18.07.16

Einen schwachen Ecoprint verbessern und verschönern


Obwohl ich den Kernsatz von Ecoprint: "je fester gepresst und gerollt wird, deso besser wird der Pflanzenabdruck" in- und auswenig kenne, ist es mir doch passiert. 
Meine erster Stoff war mit zu wenig Kraft gerollt. Kräftig färbende Blätter waren schwach im Abdruck, andere Blätter sind nur verschwommen abgebildet. Zum Vergleich habe ich beim Fotografieren gute Abdrucke unter meinen schwachen Stoff gelegt... man sieht den Unterschied.
So etwas kann passieren. 
Nicht nur, wenn die Blätter (wie bei mir) nicht mit ausreichend Druck versehen wurden. 
Sondern zum Beispiel auch, wenn man mit unbekannten Pflanzen druckt und anschließend entdecken muss, dass sie zu wenig färben und der Abdruck schwach wurde. 
Oder man legt seine Blätter so, dass man anschließend mit dem Layout unzufrieden ist: sei es, dass zu viel und zu dicht gelegt wurde; sei es, dass man zu wenig Blattwerk gelegt hat; sei es, dass das Gleichgewicht nicht stimmt.

 

Solche Stoffe wirft man nicht weg. Das ist zu schade. Brunhilde und mein Bruder Fritz haben viele Tipps und Vorschläge erarbeitet, wie man mit solchen Stoffen umgehen kann. 
Einen habe ich bei meinem Stoff ausprobiert: das Überfärben. Mit dem Pinsel habe ich eine verdünnte Blauholzlösung mit Absicht ungleichmäßig auf den Stoff aufgetupft und zusammen mit anderen Ecoprints im Topf mit Dampf fixiert.
Ein solcher Pinselauftrag hat den Vorteil, dass man ungleichmäßig auftragen und bestimmte Stellen betonen kann. Man könnte auch nur einige Teile des Stoffs einfärben. Oder es lassen sich unterschiedliche Farben aufbringen.
Nach dem Fixieren im Dampf und dem Trocknen wurde der Stoff zunächst kalt ausgewaschen, bis das Wasser klar ist. Anschließend wird noch einmal mit neutralem Waschmittel gewaschen und gespült (großere Stücke kommen in die Waschmaschine, kleine wäscht man mit der Hand).
Schwache Drucke werden durch eine solche Überfärbung natürlich nicht intensiver. Dies hätte ich eventuell durch  Nachbeizen erreichen können (wieder eine andere Technik). Oder ich hätte übrdrucken können. Oder ich hätte die schwachen Drucken durch Quilten betonen können. Oder...
Aber das verdünnte Blauholz hat den ganzen Stoff ausdrucksvoller und Details sichtbarer gemacht. So mag ich den Stoff. Das Blau gefällt mir zu den violetten Blättern und lässt die hellgrünen Blätter fast sonnig aus dem Nachtblau auftauchen. 
Im Augenblick weiß ich noch nicht, wie ich weitermachen will. Sicher ist aber, dass der Stoff nicht weg geworfen wird...

Workshop zum Thema
Aufpeppen von Naturfärbungen und Ecoprints. Textilstudio-Speyer, 10.+11. September 2016.
Dies ist ein total interessantes Thema, weil jeder Druck, mit dem man nicht zufrieden ist, andere Vorgehensweisen erfordert. Brunhilde Scheidmeir und Fritz Jeromin haben dafür viele unterschiedliche Möglichkeite erarbeitet. Dies ist (meiner Ansicht nach) der vielleicht interessanteste Ecoprint-Kurs, weil hier so unterschiedliche Ansätze besprochen und ausprobiert werden. Zur Teilnahme solltet ihr jedoch zumindest einen Einführungskurs besucht haben und einige nicht ganz so gelungene Stoffe mitbringen.


1 Kommentar:

  1. Nein, wegwerfen geht ja gar nicht!!! Und mit dem Blau sieht er sehr schön aus! Von Blauholz war ich auch begeistert. Ich habe deinen Artikel gerade mit viel Interesse gelesen, ich bin nämlich gerade dabei, endlich mein letztes Speyer-Wochenende in einem Post "aufzuarbeiten". Ich hoffe so sehr, dass ich keinen Quatsch schreibe, weil ich mir mit so vielem schon wieder ziemlich unsicher bin : (

    Liebe Grüße
    Moni

    AntwortenLöschen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...