05.05.15

reservieren = frei halten/abdecken

Negativ und Positiv

Beschäftigt man sich mit dem Gestalten von Stoffen, ist das Thema "Reservierung" sehr wichtig.
Reservieren bedeutet, dass man bestimmte Stellen des Stoffs abdeckt, so dass diese keine Farbe annehmen können.
Positiv bedeutet in dem Fall, dass der weiße Hintergrund abgedeckt ist (wie rechts): die Zeichnung zeigt sich farbig auf weißem Grund.
Negativ bedeutet hier, dass die Zeichnung abgedeckt ist, der Hintergrund zeigt sich farbig, die Zeichnung so, wie der Stoffuntergrund ist (in diesem Falle weiß).

Abdeckungen auf Stoff
Man kann auf Stoff mit vielerlei Material abdecken, z.B. mit Pflanzen, mit ausgeschnittenem FreezerPaper, mit ausgeschnittenem Papier (sollte am besten mit einem Kleber befestigt werden), mit Wachs, mit wasserlöslichem Verdicker, mit Kreppband, mit auswaschbarem Trennmittel, mit Bügelfarbe...
Abdeckungen auf Stoff lassen sich aufkleben (flächig) oder mit einem Pinsel oder Liner aufbringen (linear) oder auch drucken (z.B. kann man mit unserem Universalverdicker und einer Siebdruckschablone Abdeckungen aufbringen).

Das Aufbringen von Farbe
Wie man bei solchen Abdeckungen Farbe aufbringt und welche Farbe man wählt, ist ein Kapitel für sich. Je nach Reservierung kann man eintauchen (wie bei Batik), sprühen, malen, Farbe als dichten Druck aufbringen, auftupfen, aufrollen... Dabei ist wichtig, die Art der Reservierung in die Entscheidung mit einzubeziehen: wasserlösliche Reservierungen sollten nicht mit "zu nassen" Techniken bearbeitet werden.
Ob man Farblösungen verwendet (ihr Vorteil ist: sie verbinden sich mit der Faser, ihr Nachteil ist: meistens sind spezielle Fixierungen zu beachten) oder Pigmentfarben/Bügelfarben (Vorteil: einfache Fixierung, Nachteil: der Stoff wird etwas steif) oder Entfärber... auch hier gibt es vielfältige Möglichkeiten. Wichtig bei mehrfachem Farbauftrag: von hell nach dunkel arbeiten und nicht zu viele unterschiedliche Farbschichten über einander setzen, denn dies ergibt schnell einen Schmuddelton.

Abdeckungen auf dem Sieb
Ein spezielles Thema sind Abdeckungsmöglichkeiten beim Siebdruck, denn auch hier wird mit Reservierung gearbeitet.. Bei Siebdruckschablonen sind die Reservierungen fest, in der Regel so, wie ihr es oben auf der rechten Abbildung gesehen habt: die Zeichnung besteht aus feinen Öffnungen, durch die die Druckfarbe aufgetragen wird. Der Rest des Siebs ist geschlossen (reserviert), hier kommt keine Farbe durch.
Interessant ist, sein Sieb selbst zu gestalten. Es gibt dafür viele Möglichkeiten. Die Gestaltung mit Foto-Chemikalien lasse ich hier weg: ich habe das noch nie ausprobiert, und es scheint -nach allem was ich darüber gelesen habe- auch nicht ganz einfach zu sein.
Es gibt auch viele Möglichkeiten, kleinere Siebe selbst zu gestalten mit Mitteln, die sich wieder entfernen lassen. Zum Beispiel lässt sich ein Sieb abdecken mit Zeitungspapier, FreezerPaper, Sojawachs, Kreppband, mit verdickter Farbe... und auch hier wieder sowohl positiv wie auch negativ.
UND: Richtig interessant wird es, wenn man viele Schichten mit gestalteten Sieben über einander druckt! Das ergibt farbenprächtige Stoffe, die man wirklich nirgendwo kaufen kann!


Claudia Helmer zeigt "Breakdown Printing"

"Exploring Resists"
Ein Kurs mit Leslie Morgan & Claudia Helmer im Textilstudio Speyer

"Exploring Resists" ist das Thema eines dreitägigen Workshops, den Leslie Morgan und Claudia Helmer von Montag, den 22. bis Mittwoch, den 24. Juni im Textilstudio Speyer anbieten.
In diesen drei Tagen werden viele der hier aufgezählten Möglichkeiten gezeigt und ausprobiert (und noch manche mehr, wie z.B. das Abdecken mit Mehlpaste oder die Manipulation des Stoffs, was eine weitere Variation bietet). 
Arbeiten werden wir mit verdickter Procion MX Farbe, die schon für euch vorbereitet ist. Siebe könnt ihr kostenlos ausleihen, d.h. ihr braucht kaum etwas mitzubringen. Die gezeigten Techniken lassen sich problemlos auch zu Hause anwenden und eignen sich für Artcloth, Patchwork sowie für Bekleidung und Accessoires.
Sprachschwierigkeiten gibt es keine: Claudia Helmer übersetzt, so dass auch Teilnehmerinnen ohne jegliche Englischkenntnisse allem folgen können.
Das Besondere an Kursen mit Leslie und Claudia ist, dass sie nicht nur sehr erfahrene Kursleiterinnen sind. Sie geben ihr reichhaltiges Wissen auch mit Freude weiter, denn es ist ihnen ein Anliegen, dass sich die textile Szene in Deutschland positiv entwickelt. Sie zeigen auch direkt am Tisch, wie sie selbst künstlerisch vorgehen und diese Techniken für ihre Arbeiten anwenden.
Kurz gesagt: ein Workshop mit Leslie und Claudia ist immer ein Erlebnis!

In diesem Kurs sind noch wenige Plätze frei. Speyer in der sonnigen Pfalz hat im Sommer ausgesprochen mediterranes Flair - ein Kursbesuch bei uns hat immer einen großen Erholungswert! Vielleicht sehen wir uns?
Herzliche Grüße von Sabine




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