30.04.15

Mit Pflanzen reservieren & Pflanzenfarben spühen

Brunhilde Scheidmeir: gesprühter Pflanzensud auf Stoff

Es ist schon etwa fünf Jahre her, seit Brunhilde Scheidmeir diese Stoffe gemacht hat, aber sie gefallen mir immer noch sehr sehr gut! Wer das Gefühl hat, er habe diese Stoffe schon einmal gesehen, liegt richtig: wir haben sie 2010 auf dem alten Blog gezeigt.
Der alte Blog wird nach und nach aufgelöst werden, denn die Pflege (SPAM, Zuschriften) ist mir zu aufwändig geworden. 
Ich nehme mir jetzt immer wieder einen Artikel oder Themenkomplex aus dem alten Blog vor, von dem ich denke, dass er interessant sein könnte, überarbeite ihn und stelle ihn hier in den Blog ein. Den Beginn macht das Sprühen; zum Thema Sprühen werden noch weitere Artikel folgen.

Brunhilde Scheidmeir: gesprühter Pflanzensud auf Stoff
Sprühgeräte
Früher haben wir zum Versprühen die FunPump empfohlen, aber die gibt es so leider nicht mehr bzw. nur noch mit einem verhältnismäßig hohen Preis. Wie ich inzwischen ausprobiert habe, eignen sich auch Wasserzerstäuber (für große Mengen einer Farbe) oder Glassprühflaschen/Duftzerstäuber (für kleine Mengen unterschiedlicher Farben).
Man ist nicht eingeschränkt beim Sprühen und kann z.B. Seidenmalfarben für die Dampffixierung, Bügelfarben, gelöste Entfärber oder wie hier oben auch Pflanzenfarben versprühen. Wichtig ist dann immer nur noch die entsprechende Fixierung oder Nachbehandlung.

Das Auslegen des Stoffs
Wenn auch die Stoffkanten Farbe abbekommen sollen, muss man abdecken. Da ich im Laden nur alle paar Wochen zum textilen Arbeiten komme, verwende ich zum Abdecken von Tisch und Boden meistens preiswerte, dünne Malerfolie, die man anschließend entsorgen kann.
Wenn man häufiger mit "feucht-farbigen" Techniken arbeitet (z.B. auch mit großflächiger Monotypie), lohnt sich allerdings die Anschaffung einer kräftigen Folie, wie man sie zum Abdecken von Gartentischen verwendet. Sie ist so stabil, dass man sie gut säubern und anchließend, grollt, aufbewahren kann. Wir haben sie im Textilstudio zum Abdecken der Tische, und ich bin immer wieder begeistert, wie vielseitig sie sich einsetzen lässt!
Große Stoffe lassen sich außerhalb der Wohnung besonders gut bearbeiten. Da aber ein möglicher Windstoß die Arbeit zunichte machen kann, den Stoff am besten an der Unterlage befestigen (z.B. Kreppband) und auch die Unterlage beschweren.
Dass der Stoff gebügelt und die Unterlage schön waagerecht liegen sollten ist klar, denn Fältchen und Vertiefungen sammeln die Farbe und ergeben (unerwünschte) Muster.

Tipps für das richtige Sprühen
VORHER AUSPROBIEREN! Wenn man eine Sprühflasche noch nicht kennt oder schon lange nicht mehr verwendet hat, sollte man auf einem alten Zeitungspapier ein paar Probestöße durchführen. So kann man einschätzen, wie fein oder grob oder dicht der Farbnebel kommt.
Auußerdem hilft ein Tuch dicht unter der Düse gehalten, die ganz dicken Tropfen zu vermindern. Ganz werden sie sich nie verhindern lassen. Ich ärgere mich zwar zunächst meistens darüber, denn sie sind ja nicht geplant. Andererseits ergeben sie dann der Arbeit doch letztendlich erst den richtigen Pfiff.
Auch das Halten der Düse ist wichtig: nicht direkt auf den Stoff halten sondern eher waagerecht, so dass der Farbnebel über dem Stoff schwebt und dann absinkt. Wenn man direkt auf den Stoff spüht, erhält man schnell sehr feuchte, dichte Pfützen (siehe nächster Abschnitt). Sprüht man eher waagerecht, ergeben sich feine Nebel und man sieht später die feinen Tröpfchen. 
Das Wichtigste aber: Sprühen sollte nie nass werden! Es ist eine eher trockene Technik! Also: kurze Farbstöße, diese Feuchtigkeit antrocknen lassen, dann wieder darüber sprühen!

Die großflächigen Beispiele von Brunhilde Scheidmeir sind auch Baumwolle und Leinen, die sie mit Pflanzen belegt und mit einem Sud aus Blauholz übersprüht hat. Nach dem Trocknen wurden die Pflanzen entfernt und die Stoffe mit Dampf fixiert.

Brunhilde Scheidmeir: gesprühter Pflanzensud auf Stoff



Welche Farbe kann man sprühen?
Wie man sieht, lassen sich nicht nur Bügelfarben, sondern auch Säurefarben (dampffixierbare Seidenmalfarben), Batikfarben, Pflanzensud oder gelöster Entfärber (=wässrige Lösungen) versprühen. Hierbei ist natürlich immer die richtige Nachbehandlung -das Fixieren- zu beachten. Beim Versprühen von Entfärbern entsprechende Schutzbekleidung/Maske/Schutzbrille/Handschuhe tragen.
Wichtig: Wenn man Bügelfarben versprüht, Flasche und Düse unbedingt schnell säubern! Die Pigmente können eintrocknen und die Düsen verstopfen!
Was auf keinen Fall gesprüht werden darf, sind Farben, die mit Lösungsmitteln versetzt sind!
 
Noch ein paar Tipps
  • Wird ein feiner Stoff (z.B. leichte und mittelschwere Seide) verwendet, auf dem die Farbe schnell fließt, sollte am besten zuerst mit einem Aquarellgrund grundiert werden. Darauf bleibt die Farbe stehen und kriecht nicht unter die Pflanzenschablone (Maske). Nach dem Fixieren wird der Aquarellgrund einfach ausgewaschen.
  • Lieber mehrere feine Farbschichten aufsprühen und kurz antrocknen lassen.
  • Um scharfe Konturen zu erhalten, kann die Rückseite der Pflanzen mit wasserlöslichem Klebespray versehen werden. So lassen sich auch die Ränder der Pflanzen gut andrücken. Falls sich nach dem Abnehmen der Pflanzen noch Klebereste auf dem Stoff befinden, können diese nach dem Fixieren ausgewaschen werden.

26.04.15

Bügelfarbe als Reservierung beim Entfärben
Stoffspielerei im April

Siebdruck mit DekaPrint als Reservierung beim Entfärben

Reservieren bedeutet abdecken: Man klebt z.B. ein Papiermuster auf einen hellen Stoff, rollt dunkle Farbe darüber, zieht nach dem Trocknen das Papier ab und bekommt so ein helles Muster auf dunklem Grund (z.B. HIER).
Auch die Batiktechnik arbeitet mit Reservierung: man gibt heißes Wachs auf den Stoff, lässt es erkalten, taucht den Stoff in Farbe, bügelt dann das Wachs aus: auch hier erhält man ein helles Muster auf dunklem Grund (Beispiel HIER und HIER). Bei Shibori reserviert man den Stoff z.B. durch Schnüren, Nähen/Raffen und Pressen ab... es gibt unglaublich viele Arten von Reservierungen und auch Möglichkeiten, wie man mit diesen Reservierungstechniken umgehen kann.
Beim Herumspielen mit Stoff und Farbe habe ich etwasentdeckt, das ich hier heute zeigen möchte: das Reservieren mit Bügelfarbe.

BÜGELFARBE ALS RESERVIERUNG BEIM ÜBERFÄRBEN
Bügelfarben kennen eigentlich alle, die sich mit Stoff beschäftigen. Es handelt sich um Farben auf Acrylbasis, mal mehr, mal weniger dünnflüssig, die durch kurzes Bügeln fixiert werden.Wenn die Farbe einmal gut durchgetrocknet ist (nach ein paar Tagen) oder durch Bügeln fixiert, kann sie nicht mehr entfernt werden. Diese Eigenschaft macht sie zu einem idealen Reservierungsmittel!
Die "normalen" Bügelfarben, egal ob zum Malen oder zum Drucken geeignet, sind halbtransparent, d.h. der Untergrund schimmert durch. Das bedeutet: Wenn man einen weißen, mit Bügelfarbe bedruckten Stoff überfärbt, bekommt man nicht nur einen neuen, farbigen Hintergrund, sondern dieser schimmert durch den Druck hindurch. Das bedeutet, dass sich die Farben der Drucke etwas ändern und leicht abgedunkelt werden. Fast immer sehr harmonisch (Beispiel HIER).
Was beim Überfärben klappt, müsste eigentlich auch mit einem Entfärber funktionieren...

BÜGELFARBE ALS RESERVIERUNG BEIM ENTFÄRBEN
Malerei mit DekaPrint auf schwarzem BW-Satin (Vorderseite)

Dass das funktioniert, habt ihr schon oben auf dem ersten Bild gesehen. Als Stoff habe ich einen schwarzen Baumwollsatin verwendet, von dem ich schon wusste, dass er sich gut entfärben lässt (nicht jeder Stoff lässt sich entfärben, das muss man immer vorher ausprobieren).

1. Schritt: Bügelfarbe aufbringen
Mit einem Borstenpinsel und DekaPrint Stoffdruckfarbe habe ich einfache Zeichen in Rot auf den Stoff gemalt, gut trocknen lassen und durch Bügeln von beiden Seiten her fixiert. Das ist wichtig, denn nach dem Färben muss der Stoff gewaschen werden. Und wenn die Zeichnung oder der Druck nicht vollständig durchgetrocknet ist, löst sich die Bügelfarbe, zumindest in der Waschmaschine, teilweise wieder ab.



2. Schritt: Entfärbepaste aufbringen
Teilentfärbung der  Vorderseite
Die selbst angerührte Entfärbepaste wurde mit einem Borstenpinsel als großzügige "Fenster" aufgetragen.
Man lässt die Paste trocknen und geht mit dem Dampfbügeleisen über den Entfärberauftrag (am besten von beiden Seiten): erst durch die feuchte Hitze reagiert der Entfärber. Über den Ablauf einer Entfärbung und die Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden müssen, könnt ihr euch allgemein HIER  und im Speziellen HIER informieren.

3.Schritt:
Der Stoff muss dann unbedingt gewaschen werden, denn Entfärberreste könnten auf Dauer den Stoff beanspruchen, außerdem riecht die Paste auch unangenehm... Vor allem aber: erst nach dem Waschen lässt sich die Entfärbung wirklich beurteilen!
Ich habe schon Entfärbungen erlebt, die direkt nach dem Bügeln toll aussahen, nach dem Waschen aber fast völlig verschwunden waren...

Hier sieht man die Rückseite der Teilentfärbung


Was mir bei dieser Stoffspielerei ganz besonders gut gefällt, ist die Rückseite. Man sieht, dass die Reservierung durch den Stoff ging, die rote Farbe aber nicht direkt sichtbar ist. Die Technik ist also nicht unmittelbar zu entschlüsseln...

ANWENDUNG?
Wofür dieser Effekt angewendet werden kann? Ich weiß es zur Zeit noch nicht! Es ist eben eine schöne Spielerei, bei der man Möglichkeiten von Stoff und Farbe auslotet.
Durch die Unregelmäßigkeit der flächigen Entfärbung (das ließe sich noch verstärken), wirken die Drucke völlig anders, als wenn sie einfach auf einen hellen Grund gesetzt werden.
In den nächsten Tagen werde ich noch ein Bild zeigen, bei dem verschiedene Arten von Reservierungen mit einander kombiniert werden. Das sieht kompliziert aus, ist aber ganz einfach zu bewerkstelligen.

VIELE INFORMATIONEN ÜBER UNTERSCHIEDLICHE FARBEN, FÄRBETECHNIKEN & STOFFE
Falls heute neue Leserinnen auf unseren Blog kommen: Farbe und Stoff ist unser eigentliches Thema! Meistens schreibe ich ganz bodenständig übers Färben und gebe viele Tipps, wie man zuhause färben kann.
Schaut euch bei Interesse die Rubrik "färben" an oder die Rubrik "Wissenswertes über Material und Werkzeug". Wir beantworten auch gerne Fragen (bitte über Kommentar oder über eMail anfragen).

DIE MONATLICHE STOFFSPIELEREI
Heute sammelt Lucy von Nahtzugabe die Beiträge - vielen Dank dafür!
Schaut rein: im Augenblick sehe ich schon total interessante über Inkodye und über das Färben mit Naturfarben!



25.04.15

Zufallsfärbungen mit Procion MX


Procion MX ist eine wunderbare Farbe, die alle Pflanzenfasern und Seide intensiv färbt. Man bekommt sie immer als Farbpulver, das man mit Wasser anlöst und als Flüssigkeit zum Färben und Malen oder (mit einem Verdicker versetzt) zum Drucken verwendet. Procion MX verbindet sich direkt mit der Faser, d.h. der Stoff bleibt schön weich, und die Färbung ist sehr farbecht.

GESCHWINDIGKEIT DES AUFZIEHENS
Eine der Besonderheiten von Procion MX besteht darin, sehr schnell auf die Faser aufzuziehen. Eine weitere ist, dass verschiedene Farben unterschiedlich schnell aufziehen.
Die meisten angebotenen Procion MX-Farben sind aus Mischungen von Grundfarben zusammengestellt, von denen sich einige langsamer, andere schneller mit der Faser verbinden. Das führt dazu, dass bereits beim Färben mit nur einer einzigen Farbe eine vielseitige Musterung auf dem Stoff entstehen kann. Mit eigenen Mischungen oder dem Auftrag mehrerer Farben nacheinander entstehen so tolle Stoffe mit einer Fülle von ungewöhnlichen Zufallsmustern.

ZUFALLSMUSTER
Wie wild diese Zufallsmuster ausfallen, hängt einmal vom Stoff ab und zum anderen von der Art, wie dieser Stoff behandelt wird. Außerdem von den einzelnen Farben und Farbmischungen, der Menge der verwendeten Farbflotte und deren Farbintensität.
Im Gegensatz zur gleichmäßigen Färbung braucht eine Färbung wie oben gezeigt nur wenig Wasser (d.h. wenig Färbeflotte) und sollte auch möglichst wenig im Färbegefäß bewegt werden (Stichwort: low water immersion dyeing). Ob man die Stoffe presst, staucht, bindet, dreht, faltet... in gewisser Weise ähneln solche Färbungen oft Shibori-Färbungen, wobei die letzteren in der Regel systematisch nach einem bestimmten Muster, die hier besprochenen Färbungen meistens aber sehr viel weniger systematisch ausfalen.

GESTEUERTE ZUFALLSMUSTER
Schon die ersten Färbeversuche ergeben meistens tolle zufällige Ergebnisse und motivieren sehr zum Weitermachen!
Gleichzeitig ist es natürlich auch so, dass mit wachsender Erfahrung die Färberesultate nicht mehr ganz so zufällig sind: wenn man z.B. den richtigen Stoff für sich gefunden hat und gelernt hat, welche Mischungen sich aus welchen Farben und Farbverhältnissen ergeben, welche Techniken der Stoffmanipulation möglich sind usw., dann lassen sich auch solche "zufälligen" Färbungen viel mehr steuern als man ihnen ansieht.
Dennoch: ein Rest Abenteuer bleibt immer... und das ist ja das Spannende!

Hier ein paar Adressen:
http://www.committedtocloth.uk/
http://www.annjohnston.net/
http://mixitupmel.blogspot.de/




21.04.15

EUNIQUE - einzigartige Designmesse in Karlsruhe

Sabine Kilb (my heartfelt piece): Ecoprints auf Taschen, Schals und Schmuck

Vom 8. - 10. Mai 2015 findet in Karlsruhe die EUNIQUE statt, eine einzigartige Messe für Angewandte Kunst und Design.
Gezeigt werden ausschließlich Unikate und limitierte Kleinserien: Ideenreiche und beeindruckende Objekte aus den Bereichen Schmuckdesign, Mode und Accessoires, Interior Design und Outdoor Design.
Da diese jährliche Messe so kurz vor der NADELWELT stattfindet, konnte ich sie bisher noch nicht besuchen.
Aber seit Jahren höre ich so viele begeisterte Berichte darüber, dass ich gerne die Gelegenheit nutzen möchte, euch auf diese Messe aufmerksam zu machen. Ein kurzer Videorückblick von 2014 zeigt deren Vielfalt.

Als Sabine Kilb (my heartfelt piece) uns ihre tollen Ecoprints gezeigt und von ihrer Messebeteiligung erzählt hat, habe ich sie gebeten, mir ein paar Bilder zur Verfügung zu stellen, damit ich einen Blogbeitrag schreiben kann.
Sabine kreiert u.a. wunderbare Schals mit großzügig und dekorativ platzierten Blattdrucken, jedes Tuch ein Einzelstück, das so nicht reproduziert werden kann. Und ihre Taschen aus naturbedruckten Stoffen begeistern mich: so schlicht und zeitlos in der Form, so dass die Ecoprints voll zur Geltung kommen! Dazu bedruckt mit kleinen "literarischen Kunststückchen", die den extra Kick geben! Lauter Lieblingstaschen, die man lange in Gebrauch haben wird.

Das Besondere an der EUNIQUE (Link zu Adresse und Öffnungszeiten) ist, dass man dort nicht nur schauen und sich inspirieren lassen kann. Man hat dort vor allem die Gelegenheit, sich direkt mit den Künstlerinnen und Designern zu unterhalten, alles anzuprobieren und zu kaufen. Eine einzigartige Gelegenheit, zu wirklich ausgefallenen und sehr sorgfältig produzierten Einzelstücken zu kommen!

Der Stand von my heartfelt piece (Sabine Kilb) sit in Halle 1, E 14. 
Unbedingt vorbeischauen!


Sabine Kilb (my heartfelt piece): Coloured by Nature


19.04.15

Leinen los für Samt und Seide

Patchwork Professional 2/15: Screenshot

Vor wenigen Tagen ist die Ausgabe von PATCHWORK PROFESSIONAL 2/2015 herausgekommen, für die Brunhilde Scheidmeir und ich wieder einmal einen Artikel beigetragen haben.
Der Titel stammt eigentlich von einem Workshop von Leslie Morgan (committedtocloth) und Claudia Helmer (lisstex), den die beiden im letzten Jahr im Textilstudio Speyer gehalten haben. Das war ein Kurs, bei dem mir -obwohl wir ja schon lange mit Stoffen umgehen- die Augen aufgegangen sind.
Viel von dem, was wir damals gelernt haben und was wir -inspiriert durch diesen Workshop- später weiter ausprobiert und erfahren haben, ist in diesen Artikel eingeflossen. Es ist ein Beitrag über die wunderbaren, unterschiedlichem Stoffqualitäten aus Leinen, Samt und Seide, die neben den beliebten Baumwollsatins für Patchwork und Artquilt genutzt werden können. Wir schreiben über die Besonderheiten dieser Stoffe, über das Färben und Verarbeiten und über die speziellen Möglichkeiten des Einsatzes solcher Qualitäten im Bereich Patchwork/Quilt.

Das Heft ist übrigens direkt beim Verlag bestellbar oder u.a. in Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich.

Auf Leslie Morgans Facebookseite https://www.facebook.com/committedtocloth habe ich noch eine weitere total interessante Einsatzmöglichkeit von Organza gefunden!

WORKSHOP ZUM THEMA BEI COMMITTED TO CLOTH
Vom 21.-23. Juli 2015 findet im neuen Studio von Leslie ein Kurs zu diesem Thema statt, in dem ihr natürlich viel mehr erfahren und ausprobieren könnt, als es ein Einführungsartikel zu vermitteln vermag! Angeboten wird dieses Thema wieder von Claudia Helmer und Leslie Morgan, und der Kurs ist auch (aber nicht nur!) für Einsteiger geeignet.Beide sind seit langem befreundet, ergänzen sich und sind ein Dream-Team im Unterricht! Da Claudia deutsch und holländisch spricht (und natürlich auch englisch), wird es keine Verständigungsprobleme geben.
Bilder der schönen neuen Kursräume findet ihr aus Leslies Facebookseite.
Der Termin wurde so geplant, dass sich der Workshop möglicherweise mit Ferien und einem Besuch des http://www.thefestivalofquilts.co.uk/ in Birmingham verbinden lässt.

17.04.15

Schön & praktisch: die Spielplatztasche von Ute Dean


Ute Dean: Tasche aus selbstgefärbtem und selbstbedruckten Stoff  (Siebdruckschablone mit Entfärbepaste)

Heute hat mir Ute Dean einige Bilder geschickt, über die ich mich sehr gefreut habe! Einmal, weil mir die Taschen so gut gefallen und außerdem, weil sie mit unseren Siebdruckschablonen bedruckt sind.

Ute erzählt:
Hier ist das Foto von der neuen "Spielplatztasche", die ich für meine Tochter genäht habe. Platz genug für Wasserflasche, Proviant, Sonnencreme und Reinigungstücher. Die kleine Enkelin hat auch eine bekommen - in Pink und natürlich nicht so groß.


Ute Dean: Kleine Tasche aus selbstbedrucktem Stoff (Siebdruckschablone mit Entfärbepaste)

Die Stoffe sind mit Procion MX gefärbt und dann anschließend mit Entfärbepaste bedruckt.
Ute hat die Entfärbepaste mit farbiger Bügelfarbe gemixt, so dass schöne, harmonische Drucke entstehen.
Die Taschen sind gefüttert (ebenfalls mit einem passenden selbstbedruckten Stoff) und innen mit Thermolam verstärkt, deshalb bleiben sie von alleine stehen und sind trotzdem weich.

Ute Dean: Tasche aus selbstgefärbtem und selbstbedruckten Stoff  (Siebdruckschablone mit Entfärbepaste)

Nahaufnahme der Tasche oben, auf der man die Drucke besonders gut sieht.
Danke Ute, dass ich die Fotos zeigen darf!

Wir freuen uns immer, wenn wir Bilder von euren tollen, kreativen Arbeiten sehen!

13.04.15

Nadelwelt-Workshops: Anmeldeschluss 1. Mai

NADELWELT 2014: Workshop Ecoprint (PARTNER MedienWerkstatt, vielen Dank für die Erlaubnis zur Veröffentlichung!)

Die Poesie, die Ecoprints ausstrahlen, begeistert mich immer wieder! Große Blätter, feine Rispen, grazile Blättchen schenken uns ihren Abdruck auf Stoff... licht- und waschecht... wenn man die richtigen Blätter kennt und wenn man weiß, wie man es richtig macht!
Wie Ecoprint richtig geht, könnt ihr bei Brunhilde Scheidmeir und Fritz Jeromin auf der Nadelwelt lernen.


Auf der NADELWELT 2015 in Karlsruhe (am Sonntag, den 17.Mai 2015, vormittags) gibt es nämlich die einzige Möglichkeit in diesem Jahr, die kompletten Grundlagen von Ecoprint in nur 3 Stunden kennenzulernen. 

Zusammen mit Brunhilde Scheidmeir und Fritz Jeromin werdet ihr kleinere Musterstücke herstellen, die man anschließend zu Hause als Bilder ausstellen oder -vielleicht mit Stickerei veredelt- in einem Quilt verarbeiten oder als Applikation auf Bekleidung oder Taschen nutzen kann.
Damit ihr euch während des Kurses auf das Wichtige konzentrieren könnt, bringen wir bereits vorgebeizte Stoffe und alles Zubehör in den Kurs mit.
NEU! In diesem Jahr habt Ihr sogar die Möglichkeit, auch das leuchtende Orange auf Wolle im Workshop kennenzulernen!

NADELWELT 2014: Workshop Ecoprint (PARTNER MedienWerkstatt, vielen Dank für die Erlaubnis zur Veröffentlichung!)

Anmeldeschluss für die Kurse auf der NADELWELT 2015 ist der 01. Mai 2015!

Das Praktische an Schnupperkursen ist, dass man in kurzer Zeit komprimiert Techniken kennenlernt und dann immer noch genügend Zeit für die vielen inspirierenden Ausstellungen und die interessanten Stände hat.
In den Kursgebühren ist nicht nur die Teilnahme am jeweiligen Kurs enthalten, sondern zusätzlich auch eine Dauerkarte für die NADELWELT 2015 (im Wert von 14.- EUR).
Das ist ein wunderbares Angebot des Veranstalters!

HIER DIE LINKS ZUR ANMELDUNG



11.04.15

Störrische Pinsel zeigen ihren eigenen Charme

Schwarzer Baumwollbatist
Alte, verklebte Pinsel sollte man nie wegwerfen!
Gerade, wenn sie sich sträuben, Farbe satt aufzunehmen und geschmeidig wiederzugeben, zeigen sie einen eigenartigen Charme. Man muss sie nur zu nehmen wissen: eher wenig Farbe aufnehmen, mit geringem Druck aufsetzen und in großzügigen Streifen oder Schwüngen über den Stoff ziehen.
Ist der alte Pinsel nicht störrisch genug, kann man natürlich auch mit einem Haarschnitt nachhelfen und mit einer scharfen Schere in den Borstenpinsel hinein schneiden (also nicht quer schneiden, sondern das Volumen des Pinsels verringern). So erhält man ungleichmäßige Büschelchen, die sehr schöne Pinselstriche ergeben.
Das Weiß auf Schwarz wurde mit verdickter (sehr verdickter) Entfärbepaste erreicht: gemalt, getrocknet, mit Dampf gebügelt und ausgewaschen. Interessant ist, dass der Batist bei ausreichend langem Bügeln an den entfärbten Stellen fast weiß wird. Das ist ja nicht bei jedem Stoff der Fall. Meistens entstehen bei Entfärbungen schwarzer Stoffe eher hellbeige Muster.

08.04.15

Organische Muster und die Farbe Blau - MusterMittwoch bei MüllerinArt

Leslie Morgan: Ausschnitt aus einem Demostoff zum Thema Sojawachs

Diesen Stoff liebe ich sehr, denn seine Farben verkörpern für mich Frühling. Er zeigt zwei Blautöne und die Verwandlung, die entsteht, wenn Gelb dazu kommt.
Farben: Oben sieht man das warme Royalblau von Procion MX, rechts unten das kalte Türkisblau. In der Mitte entstanden Grünmischungen überall dort, wo sich der Gelbauftrag (Mix von Zitronen- und Goldgelb) mit den royalblauen und türkisfarbenen Flächen gemischt hat.
Muster: Es sind aber nicht nur die Farben, die an den Frühling erinnern. Wichtig für diesen Eindruck sind auch die lebendigen und tanzenden Tropfen, die einen abstrakten Blütenteppich ergeben. Die kräftigen dunkelblauen Linien bilden dazu einen tollen Kontrast.
Stoff: Der Grundstoff ist ein roher Ramie, der vor dem Färben immer mit Soda und Waschmittel vorgewaschen werden sollte. Mit jeder Wäsche wird diese Qualität schöner und weicher, vergleichbar mit edlem Leinen, aber viel, viel preiswerter!
So komplex der Stoff wirkt, er ist doch ganz einfach entstanden in einer Art Batiktechnik, bei der mit Wachs reserviert, d.h. abgedeckt wird.
Technik: Wachs auf den Stoff tropfen und erkalten lassen. Dann mit einer alten Kreditkarte verdickte Procion MX aufstreichen. Wieder tropfen und wieder Farbe aufbringen..Schließlich fügte Leslie noch die kräftigen Linien hinzu (ebenfalls mit der alten Kreditkarte). Eigentlich ganz einfach und doch so wirkungsvoll!
Dieser Stoff ist im letzten Frühsommer bei einem Kurs von Leslie Morgan und Claudia Helmer im Textilstudio Speyer in einer Demo entstanden, bei der Leslie uns die vielseitigen Möglichkeiten von Sojawachs gezeigt hat (daraus ist dann ein ausführlicher Artikel für Patchwork Professional entstanden).

Spannend wieder, was der heutige MusterMittwoch bei MüllerinArt ergibt!
Jeden Mittwoch sammelt Michaela Einfälle zu einem Musterthema - vielen Dank dafür!
HIER ist der Link zu "organische Muster in Blau"!







Reservierungen (resists) sind ein faszinierendes Thema
Wachs ist nur eine der vielen Möglichkeiten, Reservierungen auf Stoff oder auf ein Sieb aufzubringen.
Es gibt unendlich viele Materialien (Wachs, Verdicker, Klebeband, Papier...), die reservieren, unglaublich viele Reservierungstechniken und Kombinationsmöglichkeiten. Feine Farbschichten über solche Reservierung gelegt, ergeben wunderbare Stoffe mit Tiefenwirkung!
Reservieren ist nicht nur eine kreative Technik für Artquilts, sondern auch ideal für alle, die größere Stoffstücke für Bekleidung herstellen wollen!

WORKSHOP IM TEXTILSTUDIO SPEYER
Am 22.-24. Juni findet in  Speyer ein Kurs mit Leslie Morgan und Claudia Helmer über Reservierungsverfahren auf Stoff und Sieb statt, bei dem unter anderem mit Sojawachs gearbeitet wird. Aber ihr lernt dort auch viele andere Möglichkeiten kennen: die Kurse von Leslie und Claudia sind ein Füllhorn mit Anregungen!
In diesem Kurs sind noch wenige Plätze frei.
Link zu Textilstudio Speyer. http://www.textilstudio-speyer.de/

LINKS
Links zu Leslie Morgan: http://www.committedtocloth.uk/ und  https://www.facebook.com/committedtocloth und https://susiekoren.wordpress.com/leslie-morgan/
Link zu Claudia Helmer: http://www.lisstex.de/de/index.html und https://susiekoren.wordpress.com/claudia-helmer/

04.04.15

Fragen & Antworten

Regelmäßig erhalten wir Fragen (meistens per Mail, manchmal über Blog-Kommentare) zu Materialeigenschaften, über die richtige Behandlung von Materialien oder Fragen zu Techniken und Werkzeug.
Immer wieder sind das Fragen, von denen ich denke, dass sie auch mehr Leserinnen und Leser interessieren könnten.
Dafür wurde jetzt diese Rubrik eingerichtet. 
  • Hier findet ihr Fragen, die regelmäßig und immer wieder auftauchen.
  • Und Fragen, die eher kurz zu beantworten sind, so dass man nicht unbedingt einen Artikel darüber schreiben muss.
  • Fragen, die ich selbst interessant finde.
  • Und Fragen, von denen ich annehme, dass sie auch einen größeren Kreis von Textilinteressierten bewegen.
Eine Bitte: 
Falls euch selbst eine Frage bewegt: Stellt sie uns bitte schriftlich per Mail und nicht am Telefon!!!
Wir sind ein kleiner Familienbetrieb. Tagsüber sind wir damit beschäftigt, Pakete zu packen und Kunden im Laden zu beraten. Dass wir nicht zusätzlich eine ausführliche, inhaltliche Beratung am Telefon leisten können, versteht ihr sicher. Unsere Antwort auf eure schriftlichen Fragen erhaltet ihr in der Regel aber schnell.
Eure Erfahrungen und Kommentare zu den unten stehenden Fragen und Antworten sind übrigens sehr willkommen!

Draußen heiss färben
Frage: Ich möchte gern Wolle und Seide färben. Habt Ihr Erfahrungen mit dem Färben in elektronisch beheizten Töpfen (Kochstar o.ä.), die üblicherweise für Suppen oder Punsch benutzt werden? Ich fände das reizvoll, weil dann nicht unbedingt die Küche „Tatort“ fürs Färben sein muss.
Antwort: Im Prinzip geht das gut. Der Regelungsbereich eines solchen Topfs sollte allerdings eng sein. Und die Heizung sollte nicht -wie bei Induktionsplatten- pulsen. Sonst gibt es, auch beim Einstellen geringerer Temperaturen, immer wieder Temperaturspitzen. Wichtig auch für die Handhabung: die Töpfe sollten nicht zu schwer sein (und das sind sie leider oft). 
Wir sind dazu übergegangen, mit mehreren einfachen Kochplatten und Töpfen zu arbeiten (ich habe mir einige Platten auf einen Tisch im Hof gestellt).
Auch damit ist man unabhängig von der Küche und kann aber flexibler mit verschiedenen Topfgrößen und unterschiedlichen Topfarten (klein, groß, Dampfgarer usw.) arbeiten. Das Hantieren und Abschütten von Flüssigkeiten geht einfacher und leichter.
Spätere Anmerkung: Wenn man mit mehreren Kochstellen draußen arbeitet, braucht man in der Regel Verlängerungskabel. Es gibt solche, die auch für den Aussenbereich geeignet und gegen Spritzwasser und Feuchtigkeit geschützt sind.

Jersey mustern
Frage: Ich möchte gerne mal Jersey mustern. Stelle mir das aber schwierig vor. Hast du Erfahrung gesammelt?
Antwort: Fast alle Druck- und Färbetechniken lassen sich auf Jersey prima anwenden, man denke nur an T-Shirts (Links ist z.B. ein von Rita Weins bedrucktes Shirt zu sehen. Sie hat Entfärbepaste mit Moosgummistempel aufgebracht)!
Wenn der Jersey stark gerippt ist, kann man ihn vor dem Drucken eventuell leicht dehnen, entweder durch eine Einlage aus Pappe o.ä. oder mit Hilfe von Spannnadeln auf dem Drucktisch.
Ausprobiert haben wir auf Jersey z.B. verschiedene Siebdrucktechniken, Drucken mit Holz- und Moosgummistempel, Drucken mit Blättern. Ich könnte mir vorstellen, dass das Kritzeln mit einem Stift nicht ganz so einfach ist, weil der Stoff bei solchen Techniken mit dem Stift mitgeht und sich etwas verzieht. Man kann dem vorbeugen, indem man den Stoff auf Freezer Paper aufbügelt und später davon wieder abzieht.

Lavendelöl beim Lavendelumdruck
Frage: Den Kopien-Druck kenne ich nur mit Terpentinersatz, aber der Gestank stört da schon sehr! Da gefällt mir das Lavendelöl sehr. Nimmst du da solches, wie man es auch für Duftlampen verwendet, oder gibt's das auch in "größeren Mengen"?
Antwort: Ja, es ist ein ätherisches Öl für die Duftlampe (kein Badeöl, wie auch schon manches Mal ausprobiert wurde...).
Wir nehmen Lavandin, das ist der preiswerte Lavendel aus dem Feldanbau, von Primavera Life. Wir haben auch schon andere ausprobiert (noch preiswertere), haben aber dabei weniger gute Erfahrungen gemacht, da sie aus Mischungen bestanden (wie unsere späteren Recherchen ergaben).
Zu Mengen: Primavera Life und sicher auch andere Hersteller bieten oft Großmengen zu deutlich niedrigeren Preisen an. Andererseits: für Lavendelumdruck braucht man sehr wenig ätherisches Öl: es wird nur in einer feinen Schicht auf die Rückseite der Kopie gestrichen.

02.04.15

Frühlingsmotive auf Baumwolle

Es ist dieser spezielle Farbton, irgendwo zwischen Gelb und Grün angesiedelt, der für mich (und viele andere) den Frühling verkörpert.
Möchte man ihn färben, mischt man viel Zitronengelb mit sehr wenig Türkis (Procion MX). Gedruckt habe ich mit vier Motiven unserer Siebdruckschablonen mit Entfärbepaste und einer Mischung von Entfärbepaste und Deka Permanent Stoffmalfarbe.

Warum die Mischung von Entfärbepaste und Bügelfarbe?
Beim Drucken mit Bügelfarbe alleine (egal ob mit DekaPrint oder Deka Permanent) ist auf einem dünnen, feinen Stoff wie Baumwollbatist immer ein gewisser Griff zu spüren. Die Bügelfarben (Textilacrylfarben) sitzen auf der Faser und machen sie etwas hart.
Auf einem stärken Stoff wie Baumwollsatin macht das nichts oder wenig aus. Auf einem feinen Stoff spürt man das aber.
Der Mix von Farbe und Entfärbepaste "verdünnt" den Farbauftrag. Er wird tatsächlich etwas pastelliger als der reine Farbdruck, aber der Griff wird wesentlich angenehmer und ist kaum noch spürbar.
Wie ich schon öfter beschrieben habe, hat der Mix aber auch noch den zusätzlichen Vorteil, dass sich die Farbe des Drucks nicht mit der Farbe des Untergrunds mischt.
Die Vögel beispielsweise würden als reiner Farbdruck eine bräunliche Tönung (Mischung von Rot und Grün) annehmen. Bei einer Mix mit Entfärbepaste kann man ein helles Motiv auf einen dunkleren Grund drucken sowie komplementäre Farben übereinander setzen, ohne dass ein Braun dabei heraus kommt.

Siebdruckschablonen
Gedruckt habe ich mit vier Motiven: dem Reifenmotiv, der Punkteschablone, dem kleinen Zweig und dem kleinen Vogel.
Unsere Siebdruckschablonen bestehen aus einer Folie mit laserscharfem Motiv, die in einen flexiblen Rahmen eingepasst ist. Durch die feinen Öffnungen kommt die Farbe mit Hilfe des Schaumstoffrollers auf den Stoff oder auf das Papier.

Spiegelverkehrtes Drucken
Normalerweise empfehlen wir, dass die glatte Seite der Folie auf dem Stoff liegt und die rauere Seite mit der Farbe berollt wird. Aber wie ihr anhand des kleinen Vogels auf dem Stoff seht, kann man durchaus von beiden Seiten her drucken: der Vogel schaut mal nach rechts, an anderer Stelle nach links. Wichtig ist natürlich, dass man die Siebdruckschablone vorher säubert und trocknet, bevor man sie von der anderen Seite her benutzt.

Musterausschnitt
Eine Motiv muss nicht immer völlig ausgedruckt werden, wie man anhand des Reifenmotivs sieht.
Ausgedruckt ist das Muster an den unteren Kanten. Für die Kreise oben habe ich aus Papier einen Kreis ausgeschnitten, diese offene Schablone auf den Stoff und darüber dann die Siebdruckschablone gelegt. Ein Teil des Musters ist also vom Papier abgedeckt, eine kreisrunde Öffnung im Papier lässt das Muster durch.

Eigenes Muster mit Hilfe des Scanners
Wie ihr wisst, gibt es viele Möglichkeiten, bei uns Siebe nach eigenen Entwürfen herstellen zu lassen.
Eine ganz einfache Möglichkeit, ein eigenes Muster zu erstellen besteht darin, eine Pflanze, eine Blüte oder ein Blatt auf den Scanner zu legen, das Bild in schwarz/weiß umzuwandeln und uns einzuschicken.
Der kleine Zweig entstand beispielsweise so. Die meisten Motive aus dieser Abteilung entstanden so.


Schöne Osterfeiertage wünsche ich euch, erholt euch gut!
Herzliche Grüße von uns allen
Sabine






01.04.15

Organische Muster und die Farbe Gelb - MusterMittwoch bei MüllerinArt

Dieser Stoff war für mich eine echte Herausforderung!
Gestern Abend gegen 20 Uhr hatte ich mich spontan entschlossen, einmal wieder bei Michaelas MusterMittwoch mitzumachen. Ein schnelles Kissen sollte es werden, mit Siebdruckschablonen wollte ich arbeiten, mit DekaPrint sollte gedruckt werden. Und in einer Stunde sollte alles fertig sein.
Tja, dann zeigten mein Grundstoff eine unerwünschte Dominanz, meine Gelbmischungen verhielten sich völlig anders als gedacht, und heute morgen, beim Anschauen des Stoffs war ich mir sicher, dass dieser nun wirklich in der Tonne landen würde. Im Ernst: Dieser Stoff hat mich durch wesentlich mehr Tiefen geführt als durch Höhen.

Der Grundstoff bestand aus einem "Abklatsch" eines Procion Stoffs. Immer wenn mit Procion MX bedruckte Stoff noch sehr farbsatt und feucht sind, nehme ich einen ähnlich großen, mit Soda vorbehandelten Stoff, lege ihn auf die Farbe und nehme mit vorsichtigem Druck die überschüssige Farbe ab. So bekomme ich einen Grundstoff, den ich -wie hier- weiterbearbeiten kann.
Was ich nicht bedacht hatte: das Grün zeigte gegenüber den gelben Drucken sehr viel Dominanz.
Das ist mir aber erst aufgefallen, als ich den Stoff mit meinen ersten Schichten Gelb (Tanzende Punkte) bedruckt hatte. Das Zitronengelb von DekaPrint hatte ich mit "Farblos" in 4 verschiedene Stufen heller gemacht. Weil dieser Hintergrund dann wirklich sehr flau war, habe ich 2 von diesen hellen Gelbs zusammengemixt mit einer winzigen Prise türkisfarbener Stoffmalfarbe, die anderen beiden mit einer winzigen Prise Karmin von Dekaprint. Trotz weiteren Druckschichten sah man immer noch vor allem immer noch die grünen Formen (wenigstens organisch...).
Um das Grün zu brechen, habe ich die gemixten Farben mit viel weißer Stoffmalfarbe gemischt und eine eher flächige, aber nicht zu große Schablone gesucht: eine stilisierte Rose. Mit dieser (organischen?) Form bin ich in einer weiteren Druckschicht über den Stoff gegangen. Um heute morgen zu sehen: das war nix.
Letzte Station vor der Tonne: das Brechen nicht mehr über Farbe sondern über Form.
Schaut man sich den Stoff an, sieht man Punkte, Spiralen (Rose), Bewegung und Tanz (grüne Formen). Wäre ich Quilterin, hätte ich freihand Kreise oder Spiralen genäht. Hätte ich Zeit gehabt, hätte ich solche Formen per Hand gestickt.
So habe ich einen harten, borstigen Pinsel gesucht und "trocken" (mit sehr wenig Farbe und wenig Druck) mit grauer DekaPrint Kreise über den Stoff gezogen.

Jetzt bin ich zwar nicht völlig zufrieden, aber auch nicht mehr so unzufrieden wie noch heute morgen. Und alles in allem: der Prozess hat trotz aller Tiefen wieder einmal Spaß gemacht.

Hier seht Ihr noch die Andeutung eines Kissens: der Stoff zur Hälfte umgeschlagen, mit einem passenden Grünen Stoff kombiniert. Das Ganze in vergrößerter Abbildung, so dass man vielleicht die Beschreibung oben besser nachvollziehen kann.



Heute ist wieder MusterMittwoch: Michaela sammelt auf MüllerinArt viele Muster zu einer bestimmten Aufgabenstellung.
Unbedingt reinschauen!
Es ist jedesmal wieder spannend, wie unterschiedlich die Lösungen auf dieselbe Aufgabenstellung ausfallen!
Danke Michaela, hat wieder Spaß gemacht!



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