05.01.15

Tipps zum Färben zuhause: Die gebräuchlichsten Farbstoffe
und das Anlösen des Pulvers


Aufgelöste Procion MX-Farben, die jetzt für eine Farbreihe gemischt werden sollen

 Das Färben im Topf oder in der Maschine wird mit Farbstoffen durchgeführt, die sich mehr oder weniger vollständig auflösen lassen und die sich, bei richtiger Anwendung und Fixierung, direkt mit der Faser verbinden. Ein Vorteil: Der Stoff bleibt nach dem Färben weich, er hat keinen "Griff".
Nebenbei: es gibt unglaublich viele Farben, und wir haben natürlich nur die ausprobieren können, die wir anbieten. Lest euch die Gebrauchsanweisung der jeweiligen Hersteller sorfältig durch. Ergeben sich noch Fragen, könnt ihr in der Regel beim Hersteller anrufen oder ihm mailen. Die Adressen lassen sich durchs Internet leicht herausfinden. 

DIE GEBRÄUCHLICHSTEN FARBSTOFFE FÜR TEXTILIEN FÜR ZUHAUSE
  • Säurefarbstoffe (gibt es als Pulver, aber auch bereits gelöst als "dampffixierbare Seidenmalfarbe" wie z.B. DUPONT SEIDENMALFARBE : mit ihnen lässt sich Seide und Wolle färben. Ordentliche bis gute Wasch- und Lichtechtheiten. Weil dampffixierbare Seidenmalfarben bereits gelöst sind, sind sie für die Wohnung besonders praktisch. Sie lassen sich einfach dosieren (so sind sie für Kleinmengen preiswert), und wir verwenden sie fast immer für das Färben von Woll- oder Seidenschals im Topf). In einem weiteren Beitrag wir es dazu mehr Informationen geben.
  • Reaktivfarbstoffe (in der Regel als Pulver, wie zum Beispiel die meisten Waschmaschinenfarben wie DEKA WASCHMASCHINENFARBE, Kaltfarben wie DEKA AKTUELL oder auch PROCION MX): mit ihnen lassen sich alle Pflanzenfasern färben und auch Seide. Gute Wasch- und Lichtechtheiten. Für die Waschmaschinen- und Kaltfarben gibt es spezielle Fixiermittel (Soda ergibt hier keine guten Ergebnisse!). Procion MX wird dagegen mit Soda fixiert. Es wird -je nach Rezept- entweder vor dem Färben oder gleichzeitig mit der Farbe zugegeben. In weiteren Beiträgen wird es es zu diesen Farbstoffen mehr Informationen geben.
  • Universelle Batikfarben (Batikfarben wie DEKA L, die zusammengesetzt sind aus Säurefarben für Seide und Wolle sowie Direktfarbstoffen für Pflanzenfasern). Solche Farben sind praktisch, weil man sie für fast alle Stoffe (Pflanzenfasern, Seide, Wolle) verwenden kann. Aber es gibt auch ein paar Nachteile. Man kippt immer den Teil der Farblösung weg, den man aufgrund seiner Stoffqualität nicht gebraucht hat. Die Echtheiten der Direktfarbstoffe sind nicht besonders gut. Aber dagegen gibt es Tricks, die wir in einem anderen Artikel besprechen werden.
Alle diese Farbstoffe lassen sich sowohl im Topf als auch in der Waschmaschine färben. 
  • Für DEKA L findet ihr die Anleitung für Topf und Waschmaschine HIER. Weitere Informationen werden folgen.

FÜR DAS AUFLÖSEN VON FARBSTOFFEN GIBT ES EINIGE REGELN
Die meisten Farbstoffe, ob für die Waschmaschine oder den Topf, gibt es nur als Pulver. 
Das hat preisliche Vorteile, hat aber den Nachteil, dass man sie erst anlösen muss. 
Auch das Mischen  gelingt nur mit gelösten Farben.
Folgende Regeln finde ich nützlich:


  • nie in der Küche auflösen: wenn man die Farbtütchen öffnet oder Farbe aus dem Behälter entnimmt, können feine (nicht direkt sichtbare) Farbstäubchen entstehen, die sich auf Arbeitsflächen und herumstehende Küchengeräte usw. ablagern. 
  • Gabriele Breuer beschreibt in ihrem Buch „1000 Farben auf Wolle und Seide“, wie man in einem sehr großen Karton -wie in einem Schutzraum- Farbe auflösen kann. Mit dieser Maßnahme hat sie mehrere Jahre in einer kleinen, weißen eingerichteten Küche gefärbt. Ich habe das bisher noch nicht ausprobiert. Wenn ich Zuhause oder im Laden färbe, löse ich die Farben entweder im Bad oder iin unserem Innenhof an. 
  • Ein guter Tipp ist, angefeuchtetes Zeitungspapier oder alte angefeuchtete Laken auszulegen bzw. abzuhängen. Das bindet Farbstaub, es entstehen keine Flecken in der Umgebung.
  • Wichtig ist die Reihenfolge: zuerst ein wenig Wasser ins Gefäß geben, dann darauf das Farbpulver, dann rühren. Wenn das Farbpulver gelöst ist, wird das restliche Wasser dazu gegeben.

  • Damit keine unerwünschten Farbflecken auf dem Stoff entstehen, muss der Farbstoff völlig aufgelöst sein. Nicht alle Farben lösen sich gleich gut auf, aber es gibt ein paar Tricks: 
* zum Anrühren gut warmes bis heißes Wasser verwenden 
* einen Tropfen Spülmittel zugeben, es verbessert die Lösekraft des Wassers
* rühren, rühren, rühren...
* wenn nichts geholfen hat: Farbe durchseihen. (Strumpfhose, Filter, feines Sieb).
Aufbewahren der Farbstofflösung: Gibt man die Farbstofflösung in ein sauberes, ausgekochtes Schraubglas, kann man sie in der Regel (solange sie nicht mit dem Fixiermittel in Berührung gekommen ist) einige Zeit aufbewahren (kühl und dunkel lagern!). Procion MX zum Beispiel hat auch nach einer Woche noch ziemlich viel Färbekraft (wir haben sogar gute Erfahrungen mit angelöster Procion gemacht, die deutlich länger gestanden hat. Aber das muss man ausprobieren). Von Deka L weiß ich, dass diese angelösten Farben sehr lange haltbar sind. Vor allem, wenn man -wie bei Batik- viele Überfärbungen einplant, kann man auch weniger intensiv färbende Farbstofflösungen (wie es sich durch lange Lagerung ergibt) gut einsetzen.
Die Gläser unbedingt deutlich beschriften (hier bekommt das Kreppklebeband seinen Auftritt) und kindersicher verwahren.

Deutschsprachige Bücher über das Färben und beste Färbeseite (englisch):
Gabriele Breuer: 1000 Farben auf Wolle und Seide
(Buch über Säurefarben)
Christa Rolf: Grundkurs Stoffe färben.
(nur noch Antiquariat. Buch über Färben mit Säurefarben und Reaktivfarben)
http://www.pburch.net/dyeing.shtml Beste Seite über das Färben (in englischer Sprache). Aber wenn man spezielle Fragen hat, muss man sich etwas durchkämpfen. Lohnt sich jedoch immer...
 


Kommentare:

  1. Endlich komme ich mal wieder zum nachlesen. Auch dein zweiter Beitrag klingt ja wieder super interessant. Auf heißes Wasser wäre ich nie gekommen, Ich war felsenfest davon überzeugt, dass Hitze immer, aber auch wirklich immer fixierend wirkt und die Farbe unbrauchbar wird...
    LG Florentine

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    1. Das ging mir nicht anders. Ich hatte immer wieder mal gelesen, dass Wärme die vin Färbekraft angreift, dass sie also schneller unbrauchbar werden. Das hat mir eingeleuchtet. Aber weil wir immer wieder damit zu kämpfen hatten, dass sich die Farben nicht vollständig aufgelöst und sich dadurch unerwünschte Fleckchen auf dem Stoff gebildet hatten, haben wir einfach alles mögliches ausprobiert.
      Da ja zum Auflösen nur ca 1cm warmes bis heißes Wasser verwendet wird, der Rest Flüssigkeit wird dann ja bald kalt aufgefüllt, ist das mit der Wärmereaktion wohl kein Problem. Wir haben jedenfalls nicht festgestellt, dass die Farben früher ihre Kraft verlieren (im Gegenteil - sie halten wirklich sehr, sehr lange).
      Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar! Ich freue mich, dass etwas Neues für Dich dabei war.
      Liebe Grüße von Sabine

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