03.12.15

Hinter den Kulissen...Procion MX und mein persönliches Abenteuer

Am Samstag, als ich mich spontan entschlossen hatte, bei der Stoffspielerei mitzumachen, hatte ich keinen sodavorbehandelten Stoff. Und natürlich auch keine Zeit, einen Stoff einzulegen und trocknen zu lassen. Wenn ich teilnehmen wollte, dann musste das sofort geschehen.
Schweren Herzens hatte ich mich entschlossen, einfach auf einen normalen, unbehandelten Baumwollsatin zu drucken, da ja nur die Technik gezeigt werden sollte. Der Stoff sollte dann anschließend weggeworfen werden.
Nach dem Drucken hat mich dieses Vorgehen aber dann doch gereut. In der Druckarbeit steckte Mühe, und eigentlich hat mir der Stoff auch ganz gut gefallen.

Was könnte man tun?
Ein Rettungsversuch!
Leslie Morgan hatte uns im Sommer einmal geraten, schöne unbehandelte Drucktücher, mit denen man anschließen weiter arbeiten möchte, mit Sodawasser einzusprühen. Damit könnte man versuchen, im Nachhinein die Drucke zu fixieren. Das wollte ich auch ausprobieren.

Um überhaupt eine Chance zu haben, auch noch nach dem Auswaschen einen farbigen Stoff zu erhalten, habe ich den bedruckten, noch feuchten Stoff sehr intensiv Sodawasser besprüht und dann, nach dem Antrocknen, ein weiteres Mal. Auf dem Bild unten sieht man, wie die Farben ein wenig kriechen, ein Effekt, den ich gerne mag und den durch noch mehr Sodawasser unterstützt habe.

Anschließend wurde der noch feuchte Stoff mit Folie abgedeckt, umgedreht und auch von der Rückseite her mit Sodawasser besprüht. Ziemlich nass habe ich alles zusammengerollt, ähnlich wie hier zu sehen.  
Ich hatte vor, den Stoff so über Nacht zu lagern und morgens auszuwaschen.

Geständnis: ich habs nicht bis morgen ausgehalten!
Um die Sache zu beschleunigen wurde der immer noch sehr feuchte Stoff in eine für Mikrowelle geeignete Folie eingewickelt und 2,5 Minuten -zusammen mit einer Schale Wasser- erhitzt.
Denn auch Reaktivfarben, eigentlich Kaltfarben genannt, reagieren unter Wärme deutlich intensiver und besser.



Ergebnis: Procion MX mag Soda und Wärme!
Wie erhofft wurde Procion MX durch das spätere Ansprühen mit Sodawasser und das Erhitzen mit der Mikrowelle gut an die Baumwolle gebunden.

Die Farben sind intensiv und schön, eigentlich sogar intensiver, als ich es nach einer Nacht Fixierruhe unter üblichen Bedingungen erwartet hätte.


Was mir auffällt sind die feinen Streifen. Diese sind dadurch entstanden, dass der Stoff beim Aufrollen nicht rund war, sondern zusammengesackt ist. Da ich ihn ja zunächst über Nacht einfach nur lagern wollte, hatten sich in den ersten Lagerstunden in den Falten Farbe angesammelt, was sich jetzt in den feinen Streifen zeigt.





Kommentare:

  1. Was für eine spannende Aktion und welch ein tolles Ergebnis!! Bin gerade erst auf Deinen Blog gestoßen und muss mich erst mal durch alles lesen, was Du machst. Auf jeden Fall finde ich es super interessant – Farben und Stoffe sind für mich die absolute Traumkombination im Kreativbereich!
    Herzliche Grüße
    Vanessa

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