27.11.15

Das Vorbereiten mit Soda für Procion MX


Und weiter gehts mit unserer Serie über das Drucken mit Procion MX. 
Nachdem ich bereits über die Vorteile unserer "schnellen Druckpaste", eine Anleitung für das Anrühren der Farben und Paste und über das Drucken auf trockenem Sodastoff geschrieben habe, folgt heute ein Artikel über die Vorbereitung des Stoffs.
Soda ist die Fixierhilfe, mit der die Procion MX-Farblösung an die Faser gebunden wird. Soda bekommt man preiswert in jedem Drogeriemarkt. Es ist in der Abteilung für Waschmittel/Putzmittel zu finden.
Soda sollte man nicht der Farbe beimischen, denn diese verliert dann sehr schnell -innerhalb der ersten Stunde- ihre Färbekraft. Deshalb bereitet man den Stoff vor, indem man ihn für eine Weile inein Sodabad legt und anschließend trocknen lässt. So ist er dann bereit zum Drucken (übrigens auch zum Färben).
Wichtig: Wenn ihr druckt und Farbe übrig habt, diese auf keinen Fall wieder in euren ursprünglichen Farbcontainer geben. Denn durch euer Druckwerkzeug wurde Soda vom Stoff aufgenommen. Auch wenn solche kleinen Mengen an Soda in die Farbe geraten, wird diese langsam blasser!

Vorwaschen?
Oft werden wir gefragt, ob man den Stoff vorwaschen soll.
Unbedingt ja, wenn der Stoff als "roh" gekennzeichnet ist (er kommt dann direkt so vom Webstuhl). Unbedingt ja, wenn der Stoff von Möbelhäusern usw. stammt, denn diese Stoffe weisen oft Beschichtungen auf. Nicht zwingend, aber anzuraten, wenn es sich um  "harte" Fasern handelt wie Leinen, Bambus usw. oder um Bouretteseiden: diese Fasern nehmen Farbe nach einer Vorwäsche besser auf. Auch die Baumwollbatiste nehmen Farbe nach einer Vorwäsche besser an.
Alle pfd-Stoffe (prepared for dyeing) sind schon vorgewaschen, dennoch: auch sie waschen wir, wenn wir die Zeit haben, vor.
Vorgewaschen wird mit einem neutralen Waschmittel, und zwar 50% Soda + 50% Waschmittel.
Hier habe ich übrigens schon einmal übers Vorwaschen geschrieben

Vorbereitung
Soda wird in warmem Wasser aufgelöst und mit kaltem Wasser zur erforderlichen Badmenge aufgefüllt. Am besten, man nimmt dazu einen Eimer, in dem die Stoffe gut schwimmen können. Baumwolle, Leinen und andere Pflanzenfasern bleiben etwa 30 Minuten im Bad, Seide nur 10-15 Minuten, eine kräftige Bouretteseide kann auch mal etwas länger darin bleiben. Anschließend werden die Stoffe gut ausgewrungen oder geschleudert. Man kann das Sodawasser auffangen und wieder in den Eimer geben. Sodabäder können, wenn ihr den Platz habt, aufbewahrt werden.
Den feuchten Sodastoff knappkantig aufhängen, glatt streichen und trocknen lassen.
Nicht: Nicht schleudern, nicht im Trockner trocknen, nicht bügeln und nach dem Trocknen nicht falten!!! Der trockene Sodastoff wird einfach locker zusammengeknüllt in einem Plastiksack aufgewahrt, den Sack unbedingt beschriften.
Vorsicht! Soda nur mit Schutzbekleidung anwenden: Gummihandschuhe, Schutzbrille gegen Spritzer und Staubmaske beim Anrühren sind unbedingt erforderlich!
Trocken oder feucht? Gedruckt wird auf trockenem Sodastoff. Gefärbt werden kann sowohl ein trockener Stoff als auch ein feuchter - das Färberesultat unterscheidet sich aber.
Hat man einen trockenen Sodastoff, den man feucht färben möchte, muss man diesen noch einmal kurz in Sodawasser tauchen und auswringen (einfaches Wasser würde das Soda auswaschen).
Möchte man einen bereits gefärbten, fixierten und ausgewaschenen Stoff weiter bearbeiten. muss er ebenfalls zuvor wieder ins Sodabad.

Rezept für die Sodavorbehandlung
Rezept:Basisrezept: Auf 1 Liter Wasser etwa 3 gehäufte Esslöffel Soda. Wir nehmen auf reichlich 10 Liter Wasser einen Beutel Sodapulver. Soda in warmem Wasser auflösen, mit kaltem Wasser auffüllen.
Ideal sind Malereimer, denn sie haben ein schönes Volumen und besitzen einen Deckel.
Achtung! Wenn Kinder in eurem Haushalt leben oder euch besuchen: die Sodalösung muss unbedingt unzugänglich aufbewahrt werden! Ins Sodawasser nur mit Schutzhandschuhen greifen, bitte die Vorsichtsmaßnahmen oben beachten. Bei Sodawasser auf Fliesen besteht Rutschgefahr!

Lagerhaltung von Sodastoff
Das Praktische ist, dass man Stoff in größeren Mengen mit Soda vorbereiten kann, so dass immer Stoff am Lager ist, um schnell mal zwischendurch arbeiten zu können. Dazu einfach den trockenen Sodastoff -wie oben beschrieben- locker geknüllt in einem beschrifteten Sack aufbewahren. Baumwolle und andere Pflanzenfasern können so mindestens ein halbes Jahr lagern. Ich habe solche Stoffe noch nach mehr als einem Jahr verwendet und keine Schäden feststellen können. Sodavorbehandelte Seide sollte man deutlich kürzer lagern: je dünner und feiner die Qualität ist, desto schneller verbrauchen.

Morgen folgt der letzte Artikel in dieser Reihe: die Nachbehandlung des Procion-Druckstoffs






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