30.06.15

Utes blaue Decke: selbst gefärbt, selbst bedruckt, selbst genäht


Ist diese Decke nicht ein Traum? Ute schreibt dazu:
"Ich habe höchste Hochachtung vor Quilterinnen. Selbst gehöre ich ja nicht dazu, aber für ein e neue Schlafdecke mach' ich schon mal eine Ausnahme. :-)
Das Farbschema war von Anfang an klar: in einem verwaschenen Blau wollte ich die Decke haben. Und ich wollte nur selbst gefärbte und selbst bedruckte Stoffe verwenden -- in meiner Schatzkiste waren viele davon, denn ich färbe und bedrucke meine Stoffe meistens ohne ein bestimmtes Projekt im Kopf zu haben. Einfach so, aus Spaß an der Freud'. Fast immer bleibe ich bei einer Farbfamilie und kombiniere Entfärberdruck mit "richtigen" Stoffdruck, trage mal dicker, mal ganz leicht auf. Wenn du genau hinschaust, entdeckst du viele Jeromin-Siebdruckschablonen. Es macht viel Spaß, damit zu arbeiten.
Bei so vielen Mustern wollte ich ein schlichtes Design wählen, und habe mich für eine Abwandlung der "Jelly-Roll"-Technik entschieden. Auch was das Quilten selbst angeht, habe ich es einfach gemacht und nur entlang der Nähte abgesteppt.
Erfahrene Quilterinnen mögen mir die Ausrutscher verzeihen. Aber wie ich schon erwähnt habe, bin ich keine Quilterin. :-) "

Über diese Bilder und die Beschreibung dazu, habe ich mich total gefreut! Vielen Dank, liebe Ute!

29.06.15

So schön kann ein Drucktuch werden

Bild Leslie Morgan (Committed to Cloth): Juttas Drucktuch im Apfelbaum
Eine wunderbare Woche ist vorbei. Zum Abschluss hier ein Bild von Juttas wunderbarem Drucktuch, das den Durchschlag einige ihrer Arbeiten in überlagerten Schichten zeigt (zum Trocknen hängt das Tuch hier umgekehrt im Apfelbaum).
Was war für mich das Besondere an dieser Woche? Aus der Vielzahl der Eindrücke picke ich hier einige wenige heraus:
Z.B. habe ich neue Lieblingstechniken entdeckt.
Gerissene Papierschablonen als temporäreAbdeckung auf Sieben: total einfach, total preiswert, total schnell, total vielseitig. Der malerische Effekt kommt mir sehr entgegen.
Auch Breakdown Printing könnte eine Lieblingstechnik von mir werden. Bisher habe ich dieses Verfahren eher gemieden, weil ein gut durchgetrocknetes Sieb (das viele Drucke erlaubt), für mich nicht ganz einfach zu drucken war. Man braucht ziemlich Kraft, die ich -insbesondere bei großen Sieben- nicht aufgebracht habe. In dieser Woche habe ich nun kleinere Siebe verwendet. Und da bei der hohen Luftfeuchtigkeit nach den Regentagen direkt am Rhein die verdickte Farbe nicht total durchgetrocknet war, ist die Musterung zwar früher ausgebrochen, aber das Drucken war ein reines Vergnügen!
Das Drucken mit offenen, nicht gemusterten Sieben war toll! Claudia hat uns eine Technik gezeigt, mit der man damit sehr schnell wunderbare Hintergründe herstellen kann. Die Vielfältigkeit dieses Verfahrens werde ich sicher in den nächsten Wochen weiter ausloten.
Ja, und die Farbe Grau habe ich für mich entdeckt. Verdünnt man Procion-Schwarz durch Zugabe von Verdicker, kannt man immer neue Nunancen wahrnehmen, die schon einmal alleine für sich stehen. Neu für mich war, wie gut Grau die intensiven Farben, die ich so liebe, verbindet. Auch an diesem Thema werde ich dran bleiben.
Jetzt muss ich erst einmal meine Stoffe gründlich auswaschen und bügeln. In den nächsten Tagen zeige ich euch meine Arbeiten. Keine ist bisher wirklich fertig, aber der nächste Workshop kommt bestimmt...

In diesem ersten Teil habe ich jetzt nur mal über einige Techniken geschrieben, die mich persönlich besonders beeindruckt haben. Im zweiten Teil werde ich über einen ganz anderen Aspekt schreiben: dem Lernen in der Gemeinschaft. Ich glaube, das hat mich in der vergangenen Woche am allermeisten beeindruckt!

28.06.15

Der letzte Tag vergeht besonders schnell...

Bild Leslie Morgan (Committed to Cloth): Textilstudio Speyer
Dieses Bild stammt von gestern und zeigt einen Blick in Brunhilde Scheidmeirs Atelier. Alle arbeiten total konzentriert.
Gestern hatten wir ja -wie erwartet- ziemlich regnerisches Wetter. Alle vorbereiteten Breakdown-Siebe wurden abgerakelt. Und die meisten von uns haben die vielen unterschiedlichen Reservierungstechniken auf Stoff und Rahmen ziemlich virtuos gemixt. An den Arbeiten sieht man eindeutig die zunehmende Übung und Erfahrung.
Jetzt steht hier schon die Sonne am blanken Himmel: das ist Entfärbewetter! Eine tolle Technik, um eine Arbeit weiterzutreiben oder noch zu verbessern.
Heute ist nun der letzte Tag, und der vergeht erfahrungsgemäß besonders schnell - deshalb: auf nach Speyer!!!
Einen schönen Sonntag wünscht euch Sabine

27.06.15

Heute Regen, aber wir haben vorgesorgt

Bild Leslie Morgan Committed to Cloth): Morgens vor dem Atelier Textilstudio Speyer
 Gestern haben wir uns bei strahlendem Sonnenschein morgens vor Beginn des Workshops gemütlich zu einem Schwatz getroffen. Ihr seht hier die Rückseite von Brunhildes Atelier, in dem die Kurse stattfinden. Der zweite Teil von Leslies und Claudias Kurs heisst "Fixing it!". Und das heißt, dass wir Hilfestellung erhalten, wie man Stoffe, die man bisher als Fehler betrachtet hatte, retten kann. Und es geht um Komposition: d.h. wie man aus einem netten Stoff eine richtige Komposition macht.
Dabei geht es um eine oder zwei konkrete Arbeiten, die jede von uns mitbringen sollte. Zum anderen aber natürlich vor allem, dass wir lernen, grundsätzliche Fragen zu stellen. Und das Vorgehen, wie man einen Stoff immer wieder neu betrachten und manipulieren kann.
Und zum dritten, dass wir spezielle textile Techniken anwenden, um Fortschritte an diesen Stücken zu erreichen.
Das war ein toller erster Tag!!!
Randvoll mit neuen Erkenntnissen und der Möglichkeit, auch durch und mit den anderen Teilnehmerinnen zu lernen. Es ist wunderbar, wenn sich jede einzelne der Gruppe bemüht, einem weiter zu helfen! Mein erster Stoff, den ich in die Runde eingebracht habe, war dieser, der mir zwar gefällt (weil die Farben und Formen Fröhlichkeit wecken), der aber in seinem gleichmäßigen Rhythmus ziemlich langweilig ist. Man könnte ihn zerschneiden, aber da meine Nähkünste zur Zeit noch nicht einmal gerade Nähte umfassen, würde ich lieber mehr Aussage in den Stoff packen. Und dabei hat mir die Gruppe sehr geholfen. Ich habe gleich drei Anregungen in eine gepackt und puzzle zur Zeit noch herum, wie ich das technisch umsetzen kann.
Weil das Wetter so schön war, haben wir schon morgens schnell alle Siebe mit Farbe vollgepackt, um nachmittags schon mal mit Breakdown loslegen zu können. Ganz wunderbare Ergebnisse!!! So haben wir schon mal für den heutigen Tag vorgesorgt (der hier sehr grau und regnerisch beginnt).

Bild Leslie Morgan (Committed to Cloth): Breakdown Siebe trocknen

Was wir gestern gelernt haben, ist nicht die Technik an sich (die wurde vorausgesetzt), sondern zum einen, welche Möglichkeiten man hat, diese "zufällige" Technik gezielter einsetzen zu können. Zum anderen, welche Möglichkeiten bestehen, die Drucke später weiter zu bearbeiten, damit man ihnen einen Teil ihrer over all Präsenz nimmt und damit die Augen des Betrachters lenken kann.
Total spannend...

26.06.15

Und heute geht es weiter...

Leslie Morgan (Committed to Cloth): Meine Abdrucke von Claudia Helmers Gitter

Ich bin auf dem Sprung ins Textilstudio-Speyer!
Heute beginnt der zweite Teil unseres Druck-Workshops mit Leslie Morgan und Claudia Helmer. Ich bin schon total gespannt! Thema ist weiterhin Reservierung, jetzt aber eingesetzt, um Arbeiten, mit denen man nicht ganz zufrieden ist oder die man verbessern möchte, weiter voranzutreiben.
Das Bild oben zeigt einen der ersten Abdrucke eines Metallgitters, mit dem Claudia eine Breakdowon-Arbeit begonnen hat. Ich rolle hier die noch übrige Farbe, angelöst durch Verdicker, auf einen Stoff.
Nach dem Trocknen wird der Stoff ausgewaschen, wieder in Soda eingelegt und anschließend weiter bearbeitet.
Bin gespannt, wohin die Reise geht...
Wenn ihr dabei sein wollt, schaut immer mal wieder auf Leslies facebook-Seite. Während des Tages werdet ihr laufend Bilder vom Kurs sehen.

24.06.15

Halbzeit einer wundervollen Workshopwoche mit Leslie und Claudia

Ausschnitt aus einem Stoff von Sabine, Foto von Leslie Morgan (Committed to Cloth)

Die ersten drei Tagen waren super toll, ich kann es nicht anders sagen!
Randvoll mit vielen neuen Techniken, zusätzlichen Tipps für die Ausführung, hilfreichem und kompetentem Feedback unserer Kursleiterinnen (wenn man es wünschte), super netten Teilnehmerinnen, von denen man viel lernen konnte... und am Ende hat sogar das Wetter mitgemacht, dass wir noch ein Breakdown Printing einschieben konnten.
Mein Lieblingsthema hatte ich gleich am ersten Tag gefunden: positive und negative, ganz einfache Papierschablonen als Siebmotive. Wie man oben sieht, nicht ausgeschnitten., sondern mit gerissenen Kanten. Mit dieser Methode habe ich zwei Stoffe bedruckt, beide in Gute-Laune-Farben. Beide Stoffe sind noch nicht fertig, und zumindest an einem werde ich in der zweiten Wochenhälfte weiter arbeiten.
Heute, am letzten Tag, habe ich mich noch auf ein weiteres Abenteuer eingelassen und mit einem Stoff begonnen, der nun gar nicht zu meinem üblichen Beuteschema passt. Farblich ist er (im Augenblick noch) scharz-braun-tief magenta. Das Muster ist sehr grafisch-streng und stammt vom Abrollern der Farben eines langen Gitters, das auf einem Breakdownrahmen von Claudia lag.
Es wird also spannend weitergehen...

22.06.15

And so it begins ... Resists at Speyer Studio in Germany with Leslie Morgan und Claudia Helmer

Bild: Leslie Morgan (Committed to Cloth)

Seit heute morgen befinden wir uns wieder im Färberausch!
Leslie Morgan und Claudia Helmer sind für 2 x 3 Tage in Speyer, und wir drucken, sind im Flow, freuen uns an den tollen Arbeiten und haben viel Spaß!
Das Thema der ersten drei Tage sind verschiedene Methoden der Reservierung. Wir drucken mit verdickten Procion Farben und setzen Schicht über Schicht. Da diese Farben halbtransparent sind, ergibt sich so ein wunderbares, tiefes Farbspiel.
Schwerpunkt heute waren einfache Papiermasken und -schablonen auf dem Sieb und/oder dem Stoff sowie Reservierungen mit Tesakrepp.
Wenn ihr uns ein wenig über die Schulter blicken wollt, dann geht in den nächsten Tagen immer mal wieder zu Leslie Morgans facebook-Seite und schaut zu, was wir so machen...

21.06.15

Filzen mit Uli Spiro in Worms

Textilwerkstatt Uli Spiro im Kunsthaus Worms

Uli Spiro bietet in ihrer Textilwerkstatt, die sich im Kunsthaus in Worms befindet, ein vielfältiges Kursprogramm an!
Der Schwerpunkt des Angebots liegt auf Filzen und Nähen. HIER findet ihr Ulis Kursprogramm fürs Filzen.
Wer Uli kennt, kommt immer wieder! Nicht nur, weil sie eine besonders nette und herzliche Kursleiterin ist, sondern vor allem, weil sie sehr kompetent und ideenreich ist. Selbst absoluten Einsteigerinnen verhilft sie zu den notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten, um am Ende des Tages ein tolles Projekt in den Händen halten zu können.
Wenn ihr ein wenig über Uli lesen, einige ihrer Arbeiten sehen und Kontakt mit ihr aufnehmen möchtet, dann schaut mal HIER.

19.06.15

Die Schönheit von Grau und verwandten Farbnuancen

Bild: Ute - Strandspaziergang

Auf diesem Bild von Ute können meine Augen wieder und wieder spazierengehen.
Die feinen Farbnuancen, die vielfältigen Strukturen, die dezenten Kontraste... all dies ist eine wunderbare Inspiration.
Das Bild könnte mich zum Malen oder Zeichnen anregen. Die Formen der Muscheln erinnern an hauchfeines Porzellan. Die Verteilung der Muscheln und ihre unterschiedlichen Größen erinnern mich an ein Klavierstück oder ein Saxophonsolo.
Der kühle, feuchte Sand lässt mich das Meer riechen, was mich wiederum den Wind spüren und hören lässt. Und schon sehe ich vor meinem inneren Auge das graue Meer, Grau in ganz anderen Schattierung als auf dem Bild und dennoch, ich kann sie sehen...
Das ist Erholung pur! Danke Ute!

10.06.15

Gartenmuster bei MüllerinArt


Obwohl zwei der drei verwendeten Siebdruckschablonen nichts mit einem Garten zu tun haben, erinnert mich der Stoff (auch eines der Demostücke, die auf der Nadelwelt in Karlsruhe entstanden sind) an einen sommerlichen Garten.
Zum einen sind es die Doldenblüten, zum anderen sicher auch die Farben des Hintergrunds.
Vielleicht spielen dafür aber auch die Punktefelder eine Rolle, die nicht ganz ausgedruckt sind. Sie könnten Beete darstellen oder Plättchen, auf denen man im Garten zwischen den Beeten und dem Gras spazierengehen kann.
Das dritte Motiv (Loveletter) ist hier weniger als Schrift eingesetzt, eher als Muster: Manchmal dicht übereinander gedruckt, manchmal im rechten Winkel nebeneinander, manchmal partiell übereinander. Dies ergibt einen lebhaften, aber nicht zu wilden Hintergrund.

MusterMittwoch bei MüllerinArt!
Mit dem Mustern lassen wir es sommerlich locker angehen: ein Thema im Monat, wer mag, kann aber mehrfach verlinken.
Schaut immer mal wieder bei Michaela auf der Monatsliste vorbei, es wird immer mal wieder neue Gartemuster geben.


05.06.15

Der Reiz des Zufalls - Abklatsch


Schichten von Abklatsch, Farbauftrag, Abdruck von offenen Schablonen, weiterem Abklatsch

Dieser Stoff zeigt, wie man mehrere Schichten von Abklatsch und weitere Drucktechniken miteinander kombinieren kann.
Der Stoff ist im selben Workshop (Schrift auf Stoffwie im letzten Beitrag erwähnt) von Claudia Helmer im Textilstudio Speyer entstanden. Inzwischen ist er weiter bedruckt, d.h. es gibt keine weißen Stellen mehr. Er war auch schon mit mir in einem Workshop bei Cécile Trentini. Aber ich muss gestehen, fertig ist er immer noch nicht.
Ich mag ihn sehr. Und je lieber ich einen Stoff mag, desto schwieriger wird es für mich, an ihm weiterzuarbeiten.
Cécile zitierte einmal Rayna Gillman, die in einem ihrer Kurse sagte: "... es ist doch bloß Stoff...", um die Teilnehmerinnen zu ermutigen, weitere Schritte zu gehen, zu überdrucken, zu schneiden, neu zusammenzusetzen.
Ja schon, es ist nur Stoff, aber was für einer!!


Schichten von Abklatsch, Farbauftrag, Abdruck von offenen Schablonen, weiterem Abklatsch

03.06.15

Abklatsch - der Beginn eines neuen Stoffes


Abklatsch
In der Literatur übers Schreiben liest man oft von der Furcht des Schriftstellers vor dem weißen Papier. Die Geschichte beginnt mit dem ersten Satz auf der ersten Seite. Mit diesem Satz wird ein Weg gewiesen und eine Stimmung hergestellt. In gewisser Weise ist er entscheidend, und man kann schon lange zögern, ihn aufs Papier zu bringen.

Dieses Gefühl kann einen auch überkommen, wenn man vor einem weißen Stoff steht... mit dem ersten Farbauftrag beginnt der Dialog mit dem Stoff, die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Ich liebe einen Abklatsch, weil dadurch der erste Satz schon geschrieben wurde und ich einem Weg folgen kann.
Besonders interessant ist bei einem solchen Abklatsch, dass der Abdruck spiegelverkehrt ist, dass z.B. bei einer Schrift (wie oben) keine Inhalte zu lesen, sondern Schwünge zu sehen sind. Das macht das Ganze vieldeutiger.

Beim Kramen in alten Bildern habe ich eine kleine Bildfolge gesehen, die bei einem Schrift-Workshop mit Claudia Helmer im Textilstudio Speyer entstanden ist, vielleicht vor etwa 2 Jahren.
Den ursprünglichen (gelb-rot-schwarzen) Stoff seht ihr links. Als die rote Schrift auf diesem Stoff noch feucht war, wurde ein weißes, ähnlich großes Stück Stoff darauf gelegt und die noch nicht getrocknete Farbe vorsichtig abgenommen. Daraus entstand der Abklatsch oben.


Weiter ging es dann mit großen gelben Blockbuchstaben (ganz unten).
Aber dann??

Leider gibt es keine weiteren Bilder, anhand derer ich mich erinnern könnte, was aus dem Stoff anschließend geworden ist.
Weggeworfen habe ich ihn sicher nicht, vielleicht aber weiter so intensiv bedruckt, dass man den Ursprung nun nicht mehr nachvollziehen kann.
Vielleicht wartet er aber auch in einer meiner Kisten, dass ich ihn irgendwann finde.Und wir beide die begonnene Geschichte weiter erzählen können. 
                                                               




01.06.15

Camouflage - Raster kann retten!

Siebdruckschablonen

Einer meiner Stoffe, die am Demotisch auf der Nadelwelt in Karlsruhe entstanden, zeigt ziemlich viele Fehler.
So etwas kann schon mal passieren, wenn man sich mehr auf Gespräche konzentriert als auf das Drucken...
Bei allen Motiven oben kann man Fehldrucke beobachten. Entstanden sind sie dadurch, dass ich, ohne vorher den Farbauftrag zu kontrollieren, die Siebe zu hastig abgenommen habe. An und für sich passiert mir das inzwischen selten bis nie, denn man kann aufgrund der flexiblen Rahmen der Siebdruckschablonen den Druck prima kontrollieren und nachbessern.
Meine Fehldrucke lassen sich besonders gut bei dem Zweig mit den großen Blättern beobachten. Dieses Motiv wurde selten vollständig abgedruckt. Aber auch andere Motive zeigen ausgefranste Ränder und unbeabsichtigte Teildrucke.
Es gibt Stoffe, die man durch intensives Überdrucken retten kann. Weil hier aber sowohl die Grundfärbung schon sehr dunkel war wie auch die vielen dunklen Motive dicht über den Stoff verstreut sind, kam das nicht in Frage.
Deshalb habe ich es mit Camouflage, einer optischen Tarnung des Fehlers, versucht.
Verwendet habe ich dazu das feine Raster, eines meiner Lieblingsmotive, das sich sehr vielseitig einsetzen lässt.
Der Hintergrund war mit Schwarz und Zitronengelb von Procion MX eingefärbt worden. Das ergab eine ganz eigentümliche Atmosphäre, irgendwie nebelig, dunstig. Das Zitronengelb de Färbung habe ich aufgenommen und zum Drucken des Rasters verwendet. Platziert wurde das Muster sehr flächig, aber unregelmäßig,  über den Stoff, vor allem aber über die Fehldrucke. Da Dekaprint halbtransparent angemischt ist, drängt sich ein zitronengelber Druck nicht in den Vordergrund, sondern verschmilzt mit den Färbungen und Drucken, die darunter liegen.
Jetzt wirken die feinen Rasterpünktchen ein bisschen wie feuchter Tau auf den Blättern, unterstützen die tropische Atmosphäre und lenken von den Fehldrucken ab. Glück gehabt!

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