09.01.16

Klemm-Shibori mit Blauholz



Meistens werden mit Pflanzenfarben eher gleichmäßige Färbungen angestrebt, aber natürlich kann man mit ihnen auch jede Art von Effektfärbung durchführen. Brunhilde Scheidmeir hat in den letzten Jahren viele ungewöhnliche und tolle Färbungen ausprobiert, die sie auch in ihren Kursen in Speyer zeigt.
Vor einiger Zeit hat sie eine Schritt-für-Schritt-Folge einer Blauholz-Shobori-Färbung für uns fotografiert, die wir heute zeigen.
Gefärbt wurde ein großen Stück Schleiernessel (100% Baumwolle) mit unserer erprobten Blauholz-Mischung.
Blauholz benötigt für eine stabile Färbung immer Beize (wir empfehlen dafür Eisen- oder Kupfersulfat oder eine Mischung der beiden in kleinen Mengen. Leider für Blauholz nicht geeignet ist Alaun).
Eine Basisanleitung für Blauholzfärbung ist hier zu finden
Schleiernessel nimmt Beize und Färbung wesentlich besser an, wenn er vorher mit einer Mischung von Waschmittel und Soda heiß in der Maschine gewaschen wird (wie alle rohen Stoffe).


Bei Pflanzenfärbungen wird sowohl die Menge der Beize als auch die Menge der Farbe im Vergleich zum Trockengewicht des Stoffs bestimmt.
Man wiegt also zunächst den trockenen Stoff aus und errechnet sich dann die Menge, die man an Beize und an Färbematerial braucht.
Ältere Färbebücher empfehlen vergleichsweise viel Beize. Wir arbeiten mit nur 1-2% vom Trockengewicht des Stoffs und verwenden die Beizenbäder so lange, bis sie erschöpft sind.
Hier wurde mit einer Mischung von Eisen- und Kupfersulfat gebeizt (1:1).
In der Zwischenzeit kann man schon mal das Färbebad anrichten. Wir bevorzugen gemahlene Färbedrogen. Sie haben zwar einen etwas höheren Preis, aber weil das Pulver so viel ergiebiger und so viel leichter zu handhaben ist als Späne, wird das unserer Ansicht nach mehr als aufgewogen.

Für das Färbebad wiegt man von der Blauholzmischung (die irritierenderweise eine schöne rote Farbe hat...) etwa 10%-15 vom Trockengewicht des Stoffes ab.
Entweder gibt man das Pulver direkt ins Wasser oder man füllt es locker in einen leichten Baumwoll- oder Seidenstoff ab, verknotet es und gibt es als Färbepäckchen in das Bad. Aufkochen lassen.
In der Zwischenzeit wird der Stoff aus dem Beizenbad genommen und gut ausgewrungen.
Jetzt faltet man den Stoff und klemmt ihn ab. Die Art der Faltung und die Art und Menge der Klammern bestimmen später das Muster des Stoffs.



Brunhilde hat Klammern in verschiedenen Größen gewählt, die für ein lebhaftes Muster (siehen oben) sorgen.
Jetzt den Stoff langsam in die Farbflotte gleiten und etwa eine Stunde simmern lassen.




Die Färbung wird auf alle Fälle intensiver, wenn man den Stoff dann im Farbbad auskühlen und anschließend an der Luft trocknen lässt.


Bei allen Shibori-Färbungen wird empfohlen, die Klammern oder Schnürungen erst zu entfernen, wenn der Stoff trocken ist, denn die Farbe kann -solange sie noch feucht ist- wandern. Ich gebe zu, wir halten uns nicht immer an diese Regel (man ist doch neugierig und will mal schnell schauen...), aber bei wichtigen Arbeiten sollte man daran denken!
Erst nach dem Trocknen des Stoffs wird der Stoff gründlich gewaschen und gebügelt.

Mehr zum Thema
Kurse
ein Kurs (2 Tage) über Effektfärbungen mit Pflanzenfarben (www.textilstudio-spyer.de): 23.+24.4.2016 in Speyer
Tageskurs über Shiboritechniken (gefärbt wird mit Procion MX) (www.jeromin-workshops.de): 19.3.2016 in Mannheim

Zum Lesen + Selbermachen
Färben mit Blauholz, ein kostenloser Schnupperkurs
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