07.02.15

Linoldruck - 1 einziges Motiv, 3 unterschiedliche Drucke!

Druck auf Stoff: Linolplatte vollständig mit Farbe versehen.
Linoleumplatten sind preiswert, ebenso das Schnitzwerkzeug, und wenn man ein paar Tipps beachtet, ist das Schneiden der Linoleumplatten ganz einfach.

TIPPS FÜR DAS SCHNEIDEN
Tipp 1: Linoleumplatten sind oft hart. Wenn man die Oberfläche mit dem Föhn erhitzt, wird sie wieder weich und lässt sich einfacher bearbeiten.
Tipp 2: die Messer sind sehr scharf. Deshalb immer vom Körper weg arbeiten.

TIPPS FÜR DAS DRUCKEN
Das Internet ist voller Anleitungen. Ein kurzes, gutes Video über das Schneiden einer Platte ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=ZhtnSImHauA
Allerdings fand ich das Drucken nicht so schwierig, wie es in diesem Video dargestellt wird. Dass die ersten Drucke immer Probedrucke sind, ist bekannt. Das gilt aber für alle Drucktechniken.
Wir drucken immer ohne Presse. Entweder liegt der Stoff zuunterst, dann wird die Platte wie ein Stempel auf den Stoff gesenkt und gespresst. Größere Stempel (Platten) lassen sich allerdings nicht so einfach intensiv drucken.  
Zur Erhöhung des Pressdrucks gibt es aber Tricks:
Zum Drucken auf dem Tisch: Man rollt mit einer Teigwalze über die Platte.
Zum Drucken auf dem Boden: Man legt ein etwas größeres Brett auf die Druckplatte und stellt sich selbst auf das Brett. So presst man mit dem eigenen Körpergewicht die Platte auf den Stoff.
Oder man reibt ab: die Platte bleibt dabei auf dem Tisch liegen (das Muster zeigt nach oben), und der Stoff wird auf die Platte gesenkt. Am besten legt man darüber ein passendes Papier und reibt dann die Farbe mit Druck von der Linolplatte ab.

EINE DRUCKPLATTE - VERSCHIEDENARTIGE DRUCKE
Unsere Versuchsreihe zeigt, wie unterschiedlich man eine Linolplatte abdrucken kann. Hier haben wir mit DekaPrint, einer wasserlöslichen Druckfarbe gearbeitet.

Druck auf Stoff: Linolplatte teilweise mit Farbe versehen und per Hand gemustert.
Die Abbildung oben auf dem türkisfarbenem Stoff zeigt einen Druck, für den die gesamte Linolplatte mit Farbe eingerollt wurde.

Für den Druck auf dem grünen Stoff wurde nur ein Teil der Druckplatte mit Farbe versehen (der Hintergrund wurde ausgelassen). Außerdem haben wir vor dem Abdruck die Bekleidung, den Schal und das Kopftuch gemustert, in dem in die noch feuchte Farbe verschiedene grobe Stoffreste gedrückt und so Farbe abgenommen wurde. Alle "Stoffflächen" des Bilds haben so ein Muster bekommen.

Der Druck auf dem gelben Stoff ist etwas Besonderes.
Dafür haben wir spezielle Segmente der Druckplatte in unterschiedlichen Farben mit einem Borstenpinsel
eingefärbt. Die Druckplatte wurde sozusagen bemalt und dann abgedruckt.
Das Kleid wurde zusätzlich mit einem kleinen Stoffmuster versehen und schattiert.
Ein einziger Durchgang ergab so einen mehrfarbigen Druck. Diesen Druck kann man auch als Monoprint bezeichnen, denn die Musterung des Stoffs wird sich genau gleich nicht wiederholen lassen.

FARBE FÜR LINOLDRUCK AUF STOFF
Unsere Empfehlungen gelten -wie immer- für den Druck auf Stoff. 
Stoffdruckfarbe ist so eingestellt, dass sie innerhalb gewisser Grenzen waschecht ist und den Stoff verhältnismäßig weich lässt. Farben für Papier haben andere, speziell für Papier geeignete Eigenschaften.

  Die Drucke oben wurden mit DekaPrint durchgeführt, einer wasserlöslichen Druckfarbe, die zur Fixierung gebügelt wird. Da sie verhältnismäßig schnell trocknet, mischt man ihr - zumindest für die Variante mit mehreren Farben - einige Tropfen Trocknungsverzögerer bei. Dann kann man sich beim Bemalen Zeit lassen. Aufgetragen wird die Farbe entweder mit einem Schaumstoffroller oder mit Borstenpinsel. Nach dem Drucken werden Linolplatte und Werkzeuge unter fließendem Wasser gesäubert und dann getrocknet.
2   Eine ausgezeichnete Druckfarbe ist auch die Linoldruckfarbe auf Ölbasis von Deka, die speziell für den Stoffdruck hergestellt wird. Mit ihr lassen sich feinste Details eines Stempels oder einer Linolplatte abbilden. Die Farbe wird nicht mit einer Schaumstoffrolle aufgetragen sondern mit einer Hartgummiwalze. Dadurch erreicht man einen besonders feinen Farbauftrag, der dennoch intensiv und klar auf dem Stoff erscheint. Öldruckfarbe bleibt länger feucht, deshalb lassen sich solche Techniken, wie oben beschrieben, sehr gut durchführen. Die Fixierung der Ölfarbe wird durch Oxidation erreicht. Man lässt den Druck 4-6 Wochen liegen, bevor man den Stoff waschen kann. Beschleunigen kann man diesen Vorgang nicht. Wischfest, geeignet für einen Transport, ist die Farbe aber bereits nach etwa 24 Stunden.
Das Reinigen von Stempel und Werkzeug ist ganz einfach: zuerst alle Farbe abwischen bzw.abdrucken, dann den Rest mit etwas (altem) Speiseöl anlösen und abwischen. Zum Schluss Werkzeug und Platte mit warmem Wasser und etwas Spülmittel vollends reinigen.
  • Unsere Anleitung zur Linol-Stoffdruckfarbe findet ihr HIER


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