04.02.15

Drucken auf Stoff - ein paar Tipps für den Anfang

Das Ausprobieren von Stoffdruck ist wirklich sehr einfach, und man braucht auch nur sehr wenig Werkzeug.

STOFF
Empfehlenswert ist ein mittelstarker, heller Baumwollstoff wie man ihn z.B. für für Tischdecken nimmt. Ist der Stoff "PFD" (vorbereitet fürs Färben), braucht er nicht mehr unbedingt gewaschen werden. Ich würde den Stoff bügeln, denn faltenfreie Stoffe lassen sich viel besser bedrucken.

FARBEN
Ich empfehle DekaPrint.
Diese Druckfarbe besitzt eine Konsistenz, dass man mit allen Arten von Stempeln drucken kann, denn sie ist optimal fürs Drucken eingestellt. Man kann auch mit Stoffmalfarbe drucken, aber wie der Name andeutet, ist sie flüssiger und eigentlich eher fürs Bemalen von Stoffen gedacht.
Kompromisse sollte man nur dann eingehen, wenn man schon Erfahrung hat und weiß, was man macht. Zum Einsteigen, wenn man ein Erfolgserlebnis haben möchte, ist es gut, gleich das richtige Werkzeug zu benutzen.
DekaPrint gibt es nur als 250ml-Packung (sie ist eine Farbe für professionellen Siebdruck auf Stoff), aber wenn man den Grundpreis anschaut, ist sie die preiswerteste Farbe. Dekaprint lohnt sich absolut, denn die Farbe hält jahrelang. Da man sie super mischen kann, braucht man nur einige wenige Grundfarben.
Mit Stempelkissen, die gute Ergebnisse auf Papier bringen, haben wir auf Stoff wenig gute Erfahrungen gemacht, denn die Drucke werden nicht ausreichend intensiv.

EIN PAAR TIPPS ZUM MISCHEN
Das muss man einfach probieren und etwas Erfahrung sammeln, aber es gibt ein paar Grundregeln.
Die Grundfarben sind Gelb, Rot und Blau. Nimmt man klare Farben wie Zitrone, Karmin und Mittelblau, werden auch die Mischungen eher klar und strahlen. Ein warmes Gelb, wie Sonnengelb, lässt Mischungen dagegen wärmer werden. Ein gemischtes Grün geht dann eher in die Richtung Oliv und weniger in die Richtung Grasgrün.
Mischt man Orange aus Gelb und Rot, ist Gelb (die helle Farbe) die Hauptfarbe. Das Rot mischt man in sehr kleinen Mengen hinzu, bis man den gewünschten Ton getroffen hat. Dasselbe gilt für Grün: Gelb ist die Hauptfarbe, das Blau wird in kleinen Dosierungen hinzugegeben, bis die richtige Nunance erscheint. Immer ist die helle Farbe die Hauptfarbe!!
Möchte man mit Mischungen arbeiten, sollte man unbedingt eine größere Menge anmischen, da man später nie mehr den genau gleichen Ton trifft. Lieber Mischfarben übrig behalten, in einem kleinen Behälter aufbewahren und später weiterverwenden. 

ENTNEHMEN DER FARBE
Für jeden Farbtopf braucht man einen eigenen Löffel! Damit rührt man vor der Farbentnahme die Farbe um und gibt diese dann auf einen Teller, auf dem man dann mischt. Teller aus Glas oder Porzellan haben den Vorteil, dass man sie hinterher säubern und immer wieder verwenden kann. Pappteller haben den Vorteil, dass man sie wegwerfen kann, wenn man das Abspülen mal vergessen haben sollte. Die Teller sollten flach sein und eine gewisse Größe haben. Ich verwende für mehrere Farben jeweils eigene Teller, damit kein unerwünschter Farbmix entsteht.
Wichtig!! Sollte Farbe übrig sein, diese nie zurück in den großen Farbbehälter geben! Durch Pinsel, Schwamm, Roller usw. geraten oft kleine Verunreinigungen in die Farbe, die den großen Farbvorrat zum Verderben bringen können. So etwas merkt man dann am Geruch und der Konsistenz der Farbe.
Das Zurückgeben in den großen Behälter bedeutet Sparen an der falschen Stelle! Übrig gebliebene Farbe kann man mit einer Lebenmittelfolie oder einer alten Plastiktüte abdecken und in den nächsten Tagen weiterverwenden - so lange, wie sie nicht eingetrocknet ist.

FARBE AUF DEN STEMPEL BRINGEN
Weil bei Stoffdruck die Farbschicht auf dem Stempel gleichmäßig und fein sein sollte, wird die Farbe immer mit einem Werkzeug auf den Stempel gebracht. Dazu eignen sich, je nach Stempel, Vorliebe oder auch Gewohnheit, ein Schwamm (Schwammroller, Schwammpinsel, neuer Küchenschwamm) oder auch ein Borstenpinsel (das ist weniger einfach!). Mit dem Schwammwerkzeug wird etwas Farbe vom Teller genommen und auf den Stempel gerollt oider getupft. Das Aufbringen muss leicht sein, lieber mehrmals tupfen. Der ganze Stempel sollte mit einer gleichmäßig feinen Farbschicht bedeckt sein.
Eine zweite Möglichkeit besteht darin, dass man sich so etwas wie ein Stempelkissen herstellt. Die Oberfläche eines neuen Küchenschwamms wird mit Farbe getränkt. Man kann dann seinen Stempel leicht, sehr leicht!!!  auf den Schwamm drücken und so Farbe auf die Stempelfläche bringen.
Achtung!! Je mehr Farbe auf der Stempelfläche ist, um so patziger wird der Druck werden, um so leichter kriecht Farbe in das Relief des Stempelmusters! Andererseits: wenn zu wenig Farbe auf der Fläche ist, wird der Abdruck ungleichmäßig und wenig intensiv.Das ist ewas für antike Optiken...
Die Stempelfläche muss möglichst eben und sauber sein. Verwendet man Gemüse als Stempel (z.B. Kartoffeln), sollte das enthaltene Gemüsewasser regelmäßig vor dem Farbauftrag abgetupft werden.

UNTERGRUND
Beim Drucken muss man den Stoff nicht (wie bei Siebdruck) auf einem Untergrund befestigen. Man sollte aber die Tischplatte vor Farbe schützen. Dünne Malerfolie eignet sich gut, auch einfaches Zeitungspapier. Für einen Stempeldruck sollte der Untergrund etwas nachgeben, dann werden Drucke satter, schöner und randschärfer.
Wie stark der Untergrund nachgeben sollte, hängt sehr vom Stempel, vom Stoff und von dem Druck ab, den man ausüben ausüben kann. Wenn das Relief des Stempels tief ist, kann der Untergrund ruhig ziemlich weich sein. Indische Holzstempel mit einen tiefen Relief lassen sich sehr gut und schön auf einem Vliesstoff, der sich unter dem Drucktuch befindet, abdrucken. Auch Kinder mit wenig Kraft erhalten so schöne Drucke. Eine sehr versierte Stoffdruckerin, die oft mit wirklich großen, alten Druckstöcken aus Indien arbeitet, nimmt als Untergrund sogar ein dünnes Schaumstoffpolster (wie man es für Sitzkissen verwendet). Für viele andere Stempel reicht ein Polster aus einigen Lagen Zeitungspapier. Für Linolstempel und alle anderen, die nur ein flaches Relief aufweisen, in das schnell mal Farbe rinnen kann, wählt immer eher einen verhältnismäßig harten Untergrund (Zeitungspapier).
Mein Ratschlag: probiert mehere Variationen aus und vergleicht die Ergebnisse!

DRUCKEN
Die ersten Abdrucke immer auf Druckerpapier machen. Jeder Stempel muss sich zuerst mit Farbe vollsaugen. Erst ab dem dritten bis vierten Abdruck erden die Ergebnisse schön. Es gibt zwei Tricks: Beim Aufbringen des Drucks einige Sekunden warten (zählen bis 3 ist prima): in dieser Zeit kann der Stoff die Farbe absaugen. Der zweite Trick: den Stempel behutsam vom Stoff abheben, damit die Farbe nicht "abgerissen" wird.
Kleine Fehler in einem Druckbild können mit einem feinen Holzstäbchen, das in Farbe getaucht wurde, ausgebessert werden.

Kommentare:

  1. Danke für die ausführliche Anleitung. Ich habe Werkzeuge und Materialien seit geraumer Zeit hier liegen, aber noch nicht losgelegt. Ich glaube, bei den Stoffspielereien gibt es demnächst das Thema "Farben" ...
    LG
    Siebensachen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh ja, da freue ich mich schon darauf!
      Beim nächsten Mal, im Februar, allerdings "Chenille"... das wird für mich, als Noch-Nicht-Näherin und Nicht-Mehr-Strickerin eine Herausforderung...
      Liebe Grüße von Sabine

      Löschen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...