01.01.16

Grundlagen der Blauholzfärbung auf Naturstoffen
Ein kostenloser Schnupperkurs!

Dieses Bild entstand im Ecoprintkurs von Brunhilde Scheidmeir bei Leslie Morgan (www.committedtocloth.uk)

Das Blau vom Blauholz ergibt einen wunderbaren Kontrast zu allen möglichen Ecoprint-Färbungen. 
Auf dem Bild oben seht ihr einen Schal von Brunhilde Scheidmeir, der mittig mit Blättern belegt und auf einem zugeschnittenen Wasserrohr fest aufgewickelt und abgebunden wurde. Anschließend wurde die Rolle in einem Sud aus Blauholz geköchelt.
Ohne Beize ergibt Blauholz eine schöne blauviolette Färbung, die aber leider weder licht- noch reibecht ist. Das ist der Grund, warum wir für eine Blauholzfärbung dringend zu einer Beize raten.

Hier sieht man die Rolle kurz vor dem Auspacken (Bild: Leslie Morgan)

Beizen

Blauholz gehört zu den berühtesten Färbepflanzen.
Ohne Beize ergibt Blauholz Färbungen, die keine Echtheiten aufweisen. Viele Färberinnen verwenden deshalb Blauholz mit einer Alaunbeize und erhalten so schöne, warme Violettnuancen, die aber leider auch nicht haltbar sind. Auch sie besitzen weder Licht- noch Reibechtheit. Von Alaun in Verbindung mit Blauholz raten wir ab.
Beizt man dagegen mit Eisen und/oder Kupfer, erhält man sehr schöne, haltbare Blau- bis Grauschattierungen, die ausgesprochen edel wirken. Blauholz ist sehr farbstark und kann deshalb ausdrucksvolle Effekte auch durch Drucken, Malen oder Sprühen ergeben.
Beizen: Die Menge von Beize und Naturfarbstoffe errechnet sich durch das Trockengewicht des zu färbenden Stoffs: man legt z.B. einen Schal auf die Waage und nimmt dann für die Beize 1-2% des Trockengewichts. Das Eisen- oder Kupfersulfat wird in kaltem Wasser aufgelöst, den gut durchfeuchteten Stoff einlegen und dort eine Zeitlang belassen. Bei leichten Seidenstoffen reichen ca. 15 Minuten, bei schwerem Leinen 1 Stunde und mehr, alles andere dazwischen. Man muss etwas Erfahrung sammeln, genaue Anleitungen gibt es leider nicht. Bitte beim Beizen unbedingt die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen beachten! 
Beize dient nicht nur dem Haltbarmachen der Farben auf dem Stoff. Der Stoff nimmt durch das Beizen zudem Farbe an, die den eigentlichen Färbe- und Druckprozess auch beeinflusst.
Nach dem Beizen kann der Stoff nun feucht oder auch getrocknet weiter verarbeitet werden.

Färben
Auch die Menge des benötigten Färbematerials berechnet sich nach dem Trockengewicht des Stoffs: vom Blauholzpulver, das besonders ergiebig ist, braucht man nur etwa 10-20% des Trockengewichts. Das Pulver wird ins Wasser gegeben, entweder in einem Säckchen oder einfach lose eingestreut. Das Ganze wird aufgekocht, der Stoff wird eingelegt und bleibt dort -köchelnd- etwa eine Stunde.
Im Farbbad auskühlen lassen.
Trocknen: Diese wichtige Phase wird leider oft versäumt: vor dem Ausspülen sollte der Stoff an der Luft trocknen. Durch Oxydation verbinden sich Farbstoff und Faser intensiver, die Färbung wird schöner und echter.
Auswaschen: Erst nach diesem Trocknungsprozess wird der Stoff gewaschen.

Ein gutes, glückliches und gesundes neues Jahr euch allen und weiterhin viel Freude am selber Machen!

Links zum Thema:
Kurs:
kreative Effektfärbungen mit Naturfarben im Textilstudio-Speyer am 23.+24. April
Zum Lesen:
Blauholzfärbungen
Ecoprints farbiger gestalten
Eukalyptus und Blauholz
Zum Bestellen:
Set mit Naturfarbenpulver um Ecorints noch farbiger gestalten zu können + Anleitung
Pulversierte Naturfarbenmischungen zum Färben von Naturstoffen


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