30.05.15

Warum eigentlich einen Stoff selbst bedrucken?

Punktemuster, gedruckt mit Gegenständen aus dem Haushalt  und Procion MX (Ausschnitt, s.u.)

Warum eigentlich einen Stoff bedrucken, wo es doch so eine unendliche Vielfalt von fertigen Stoffen in allen möglichen Farbzusammenstellungen und Mustern gibt?
Der Preis ist nicht wirklich ein Argument, denn ein guter, ungefärbter Stoff hat auch seinen Preis. Und eine gute Qualität sollte es schon sein, wenn man sich die Mühe macht, selbst Hand anzulegen.

Einmaligkeit
Ich glaube, es ist die Freude, etwas ganz Individuelles herzustellen. Einen Stoff zu schaffen, den es eben nicht an jeder Ecke gibt. Vergleichbar ist es mit dem Nähen: es gibt ja unendlich viele tolle Kleidung in allen Preisklassen zu kaufen. Dennoch macht das Nähen sehr vielen Frauen so viel Freude, dass sie sich teure Nähmaschinen kaufen, Schränke voller Stoffe horten und viel, viel Spaß damit haben.
Neulich habe ich aber darüber gelesen, dass es bei gekauften Stoffen auch so etwas wie ein gefühltes Verfallsdatum gibt.
Zuerst war ich erstaunt, konnte mir das kaum vorstellen. Aber beim Weiterlesen war das dann doch für mich nachvollziehbar: so etwas entsteht, wenn man ein bestimmtes, beliebtes Muster auf vielen, vielen Blogs verarbeitet sieht. Mit einem selbst gestalteten Stoff wird euch das nicht passieren - dieser Stoff ist ganz euer eigener, er ist einmalig, die Freude daran bleibt!

Weg
Für mich persönlich ist es aber weniger das Ergebnis, das zählt, es ist vielmehr der Spaß an der Farbe und am Mustern, der mich immer wieder an Stoff und Farbtöpfe treibt.
Ich kann freudige Herzklopfen bekommen, wenn sich ein toller, unerwarteter Farbkontrast ergibt (ich gehöre mehr zu den Spontanen als zu den Planern). Wenn sich nach dem ersten Farbauftrag ein Weg für das weitere Vorgehen öffnet, beginnt der Flow: ich bin entspannt und genieße die Arbeit.
Und ich muss zugeben, sobald die ersten Schwierigkeiten auftreten und sich Fehler zeigen, mag ich auch das: die Herausforderung, aus etwas nicht ganz Gelungenem oder sogar Misslungenem etwas zu machen, was mir dann doch gefällt, macht mir Spaß.

Punktemuster mit Gegenständen aus dem Haushalt.
Gegenstände aus dem Haushalt
Es gibt ja unendlich viele Möglichkeiten, Stoffe selbst zu gestalten. Schon alleine das Färben oder färberisch gestalten, eröffnet ein riesiges Feld.
Nimmt man noch das Malen, Spachteln, Schreiben, Sprühen, Drucken hinzu und die Varianten, die sich mit speziellen Farben und zusätzlichen Hilfsmitteln ergeben, wird einem nie langweilig...

Besonders interessant aber finde ich, wenn man mit wenig Mitteln etwas ganz Eigenes, Individuelles schaffen kann.
Das ist es, was mich am Arbeiten mit Gegenständen aus dem Haushalt fasziniert. Eimnfach nehmen, was herumliegt und loslegen!
In den wenigen Stunden an Pfingsten konnte ich längst nicht alles ausloten: Schnüre und Gummis sind z.B. unglaublich vielseitige Werkzeuge, und ich habe sie bisher kein einziges Mal eingesetzt. Stempel aus Gemüse habe ich noch nicht eingesetzt. Und ich würde zu gern einmal geformte Gegenstände wie z.B. Schlüssel oder Scheren ausprobieren.

Links und oben ist noch einmal ein Stoff aus leichtem Baumwollbatist zu sehen, den ich mir gut als Schal oder als Oberteil denken kann.
Der Untergrund besteht aus einem "Abklatsch" (gibt es dafür einen professionellen Begriff?): ich nehme gerne mit einem frischen Stück Stoff überschüssige Farbe von einem noch feuchten Stoffdruck ab. Das gibt immer eine interessante Vorlage, sozusagen ein Gerüst, mit dem man weiterarbeiten kann.
Hier war es ein roter, noch feuchter Schwammdruck den ich mit Baumwollbatist abnahm. Da dieser "Abklatsch" eher rechteckig geformt war, habe ich mich für die Druckfolge für ausschließlich runde Formen entschieden.
Als Stempel dienten eine Ansteckplakette aus Metall (Reklame-Button), die Rückseite verschiedener Stifte und die Rückseite eines Holzstäbchens. Gedruckt wurde mit angedickter Procion MX-Farbe.

Workshop in Mannheim
Wer Lust hat, auch mal solche Stoffe zu gestalten, kann sich zum ersten Workshop im Werkladen in Mannheim anmelden (Samstag 13.6.2015):
Bitte per Mail: jeromin@jeromin-shop.de.

29.05.15

Vielseitige Fundstücke aus Küche, Bad & Büro, mit denen man Stoff bedrucken kann, Teil II - Stoffe für Bekleidung

Stempeldruck und Monoprint mit einfachen Gegenständen aus dem Haushalt (Procion MX)

Dieser Stoff stammt auch aus meinem Schaffensrausch vom Pfingstwochenende, und er fällt ganz anders aus als der, den ich gestern gezeigt habe.
Gedruckt ist er auf einem weichen Baumwollbatist, ein toller Sommerstoff für Bekleidung und Vorhänge. In Indien werden übrigens daraus Saris genäht.
Hier habe ich folgende Gegenstände verwendet: Verpackungsfolie, zurechtgeschnittener Haushaltsschwamm, Fliegenschwamm vom Auto, Rückseite eines Stifts, ein Stück Plastik für Monoprint.

Wer Lust hat, auch mal solche Stoffe zu gestalten, kann sich zum ersten Workshop im Werkladen in Mannheim anmelden (Samstag 13.6.2015):
Bitte per Mail: jeromin@jeromin-shop.de.

28.05.15

Vielseitige Fundstücke aus Küche, Bad & Büro, mit denen man Stoff bedrucken kann

Stempel aus der Küche: verschiedene Deckel, verwendet für Monoprint mit Procion MX

Unser erstes Thema im Kursprogramm vom Werkladen in Mannheim beschäftigt sich mit Gegenständen aus dem Haushalt/Büro, die sich zur Stoffgestaltung verwenden lassen (Samstag, 13.6.).
Über Pfingsten habe ich einige zusammen gesammelt und ausprobiert, und ich kann sagen: total vielseitig!
Die Möglichkeiten erweitern sich dadurch, dass man mit vielen Gegenständen nicht nur einen Stempeldruck durchführen, sondern sie auch als Träger für Monotypie (wie hier) heranziehen kann. Mit anderen Gegenständen kann man auch noch schreiben, kritzeln, Farbe aufstreichen... ich hatte ein WOW-Erlebnis nach dem anderen.
Für den Stoff oben habe ich unterschiedliche Deckel aus Metall und Plastik verwendet, die Farbe auf verschiedene Art und Weise aufgebracht und dann übereinander gedruckt.

Wofür eignet sich der Stoff?
Die Ergebnisse solcher Stoffdrucke sind wirklich extrem vielseitig!
Für mich war das Experimentieren am wichtigsten, deshalb habe lustvoll einfach vor mich hin probiert und mich an den Resultaten gefreut! Was ich mit den Stoffen später anfangen möchte, stand an zweiter Stelle. Das ist die erste Möglichkeit des Vorgehens.

Man kann aber auch umgekehrt vorgehen und sich fragen, wofür sich der Stoff später eignen soll: eher für Patchwork und Artcloth, mehr für einen Schal oder doch sogar für ein Oberteil? Dann sind die folgenden Überlegungen wichtig:
Farbe. Der Stoff oben z.B. ist schon ziemlich extrem. Er wäre möglicherweise für Patchwork oder Artcloth geeignet (oder ich nehme ihn zum "Fixing-it" Workshop von Leslie und Claudia nach Speyer mit und lasse mich dort inspirieren). Solch knallbunte Stoffe können auch tolle Accessoires zu dunkler, unifarbener Bekleidung ergeben!
Wären die Farben weniger laut und intensiv, könnte ich mir mit dieser Technik durchaus auch einen Bekleidungstoff vorstellen.
Art und Größe des Musters. Auch das ist ein wesentliche Eigenschaft, die den künftigen Einsatz eines Stoffes mitbestimmen kann. Es gibt dafür allerdings meiner Ansicht nach kein allgemeines Gesetz, man muss das -in Zusammenhang mit der Wahl der Farbe- jeweils abwägen.
Stoff. Die Wirkung von Muster und Farbe hängt stark vom Stoff ab. Für den Stoff oben wurde der beliebte, überbreite Baumwollsatin verwendet. Für ein anderes Muster habe ich Bourette 34, für ein weiteres einen Baumwollbatist. Beide Ergebnisse haben mit gut gefallen und würden sich für Bekleidung prima eignen. Ich zeige sie in den nächsten Tagen.





27.05.15

Neue Holzstempel aus Indien

Servietten aus Baumwolle, mit Procion MX gefärbt und bedruckt

Ich bin bekennender Paisley-Fan! Von diesem zeitlosen Motiv kann ich nicht genug bekommen. Ich liebe Paisleys auf Tüchern, Vorhängen, Schals - im Wohnbereich und auf Bekleidung.
Deshalb freue ich mich immer, wenn wir neue Stempel bekommen.

Links seht ihr unser größtes Paisley-Motiv. Gedruckt habe ich mit einer Mischung von Deka Permanent Stoffmalfarbe mit viel Weiß und etwas Rot. Die Farbmischung wurde mit einem Haushaltsschwamm aufgetupft.




Das etwas kleinere Paisleymotiv wurde in Schwarz gedruckt - auf dem Rot des Stoffs ergibt das Schwarz einen schönen Kontrast.

Das dritte Motiv besteht aus einem Ornament, in dem sich ein kleiner Vogel, ein Pfau, verbirgt. Das ist so geschickt gemacht, dass man es wirklich kaum sieht.
Die Stempel sind sehr gut gearbeitet und eignen sich zum Drucken auf Stoff und Papier. Auch Ton lässt sich gut damit mustern.

Noch einmal kurz die Tipps für einen guten Druck auf Stoff:
  • weiche Druckunterlage
  • eher wenig Farbe vorsichtig auf den Stempel tupfen
  • die ersten Drucke als Probedrucke setzen
  • dann den Stempel auf den Stoff platzieren, fest aufdrücken und ein paar Sekunden auf dem Stoff halten und ruhen lassen
  • den Stempel vorsichtig abnehmen
  • wieder ein wenig Farbe leicht auftupfen usw.
Wir haben nur eine kleine Menge dieser Stempel. Lieferung solange der Vorrat reicht.


26.05.15

Siebdruckschablonen kennenlernen
mit einem Motiv und zwei Farben drucken

Vorführung auf der Nadelwelt: eine Siebdruckschablone, die Farben wurden auf dem Sieb gemischt

Auf der Messe "Nadelwelt", beim Vorführen unserer Siebdruckschablonen, muss es schnell und einfach gehen, denn das Gespräch mit den Kundinnen hat Vorrang. Dennoch fallen die meisten Drucke ganz ok aus. Ich zeige sie euch in den nächsten Tagen und erzähle auch, wie sie gemacht wurden.
Meistens drucke ich auf Stoffen, die Brunhilde und ich wegen Färbefehlern aussortiert haben: sie zeigen z.B. mal unerwünschte Flecken, oder die Färbungen waren unregelmäßig usw. also Stoffe, die wir nicht zum Kauf anbieten. Durch Bedrucken kann man aus Fehlfärbungen in hübsche Stoffe verwandeln.
Normalerweise druckt man von hell nach dunkel. Hier habe ich versehentlich im Eifer des Gefechts mit dem dunklen Rot begonnen und nach und nach Gelb hinzu gegeben. Ich habe weder das Sieb zwischendurch ausgewaschen noch den Schwammroller gewechselt. Gedruckt wurde mit Dekaprint.
Prinzipiell kann man die Siebdruckschablonen auf beiden Seiten verwenden, natürlich muss man vorher säubern. Leben kommt dadurch ins Design, dass man das Sieb in alle mögliche Richtungen wendet und dann druckt.

Hier kommen, nach Datum geordnet, unsere Kurse, bei denen man das Drucken mit Siebdruckschablonen kennenlernen kann
Sa + So: 6. + 7. Juni in Speyer - 2 Tage Siebdruckschablonen - das volle Programm!
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alle Mannheim-Workshops sind HIER gelistet:
Sa: 11. Juli in Mannheim - Tageskurs: Siebdruckschablonen + Schals
Do: 27. August in Mannheim; Minikurs, 4 Stunden: Siebdruckschablonen kurz + bündig
Do: 24. September in Mannheim; Minikurs 4 Stunden: Siebdruckschablonen kurz + bündig
Wir würden uns freuen, euch zu sehen!

22.05.15

Farbe & Stoff
NEU! Kurse im Werkladen in Mannheim

Das war Claudia Helmers Arbeitstisch, als sie im letzten Jahr den Kurs MARK MAKING bei uns durchgeführt hat.
Mit solchen und ähnlichen Stempeln aus Küche, Bad und Büro starten wir am 13. Juni!

Einige von Euch haben es vor ein paar Tagen schon gesehen, und andere wurden auf der Nadelwelt in Karlsruhe darauf ausmerksam: Ab Juni bieten wir auch Kurse in Mannheim an!
Neugierig?

Was ist das Besondere an den Mannheimer Kursen?
Im Zentrum stehen Farben und Stoff!
Im  Werkladen in Mannheim sollen vor allem kurze Workshops und Miniworkshops stattfinden. Sie dauern zwischen drei Stunden bis maximal einen Tag.
  • zum schnellen Ausprobieren ("Probieren geht über Studieren...")
  • zum Reinschnuppern in ein Thema ("Macht mir das überhaupt Spaß?"), 
  • zum komprimierten Kennenlernen einer Technik ("Wie geht das genau? Was braucht man dazu?")
  • zur Inspiration ("Ich würde gerne mal wieder eine neue Technik kennenlernen")
  • zur Erholung und Aufmunterung ("Ich bin so eingespannt im Alltag und habe wenig Zeit. Ich suche etwas, was mir Spaß macht.")
  • für Kunsthandwerkerinnen, die auf Märkte gehen ("Ich habe meinen Stil gefunden, aber ich würde meine Sachen gerne mit etwas Neuem aufpeppen")
  • für alle, die gerne experimentieren 
  • für alle, die zu Hause zu wenig Platz haben
  • für alle, die gerne mit Gleichgesinnten Spaß haben möchten!!!

Farben, Stoff & Nadel... Kursthemen in Mannheim
  • Drucken auf Stoff mit selbstgemachten Stempeln, Siebdruckschablonen, offen geschnittenen Schablonen, Monoprint/Monotypie, Druck mit Pflanzen und Blättern...
  • Ecoprint und andere Techniken der Pflanzenfärberei
  • Foto/Bild auf Stoff mit Lavendelöl, Acryl-Medium, Bügelfolie, Cyanotypie...
  • Malen und Kritzeln auf Stoff mit dicken Pinseln, dünnen Pinsenl, Spachtel, verdickter Farbe, flüssiger Farbe, Stiften, Kreiden, Linerfläschchen....
  • Geschichten erzählen auf Stoff durch Collagen und der Kombination verschiedener Techniken und Materialien
  • Geschenke und Projekte herstellen wie Schals, Kissen, Taschen...
Kursort
Der Kursort ist unser Geschäft WERKLADEN TEXTIL in der Mannheimer Innenstadt in A3,5 (Nähe Schloss, neben der Jesuitenkirche). Ja, diese komische Adresse ist richtig: In der Mannheimer Innenstadt gibt es seit dem 18 Jhdt. keine Straßennamen sondern Quadrate (nummerierte Häuserblocks).
Unser Geschäft ist im dritten A-Quadrat, 5 ist unsere Hausnummer.
Gute Parkmöglichkeiten gibt es in mehreren Parkhäusern ganz in der Nähe. Vom Bahnhof aus sind es etwa 15 Gehminuten oder nur 3 Haltestellen mit der Straßenbahn (mehrere Bahnlinien) entfernt.
Aus der weiteren Region, z.B. von Stuttgart, Frankfurt oder dem Saarland aus, ist Mannheim mit Bahn und Auto sehr schnell zu erreichen, so dass ein Kursbesuch ohne Übernachtung gut möglich ist.

Kursprogramm
Unser Kursprogramm ist online!
Bitte meldet euch schriftlich an: jeromin@jeromin-shop.de.
Wir freuen uns auf euch!



20.05.15

Menschenmuster - MusterMittwoch bei MüllerinArt

Brunhilde Scheidmeir: Siebdruck + Netzdruck auf Baumwollsatin
Glück im Unglück: auch dieser Stoff geriet zunächst zur Enttäuschung und hat uns (Brunhilde und mir) dadurch zu viel neuem Wissenszuwachs verholfen (ihr wisst schon: den Fehler willkommen heißen...).
Der Untergrund ist eine Procion MX Färbung.
Unglück: zu viel und zu flüssige Entfärbepaste mit zu viel Druck durch die Siebdruckschablone auf den Stoff gebracht... es entstanden wenig gemusterte, helle Flächen auf dem Stoff.
Glück: Nach dem ersten Ärger haben wir den Übereinanderdruck entdeckt. Brunhilde hat die hellen Flächen mit derselben Siebdruckschablone und DekaPrint schwarz überdruckt.

Ihr seht hier nur einen Ausschnitt vom Stoff, der im Ganzen eine Musterung durch solche Drucke erfahren hat. Die Kundin, die den Stoff später gekauft hat, wollte daraus eine Jacke für ein kleines Mädchen nähen.

Solche differenzierten Gesichter sind tatsächlich nicht ganz einfach zu drucken, bzw. die Mimik fällt immer ein wenig unterschiedlich aus, je nachdem, wieviel Farbe mit welchem Druck auf den Stoff gebracht wird (und natürlich spielt auch der Stoff selbst eine große Rolle).
Hier noch ein Beispiel verschiedener Versuche von diesem Wochenende:



Michaela von MüllerinArt sammelt heute wieder Muster zum Thema Menschen.
Unbedingt reinschauen! was man zu sehen bekommt ist von der Herangehenweise immer ganz unterschiedlich und immer inspirierend! Viel Spaß dabei!

19.05.15

Verdicker - erstmal ein Überblick

Angerührtes Alginat (Manutex RS)
Will man mit Farbpulver, Entfärbesalz oder flüssiger Farbe drucken, darf die Farbe nicht mehr fließen. Man benötigt einen Verdicker.
Verdicker sind ein wirklich interessantes und umfangreiches Thema! So umfangreich, dass ich euch heute hier erst einmal einen Überblick verschaffe.
Aus der Küche kennt man ja verschiedene Substanzen, mit denen Soßen und ähnliche schmackhafte Flüssigkeiten angereichert werden, um sie dickflüssig oder zähflüssig zu machen oder sie gar erstarren zu lassen.
So geht man auch bei der Stoffgestaltung vor: flüssige Farblösungen oder Farben werden mit unterschiedlichen Verdickern gemischt, um sie dick- oder zähflüssig zu machen, damit sie sich für spezielle Anwendungen (z.B. fürs Drucken) besser eignen.

Verdickergels & Verdickerpulver
  • Viele fertige Gels (transparent) sind meist auf spezielle Farben und auf spezielle Vorhaben hin eingestellt (mal flüssiger zum Malen, mal pastoser zum Drucken). In der Regel gehören zum Zubehör der entsprechenden Farben (Beispiel: Verdicker von Seidenfarben, z.B. Javana von Kreul).
Diese fertigen Verdicker sind eigentlich eher fürs Malen gedacht, sie können aber auch mal zum Stempeldruck verwendet werden. Für Siebdruck sind sie weniger gut geeignet, dafür sind sie zu flüssig eingestellt.
Ich habe solch ein fertiges Gel dennoch schon das eine oder andere Mal, wenn es sehr schnell gehen musste, mit Entfärbesalz versetzt und verwendet, aber diese Mischung hält in der Regel nicht lange, sie wird schnell flüssig.
Fertige Gels gehören in der Regel zur Gruppe der synthetischen Verdickern, sind meist wasserlöslich und damit -nach der jeweiligen Farbfixierung- wieder auswaschbar.
Verdickerpulver Alginat
  • Verdickerpulver gehören zu den natürlichen Verdickern. Meine eigenen Erfahrungen beruhen hauptsächlich auf dem Alginat und unserem Universalverdicker, aber es gibt viele mehr. Eine Menge stammen tatsächlich aus der Küche wie z.B. Mehl, Kartoffelstärke, Pfeilwurzelmehl, verschiedene Dextrine usw. andere von Harzen (z.B. Gummi Arabicum).
Jedes dieser Verdickerpulver hat spezielle Eigenschaften, die sie für das eine oder andere Projekt besonders geeignet macht. 
Nicht alle eignen sich z.B. für das Mischen mit Entfärbesalz oder anderen Chemikalien, nicht alle lassen sich gleich gut auswaschen. Allen gemeinsam ist aber, dass man sie mit Wasser zu genau der Konsistenz anrühren kann, die man braucht,. und das macht sie so praktisch! Außerdem sind sie sehr preiswert!
Andererseits: ein ganz genaues Rezept, das immer und überall gilt, gibt es leider nicht.
Aber nicht tragisch: die Verdickermixturen lassen sich durch Hinzufügen von weiterem Pulver zäher machen bzw. durch Hinzufügen von Wasser oder Farbflüssigkeit verdünnen.

Verdickerpasten machen Farben heller. 
Farblösung bzw. Chemikalien machen Verdickerpasten flüssiger
Egal, ob man mit einer selbst angerührten Verdickerpaste arbeitet oder einer fertig gekauften: das Mixen ändert sowohl die Farbe als auch die Konsistenz des Verdickers.
Eine Farbe wird durch Zugabe von Verdickerpaste heller, vergleichbar mit der Zugabe von Wasser.
Eine Verdickerpaste wird durch Zugabe von Farblösung flüssiger, vergleichbar mit der Zugabe von Wasser.
Ebenso zeigt die Zugabe von Chemikalien, wie das Einrühren von Entfärbesalz, eine Wirkung: sie macht die Paste flüssiger.
Es sind also die einfachen Korrekturmöglichkeiten, die den Einsatz von Verdickerpulver so besonders praktisch machen!

Ruhen lassen
Jedem angerührten Verdicker, vor allem aber den Mixturen von Verdicker und Farbe oder Verdicker und Entfärbesalz, tut es gut, wenn sie ein wenig ruhen dürfen. Dabei lösen sich eventuelle Klümpchen vollends auf, und die Bestandteile der Mixtur verbinden sich. Früher sagten wir über Nacht, in letzter Zeit haben wir festgestellt, dass auch 2-3 Stunden eine ausreichend lange Zeit darstellen.

Aufbewahren
Als Pulver sind Verdicker mehr oder weniger unbegrenzt lagerfähig, so lange keine Feuchtigkeit daran kommt. Angerührte Verdickerpasten halten mehrere Wochen, manchmal sogar Monate, vorausgesetzt der Vorratsbehälter ist sauber und geschlossen und steht kühl.
Die Mischung von Verdicker mit Färbesalz hält nur wenige Tage. Eine solche Mixtur riecht im frischen Zustand schon nicht angenehm. Wenn sie aber kippt oder bereits gekippt ist. wandelt sich der Geruch von unangenehm zu sehr unangenehm, und die Mixtur wird deutlich flüssiger. Man merkt das also deutlich.
Deshalb immer wenig anrühren und schnell verbrauchen.
Eine Mischung von Verdickerpaste und Procion MX hält sich unserer Erfahrung nach dagegen durchaus 2-3 Wochen, manchmal sogar länger. Voraussetzung wie oben: ein sauberes, verschlossenes Gefäß und kühle Temperatur. und natürlich darf die Mischung nicht mit Soda in Kontakt gekommen sein!!
Eine Mischung Verdicker mit Säurefarben (dampffixierbare Seidenfarben) habe ich nie länger als 2-3 Tage aufbewahrt, da ich immer nur sehr kleine Portionen angerührt hatte. Ich denke mal, dass sich diese Mischungen ähnlich wie solche mit Procion verhalten. Hat jemand von euch Erfahrung?

Grundrezept Universalverdicker für kleine Mengen
200ml (warmes) Wasser, 3 gehäufte Teelöffel Verdickerpulver. Das Pulver langsam ins Wasser rieseln lassen und rühren. Am besten mit einem kleinen Scheebesen. Dies ergibt eine Mischung wie flüssiger Honig. Diese Mischung eignet sich ausgezeichnet zum Malen, Schreiben und Drucken mit Stempeln.
Für Siebdruckschablonen gebe ich weiter Pulver hinzu, damit die Mischung deutlich zäher wird.Wieviel hängt davon ab, welche Art von Farbe/Chemikalie ich beimische: man muss einfach ein wenig probieren.
Meistens rühre ich mir für ein Wochenende 400ml bis 500ml an, es kommt auf das Projekt an.
Dieses Verdickerrezept verwende ich vor allem für die Mischung mit Entfärbesalz und verwende die Mixtur, um mit unseren Siebdruckschablonen zu drucken (die Mischung lässt sich besonders gut aus dem Sieb entfernen).
Das Grundrezept eignet sich aber auch für einen Mix mit Farben, z.B. mit Procion MX oder Seidenfarben.

Grundrezept Alginat für kleine Mengen
Für die vergleichbare Menge von 200ml Wasser findet ihr hier ein abgewandeltes, total praktisches Rezept von Leslie Morgan: 200ml warmes Wasser, 10g Urea, 5-7g Alginat. Gut mit einem kleinen Schneebesen verrühren. Auch hier wieder kurz stehen lassen, das tut dem Verdicker gut.
Wenn man Verdicker für das Mixen mit Farben anrührt, geht man meistens von größeren Mengen aus, wie zum Beispiel 1-5 Liter Verdickerpaste.
Diese Mischung verwenden wir für das Mischen mit Procion MX (dieser Mix geht auch gut mit unseren Siebdruckschablonen) und mit Entfärbesalz dann, wenn nicht mit unseren Siebdruckschablonen gedruckt werden soll (z.B. mit Stempeln, Schablonen oder Thermofax).

Nicht nur Pasten...
Dass man mit wasserlöslichen Verdickern nicht nur Farb- oder Entfärbepasten herstellen kann, sondern sie auch als Gestaltungsmittel für Stoffe einsetzen kann, das werde ich ein anderes Mal erklären und zeigen.
Wie oben schon gesagt: Verdicker sind ein wirklich interessantes und umfangreiches Thema...



18.05.15

Ein großes Dankeschön an alle, die bei uns auf der Nadelwelt waren!

Gestern ging die Nadelwelt zu Ende. Schnell, bevor uns der Alltag wieder einholt, möchte ich allen danken, die daran beteiligt waren, dass es wieder drei tolle Tage für uns geworden sind!
So viele nette und interesante Begegnungen mit Freundinnen, Kursteilnehmerinnen und Kundinnen, mit denen wir freundschaftlich verbunden sind und mit Kolleginnen und Kollegen, die wir sehr mögen und mit denen wir uns austauschen konnten.
Wunderbar war es, dass auch so viele neue Gesichter an unseren Stand kamen! Toll sind immer die Anregungen, die wir durch eure Fragen und Tipps mitnehmen dürfen.
Und danke dafür, dass so viele von euch erzählt haben, dass sie Blogleserinnen sind! Das motiviert mich wirklich!!!
Die Nadelwelt ist nicht umsonst deshalb so toll, weil man hier so viele Menschen trifft, die Textiles ebenso lieben wie wir!
Wir möchten uns ganz herzlich bedanken bei allen, die bei uns eingekauft haben! Wir hoffen, ihr habt viel Freude mit den Stoffen, Farben und Sets und macht schöne Sachen daraus. Wie immer freuen wir uns über Mails und Fotos. Und falls beim Arbeiten Fragen auftauchen, bitte melden!!
Mit diesem Beitrag möchte wir überhaupt allen danken, die eine Eintrittskarte gekauft und die Nadelwelt besucht haben..Damit helft ihr mit, dass eine solche Messe, die mit viel Arbeit und Aufwand aller Beteiligten verbunden ist, weiter bestehen kann, und dass die textile Szene eine lebendige bleibt!



15.05.15

Ab heute geht es drei Tage rund... erste Eindrücke von Gudrun Heinz von der Nadelwelt

Heute beginnt die Nadelwelt in Karlsruhe!
Vorgestern und gestern haben wir den Stand aufgebaut, und immer noch fehlen Kleinigkeiten. Deshalb sitze ich jetzt auch schon um 5 Uhr morgens am PC, um die letzten Infoblätter, Preisschilder usw. noch vor der Fahrt nach Karlsruhe ausdrucken zu können. Gestern war ich dazu einfach zu müde.
Eben habe ich entdeckt, dass Gudrun Heinz auf dem Bernina-Blog gestern schon die Fotos von den Ausstellungen gemacht und ihre ersten Eindrücke geschildert hat.
Hier der Link, viel Spaß dabei!
Und wenn ihr die Nadelwelt besucht: kommt am Stand E2.2 vorbei - da finder ihr uns. Wir freuen uns auf euch!



13.05.15

Ab heute auf der Nadelwelt in Karlsruhe


Bis zum Sonntag sind wir auf der Nadelwelt in Karlsruhe 
zu finden, wie im letzten Jahr am Stand E2.2.
Deshalb ist während dieser Zeit das Telefon nicht besetzt, und wir können auch keine Versendungen durchführen.
Abends beantworten wir Mails und Bestellungen.
Ab Dienstag, den 19. Mai geht dann alles wieder in geregelten Bahnen...


11.05.15

Ahorn auf Eisen - ein Stoff von Brunhilde Scheidmeir


Nur noch wenige Tage bis zur Nadelwelt... keine Zeit für einen Artikel... aber Zeit für einen Gruß von uns allen!
Solche Stoffe (und vieles andere mehr) gibts auch auf der Nadelwelt auf unserem Stand in E2.2!

08.05.15

Alte Färbebücher, neuer Ecoprintkurs und wunderbare naturgefärbte Stoffe auf der Nadelwelt!


Brunhilde Scheidmeir: Alles Natur! Ecoprint und Pflanzenfarben auf Wolle!

Der folgende Artikel meines Bruders Fritz stammt aus unserem alten Blog. Auch diesen Artikel möchte ich retten, denn er enthält eine wichtige Literaturquelle für alle, die sich für das Färben mit Pflanzen interessieren!

Alte Färbebücher aus dem 18. und dem 19 . Jahrhundert sind eine wunderbare Quelle für gute Rezepte, wenn Ihr Euch für Naturfarben interessiert. Solche Bücher waren im Original oft sehr teuer, denn sie enthielten das gesammelte Wissen, um eine gewerbliche Färberei aufzubauen. Bücher vom Ende des 19. Jahrhunderts sind relativ einfach zu finden - sei es auf Antiquitätenmessen oder in großen Bibliotheken. Etwas schwieriger wird es, ältere Bücher in deutscher Sprache zu finden, die für heutige Färber noch einen Wert besitzen.
Ein besonders schönes Buch heißt “Neues Englisches Färbebuch oder gründliche Untersuchungen über die Natur beständiger Farben und der besten Verfahrungsart, solche in der Färberei und Cattundruckerei hervorzubringen” von Edward Bancroft, das im Jahr 1817 auf deutsch herausgegeben wurde.
Zu diesem Zeitpunkt war das zweibändige Werk (~1000 Seiten) schon mehr als zehn Jahre in englischer Sprache erhältlich und hatte für Furore gesorgt! Bancroft gehörte zu den ersten Färbern, die sich für für die chemischen Zusammenhänge des Färbens interessierten, und er hatte eine vorzügliche Spürnase, wenn es darum ging, neue Färbepflanzen zu entdecken. Es gäbe eine Menge über Bancrofts abenteuerliches Leben zu berichten: neben seinen Tätigkeiten als Wissenschaftler und als gerissener Händler für Färberdrogen arbeitete er auch als Spion!
Bancrofts Buch liest sich noch jetzt, nach 200 Jahren, sehr gut und steckt voller schöner Beschreibungen von Gegenden, in denen Färbepflanzen angebaut oder wo besonders einfallsreiche Färbetechniken entwickelt wurden. Es werden eine Unmenge von Färbepflanzen besprochen, Rezepte beschrieben und viele Beizmischungen aufgeführt. Über lange Jahrzehnte galt Bancrofts Buch als führend.
Vor ungefähr 30 Jahren bekamen wir dieses Buch als Kopie einer Kopie ausgeliehen. Heute ist das “Neue Englische Färbebuch” digitalisiert und kann im Netz bequem gelesen werden. Und seit kurzem gibt es sogar eine Taschenbuchausgabe (746 Seiten), die in den USA speziell für deutsche Leser hergestellt wird.

Kaum zu glauben, aber wirklich wahr: alles Natur! Ecoprint und Pflanzenfarben auf Wolle von Brunhilde Scheidmeir


NEUER ZUSATZTERMIN FÜR ECOPRINTKURS
Da der Oktoberkurs "Ecoprint - das volle Programm" ausgebucht ist, aber weiter Nachfrage besteht, haben wir im September einen Zusatztermin eingerichtet.
Dieser neue Termin findet, ebenfalls als 3-Tage-Kurs, von Freitag bis Sonntag (18. - 20. September 2015) im Textilstudio Speyer statt. Wie immer von Brunhilde und Fritz geführt, ein Workshop, der für Anfänger und für Fortgeschrittene gleichermaßen empfehlenswert ist!

TRAUMHAFTE NATURGEFÄRBTE STOFFE AUF DER NADELWELT IN KARLSRUHE
Jetzt sind es nur noch wenige Tage bis zur Nadelwelt, die am kommenden Freitag wieder für drei Tage ihre Tore öffnen wird.
Wir sind, wie schon im letzten Jahr, auf dem Stand E2.2 zu finden. Ich zeige dort das Arbeiten mit Siebdruckschablonen und das Drucken mit Holzstempeln (das ist ein mehrmals täglich stattfindender "Miniworkshop" an unserem Stand, bei dem Ihr das Drucken selbst ausprobieren könnt).
Wir haben viel Neues dabei, aber was mir selbst total gut gefällt, das sind die neuen naturgefärbten Stoffe von Brunhilde. Sie sind wirklich eine Pracht! 
Ich will nicht zu viel verraten, aber es lohnt sich zu kommen! 
Sie hat Effektfärbungen gezaubert, die ich im Pflanzenfärbebereich noch nie gesehen habe. 
Sie zeigt außerdem atemberaubend schöne Roststoffe und Kombinationen von Rost und Ecoprint, die einzigartig sind! 
Kommt unbedingt vorbei, wir freuen uns auf Euch!

NEU:
Ab Juni auch Kurse in Mannheim!
Hier der Link zu unserem Kursprogramm im Werkladen in Mannheim, für das ihr euch ab sofort anmelden könnt.

07.05.15

Neue Motive bei den Siebdruckschablonen, neue Angebote


Heute melde ich mich nur ganz schnell, denn wir sind mitten in den Vorbereitungen für die Nadelwelt. Das ist in jedem Jahr ein gewaltiger Kraftakt für uns, aber wir freuen uns total, wieder viele alte Bekannte und Kursteilnehmerinnen zu treffen und viele neue Menschen kennenzulernen!

Die Nadelwelt findet vom 15.- 17. Mai 2015 (Freutag bis Sonntag) in Karlsruhe statt.
Ihr findet uns wieder am gleichen Standort wie beim letzten Mal: E2.2.

Zum Schauen und Bestellen:
unsere neuen Angebote, unter anderem mit vielen neuen Motiven zum Drucken!
Hier noch eine kurze Linkhilfe:
Neuheiten, Schals und Stoffe, die vielseitige Seiden- und Wollfarbe DupontSprühkleber für Schablonen, die tollen, preiswerten Kissen, Entfärbeset, Lavendelset, Zubehör zum Malen und Zubehör zum Färben.



05.05.15

reservieren = frei halten/abdecken

Negativ und Positiv

Beschäftigt man sich mit dem Gestalten von Stoffen, ist das Thema "Reservierung" sehr wichtig.
Reservieren bedeutet, dass man bestimmte Stellen des Stoffs abdeckt, so dass diese keine Farbe annehmen können.
Positiv bedeutet in dem Fall, dass der weiße Hintergrund abgedeckt ist (wie rechts): die Zeichnung zeigt sich farbig auf weißem Grund.
Negativ bedeutet hier, dass die Zeichnung abgedeckt ist, der Hintergrund zeigt sich farbig, die Zeichnung so, wie der Stoffuntergrund ist (in diesem Falle weiß).

Abdeckungen auf Stoff
Man kann auf Stoff mit vielerlei Material abdecken, z.B. mit Pflanzen, mit ausgeschnittenem FreezerPaper, mit ausgeschnittenem Papier (sollte am besten mit einem Kleber befestigt werden), mit Wachs, mit wasserlöslichem Verdicker, mit Kreppband, mit auswaschbarem Trennmittel, mit Bügelfarbe...
Abdeckungen auf Stoff lassen sich aufkleben (flächig) oder mit einem Pinsel oder Liner aufbringen (linear) oder auch drucken (z.B. kann man mit unserem Universalverdicker und einer Siebdruckschablone Abdeckungen aufbringen).

Das Aufbringen von Farbe
Wie man bei solchen Abdeckungen Farbe aufbringt und welche Farbe man wählt, ist ein Kapitel für sich. Je nach Reservierung kann man eintauchen (wie bei Batik), sprühen, malen, Farbe als dichten Druck aufbringen, auftupfen, aufrollen... Dabei ist wichtig, die Art der Reservierung in die Entscheidung mit einzubeziehen: wasserlösliche Reservierungen sollten nicht mit "zu nassen" Techniken bearbeitet werden.
Ob man Farblösungen verwendet (ihr Vorteil ist: sie verbinden sich mit der Faser, ihr Nachteil ist: meistens sind spezielle Fixierungen zu beachten) oder Pigmentfarben/Bügelfarben (Vorteil: einfache Fixierung, Nachteil: der Stoff wird etwas steif) oder Entfärber... auch hier gibt es vielfältige Möglichkeiten. Wichtig bei mehrfachem Farbauftrag: von hell nach dunkel arbeiten und nicht zu viele unterschiedliche Farbschichten über einander setzen, denn dies ergibt schnell einen Schmuddelton.

Abdeckungen auf dem Sieb
Ein spezielles Thema sind Abdeckungsmöglichkeiten beim Siebdruck, denn auch hier wird mit Reservierung gearbeitet.. Bei Siebdruckschablonen sind die Reservierungen fest, in der Regel so, wie ihr es oben auf der rechten Abbildung gesehen habt: die Zeichnung besteht aus feinen Öffnungen, durch die die Druckfarbe aufgetragen wird. Der Rest des Siebs ist geschlossen (reserviert), hier kommt keine Farbe durch.
Interessant ist, sein Sieb selbst zu gestalten. Es gibt dafür viele Möglichkeiten. Die Gestaltung mit Foto-Chemikalien lasse ich hier weg: ich habe das noch nie ausprobiert, und es scheint -nach allem was ich darüber gelesen habe- auch nicht ganz einfach zu sein.
Es gibt auch viele Möglichkeiten, kleinere Siebe selbst zu gestalten mit Mitteln, die sich wieder entfernen lassen. Zum Beispiel lässt sich ein Sieb abdecken mit Zeitungspapier, FreezerPaper, Sojawachs, Kreppband, mit verdickter Farbe... und auch hier wieder sowohl positiv wie auch negativ.
UND: Richtig interessant wird es, wenn man viele Schichten mit gestalteten Sieben über einander druckt! Das ergibt farbenprächtige Stoffe, die man wirklich nirgendwo kaufen kann!


Claudia Helmer zeigt "Breakdown Printing"

"Exploring Resists"
Ein Kurs mit Leslie Morgan & Claudia Helmer im Textilstudio Speyer

"Exploring Resists" ist das Thema eines dreitägigen Workshops, den Leslie Morgan und Claudia Helmer von Montag, den 22. bis Mittwoch, den 24. Juni im Textilstudio Speyer anbieten.
In diesen drei Tagen werden viele der hier aufgezählten Möglichkeiten gezeigt und ausprobiert (und noch manche mehr, wie z.B. das Abdecken mit Mehlpaste oder die Manipulation des Stoffs, was eine weitere Variation bietet). 
Arbeiten werden wir mit verdickter Procion MX Farbe, die schon für euch vorbereitet ist. Siebe könnt ihr kostenlos ausleihen, d.h. ihr braucht kaum etwas mitzubringen. Die gezeigten Techniken lassen sich problemlos auch zu Hause anwenden und eignen sich für Artcloth, Patchwork sowie für Bekleidung und Accessoires.
Sprachschwierigkeiten gibt es keine: Claudia Helmer übersetzt, so dass auch Teilnehmerinnen ohne jegliche Englischkenntnisse allem folgen können.
Das Besondere an Kursen mit Leslie und Claudia ist, dass sie nicht nur sehr erfahrene Kursleiterinnen sind. Sie geben ihr reichhaltiges Wissen auch mit Freude weiter, denn es ist ihnen ein Anliegen, dass sich die textile Szene in Deutschland positiv entwickelt. Sie zeigen auch direkt am Tisch, wie sie selbst künstlerisch vorgehen und diese Techniken für ihre Arbeiten anwenden.
Kurz gesagt: ein Workshop mit Leslie und Claudia ist immer ein Erlebnis!

In diesem Kurs sind noch wenige Plätze frei. Speyer in der sonnigen Pfalz hat im Sommer ausgesprochen mediterranes Flair - ein Kursbesuch bei uns hat immer einen großen Erholungswert! Vielleicht sehen wir uns?
Herzliche Grüße von Sabine




03.05.15

Reservieren und Sprühen auf einem gemusterten Stoff

Zuerst gedruckt, dann gesprüht

Bei diesem Stoff bekommt man einen Eindruck, was passiert, wenn auf einen gemusterten Untergrund Reservierungen befestigt werden und darüber gesprüht wird. Es sieht ein wenig wild aus, vor allem in der komprimierten Form dieser Abbildung. In der Realität wirkt der Stoff harmonischer. Ein Klick auf das Foto zeigt den Stoff ziemlich groß, so dass ihr die Einzelheiten und den Vorgang besser erkennt.

Gemusterter Untergrund
Als gemusterten Untergrund könnte man z.B. einen fertig gekauften Stoff (gestreift, gepunktet, kariert) nehmen.
Ich habe hier einen weißen Baumwollstoff, mit Siebdruckschablonen bedruckt, als Untergrund verwendet. Etwas weniger wild wäre der Stoff geworden, wenn ich mich auf ein Druckmotiv beschränkt und/oder nur mit einer Farbe gedruckt und/oder den Rosendruck farblich zurückhaltender vorgenommen hätte.

Reservierung aufbügeln
Im letzten Beitrag hat Brunhilde Pflanzen als Reservierung (Maske) verwendet.
Hier habe ich aus FreezerPaper freihand Blütenformen ausgeschnitten und auf den bedruckten Stoff aufgebügelt (mittlere Temperatur, ohne Dampf!). Dabei auf die Ränder achten, sie sollten plan aufliegen, damit Farbe nicht darunter kriecht. Überall dort, wo man helle Blüten sieht (10 Blüten und ein Kreis), waren die Reservierungen aufgebügelt.

Seidenmalfarbe zum Bügeln sprühen
Am besten ist, wenn man gleich die Farbe(n) vorbereitet, die man sprühen möchte. Wie im letzten Artikel beschrieben: kurze Sprühstöße, leicht antrocknen lassen. Um die Reservierungen herum etwas dichter sprühen, dann sieht man das Muster später deutlicher. Bei FreezerPaper nicht zu naß arbeiten, es kann sich sonst lösen.
Verwendet man mehrere Farben, sollte man daran denken, dass sich die Farben mischen: nicht zu viele unterschiedliche übereinander verwenden, denn sonst entsteht schnell mal ein Schlammton.
Bei Bügelfarbe wichtig: Nach dem Arbeiten den Sprühkopf gründlich säubern... Bügelfarbe (Acrylfarbe) trocknet schnell!

Trocknen lassen, Papier abziehen
Das Trocknen lässt sich mit Föhn beschleunigen. Erst dann das FreezerPaper abziehen (es kleben keine Klebespuren zurück). Bügelfarben sind in der Regel nach ca. 48 Stunden ohne Bügeln durchgetrocknet, aber vor dem Waschen bügele ich dennoch vorsichtshalber Vorder- und Rückseite gründlich.

Das Bild dieses Artikels wurde schon einmal auf unserem alten Blog veröffentlicht worden, die Beschreibung dazu ist neu. Da der alte Blog im Laufe der nächsten Monate aufgelöst werden soll, werde ich diejenigen Beiträge überarbeitet hier veröffentlichen, von denen ich denke, dass sie immer noch auf Interesse stoßen könnten.

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