16.01.16

noch ein Breakdownprint... und eine tolle Anleitung dazu von Kristina


Eben hat mich Kristina von amliebstenbunt.blogspot.de mit einer tollen Anleitung für Breakdown Printing überrascht: schaut unbedingt mal HIER rein, da seht ihr den Vorgang für die einfachste Breakdown Technik Schritt-für-Schritt!

Damit die Siebbeschichtung möglichst lange hält, muss ausreichend Farbe auf dem Sieb sein und die Farbe muss optimal durchgetrocknet sein.
Das gelingt am besten so:

  • Die Farbe für die Kritzelei etwas dickflüssiger als normal anrühren.
  • Die Farbe mit einer Spritzflasche auftragen.
  • In die Farbpaste etwas weniger oder deutlich weniger Urea geben als üblich.
  • Ausreichend lange und intensive Trockenzeit
Urea
Urea soll ja gerade die Farbe feucht halten -das ist gut für die Fixierung. Andererseits muss die Farbe auf dem Sieb gut durchtrocknen.
Wieviel Urea man der Printpaste nun genau beimischt, ist Erfahrungssache, d.h. man muss das für den eigenen Ort und die Jahreszeit ausprobieren.
Unser Laden in Mannheim ist dicht an Rhein und Neckar gelegen, also haben wir über das ganze Jahr hinweg hohe Luftfeuchtigkeit. Das gilt auch für das Textilstudio Speyer, das direkt am Rhein gelegen ist. Sogar im Sommer, wenn wir die Siebe in der Sonne trocknen lassen können, nehmen wir weniger Urea.
Das tut der Musterstabilität auf dem Sieb gut.
Ein geringer Ureaanteil kann zum Problem werden, wenn man versehentlich den Farbauftrag auf dem Stoff antrocknen lässt. Das kann im Sommer und bei einem leichten Stoff schnell geschehen, wenn man der Farbpaste kein oder nur wenig Urea beigemengt hat.
Ich spreche mal wieder aus eigener Erfahrung...
Mir ist das bei der Schalserie passiert, aus der ich gestern und heute Beispiele gezeigt habe. Ergebnis: mit den üblichen (sehr heißen und intensiven) Waschmaschinenwäschen, die ich sogar mehrfach und mit Sodaanteil durchgeführt habe, habe ich den Verdicker nicht mehr aus den Schals bekommen. Der Stoff blieb hart und steif. Erst als ich die Schals einzeln im Topf nach dem Entbastungsrezept geköchelt hatte, wurden sie wieder weich.

Trocknungszeit für die Siebe
Bild von Leslie Morgan (CommittedtoCloth)

Optimal für das Trocknen der Farbe auf dem Sieb ist natürlich ein heißer Sommertag mit intensiver Sonneneinstrahlung.
Links seht ihr Siebe, die in einem Kurs von Leslie Morgan und Claudia Helmer in England beschichtet wurden.
Auf den Sieben seht ihr übrigens auch weitere Technikbeispiele für Breakdown.
Wenn die Wetterverhältnisse weniger optimal sind, muss man etwas Geduld aufbringen. Am besten an einem trockenen Ort ruhen lassen, bis die Zeit gekommen ist. Auch monatelange Ruhezeiten sind kein Problem. Wir lassen zum Beispiel Siebe wieder durchtrocknen, die nur zum Teil abgerakelt sind und nehmen sie wieder zur Hand, wenn wir Zeit und Lust haben.
Eine weitere Möglichkeit ist das Nachhelfen durch einen Föhn. Aber bei allen "schnellen" Trocknungsmethoden bleibt die Gefahr, dass der Farbauftrag außen schön trocken und hart erscheint, die Farbe aber innen noch weich und feucht ist.
Letztendlich kommt es immer darauf an, was man eigentlich will: möchte ich eine große Stofffläche bedrucken mit möglichst vielen "guten" Prints oder reichen mir für mein Vorhaben wenige Abdrucke?
Es ist immer gut, einen Plan zu haben, wo man auf dem Stoff die guten Abdrucke platziert.

Danke an Leslie und Claudia!
Eine unerschöpfliche Quelle an Anleitungen, Anregungen, Tipps und Tricks sind für mich die Kurse, die Leslie und Claudia in Speyer halten. Alles, was ich oben beschrieben habe, habe ich dort gelernt oder durch weiteres, eigenes Ausprobieren, inspiriert durch das Lernen bei Leslie und Claudia.

Kurse
Das Ideale an einem Kursbesuch ist, dass man kompakt den Ablauf einer Technik sehen und dann gleich Fragen stellen kann. Man probiert alles bei optimalen Bedingungen selbst aus und kann immer Fragen stellen. Man lernt durch eigenes Arbeiten und bekommt zudem noch Anregungen durch die Arbeiten der anderen Teilnehmer.

Kommentare:

  1. Sabine, danke für den Tip mit dem "entbasten". Und jetzt weiß ich auch, warum ich einen Druck von letztem Sommer nicht mehr weich kriege: zu wenig Urea! Wieder ein Rätsel gelöst :-)

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    1. Gerade im Sommer trocknet die Verdickerpaste, die zu wenig Urea hat, sehr schnell durch und wird hart. Stell dir vor, ich hatte knapp 20 Schals bedruckt und gewaschen und gewaschen und gewaschen... immer blieben sie hart, bis mir endlich glücklicherweise das Entbastungsrezept wieder eingefallen ist.

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