10.08.16

Die Rolle von Urea bei Procion MX

Urea (Harnstoff). Löst sich schnell in Wasser.
Urea (Harnstoff) wird synthetisch hergestellt und, wie in dem Wikipedia-Artikel nachzulesen ist, für eine Menge unterschiedlicher Zwecke eingesetzt, einschließlich in Kosmetika und Heilsalben.
Für uns ist eine Eigenschaft von Urea besonders wichtig: Harnstoff hält eine Mischung länger feucht und verhindert das schnelle Austrocknen.
Urea wird also deshalb in die Alginat-Verdickermischung gegeben, um sie länger feucht zu halten und so die Fixierung der angedickten Procion MX-Farbe zu unterstützen.
Es gibt eine Faustregel, dass in einer Verdickermischung von 5 Litern Wasser + 150g Alginat unter anderem etwa 250g Urea beigemischt werden soll. Faustregel bedeutet, dass das kein fest stehendes Rezept ist, sondern in Abhängigkeit von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Vorhaben abgeändert werden muss.
Unser Betrieb liegt zum Beispiel sehr dicht am Rhein und Neckar, so dass wir eigentlich durchgehend eine hohe Luftfeuchtigkeit vorliegen haben. Unseren Verdickermischungen tut es gut, wenn wir einen deutlich geringeren Anteil an Urea beigeben.
Siebdruck.
Das spielt eine Rolle, wenn man zum Beispiel in Schichten drucken und nicht eine gefühlte Ewigkeit warten möchte, bis untere Schichten so weit angetrocknet sind, dass keine Geisterdrucke entstehen. Man kann natürlich mit Papier abdeckken und dem Föhn nachhelfen, aber letzteres ist in einer Kursgruppe nicht so einfach durchzuführen.
Umgekehrt sollte ein Alginatdruck niemals ganz auf dem Stoff eintrocknen (zumindest nicht auf einer leichten Pongéseide, wie es mir einmal passiert ist). Der Verdicker hatte sich nicht einmal durch mehrfache heiße Wäsche in der Maschine auswaschen lassen. Er ließ nur noch durch das Entbastungsrezept (LINK) aus dem feinen Stoff entfernen.
Breakdown Printing.
Die Trocknungsfähigkeit eines Verdickers spielt aber eine noch größere Rolle bei der Beschichtung der Siebe für Breakdown Printing. In diesem Fall sollen die Siebe ja sogar gut durchtrocknen, damit sie länger halten und eine möglichst große Anzahl von Drucken ermöglichen.
Kompromiss.
Deshalb bin ich manchmal dazu übergegangen, bei Breakdown zwei unterschiedliche Verdickermischungen anzurühren. Für die Siebe ein Mic mit nur einem sehr kleinen Ureaanteil. Für die Druckpasten eine Mischung mit etwa 125g Urea (aber diese spezielle Menge eben nur deshalb, weil bei uns meistens eine solch hohe Luftfeuchtigkeit herrscht).


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