29.03.15

Stoffspielerei - Seltene Techniken: Wachs-Graffititechnik auf Stoff


Schwarzer Baumwollsatin, gewachst mit Sojawachs, dann geritzt und entfärbt

Was ich heute bei der "Stoffspielerei" zeige, ist eine Technik, die beim Spielen mit Entfärbepaste entstanden ist. Ich denke, sie gehört zu den seltenen Techniken, weil ich sie so noch nie gesehen habe: ein typisches Ergebnis, das beim entspannten Überlegen "was passiert wohl, wenn ich..." entstehen kann.
Die erste Version, die ich oben zeige, gefällt mir am besten, obwohl sie eigentlich misslungen ist (ich erkläre später, warum). Sie erinnert mich an Graffiti-Wände oder verwitterte, geritzte Steine.
Solch einen Stoff könnte man z.B.in einen Artquilt verarbeiten, zu einem Oberteil vernähen, für einen Theatervorhang verwenden, in eine Tasche verwandeln usw.

Kurzanleitung
Man braucht dazu
einen (kräftigen) Stoff der sich entfärben lässt (muss nicht schwarz sein)
Wachs (ich habe Sojawachs und Kaltwachs ausprobiert). Für Sojawachs braucht man eine Wärmequelle.
Borstenpinsel, Instrument zum Ritzen
Entfärbepaste
Bügeleisen, altes Zeitungspapier
Ablauf
Stoff mit einer feinen Schicht Wachs abdecken und trocknen lassen
Muster, Buchstaben usw. einritzen
Entfärbepaste mit dem Pinsel einreiben und trocknen lassen
Wachs ausbügeln, Entfärber mit Dampfbügeleisen aktivieren
heiß waschen

Schwarzer Baumwollsatin, mit Sojawachs bestrichen, geritzt

Hier sehr ihr den Beginn der Arbeit oben. Eine feine Schicht Sojawachs bedeckt den Stoff. Nach dem Erkalten kann man das Wachs ritzen. Um stärkere Verletzungen zu vermeiden, sollte der Stoff eine gewisse Stabilität besitzen. Ich habe verschiedene Instrumente ausprobiert: z.B. Schraubenzieher, Nägel und ähnliches. Das Gravierinstrument lag am besten in der Hand und hat die besten Resultate ergeben, aber man kann durchaus etwas Geeignetes im Werkzeugkasten finden.
Nach Beendigung des Musterns muss die Entfärbepaste (sie muss dick angerührt werden, darf nicht fließen) in die feinen Ritzungen eingerieben werden. Am besten gelingt das mit einem Borstenpinsel.

Abwischen der Entfärbepaste vom Wachs
Die zum Teil großflächige Entfärbung beim Stoff oben entstand, weil ich vergessen hatte, die Paste vor dem Bügeln vom Wachs abzuwischen. Die Hitze hat Wachs und Entfärbepaste vermischt und teilweise auf dem Stoff reagieren lassen. Dadurch kommt der "Antikeffekt" zustande: man sieht zwar die Musterung immer noch, aber das Schwarz des Stoffes wurde teilweise mit entfärbt.
Wie ein Stoff aussieht, bei dem man die Entfärbepaste vor dem Bügeln abwischt, sehr ihr hier:

Schwarzer Baumwollsatin, gewachst mit Sojawachs, dann geritzt, gewischt und entfärbt

Varianten im Wachs
Erkaltetes Sojawachs ist nach dem Erkalten spröde, ähnlich wie Paraffin. So bekommt man die Brüche (Krakelüren), wenn man das Wachs bricht oder ritzt. In diese Brüche kann dann Farbe oder eben auch Entfärber kriechen und weitere Zufallsmuster ergeben. Auf diesem Probestück, aber auch oben, sieht man das ganz gut.
Ein Wachs (bzw. eine wachsähnliche Substanz), die viel weicher ist, ist das so genannte Kaltwachs. Auch das habe ich noch ausprobiert.


Das Ritzen war weit weniger anstrengend. Da das Wachs keinen Widerstand bietet, kann man zeichnerisch vorgehen und Rundungen aller Art gelingen prima. Beim störrischen Sojawachs wollten die Rundungen nicht so recht.

Die Wachs-Graffititechnik ist noch lange nicht ausgereizt. Ich würde sie z.B. gerne einmal auf einem farbigen Stoff ausprobieren.

Gespannt bin ich auch auf die Beitrage, die heute bei Suschna (Textile Geschichten) eingehen: sie sammelt Arbeiten zum Thema "Seltene Techniken" von allen, die sich im Laufe des Tages bei ihr melden. Schaut rein, es lohnt sich!


28.03.15

"Gartenlust" von Monika Vogler

Monika Vogler: "Gartenlust (Quilt ca. 67*95cm)

Über die Erlaubnis, heute diesen Quilt von Monika Vogler, seine Entstehungsgeschichte und seine Details zeigen zu dürfen, freue ich mich ganz besonders!
Der Hintergrundstoff des Quilts ist in einem Kurs ("Mark Making" mit Claire Benn und Claudia Helmer in England) entstanden. Das Besondere an diesem Kurs war, dass sich die Teilnehmerinnen nach den ersten Übungen ein spezielles Werkzeug ausgesucht hatten, mit dem sie dann während der nächsten Tage arbeiteten.
Bei Monika war es die Guttaflasche, mit der sie viele, viele Margeriten auf den Stoff zauberte. Wenn man so lange und kontinuierlich mit einem bestimmten Werkzeug arbeitet, entsteht so etwas wie Kommunikation zwischen Werkzeug und derjenigen, die das Werkzeug führt. Der "Strich" wird individuell und zeigt Persönlichkeit.
 
Monika Vogler: Arbeitstisch mit dem Margeritenstoff

Dieser Stoff (Baumwollsatin) mit den schwungvollen Blüten hat mir schon immer besonders gut gefallen. Für mich zeigt er die Energie, die Lebhaftigkeit, aber auch die Konzentration von Monika. Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, dass er noch zu verbessern war.


Monika Vogler: Detail des Margeritenstoffs
Aber Monika wollte aus diesem Margeritenstoff einen Quilt entstehen lassen. Ein Blickfang sollte in den Vordergrund rücken. Und dass es etwas aus dem Garten sein sollte, war ihr ebenfalls klar.
Für mich, die ich noch nie einen Quilt entworfen habe, war es total interessant, wieviele ganz unterschiedliche Ideen Monika entwickelte (alle waren toll!) und wieder verwarf. Jedesmal, wenn sie von einem neuen Gedanken zu Idee, Stoff und Technik erzählte, dachte ich: Ja, das ist es!! Aber jedesmal ließ sie sich wieder etwas Zeit und kam dann wieder auf einen neuen wunderbaren Einfall.

Der letzte Einfall, den ihr hier realisiert sehr, ist es nun wirklich: Die große Margerite nimmt die Grundmelodie des Stoffs auf. Die Form der Blüte und der Blütenblätter lassen alle möglichen Geschichten und Assoziationen zu. Wunderschön!

Oben sieht man den Quilt im Ganzen.  
Wie toll die Details sind, ist auf den beiden folgenden Bildern zu sehen:

Monika Vogler: Detail aus dem Quilt "Gartenlust"

Mit feinen Stichen, ebenso kraftvoll wie die gezeichnete Linienführung, hat Monika mit handgefärbten Garnen einen Teil der Blüten betont, wodurch diese zusätzlich an Tiefe und Ausdruckskraft gewinnen. Und schaut euch unten die Details der Hauptblüte an: sind die Stickereien nicht wunderbar?

Monika Vogler: Detail aus dem Quilt "Gartenlust"


26.03.15

Leinen liebt Procion MX

Leinenschal, gefärbt im Tray mit Procion MX (mittlere Intensität)

An und für sich sagt man immer, dass die sogenannten Stängelfasern wie Leinen oder auch Ramie sich schwieriger färben lassen würden als beispielsweise Baumwolle.
So allgemein kann man das aber nach unseren Erfahrungen auf keinen Fall sagen. Ich bin immer noch verblüfft, wie unterschiedlich verschiedene Fasern, ja sogar verschiedene Stoffe aus der gleichen Faser, Farben aufnehmen.

Von Leinen und Procion MX sind wir immer wieder aufs Neue begeistert!
Dieser Stoff darf bei uns in keinem Tray fehlen.
Der Schal oben ist aus einem sogenannten Käseleinen (Leinengaze). Eben erfahren wir, dass dieser Schals leider-leider ausverkauft ist! jetzt können wir nur noch die Meterware liefern.
Das ist eine relativ offen gewebte Qualität, die auch gut befilzt werden kann. Nach dem heißen Waschen wird der Stoff dichter und weicher. Die Farblösung (Procion MX) war von mittlerer Intensität, dennoch kommen die Nunancen brillant und leuchtend zur Geltung.
Den Leinenstoff gibt es übrigens auch als Meterware, er wird oft für Pojagi verwendet.(tolle, schnell verständliche Pojagi-Anleitung: http://aylin-nilya.blogspot.de/2013/05/bmqg-meets-pojagi.html, gefunden über http://www.berlinmodernquiltguild.de/#uds-search-results)

Leinenschal, gefärbt im Tray mit Procion MX (mittlere Intensität)

Leinen und Deka L:
Beim Färben mit Deka L habe ich allerdings Unterschiede gegenüber anderen Qualitäten bemerkt. Nach den üblichen 20-30 Minuten im heißen Färbebad war das Orange, mit dem ich einen Leinenschal färben wollte, noch sehr blass. Eine intensive Färbung habe ich aber dadurch erhalten, dass die Färbung um fast eine Stunden verlängert wurde (das ist Tipp auf der Packung von Deka, man überliest ihn fast). Diese wesentlich längere Färbedauer ergab dann ein schönes tiefes Orange wie gewünscht.
 
Leider ist der Leinenschal jetzt ausverkauft! Wie schade! Lieferbar ist nur noch die Meterware (siehe oben).

24.03.15

Der Popeline? Die Popeline? Egal: wir lieben diesen neuen Stoff!

BIO-Popeline roh (100% BIO-Baumwolle): Colour Run Procion MX

Wenn man einmal einen Lieblingsstoff hat, braucht es manchmal lange, bis man einen anderen ausprobiert. Beim Procion-Kurs am vergangenen Wochenende war es dann so weit.
Im letzten Workshop hatten wir ein paar Procion-Rezepte von Farbmischungen ausprobiert und dachten, es wäre mal nett zu sehen, ob und wie sich diese auf einem ganz anderen Stoff machen.
Normalerweise empfehlen wir einen unserer weißen Baumwollsatins, denn diese haben viele Vorteile: sie besitzen sowohl eine glänzende und als auch eine matte Seite und beide Seiten sind sehr schön und zeigbar. Das mittlere Stoffgewicht macht diese Qualitäten vielseitig verwendbar. Sie sind gebleicht, wodurch Farben brillant wiedergegeben werden. Diese Stoffe ist pfd (prepared for dyeing), d.h. mann muss nicht vorwaschen und kann gleich loslegen, egal man färben oder drucken möchte.

Die Bio-Popeline (roh) macht etwas mehr Mühe, aber diese lohnt sich unbedingt! (Übrigens, ich habe eben nachgeschaut: der Popeline oder die Popeline? Beides geht).
Die zusätzliche Mühe besteht darin, dass man den rohen Stoff vor dem Färben unbedingt mit Soda und Waschmittel heiß waschen muss. Als wir ihn aus der Maschine genommen hatten, waren wir zunächst skeptisch: feucht fasst er sich etwas schwer und etwas widerspenstig an.
ABER DANN: als der Stoff gefärbt, ausgewaschen und gebügelt war, haben Brunhilde und ich ihn in unser Herz geschlossen! Er ist weich geworden, nimmt die Farbe schön tief an und zeigt im Licht einen matten, fast samtigen Schimmer. Popeline hat im Vergleich zum Baumwollsatin (beide haben übrigens ein ähnliches Stoffgewicht) einen kräftigeren, aber sehr angenehmen Griff. Sie lässt sich wunderbar nähen, ist ideal für Patchwork, Taschen, Täschchen und Beutel, Tischdecken, Decken, Jacken usw.

FARBWIEDERGABE 

BIO-Popeline roh (100% BIO-Baumwolle): Colour Run Procion MX
Was uns am meisten beeindruckt hat, war die Farbwiedergabe bei dieser speziellen Baumwoll-Popeline!
Die Qualität ist naturfarben, also deutlich dunkler als gebleichte Stoffe. Und dies führt dazu, dass Farben tief und reich erscheinen. Möglicherweise hilft auch die notwendige Vorwäsche dabei, die Fasern des Stoffs für die Färbung noch etwas aufgeschlossener zu machen.

Baumwollsatin (280cm breit): Colour Run Procion MX
Dies ist die Vergleichsfärbung vom letzten Herbst auf Baumwollsatin. Auch die Satin-Färbung ist sehr, sehr schön, aber einfach anders (die schmal umgeklappte Seite links ist übrigens die zugehörige (matte) Rückseite des Satins).
WICHTIG FÜR DIE BEURTEILUNG:
das Rezept für die Färbung bestand beide Male aus 100ml Magenta, 100ml Scharlach und 50ml Zitronengelb.
ABER: die Farblösung für die Popeline-Färbung war um mindestens 1/4 weniger konzentriert als die Farblösung aus dem Herbst. Dennoch wirkt diese Färbung deutlich intensiver. Dies ist sicher u.a. dem dunkleren (naturfarbenen, nicht gebleichten) Stoff zu verdanken, der Färbungen so intensiv, tief und reich wiedergibt.
Die etwas geringeren kristallinen Strukturen sind darauf zurückzuführen, dass der Stoff beim Färben stärker massiert wurde, weil er sich im feuchten Zustand -wie oben beschrieben- zunächst etwas widerspenstig erscheint.

Noch ein Bild im direkten Vergleich:


Nicht dass die eine Qualität die andere ersetzen könnte. Das ganz und gar nicht! 
Aber diese Vergleichsfärbung hat mir die Augen dafür geöffnet, dass auch andere Stoffe tolle Ergebnisse bringen.



19.03.15

Hier gibt es viel zu entdecken!

Leslie Morgan: Colour Run einer Farbfamilie

Leslie Morgan hält wieder Kurse in Italien und zwar in dem wunderschönen Hotel Masseria della Zingara.
Immer wenn sie dort Kurse anbietet, findet man auf Leslies Facebook-Seite besonders viele und interessante Beispiele von Arbeiten ihrer Kursteilnehmerinnen (aber auch von der dortigen Landschaft, von allen möglichen Eindrucken und von dem unglaublich gutem Essen...).
Gefährlich!
Ich merke, dass mein Wunsch, dort einmal einen Workshop zu besuchen, immer stärker wird! Obwohl Leslie ja ingesamt vier Mal im Jahr bei uns in Speyer ist, ist solch ein ein Kurs mit ihr in Italien schon etwas ganz besonderes!

Gefunden habe ich auf Leslies Facebook-Seite auch eine tolle Website aus England http://www.62group.org.uk/, auf der 66 ungewöhnlich tolle Künstlerinnen vertreten sind! Da gibt es unglaublich vieles zu entdecken!

17.03.15

Haltbarkeit von Procion MX Farben

Tray Dyeing: hier ruht der farbgesättigte Stoff in seinem Behälter

Egal, ob wir Procion MX mit Wasser zum Färben angerührt oder mit einem Verdicker zum Drucken versetzt haben: immer hielten die Farben viel länger als gedacht und befürchtet! Wichtig ist für den Erhalt der Färbekraft: kein Soda in die Farbe und eine möglichst kühle Raumtemperatur (besser noch ist der Kühlschrank!).


Voraussetzung für die Haltbarkeit
Die angerührte Farbe darf nicht mit Soda in Berührung gekommen sein.
Procion MX wird mit Soda fixiert. Sobald Soda und Farbe in Kontakt kommen, beginnt die Farbe schwächer zu werden. Nach allem, was ich in Büchern und im Internet gelesen habe (ich habe das aber noch nicht selbst überprüft), soll die Färbekraft unter Soda bereits nach einer Stunde deutlich geringer sein.
Restfarbe, die nach dem Färbeprozess im Behälter übrig bleibt, kann nicht weiter verwendet werden, da sie nicht mehr färbt.
Soda-Vorbehandlung. Brunhilde und ich arbeiten fast immer nach dem System von Leslie Morgan.
Egal, ob wir den Stoff in einem Behälter mit flüssiger Farbe färben oder ihn mit verdickter Farbe bedrucken wollen: immer wird der Stoff vorher in Soda eingeweicht.
Zum Färben befeuchtet man den Stoff vorher, so fließt die Farbe im Gewebe besser. Möchte man drucken, sollte der Stoff trocken sein.
Das Soda sitzt in beiden Fällen auf der Faser und hilft, dass der Farbstoff in die Faser eindringen kann und sich fest mit ihr verbindet. Mit Soda vorbehandelten Stoff kann man gut aufbewahren: er sollte trocken sein, nicht gefaltet, sondern locker liegen, z.B. in einer großen Plastiktüte.

Aufbewahren von flüssiger oder angedickter Procion MX Farbe
Am besten bewahrt man die Farbe in ihrem Gefäß kühl (und dunkel) auf. Falls ihr die Farbe umschüttet, sollte das neue Gefäß sauber gespült (und deutlich beschriftet!!!!) sein.
Nach unserer Erfahrung halten die Farben mindestens vier Wochen, ohne dass die Färbekraft deutlich abgenommen hätte. Wir haben allerdings keine Vergleichsfärbungen durchgeführt. Für den Erhalt der Färbekraft ist die Temperatur beim Aufbewahren besonders wichtig: je kühler, desto besser.

Gefrorene Farbe im Vorrat
A. hat einen tollen Trick ausprobiert, mir ihre Ergebnisse gezeigt und erlaubt, über ihr Vorgehen zu schreiben (vielen Dank dafür!). Sie hat übrig gebliebene flüssige Farbe in einem Eiswürfelbehälter eingefroren, systematisch in bestimmten Zeitabständen verwendet und die Resultate verglichen.
Ergebnis: die Farben haben über mindestens 3 1/2 Monate hinweg intensiv gefärbt! Die allerletzte Färbung (nach 4 Monaten) ist zwar pastelliger ausgefallen, deutlich heller, aber immer noch schön. Alle früheren Färbungen waren intensiv wie am ersten Tag!
Das ist ein wirklich guter Tipp für alle, die nur kleine Mengen Farbe brauchen und wenig Zeit haben. Man kann Farbe vorbereiten, einfrieren und am Abend vor dem Färben auftauen. Schon kann es losgehen.
Deutlich beschriften! Dass es bei solch einem Vorgehen besonders wichtig ist, dass kein Familienmitglied das farbige Eis mit einem Speiseeis verwechselt, muss ich nicht extra ausführen. Und dass bei der Beschriftung das Datum des Anrührens und Einfrierens vermerkt sein sollte, ist ebenfalls wichtig, damit ihr euch über die Färbekraft im klaren seid.

Nachtrag: 
Ich freue mich total, wenn Tipps von Leserinnen kommen!
Ute hat zum Beispiel in den Kommentaren über einen prima Tipp zum Einfrieren von Procion und zum neuen Färbeeinsatz der Eiswürfel geschrieben. Vielen Dank Ute!




13.03.15

Frühling im Textilstudio Speyer

 

Auch im Textilstudio Speyer ist der Frühling wirklich angekommen!
Man kann wieder draußen sitzen, die gefärbten Stoffe im Apfelbaum vor dem Atelier trocknen lassen und gleichzeitig ein wenig Sonne tanken, relaxen und genießen.



Dies sind die ersten Ergebnisse einer neuen Färbetechnik. Das sieht doch schon viel versprechend aus, finde ich.

12.03.15

Selbst gemachte Stempel kombinieren


Die Stempel, die auf diesem Bild verwendet wurden, sind fast alle selbst gemacht, die meisten davon sehr ihr HIER.
Beginnen wir mit der Ausnahme: das gedruckte Labyrinth ist eine Siebdruckschablone. Aber solch ein Motiv könnte man durchaus auch als Schnurstempel herstellen.
Ein Beispiel für einen Schnurstempel ist die zierliche gedruckten Spirale. Dafür wurde eine dicke Kordel in Spiralform auf einen Träger aufgeklebt (ich hatte damals einen Rest Styrodur verwendet), dann wird Farbe aufgerollt und gedruckt. Das ist natürlich kein Stempel für die Ewigkeit, aber er hält doch verhältnismäßig lange.
Die kräftig gedruckte türkisfarbene Spirale stammt von einem Stempel aus ausgeschnittenem Moosgummi, der ebenfalls auf einen Träger (in diesem Fall Holz) aufgeklebt wurde. Solche Stempel sind unverwüstlich.
Das Bambi besteht aus einer kräftigen Metallfolie, die sich zudem mit der Spitze eines Kugelschreibers mustern lässt.
Aus einem kleinen Gummi wurde das kleine strahlende Blümchen geschnitten. Es gibt die weichen Stempelgummis, die sich besonders einfach verarbeiten lassen. Aber solch ein Motiv kann man auch aus einem einfachen Radiergummi fertigen.
Das "R" habe ich aus kräftiger Pappe geschnitten (Schriften immer seitenverkehrt herstellen!). Auch hier wieder: Pappe und Papier halten nicht ewig, aber für eine einzelne Arbeit reicht es immer, und solche Materialien findet man eigentlich immer irgendwo in der Wohnung oder im Keller.
Was man auf dem Foto nicht so gut sieht: ich habe auch mit einem Stück grobem Stoff, ähnlich wie Sackleindwand, gedruckt. So lassen sich strukturierte Flächen und Farbschattierungen herstellen.
Mit am meisten fallen die interessanten Schriften ins Auge: sie stammen von einer alten Plastiktüte, die wir aufbewahrt hatten. Im Copyshop haben wir die Tüte auf den Kopierer gelegt und in verschiedenen Größen ausdrucken lassen (wieder seitenverkehrt). Aus diesen Kopien haben wir Stücke gerissen und geschnitten und mit Hilfe von Lavendelöl auf den Stoff umgedruckt (Anleitung HIER).
Man sieht, mit solch einfachen Stempeln kann man nicht nur Kindern ein paar vergnügte Stunden bereiten, sondern man hat auch als erwachsenes Kind seinen Spaß daran...




09.03.15

Links - Tipps & Trends aus dem Netz - Woche 11/15

Unter dieser Rubrik sammeln wir im Laufe der Woche(n) Posts, die uns gefallen. Ich krame gerne in Blogs, deshalb ist immer auch mal der eine oder andere ältere Beitrag dabei.
Vieles ist aus dem Textilbereich, aber nicht alles.
Es geht um Tipps, um Trends, um Schönes und Lustiges - kurz um Posts, die uns aufgefallen sind und die wir gerne mit euch teilen wollen.

Nr. 1
Dekorativ und einfach: Marmorieren von Karten, Umschlägen, Papier mit Rasierschaum und Lebensmittelfarbe:
http://honestlywtf.com/diy/diy-paper-marbling/

Nr. 2
Silhouette auf Keilrahmen. Hier ist die Silhouette aus einem Jeansstoff ausgeschnitten.
http://www.lilblueboo.com/2015/02/denim-fabric-silhouette-on-canvas.html

Nr. 3
Textiles Patchwork auf Potskarten
http://amliebstenbunt.blogspot.de/2015/02/postkarten-mit-patchwork-making.html

Nr. 4
Frühlingsstimmung
http://titatoni.blogspot.de/2015/02/urban-jungle-bloggers-hangender-fruhling.html

Nr. 5
Ungewöhnliche Faserexperimente
http://abigaildoan.tumblr.com/archive
und der Blog dazu
http://abigaildoan.blogspot.de/

Nr. 6
Schöner Einkaufsbeutel
http://lestissuscolbert.blogspot.de/2015/03/kellys-corner-das-beste-von-allen.html

Nr. 7
Zarter, textiler Schmuck: Seide, in Shiboritechnik gefärbt, wunderschön!
http://tinctory.blogspot.de/

05.03.15

Breakdown Printing

Brunhilde Scheidmeir: Ausschnitt aus einem Schal
Breakdown Printing ist eine spezielle Siebdrucktechnik für Stoff. Man beschichtet ein Sieb mit verdickter Procion MX und mustert mit Werkzeugen die Farbfläche, die man dann gut durchtrocknen lässt.
Da die trockene Farbschicht wieder angelöst werden kann, ergeben sich durch Rakeln mit farblosem Verdicker Drucke, die sich von mal zu mal langsam zu organische Mustern und Formen auflösen.
Jeder Print wird anders.
Für die Art der Beschichtung auf dem Sieb gibt es viele unterschiedliche Varianten, ebenso für das Rakeln, das man mit farblosem Verdicker oder mit verdickter Farbe durchführen kann. Möglichkeiten über Möglichkeiten...
Brunhilde Scheidmeir: Ausschnitt aus einem Schal


















04.03.15

Farbekstase!

Im letzten Jahr hat Cécile Trentini im Textilstudio Speyer einen wunderbaren Kurs angeboten, der davon handelte, wie sich Inspirationen aus der Umwelt für die Umsetzung in einen Quilt nutzen lassen (in diesem Jahr haben Terminschwierigkeiten leider einen Kurs mit Cécile verhindert, aber 2016 soll er wieder angeboten werden).
Vor diesem Kurs haben wir viele Fotos vom Industriehof gemacht. Eines davon seht ihr oben. Wegen seiner Farben ist es eines meiner Lieblingsbilder:
Die Pinkvarianten im Kontrast zu den Orange-, Rost- und Backsteinfarben, das schrilleGrün der Blättchen zu den weichen Moostönen bis hin zu zu dem Gelbgrün einzelner Backsteine oben. Und die Grau- Blau- Beigeschattierungen von Boden, Eisen, Backsteinen und Mörtel, die Ruhigen, die alles zusammenhalten...das ist die reine Farbekstase!
Herzliche Grüße von Sabine



02.03.15

Vielen Dank für eure guten Wünsche!

Bald ist es wieder so weit: Ecoprintbündel auf Frühjahrswiese!

Bevor ich wieder ins Bett sause: vielen Dank für eure lieben Wünsche! Das tut gut! Egal ob über Kommentar, eMail oder Telefon oder vielleicht auch nur als stiller Gedanke... es hilft beim Kräftesammeln.
Euch allen einen guten Start in die Woche!
Liebe Grüße von Sabine

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