern um schmalere und weitere Flächen abzuheben. Da die Messer sehr scharf sind, ist das Rundholz praktisch, mit dem man die Messer aus dem Halter stößt.

Brunhilde Scheidmeir hat diese vier Blattstempel geschnitten, mit denen ich die Einkaufstasche mit den neuen EURO-Farben bedruckt hatte.
Mir gefällt besonders gut, dass Brunhilde die außenstehenden Flächen nicht völlig freigestellt hat, sondern unregelmäßige Linien hat stehen lassen. Das gibt den Drucken Schwung und erinnert an Holzschnitt.
Sind die Aushebungen tief genug, macht es auch nichts aus, wenn Farbe in die Vertiefungen gerät.

Beim Farbauftrag (ich habe dazu einen Schwammroller verwendet), habe ich nur darauf geachtet, die Blattformen mit Farbe zu bedecken. Auch beim Abdruck auf den Stoff lag die Konzentration vor allem auf dem Blatt. Der Abdruck der umgebenden Linien ist deshalb mal so, mal anders ausgefallen.Das bringt Abwechslung in die Arbeit.

Farben zum Drucken auf Stoff
Gedruckt habe ich mit Dekaprint, aber es lässt sich auch prima mit Stoffmalfarbe arbeiten. Die Farbe darf einfach nicht zu flüssig sein, sonst schmiert der Druck. Auf Papier oder wenn Stoff nicht gewaschen wird, lässt sich sogar mit normalen Acrylfarben drucken. All diese Farben trägt man am besten mit einem Schwammroller oder mit einem zugeschnittenen (neuen) Spülschwamm auf. Öldruckfarben (sie lassen besonders detallierte Drucke zu) trägt man dagegen mit einem harten Gummiroller auf.
Drucke mit Stempelkissen werden toll auf Papier, da gelingen scharfe und satte Drucke. Auf Stoff mag ich sie nicht so sehr, weil die Abdrucke verhältnismäßig schwach werden (zumindest bei den Kissen, die ich ausprobiert habe).

Passende Links
HIER findet ihr unsere bisherigen Artikel zum Stoffdruck mit Stempeln, zum Beispiel mit Empfehlungen zum richtigen Arbeitsplatz, zum Farbauftrag und für die Regeln für einen schönen Druck
Eine großartige Linkliste findet ihr hier bei Suschna (http://textilegeschichten.net/)
Bei Michaela (www.muellerinart.blogspot.de) haben ich diese Liste mit Anleitungen gefunden und super-wunderbare Rapportstempel samt Anleitung dazu HIER und HIER und HIER bei Kristina (amliebstenbunt.blogspot.de).

Kurs zum Thema selbstgemachte Stempel
bei uns in Mannheim am 23. Januar 2016 (die Themen sind nach Datum gelistet)









04.01.16

Einkaufsbeutel bedrucken mit selbstgemachten Stempeln
und den neuen Euro-Farben von Dekaprint

Hier sieht man schon das Material und die Werkzeuge, die man zum Drucken braucht
Das ist ein Projekt, das man auch gut mit Kindern machen kann. Man braucht, außer der Einkaufstasche (oder dem Baumwollstoff, wenn man selbst näht), Farbe (hier zwei der Euro-Farben und Schwarz von Dekaprint), Löffel zum Entnehmen der Farbe, Schwammroller (oder einen neuen, zugeschnittenen Schwamm) für den Farbauftrag auf den Stempel.
Die zugeschnittenen Lagen Zeitungspapier schiebt man in die Tasche, damit die Farbe beim Drucken nicht auf die Rückseite durchschlägt.
Erwachsene können mit diesen Stempeln aus Gummi problemlos drucken. Für Kinder würde ich die Stempel durch eine stabile Rückseite verstärken (z.B. durch das Ankleben auf eine Acrylscheibe wie das von Kristina (http://www.amliebstenbunt.blogspot.de/) HIER gezeigt wird. Dies mindert die Gefahr des Auseinanderbrechens.
Anstelle von Gummi (das sich besonders leicht schnitzen lässt), kann man auch Linoleum verwenden (Erwärmen im Backofen macht das Material weicher) oder Kartoffeln (Feuchtigkeit abtupfen, dann hält die Farbe besser).

Verwandte Farben mischen
Kleine Mischanleitung
Ich habe hier mit den neuen Euro-Farben von Dekaprint gedruckt und Schwarz zum Mischen hinzugefügt. Was man erst auf der gedruckten Tasche sieht: später kam noch eine Mischung von Blau und Schwarz dazu, weil mir die Grüntöne alleine zu fade waren.
Gelb und Schwarz ergibt eine Olivnuance, die in Richtung Braun tendiert. Sobald zusätzlich Blau dazu kommt (oder Gelb und Blau alleine) wird der Ton dunkler und grüner.
Möchte man gemischte Töne, ist es wichtig, die Farben gut durchzumischen. Das gelingt mit einem Palettmesser besser als mit einem Löffel.
Unbedingt wichtig, wie HIER schon einmal beschrieben: Farbe immer mit einem sauberen Löffel entnehmen. Entnommene Farbe nie in den Ursprungsbehälter zurückgeben. Dann hält die Grundfarbe sehr, sehr lange.


Man könnte die Platzierung der Stempel mit dem Lineal ausmessen. Ich mags etwas weniger genau, habe aber dennoch gerne wenigstens eine ungefähre Vorstellung, wieviele Drucke auf die Tasche passen und wie groß die Abstände zwischen den Drucken sein sollen. Dafür reicht es mir, die vier verfügbaren Stempel in einer Zeile auszurichten und mit dem Phantomstift durch jeweils zwei Pünktchen zu markieren. Dasselbe habe ich mit einer Spalte gemacht. Der Rest kommt dann von alleine...


 Die beiden kräftigen Grüntöne stammen von der rechten Palette unten (Gelb mit einem größeren Blauanteil), die hellgrünen Drucke von derselben Palette oben (Gelb mit einem kleineren Blauanteil). Der hellere Olivdruck in der oberen Reihe (2. von rechts) stammt von der linken Palette oben (Gelb mit einem kleineren Schwarzanteil).
Der Olivton in der mittleren Reihe, der dunkler ausfällt als die beiden Olivtöne oben), stammt ebenfalls von der rechten Palette: es ist die Mischung, die neben Gelb und Schwarz auch noch Blau enthält.
Die Blaumischungen stammen aus einem Mix von Euro-Blau und Schwarz.
Wenn man die Stempel nicht völlig abdruckt oder abwischt, bevor man die nächste Farbe aufträgt, ergeben sich Mischungen, wie man am Stempelabdruck links unten sieht. Natürlich kann man so etwas auch absichtlich machen (besonders gut gelingt das mit Farbauftrag mit einem Schwamm oder der runden Seite des Schwammrollers). Solche mehrfarbigen Drucke geben der Arbeit Lebendigkeit und Schwung.

Mehr zu den Dekaprint Euro-Farben und zum Mischen findet ihr HIER

02.01.16

Hennadruck auf Wolle
und eine tolle Tasche von Sabine Kilb


Im Sommer 2015 hatten wir im Laden einen Kurs, bei dem mit Henna gedruckt und gefärbt wurde. Besonders interessant waren unsere Druckversuche, weil man tatsächlich mit der angerührten Paste auf Wolle ohne zusätzliche Beize schöne, stabile Drucke bekommt.
Angerührt wird Henna so, wie man es vom Haarefärben her kennt: man braucht einen starken, gerbstoffhaltigen schwarzen oder grünen Tee (heiß) und Zitronensaft. Die Paste sollte eher dickflüssig angerührt werden: man muss ein bisschen probieren und je nach Vorhaben und Drucktechnik mixen. Fixiert wird in heißem Wasserdampf.
Auf den Tischen oben sieht man schon die verschiedenen Möglichkeiten, wie man drucken kann: rechts oben am Rand das Drucke mit Siebdruckschablonen (das geht ganz wunderbar mit einer Rakel!). Ein sehr schönes Beispiel für Hennadruck, mit einer Siebdruckschablone ebenfalls im Kurs entstanden, findet ihr auch HIER bei Gabi Wohlgefahrt.
Links im Vordergrund befinden sich ein paar Drucke mit offenen Plastikschablonen, wie man sie im Bastelhandel bekommt. Aufgetragen haben wir die Paste mit einfachen Borstenpinseln.
In der Mitte befindet sich eine große Schablone aus FreezerPaper, die auf den Walkstoff aufgebügelt wurde. Ganz links wird die Hennapaste gerade mit dem Liner aufgetragen.
All dies hat tolle Ergebnisse gebracht! Das Drucken mit einem Stempel wurde übrigens nicht gut, das kann ich nicht empfehlen.

Meine Freude und Überraschung war riesig, als mir Sabine Kilb (http://www.myheartfeltpiece.com/) diese Tasche gezeigt hat, die sie aus dem im Kurs entstandenen Stoff genäht hatte! Wenn man zum Bild oben geht: es ist der lange Walkstoff mit der großen FreezerPaper-Schablone.

Die Tasche besteht eigentlich aus zwei Taschen: einer größeren, die ihr hier links seht und einer kleineren, die man sieht, wenn die Tasche gedreht wird.

Das ist total praktisch, denn man kann damit seine Sachen sortieren und findet sie sofort!

Am 30. + 31. Januar 2016 könnt ihr Sabine Kilb und ihre Arbeiten auf Burg Stettenfels (Heilbronn) treffen.
Dort findet ein toller, großer Markt mit vielen guten Ausstellern statt (http://www.handmadesoul.de/). Sogar Workshops finden statt. Ein Besuch lohnt sich also auf alle Fälle!





01.01.16

Grundlagen der Blauholzfärbung auf Naturstoffen
Ein kostenloser Schnupperkurs!

Dieses Bild entstand im Ecoprintkurs von Brunhilde Scheidmeir bei Leslie Morgan (www.committedtocloth.uk)

Das Blau vom Blauholz ergibt einen wunderbaren Kontrast zu allen möglichen Ecoprint-Färbungen. 
Auf dem Bild oben seht ihr einen Schal von Brunhilde Scheidmeir, der mittig mit Blättern belegt und auf einem zugeschnittenen Wasserrohr fest aufgewickelt und abgebunden wurde. Anschließend wurde die Rolle in einem Sud aus Blauholz geköchelt.
Ohne Beize ergibt Blauholz eine schöne blauviolette Färbung, die aber leider weder licht- noch reibecht ist. Das ist der Grund, warum wir für eine Blauholzfärbung dringend zu einer Beize raten.

Hier sieht man die Rolle kurz vor dem Auspacken (Bild: Leslie Morgan)

Beizen

Blauholz gehört zu den berühtesten Färbepflanzen.
Ohne Beize ergibt Blauholz Färbungen, die keine Echtheiten aufweisen. Viele Färberinnen verwenden deshalb Blauholz mit einer Alaunbeize und erhalten so schöne, warme Violettnuancen, die aber leider auch nicht haltbar sind. Auch sie besitzen weder Licht- noch Reibechtheit. Von Alaun in Verbindung mit Blauholz raten wir ab.
Beizt man dagegen mit Eisen und/oder Kupfer, erhält man sehr schöne, haltbare Blau- bis Grauschattierungen, die ausgesprochen edel wirken. Blauholz ist sehr farbstark und kann deshalb ausdrucksvolle Effekte auch durch Drucken, Malen oder Sprühen ergeben.
Beizen: Die Menge von Beize und Naturfarbstoffe errechnet sich durch das Trockengewicht des zu färbenden Stoffs: man legt z.B. einen Schal auf die Waage und nimmt dann für die Beize 1-2% des Trockengewichts. Das Eisen- oder Kupfersulfat wird in kaltem Wasser aufgelöst, den gut durchfeuchteten Stoff einlegen und dort eine Zeitlang belassen. Bei leichten Seidenstoffen reichen ca. 15 Minuten, bei schwerem Leinen 1 Stunde und mehr, alles andere dazwischen. Man muss etwas Erfahrung sammeln, genaue Anleitungen gibt es leider nicht. Bitte beim Beizen unbedingt die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen beachten! 
Beize dient nicht nur dem Haltbarmachen der Farben auf dem Stoff. Der Stoff nimmt durch das Beizen zudem Farbe an, die den eigentlichen Färbe- und Druckprozess auch beeinflusst.
Nach dem Beizen kann der Stoff nun feucht oder auch getrocknet weiter verarbeitet werden.

Färben
Auch die Menge des benötigten Färbematerials berechnet sich nach dem Trockengewicht des Stoffs: vom Blauholzpulver, das besonders ergiebig ist, braucht man nur etwa 10-20% des Trockengewichts. Das Pulver wird ins Wasser gegeben, entweder in einem Säckchen oder einfach lose eingestreut. Das Ganze wird aufgekocht, der Stoff wird eingelegt und bleibt dort -köchelnd- etwa eine Stunde.
Im Farbbad auskühlen lassen.
Trocknen: Diese wichtige Phase wird leider oft versäumt: vor dem Ausspülen sollte der Stoff an der Luft trocknen. Durch Oxydation verbinden sich Farbstoff und Faser intensiver, die Färbung wird schöner und echter.
Auswaschen: Erst nach diesem Trocknungsprozess wird der Stoff gewaschen.

Ein gutes, glückliches und gesundes neues Jahr euch allen und weiterhin viel Freude am selber Machen!

Links zum Thema:
Kurs:
kreative Effektfärbungen mit Naturfarben im Textilstudio-Speyer am 23.+24. April
Zum Lesen:
Blauholzfärbungen
Ecoprints farbiger gestalten
Eukalyptus und Blauholz
Zum Bestellen:
Set mit Naturfarbenpulver um Ecorints noch farbiger gestalten zu können + Anleitung
Pulversierte Naturfarbenmischungen zum Färben von Naturstoffen


LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...