31.12.15

Innehalten - Aufnehmen - selbst Machen



.... Kunst ist dazu da, den Alltagsstaub von unserer Seele zu waschen... (sinngemäß nach Picasso, das Zitat ist zumindest so oder ähnlich im Netz zu finden).
Dieser Satz bedeutet wohl für jeden von uns etwas anderes. Die einen mögen Musik, die anderen Gedichte, die dritten Bilder. Die einen nehmen auf, die anderen bevorzugen das Tun, und viele genießen beides.
Das Wichtigste bei diesen Worten ist für mich etwas, das nur implizit darin verborgen ist: damit Kunst den Staub des Alltags abwaschen kann, muss man innehalten, man muss sich ein kleines bisschen Zeit nehmen.
Egal ob man Kunstwerke betrachtet, liest, anhört, auf sich einwirken lässt und darüber nachdenkt oder ob man selbst etwas Schönes macht... ohne, dass man sich ganz bewusst Raum dafür schafft, kann man sich weder durch Aufnehmen noch durch selbst Machen von Sorgen, Ärgernissen und Belastungen befreien.
Vielleicht ist es das, was ich mir vornehmen werde für das nächste Jahr: Mir ganz bewusst täglich eine kleine Auszeit zu nehmen für Schönes.
Ganz alleine für mich.

Jetzt aber zum selber Machen! 
Sieb und Siebdruckschablone gemeinsam nutzen.
Siebdruckrahmen und Siebdruckschablone als Doppelpack: Mit dem Bild oben möchte ich eine weitere Anwendung unseres neuen Siebdruckrahmens zeigen: er lässt sich zusammen mit unseren Siebdruckschablonen verwenden.
Vorteil: so ist die Folie der Siebdruckschablone geschützt, wenn man die Farbe mit einer Rakel auftragen möchte. Rakelt man direkt auf der Folie besteht die Gefahr, die Folie zu verletzten.
Der hauptsächliche Vorteil beim Rakeln ist, dass wesentlich weniger Farbe benötigt wird als beim Gebrauch eines Schwammrollers, und dass die Menge der Farbabgabe kontrollierter abläuft. Motive mit dicht gesetzten, feinen Linien werden so detalliert abgebildet.

Drucktuch als Grundlage des Bildes: Dieses sehr alte Drucktuch links hat die Grundlage für das Bild oben ergeben. Das Drucktuch ist voller Erinnerungen. Man sieht darauf viele unterschiedliche Siebdruckschablonen. Die rosa Punkte stammen von einem Styrodurstempel, die roten von einem Schwammroller. Druckversuche mit einem indischen Holzstempel sind auch gut zu erkennen...
Solch ein Stoff mit zufälligen Abdrucken ist immer ein guter Ausgangspunkt, denn er gibt einem eine Richtung vor. Es muss sich nicht unbedingt so viel wie hier auf dem Stoff befinden, eigentlich ist weniger mehr...
Damit die Zufallsdrucke einen Zusammenhaltbekommen, habe ich sie teilweise mit gelber Farbe überrollt (stark "verdünnt" mit Farblos) und den Stoff mit ein paar zusätzlichen Drucken (Borstenpinsel, Pappe) in Blau und Schwarz gemustert.
Jetzt waren schon so viele Muster auf dem Stoff, dass ich mich für eine Siebdrckschablone mit Schrift entschieden habe, um für mein Beispiel überhaupt noch einen visuellen Kontrast zu bekommen.

So kann gerakelt werden: Siebdruckschablone zu unterst, darauf der Siebdruckrahmen - alles passgenau

Möchte man Sieb und Siebdruckschablone zusammen verwenden, legt man die Schablone mit der glatten Seite so auf den Stoff, dass die Nummer der Schablone auf dem Stoff liegt.
Die raue Seite der Folie schaut nach oben. Das Sieb wird passgenau darauf gelegt. Auf diese Art und Weise berühren sich die Gaze des Siebs und Folie der Siebdruckschablone.


Jetzt gibt man mit einem Löffel etwas Farbe auf die Gaze des Siebs.. Da nur durch die laserfeinen Löcher der Siebdruckschablone Farbe auf den Stoff kommen kann, muss der oben liegende Siebdruckrahmen nicht abgeklebt werden. Mit der Rakel wird die Farbe mit Druck über die Gaze gezogen.

Wichtig: Für den ersten Abdruck muss man die Rakel öfter über das Sieb ziehen, damit sich alle Motivlöcher mit gut Farbe füllen, um einen schönen Druck zu ergeben. Durch die Farbe werden beide Siebe zusammengehalten: beim achtsamen Arbeiten gibt es kein Verschieben.

Wie beim Arbeiten mit der Siebdruckschablone alleine, kann man auch beim Arbeiten mit Sieb und Siebdruckschablone kontrollieren, ob der Abdruck gut geraten ist.
Einfach die beiden Siebe zusammen vorsichtig von rechts anheben und schauen. Ist noch nicht ausreichend Farbe auf den Stoff gelangt, die beiden Siebe einfach wieder auf den Stoff ablassen und an den entsprechenden Stellen noch einmal Farbe abgeben.
Möchte man das Motiv oder die Farbe wechseln, müssen sowohl Siebdruckschablone als auch Sieb gereinigt werden. Ich habe hier mit Dekaprint gearbeitet, aber alles gilt genau so für Procion MX!


Finish des Stoffs
Für Silvester mussten noch ein paar Feuerwerkssterne (Siebdruckschablone) hinzu kommen. Damit sie den Text nicht dominieren, habe ich die Farbe dafür mit "Farblos" leichter und heller gemacht.
Immer schon wollte ich mal ausprobieren, ob sich ein Stoff schnell mal auf einem Keilrahmen befestigen lässt. Der aufgestöberte Rahmen passte natürlich nur ungefähr: seitlich glücklicherweise genau (ich schneide so ungern ab), oben und unten aber zu kurz. Aufgeklebt habe ich den Stoff auf den bespannten Rahmen mit Matte Medium, das ging schnell und hält prima. Um die sichtbare Bespannung des Keilrahmens mit dem Stoff optisch zu verbinden, habe ich beides zunächst mit weißer Acrylfarbe bestrichen, dann koloriert und schließlich bedruckt.

Vielleicht hätte mir der Stoff mit etwas weniger Farbe besser gefallen...
... dennoch wird er seinen Zweck erfüllen und mich über das Jahr hinweg daran erinnern, dass "Innehalten - Aufnehmen - Machen" den Gedankenmüll wegschaffen und Konzentration, Freude und Leichtigkeit bringen kann. Vor allem, wenn sich dafür regelmäßig bewusst etwas Zeit nimmt. Haltet mir die Daumen, dass mir das gelingt.
Ich wünsche euch von Herzen ein gutes neues Jahr mit ausreichend Zeit für Schönes!
Liebe Grüße von Sabine

Noch ein paar Links:
Kleines Siebdrucksieb
Siedruckschablonen ganz einfach säubern
Häufig gestellte Fragen zu Siebdruckschablonen

Die nächsten Kurse zum Thema finden in Mannheim statt
(bitte die Seite nach unten scrollen, die Kurse sind zeitlich sortiert)
1. Tageskurs am 6. Februar: Siebdrucksieb und Siebdruckschablone
2. Schnupperkurs zu Siebdruckschablonen alleine am 25. Februar



30.12.15

Appetit auf Naturfarben



Mit diesem Bild möchte ich euch Appetit auf Naturfarben machen!
Es ist ein Ausschnitt einer noch viel größeren Skala, die Brunhilde Scheidmeir schon einmal vor längerer Zeit entwickelt hat. Abgesehen von ihrer Schönheit: interessant finde ich auch, was passiert, wenn man Naturfarben schichtet, so wie man es mit Procion MX auf Stoff macht. Manche Farben lassen sich auch durch Schichten gut mischen, andere sind verhältnismäßig deckend.
Was man wirklich gut sieht ist, dass sich die Sude von Pflanzenfarben vor dem Auftragen gut mischen lassen, und dass man so zu einer riesigen Farbskala kommt! Egal, ob man mit diesen Mischungen färben, malen oder drucken möchte - das Arbeiten mit Pflanzenfarben ist eine echte Alternative für diejenigen, die sich ernsthaft damit befassen möchten.
Die Pflanzenfarben oben sind angedickt und mit einer Spachtel auf den Stoff aufgetragen. Damit der Auftrag licht- und waschfest bleibt, wird der Stoff vorher mit Beize behandelt.
Der Begriff "Appetit" in der Überschrift wurde absichtlich gewählt, weil das Arbeiten mit Pflanzenfarben irgendwie immer an Küche, Kochen und Alchemie erinnert. Die verschiedenen Düfte, das Auskochen, das Vermischen... und nicht zuletzt auch die Ergebnisse. Denn Pflanzenfarben aus unterschiedlichen Regionen und von verschiedenen Ernten ergeben immer mehr oder weniger unterschiedliche Nuancen. Das unterscheidet Pflanzenfarben nicht von Lebensmitteln, Kräutern, Gewürzen und ätherischen Ölen. Und das macht das Arbeiten mit ihnen so lebendig und spannend...
Verständlicherweise lassen sich deshalb kaum präzise Farbmischanleitungen geben. Neben den Pflanzen und Hölzern an sich haben auch die Intensität der Sude, der Stoff und die Beizen einen großen Einfluss auf die Ergebnisse!

Am Freitag kommt voraussichtlich der erste Artikel über Blauholz.

Übrigens: wer mehr über das Drucken mit Pflanzenfarben live erfahren möchte, kann das HIER lernen.
Gerade ist auch ein Artikel von uns zu diesem Thema im Heft der Patchworkgilde erschienen.
Zum Schnupperkurs bei Brunhilde und Fritz auf der Nadelwelt (Freitag, 11. Juni 2016) könnt ihr euch HIER anmelden.

29.12.15

Saubermachen ganz einfach!

Nach dem Drucken mit Dekaprint (bügelfixierbar) sollte die Siebdruckschablone gleich ins Wasserbad gelegt oder gereinigt werden

Das Säubern unserer Siebdruckschablonen ist wirklich ganz einfach. Dennoch erhalten wir zu diesem Thema immer wieder Fragen.

Weder Schwamm noch Bürste!
Manchmal werden sogar Bürsten und rauhe Schwämme zum Säubern eingesetzt - aber das sollte man wirklich nicht tun!!! Deshalb hier eine bebilderte Anleitung.

Textil-Acrylfarben (d.h. Bügelfarben) und auch normale Acrylfarben haben den Vorteil, dass sie in der Regel schnell trocknen. Das ist ein großer Vorteil beim Arbeiten. Die schnelle Trocknungszeit bedeutet aber auch, dass alle Werkzeuge schnell eintrocknen können, besonders bei Wärme und geringer Luftfeuchtigkeit.


Abhilfe schafft ein Gefäß mit Wasser, in das man die in Arbeit befindliche Siebdruckschablone legt und damit feucht hält. Das ist praktisch, wenn man nicht gleich zum Reinigen kommt oder wenn man bei der Arbeit unterbrochen wird. Eine eingetrocknete Siebdruckschablone ist leider nicht mehr zu retten...
Vergisst man dagegen die Siebdruckschablone im Wasser, passiert überhaupt nichts. Sie kann dort tagelang liegen, ohne dass sich die Folie vom Rahmen löst. Bewusstes Einweichen ist sogar förderlich, z.B. wenn man mit Weiß gearbeitet hat, denn Weiß hat oft größere Pigmente zum besseren Abdecken und lässt sich deshalb schwerer reinigen.

Praktisch: Im Wasserbad löst sich die Farbe und kann später unter fließendem Wasser leichter abgespült werden

Schon beim Herausnehmen der Siebdruckschablone aus dem Wasserbad sieht man, wie sich die Farbe aus den wichtigen Motivstellen löst.

Einfach fliessendes Wasser

Siebdruckschablonen werden einfach unter fließendem Wasser gesäubert. Dabei ist vor allem wichtig, dass die feinen Öffnungen des Motivs, durch welche die Farbe beim Drucken aufgetragen wird, frei werden. Das kann dadurch kontrolliert werden, dass die gereinigte Siebdruckschablone gegen das Licht gehalten wird.
Wenn sich dagegen Farbe auf der geschlossenen Folienrückseite ablagert, macht das gar nichts.
Je häufiger man eine Siebdruckschablone in Gebrauch hatte, desto mehr feine Farbschichten entstehen dort trotz guter Reinigung.
Das gute Druckergebnis beeinträchtigt das überhaupt nicht!
Ich verwende fast nie ein Werkzeug zum Reinigen, sondern spüle nur gründlich unter fließendem Wasser ab.
Aber wir haben in Kursen und durch Anfragen die Erfahrung gemacht, dass sich viele mit einem Reinigungswerkzeug sicherer fühlen.

Empfehlungen
  • Unter gar keinen Umständen einen Schwamm benützen! Optimal ist ein weicher Borstenpinsel.
  • Wenn ein Pinsel zum Abstreifen der Farbe benützt wird, immer für eine stabile Unterlage sorgen. Wenn ein großes Becken zur Verfügung steht mit einem waagrechten, glatten Boden, dann legt man die Siebdruckschablone einfach darauf und reinigt sie so.
  • Ist das Becken klein, der Boden gerundet oder geriffelt ist, dient ein einfaches Frühstücksbrettchen (Schneidebrettchen) in der richtigen Größe als stabile Unterlage (wie hier auf dem Foto).
  • Immer zunächst die glatte Seite nach oben reinigen (das ist die Seite mit der Bestellnummer), dann die Rückseite.
  • Wie oben beschrieben ist die Reinigung dann beendet, wenn das Motiv gut ausgespült ist.

Die gereinigte Siebdruckschablone sollte dann mit Küchenpapier von beiden Seiten her trocken getupft werden. Liegend vollends trocknen lassen!

Wenn man diese wenigen Schritte konzentriert und mit Bedacht durchführt, gibt es keinerlei Probleme und man kann sich lange Zeit über hervorragende Drucke freuen!


Vor dem nächsten Gebrauch noch kurz warten, bis die Restfeuchtigkeit aus den Sieblöchern verschwunden ist (sie würde die Druckfarbe verdünnen und den Druck unscharf werden lassen).



Und schon kann es weitergehen...



28.12.15

Kleiner Siebdruckrahmen


Heute möchte ich unseren neuen, handlichen Siebdruckrahmen vorstellen. Er ist tatsächlich ein kreativer Alleskönner, und wir haben lange daran getüftelt, damit er so vielseitig einzusetzen ist.
Der Druckbereich liegt, wie bei unseren Siebdruckschablonen, bei ungefähr 15*20cm. Der Rahmen selbst ist aus Kunststoff und etwas stärker als bei den Siebdruckschablonen. Er ist leicht, lässt sich prima einsetzen, kann problemlos gesäubert, aufbewahrt und transportiert werden. Ideal für Kurse, ideal für zu Hause!
Farbe oder Entfärbepaste lassen sich sowohl mit der Rakel als auch mit dem Schwammroller auftragen. Welches Werkzeug man wählt, kommt auf die Technik an. Mehr dazu weiter unten. Für die Gaze haben wir uns für 43T entschieden, eine Größe, wie man sie oft für textilen Siebdruck einsetzt.
Sie eignet sich z.B. für DekaPrint, Entfärbepaste, Stoffmalfarben, Ausbrennpaste, Matte Medium, Acrylfarbe, verdickte Planzenfarben, angedickte Beizen, Procion MX.
Dass man das Sieb bei Verwendung von schnelltrocknenden Farben vergleichbar schnell säubern muss wie eine Siebdruckschablone, ist nachvollziehbar. Das Sieb darf nicht eintrocknen!

An der richtigen Spannung der Gaze haben wir lange getüftelt. Die harte Spannung, wie man sie auf den großen Rahmen aus dem Handel findet, lässt die Kombination von diesem Sieb und unseren Siebdruckschablonen nicht zu. Dabei muss zu viel Kraft aufgewendet werden, das macht keinen Spaß. Gerade diese Kombinationsanwendung ist uns aber sehr wichtig, weil sie sicheres Arbeiten mit Rakel und Siebdruckschablone erlaubt. Eine harte Spannung ist nur dann nötig, wenn mit hoher Präzision Farbaufträge genau übereinander gesetzt werden müssen, wie z.B. bei einem mehrfarbigen Rasterdruck.

Für unsere Anwendungen auf Stoff reicht eine weichere Spannung. Nicht nur bei der Kombinationsanwendung von Sieb und Siebdruckschablone - bei anderen Techniken ist sie sogar von Vorteil!
Wie zum Beispiel bei der Reservierung mit Materialien (hier Federn) auf Stoff. Bei dieser Technik muss man für den Farbauftrag übrigens unbedingt einen Schwammroller verwenden. Der Schwammroller hat darüber hinaus den Vorteil, dass der Farbauftrag unregelmäßige Kanten bekommt. Das sieht viel malerischer aus!

Auch diesen Stoff (HIER und HIER)habe ich mit einem kleinen Sieb und gerissenen Papierschablonen (positiv und negativ) gemacht. Gedruckt wurde mit Procion MX.
Der Rasterdruck entstand dadurch, dass 2 Siebdruckschablonen und ein kleines Sieb (also 3 Siebe!!) übereinander gelegt wurden: ganz unten auf dem Stoff lag das Blattmotiv, darüber das Rastermotiv, oben drauf das Sieb.
Die Drucke mit den Papierschablonen wurden mit Schaumstoffroller durchgeführt, der Rasterdruck mit einer Rakel.
Papierschablonen unter einem Sieb ist eine vielseitige, schnelle, preiswerte Mustermöglichkeit.Ob man das Papier reisst oder schneidet, ob man das Positiv oder das Negativ oder beide verwendet, ob man eher abstrakte oder gegenständliche Motive wählt oder Schrift... die Variationen sind unendlich. Die Schablonen haben natürlich eine vergleichsweise kurze Lebensdauer, aber sie sind -egal ob aus Zeitungspapier oder Druckerpapier- nie vor Ende meiner Druckarbeit gerissen.

Links ist noch ein letztes Beispiel fürdas Arbeiten mit dem kleinen Sieb und positiven und negativen Papierschablonen, wieder mit angedickten Procion MX gedruckt.

Bei meinen bisherigen Beispielen habe ich Stoffe gezeigt, die ausschließlich mit einem kleinen Rahmen bedruckt wurden. Bei meinen Versuchen habe ich das kleine Sieb aber auch als Ergänzung zu größeren Sieben schätzen gelernt. Aber das ist ein anderes Thema und folgt später.
Andere Techniken für Motivgestaltung zeige ich dann in den nächsten Tagen.

Bis einschließlich 10. Januar 2016 Sonderpreise!

Wer übrigens Lust hat, einen Tageskurs zu den beiden oben gezeigten Techniken zu besuchen, kann das bei uns in Mannheim am 6. Februar 2016 und am 3. März 2016 tun
Ihr werdet mit tollen Stoffen nach Hause gehen, das kann ich versprechen!!!



27.12.15

Farben voller Energie! Ideal zum Mischen!

Farbkreis mit den 3 Euro-Farben von Dekaprint im Uhrzeigersinn  (C=Cyan/Blau + M=Magenta/Rot + Y=Yellow/Gelb)

Jetzt gibt es diese tollen Euro-Farbtöne von DekaPrint, die ideal zum Mischen sind, endlich auch in 250ml-Abfüllungen! Das habe ich mir schon lange gewünscht!!! Die Farben selbst sind nicht neu, aber bisher gab es diese Profifarben nur in Abfüllungen von 1 Liter, was für den Hausgebrauch viel zu viel ist. Jetzt, in der neuen 250ml-Abfüllung, konnten wir sie in unser Programm aufnehmen.
Gedacht sind die Farben eigentlich vor allem für den Vierfarben-Rasterdruck (zusammen mit Schwarz als 4. Farbe), der als Siebdruck passgenau übereinander gesetzt wird.
Für uns hier beim Drucken auf Stoff mit Stempeln, Schablonen und einfachem Siebdruck geht es bei diesem System vor allem darum, dass sich diese klare Farben besonders gut zum Mischen eignen. Aber auch als eigenständige Farben ergänzen sie die Dekaprint-Farbskala hervorragend!
  • Wem die Farben zu klar sind, kann sie durch winzig kleine Zugaben von Schwarz (kühl) oder Dunkelbraun (warm) abdämpfen.
  • Eine kleine Zugabe von Weiß macht die Farbe pastelliger. Außerdem erhöht sich dadurch ihre Deckkraft auf dunklen Stoffen.
  • Eine mehr oder weniger große Zugabe von "Farblos" macht die Farbe transparenter und heller, vergleichbar mit dem Wasser bei Aquarellfarben.

Das EURO-Gelb (Yellow) ist fast neutral zu nennen, weder ausgesprochen kühl noch ausgesprochen warm, und es besitzt einen schönen, satten Ton.
Das EURO-Rot (Magenta) fällt kühler aus als das Karmin und ist deshalb eine prima Mischgrundlage. Aber mir gefällt sie auch sehr gut als Einzelfarbe. Sie hat etwas wirklich Besonderes an sich. Auch das Magenta erweitert die Dekaprint-Farbpalette wunderbar!
Das EURO-Blau (Cyan) ist frisch mit einem Anflug von Türkis.

Oben habe ich einen kleinen Farbkreis gemischt, der euch eine Vorstellung geben soll, wie sich die Farben beim Mischen entwickeln. Zwischen den Grundfarben (die mit einem Pfeil betont sind) befinden sich drei Mischungen. In der Mitte jeweils eine, die zur Hälfte aus der linken und der recht Grundfarbe besteht.
Rechts und links davon sind die Mischungen zu sehen, die sich aus 2/3 und 1/3 der Grundfarben zusammensetzen.
Die Farben sind nach Augenmaß entnommen und so gemischt. Auch wenn das nicht sehr präzise ist, kann man doch sehen, in welche Richtung sich die Nuancen entwickeln durch eine mehr oder weniger große Zugabe der jeweils neben stehenden Farbe.

Schwarz hat einen starken Einfluss! Mischt man Gelb eine winzige Menge Schwarz hinzu, bekommt man Oliv- bis Brauntöne.
Magenta wird mit Schwarz zu einem tiefen Bordeaux, das Cyan zu einem sehr schönen Indigo bis Blaugrau.
Probiert das unbedingt mal aus!

DekaPrint ist eine Textil-Acrylfarbe. Sie wird durch Bügeln fixiert.

Bis einschließlich 10. Januar 2016 Sonderpreise!


26.12.15

TRARA!!!
In den nächsten 14 Tagen gibt es hier viele Anleitungen und Neuheiten

Ein bisschen stark am Regler gespielt, aber ich mag den Effekt!

TRARA!!!
Dies ist die Ankündigung  einer Serie von vielen Anleitungen, die ab morgen bis zum 10. Januar etwa alle zwei Tage hier auf dem Blog erscheinen werden.
Hier im Süden enden die Feiertage erst mit den Heiligen drei Königen am 6. Januar. Und da der in diesem Jahr auf einen Mittwoch fällt, dürften für viele die Arbeit erst wieder am 11. Januar beginnen. Ausreichend Zeit für Experimente...
Inhaltlich habe ich alles Mögliche zusammengestellt: Drucken mit selbstgemachten Stempeln, zwei Anleitungen zum Mischen von Dekaprint, zwei Beiträge über das Färben mit Blauholz, ein Artikel, wie man mit Henna druckt, eine ganz ausführliche Anleitung über das wirklich einfache und sichere Reinigen unserer Siebdruckschablonen.
Und da wir in diesen Tagen endlich unser neues, kleines, handliches Sieb für Siebdruck vorstellen und in den Shop einstellen werden (noch mal TRARA!!!) , habe ich einen Schwerpunkt geplant mit verschiedenen Siebdruckanleitungen. Alle so, dass die Techniken ganz problemlos zu Hause durchgeführt werden können.

Zugegeben, ganz so wie oben sahen die Stoffe nicht wirklich aus, mit denen Uli Spiro den Behälter oben genäht hat. In Wirklichkeit ist der Kontrast wesentlich sanfter. Auch die getrocknete Blüte strahlt nicht so farbig intensiv. Beim Bearbeiten bin ich versehentlich an einen Regler geraten, der aus einem normalen Kontrast einen super strahlenden gezaubert hat.
Ein wenig wie ein vorzeitiges Feuerwerk, ein bisschen wie das TRARA!!!, mit dem ich die Anleitungsstrecke ankündigen möchte!


23.12.15

Variationen mit Blauholz - Sibylles Kissen


Anstelle eines gemeinsamen Weihnachtsessens haben sich Sibylle und Brunhilde einen schönen Tag gemacht und verschiedene Stoffe mit Blauholz gefärbt.
Im Vordergrund seht ihr ein Kissen mit einer zentralen Ecoprintbordüre. Rechts davon ist ein Kissen in Effektfärbung, links davon eine Blauholz-Shiborifärbung und ganz links -im Hintergrund- wieder eine Kombination von Blauholz und Ecoprint.
Richtig gebeizt, kann lässt sich Blauholz sehr stabil mit ausgezeichneten Licht-, Wasch- und Reibechtheiten in wunderschönen Blautönen färben. Da die Färbung vergleichsweise einfach ist, stellt Blauholz eine tolle Alternative zu Indigo dar.
Für die Zeit nach Weihnachten haben wir mindestens zwei Beiträge über Blauholzfärbungen mit detaillierter Anleitung vorbereitet. Schaut immer mal wieder rein!
Schöne Weihnachtstage für euch alle!
Herzliche Grüße von Sabine

20.12.15

Monoprint von Moosgummi auf handgeschöpftem Papier
von Rita Weins

Monoprint auf handgeschöpftem Papier von Rita Weins

Leichtes, handgeschöpftes Papier hat etwas textiles an sich. Dennoch fallen Drucke auf solchen Papieren ziemlich anders aus als auf Stoff. Es bilden sich einfach mehr Details ab. Wenn man auf Stoff vergleichbare Effekte haben möchte, muss man ihn grundieren, so dass die Saugfähigkeit des Materials herabgesetzt wird. Dennoch ist die Wirkung auf Stoff immer anders als auf Papier.
Vor einigen Jahren hat Rita Weins einige sehr schöne Karten aus handgeschöpftem Papier mit Monoprint bedruckt. Dafür hatte sie Moosgummi mit Acrylfarbe grundiert und bemalt, die weißen Konturen entstanden durch Wegnahme der Farbe (z.B. durch einen nicht mehr funktionierenden Kuli oder irgendeinem Schabewerkzeug). Dann wird die Karte auf das Moosgummi gelegt und von der Rückseite her abgerieben. Der Ablauf ist in etwa vergleichbar mit den Gelli-Drucken.
Wenn ihr solch einen gegenständlichen Druck ausprobieren wollt, denkt daran, dass eure Abbíldung spiegelverkehrt gedruckt wird. Dafür gibt es einen Trick: Man malt die Kontur des Motivs, so wie man sie später als Druck sehen möchte, mit einem sehr weichen Bleistift auf transparentes Papier. Nun dreht man die Zeichnung um, so dass die Bleistiftkontur auf das Moosgummi zu liegen kommt und streicht sie von der Rückseite ab. Ist der Transfer noch zu undeutlich, kann man mit einem Kuli von der Rückseite her nachhelfen.
Es ist jetzt viele Jahre her, dass Rita diese Karte gemacht hat. Ich mag die Farben, den schnellen, sicheren Strich, die Eleganz. Danke Rita, dass ich die Karte zeigen darf!

17.12.15

Genäht aus unseren Stoffen: ein Rosenkissen

Kissen genäht von Uli Spiro, gedruckt von Sabine mit Siebdruckschablonen

Dieser Stoff war einer der ersten, die ich mit einer Siebdruckschablone gedruckt hatte (hier der Eintrag im alten Blog, wo ich auch über die Färbung des Hintergrunds geschrieben habe). Gedruckt wurde mit der "stilisierten Rose, 10*10cm".


Da der Stoff nicht sonderlich groß ist, hat Uli das Kissen mit einer Rückseite aus einem ziegelroten handgefärbtem Baumwollsatin versehen. Unten im Bild sieht man den Stoff ein wenig hervorblitzen.


Je nachdem, wie man das Kissen dreht, ändert der Stoff auch ein wenig seine Wirkung.
Ich mag den Stoff immer noch gerne, weil man gut daran sieht, dass ein einziges Motiv ausreicht, um ein vielfältiges Bild zu bekommen. Das gleiche gilt für Farben: wenige, die man miteinander mischt, ergeben einen lebendigen Eindruck, der einen aber nicht erschlägt.

Danke Uli, für deine perfekten Nähte!
Wer bei Uli Spiro im Kunsthaus Worms nähen oder filzen lernen möchte, kann sich HIER einen Überblick verschaffen und sich bei ihr nach den neuesten Terminen erkundigen (textil@ulispiro.de).
Wer Lust hat, in einem Schnupperkurs unsere Siebdruckschablonen kennenzulernen: der nächste Workshop findet am 25. Februar 2016 in Mannheim statt.





15.12.15

Schöne bleibende Erinnerungen...

Drucktücher: Foto von Leslie Morgan (www.committedtocloth.uk)

Wenn ein Kurs zu Ende gegangen ist, bleiben viele schöne Erinnerungen: an tolle Stoffe, neue Informationen, inspirierende Eindrücke, neue Bekanntschaften, an nette Gespräche und gemeinsames Lachen... und es bleiben auch Drucktücher!!
Weil die Farbe, die aufs Drucktuch kommt, durch den Originalstoff etwas mit Soda versetzt ist, werden die Drucktücher nach dem heißen Waschen zwar deutlich heller, aber ein Muster bleibt.
Und wenn Brunhilde und ich dann vor einem neuen Kurs durchs Atelier gehen und die Tücher schön glatt streichen, dann kommen wieder die Erinnerungen: "Schau mal, ist das nicht von Jutta?" oder "Erinnerst du dich an den tollen Stoff von...." oder "Das ist doch von Petra im Kurs von...".
Schöne bleibende Erinnerungen, die darauf warten, von neuen Eindrücken bereichert zu werden.
Danke ihr Lieben!



13.12.15

Karin Thalacker: Virtuose Kombination von Techniken und Farbe

Arbeit von Karin Thalacker

Eben habe ich ein Foto von Karin Thalackers Arbeit bekommen, die sie im Kurs mit Leslie Morgan und Claudia Helmer in Speyer macht. Ist dieser Stoff nicht wunderbar? Die Kombination von Techniken, Farbe und Schichtung begeistert mich!

10.12.15

Eukalyptus auf Wolle und Filz

Eukalyptus und Naturfärbung auf Wolle (Brunhilde Scheidmeir), Foto: Leslie Morgan

Zum Trocknen aufgehängt: Wollschal (Etamine de Laine) und ganz leichte, zarte gefilzte Stulpen, die Brunhilde mit Eukalyptusdrucken und Blauholz versehen hat.
Am Samstag, den 19. Dezember führen wir unseren letzten Workshop in diesem Jahr durch. Er findet bei uns in Mannheim statt, und dort könnt ihr lernen, wie ihr genau solche wunderbaren Schals mit Eukalyptus bedrucken und mit Naturfarben versehen könnt.
Schreibt mir eine Mail, falls ihr teilnehmen möchtet: entweder über die Seite www.jeromin-workshops.de oder jeromin@jeromin-shop.de. Immer landet ihr bei mir und bekommt schnell Nachricht.
Herzliche Grüße
Sabine

09.12.15

Mal nach Speyer schauen?

Claudia Helmer: Siebdruck auf Breakdown Printing (Dekostück aus einem Kurs in Speyer), Foto: Committedtocloth

Seit zwei Tagen schon läuft im Textilstudio Speyer der Workshop "Layering Background" mit Leslie Morgan (www.committedtocloth.uk) und Claudia Helmer (www.lisstex.de). Leider konnte ich nur am ersten Tag dabei sein, aber der war richtig toll! Wieder habe ich eine Menge gelernt, was ich bisher nicht kannte. Egal, wie häufig machen schon einen Kurs von Leslie und Claudia besucht hat, man bekommt immer wieder neue Informationen geboten und neue Techniken gezeigt, denn auch die beiden bilden sich unaufhörlich weiter.
Wenn ihr ein bisschen mit schauen möchtet: hier ist der Link zu Leslies facebook-Seite, in der sie täglich neue Fotos aus den Workshops stellt. 
Heute ist der letzte Tag des ersten Workshops, Donnerstag bis Sonntag folgt der zweite Teil. Viel Spaß beim Schauen, lasst euch inspirieren!


05.12.15

Genähtes aus unseren Stoffen: Tasche von Uli Spiro

Stoff (Breakdown Printing) von Brunhilde Scheidmeir, Tasche von Uli Spiro

Diese Tasche kann man wirklich als Zusammenarbeit von vielen Köpfen und Händen bezeichnen: Breakdown Printing (eine spezielle Siebdrucktechnik, gelernt im Kurs bei Leslie Morgan und Claudia Helmer und aus diesem Buch), angewendet von Brunhilde Scheidmeir auf Baumwollsatin, genäht von Uli Spiro für unseren Stoffmarkt.
Brunhilde und ich sind ja bisher noch nicht die großen Näherinnen. Deshalb hatten wir uns riesig gefreut, dass Uli einiges aus unseren Stoffen genäht hat, Projekte, die ich nach und nach hier zeigen werde.
Schlichte Schnitte sind für solch ausdrucksvolle Stoffe besonders schön, weil sie den Farben und Mustern Raum lassen. Die Tasche ist mit dem schokoladebraunen Stoff gefüttert, aus dem auch die Henkel sind. Wie immer perfekt ausgeführt von Uli Spiro aus dem Kunsthaus Worms.


Stoff (Breakdown Printing) von Brunhilde Scheidmeir, Tasche von Uli Spiro

Gedruckt hat Brunhilde auf Baumwollsatin mit angedickter Procion MX-Farbe.
Breakdown Printing
Wenn ihr diese Drucktechnik lernen möchtet, könnt ihr das hier bei Brunhilde und mir in Speyer oder auch hier bei Kristina (Am liebsten Bunt) in Hamburg (3.April 2016).
Nähkurse bei Uli
Wenn ihr Lust habt, einen Nähkurs in fröhlicher Runde zu besuchen, dann meldet euch bei Uli in Worms. Sie ist außerdem spezialisiert auf Nähen von Bekleidung und hilft euch in ihren Kursen dabei, Lieblingsgrundschnitte perfekt an euch anzupassen!!!
Nähen und Siebdruck mit Frau Machwerk in Speyer
Wenn ihr Lust habt, Drucken und Nähen mit einem tollen Wochenende zu verbinden, dann kommt zu Martina (Frau Machwerk) und mir im Oktober 2016 nach Speyer!

04.12.15

Die tollen Ecoprints von Sabine Kilb (my heartfelt piece)

Schön und nützlich: die Ecoprint-Notizbücher von Sabine Kilb (my heartfelt piece)

Sabine Kilb von my heartfelt piece macht tolle Ecoprints, wie ihr euch hier auf ihrer Seite überzeugen könnt. Ihre Notizbücher finde ich besonders toll, weil sich hier das Praktische mit dem Dekorativen vereint. Und was mir auch so gut gefällt: Sabine hat eine ganz eigene Handschrift.
Wenn man mit Ecoprint beginnt, dann muss man sich zunächst mit vielen unterschiedlichen Faktoren beschäftigen: welche Pflanzen, welchen Stoff, brauche ich überhaupt eine Beize und wenn ja welche und wieviel, wie die Pflanzen auf diesem speziellen Stoff legen, rollen oder falten, dämpfen oder färben... und eine Menge mehr. Und man freut sich einfach über jeden gelungenen Druck.

die Ecoprint-Notizbücher von Sabine Kilb (my heartfelt piece)
Aber dann, mit zunehmender Erfahrung, beginnt die Kunst, die eigene Handschrift. Und als Betrachter sieht man plötzlich: das ist nicht irgendein Print, das ist einer von Sabine Kilb! Die Handschrift zeigt sich im Positionieren der Pflanzen auf dem Stoff, in der Auswahl, in der Farbkombination und natürlich auch -nicht zuletzt- in dem, was aus den tollen, einzigartigen Stoffen gemacht wird.
Und auch da zeigt sich Sabines Können: wunderbare Bekleidung und Taschen, individuelle Schals und Tücher, Schmuck und Wohndeko und diese tollen Notizbücher! Als ich ihren ersten Prototyp gesehen habe, habe ich sie gleich gebeten, das Buch fotografieren und zeigen zu dürfen.

Im wirklichen Leben könnt ihr Sabines Arbeiten ansehen, fühlen und kaufen, entweder in ihrem Atelier (nach Vereinbarung, siehe unten) oder auf folgenden Märkten, Ausstellungen und Messen.

Besuch im Atelier

Schaut bei ihr vorbei, das sind wirklich individuelle, toll gemachte Geschenke, nicht zuletzt für einen selbst!

03.12.15

Hinter den Kulissen...Procion MX und mein persönliches Abenteuer

Am Samstag, als ich mich spontan entschlossen hatte, bei der Stoffspielerei mitzumachen, hatte ich keinen sodavorbehandelten Stoff. Und natürlich auch keine Zeit, einen Stoff einzulegen und trocknen zu lassen. Wenn ich teilnehmen wollte, dann musste das sofort geschehen.
Schweren Herzens hatte ich mich entschlossen, einfach auf einen normalen, unbehandelten Baumwollsatin zu drucken, da ja nur die Technik gezeigt werden sollte. Der Stoff sollte dann anschließend weggeworfen werden.
Nach dem Drucken hat mich dieses Vorgehen aber dann doch gereut. In der Druckarbeit steckte Mühe, und eigentlich hat mir der Stoff auch ganz gut gefallen.

Was könnte man tun?
Ein Rettungsversuch!
Leslie Morgan hatte uns im Sommer einmal geraten, schöne unbehandelte Drucktücher, mit denen man anschließen weiter arbeiten möchte, mit Sodawasser einzusprühen. Damit könnte man versuchen, im Nachhinein die Drucke zu fixieren. Das wollte ich auch ausprobieren.

Um überhaupt eine Chance zu haben, auch noch nach dem Auswaschen einen farbigen Stoff zu erhalten, habe ich den bedruckten, noch feuchten Stoff sehr intensiv Sodawasser besprüht und dann, nach dem Antrocknen, ein weiteres Mal. Auf dem Bild unten sieht man, wie die Farben ein wenig kriechen, ein Effekt, den ich gerne mag und den durch noch mehr Sodawasser unterstützt habe.

Anschließend wurde der noch feuchte Stoff mit Folie abgedeckt, umgedreht und auch von der Rückseite her mit Sodawasser besprüht. Ziemlich nass habe ich alles zusammengerollt, ähnlich wie hier zu sehen.  
Ich hatte vor, den Stoff so über Nacht zu lagern und morgens auszuwaschen.

Geständnis: ich habs nicht bis morgen ausgehalten!
Um die Sache zu beschleunigen wurde der immer noch sehr feuchte Stoff in eine für Mikrowelle geeignete Folie eingewickelt und 2,5 Minuten -zusammen mit einer Schale Wasser- erhitzt.
Denn auch Reaktivfarben, eigentlich Kaltfarben genannt, reagieren unter Wärme deutlich intensiver und besser.



Ergebnis: Procion MX mag Soda und Wärme!
Wie erhofft wurde Procion MX durch das spätere Ansprühen mit Sodawasser und das Erhitzen mit der Mikrowelle gut an die Baumwolle gebunden.

Die Farben sind intensiv und schön, eigentlich sogar intensiver, als ich es nach einer Nacht Fixierruhe unter üblichen Bedingungen erwartet hätte.


Was mir auffällt sind die feinen Streifen. Diese sind dadurch entstanden, dass der Stoff beim Aufrollen nicht rund war, sondern zusammengesackt ist. Da ich ihn ja zunächst über Nacht einfach nur lagern wollte, hatten sich in den ersten Lagerstunden in den Falten Farbe angesammelt, was sich jetzt in den feinen Streifen zeigt.





02.12.15

Noch eine Neuheit: Mix aus Naturfarben

Wolletamine und Seide, gefärbt in der Naturmischung "Rosenholz"

Aus Gesprächen im Laden oder bei unseren Kursen in Mannheim und Speyer erfahren wir immer wieder, dass auch begeisterte Kreative oft nur wenig Platz und wenig Zeit haben, und dass daran viele tolle Projektideen scheitern.
Das hat uns keine Ruhe gelassen. Wie könnte man eine Lösung anbieten?
Als Ergebnis haben wir uns die Procion MX-Sets einfallen lassen, die nur noch etwas Wasser benötigen, damit man sicher und schnell auch in einer kleinen Wohnung loslegen kann.

Naturfarbenmix
Für alle diejenigen, die gerne mit Pflanzenfarben, aber ohne Beize arbeiten möchten, haben wir uns ähnliche Lösungen einfallen lassen, die so sogar in der Küche sicher gefärbt werden können!
Da gibt es zunächst unsere beiden Sets, mit denen man Schals mit Eukalyptusdrucken herstellen kann. Man braucht nur noch einen Topf und Essig bzw. Zitrone, alles andere ist im Set enthalten.
Wolletamine und Seide, gefärbt in der Naturmischung "Sandelholz"

Und jetzt, ganz neu, bieten wir die ersten drei Pflanzenmischungen an, mit denen sich Wollstoffe in wunderschönen Nuancen einfärben lassen. Man braucht nur noch Wasser, Zitronensaft und einen Topf.
Die Mischungen reichen jeweils für fünf Etamineschals (oder 5m Wolletmaine Meterware), eine überschaubare Menge für Experimente. Diese drei Mischungen haben wir sorgfältig zusammengestellt und getestet, damit sie kleidsam sind, sich als haltbar und stabil erweisen und -zusammen mit den weiteren Mischungen, die dann voraussichtlich im Januar und Februar folgen- eine attraktive Skala ergeben.
Probeweise haben wir bei den Färbungen noch ein kleines Stück Seide (Crêpe de Chine) mit in den Topf gegeben. Zumindest bei zwei Färbungen, den Nunancen "Rosenholz" und "Sandelholz", haben sich darauf schöne Töne ergeben, ebenfalls ohne Beizen.

Wolletamine und Seide, gefärbt in der Naturmischung "Himbeere"

Hier geht es zu den Naturfabenmischungen




01.12.15

Bunt & kreativ - die neuen Procion MX Färbesets!

Munter, mit viel Spaß und ohne System gemischt: Procion MX Färbungen aus dem Set mit kühlen Farben

Procion MX einfach zu Hause anwenden, ganz ohne Farbstaub, schnell mal zwischendurch... diese Idee hat uns nicht losgelassen.
Nach derEinführung unserer beiden Sets zum Drucken haben wir uns jetzt zwei weitere Sets ausgedacht, dieses Mal zum Färben von Stoffen. Wieder ein Set für die kühlen Grundfarben (Zitrone, Magenta, Türkis und Schwarz) und ein Set für die warmen Grundfarben (Goldgelb, Scharlach, Royalblau, Dunkelbraun). 
Einzeln anzuwenden oder um eine wirklich breite Farbpalette zur Verfügung zu haben. Geeignet für alle kreativen Färbemethoden auf Pflanzenfasern und Seide.

Geliefert werden pro Set 4 Fläschchen mit einem Mix aus Farbe und weiteren wichtigen Bestandteilen (ihr bekommt die Flaschen natürlich mit Etikett!).
Mit der Lieferung kommt wieder eine ausführliche Anleitung mit Tipps.
In jedes Fläschchen wird einfach 250ml warmes Wasser eingefüllt (dafür hat die Flasche eine Markierung).
Dann den Deckel wieder aufschrauben, die Flasche ein wenig schwenken, fertig!
So erhaltet ihr jeweils 250ml Farbkonzentrat, das weiter mit Wasser verdünnt wird, je nachdem ob intensive oder zarte Farben gewünscht werden.
Möchte man intensive Farben auf einen mittelstarken Baumwollstoff färben, kann man mit dem Inhalt aller Fläschchen zusammen etwa 5m Stoff färben. Das entspricht 30 Fat Quarters!
Arbeitet man mit dünneren Geweben (z.B. mit Seide) oder will man mittlere bis zarte Töne erhalten, dann lassen sich viele Meter Stoff mehr damit färben.

Das Set ist also sehr ergiebig!
Ich färbe gerne in Behältern wie links zu sehen sind, die ich anschließend spüle und wieder verwende.
Man kann auch in Plastiktüten färben.
Für Procion MX gibt es viele Rezepte und Vorgehensweisen. In der Anleitung findet ihr vor allem unsere, die wir immer wieder getestet und für gut befunden haben. Aber wir weisen dort auch auf andere Möglichkeiten hin.
Zum Beispiel arbeiten wir am liebsten mit trockenem, sodavorbehandeltem Stoff. In der Anleitung wird aber auch erklärt, welchen Unterschied es macht, feuchten Stoff zu färben. Oder wie man unbehandelten Stoff färbt und zu welchem Zeitpunkt dann das Soda beigefügt wird.
Ihr bekommt also eine sehr gute Grundanleitung mit vielen extra Tipps und Tricks, die auch Einsteigerinnen das Färben und Experimentieren leicht macht.

Nicht jede mag so intensive, leuchtende Farben, wie ich sie gemischt habe. Man kann auch wunderschöne gedämpfte Farben erzielen, wenn man wenig Schwarz oder Dunkelbraun beimischt.
In Kristinas Artikel über unsere Procion MX-Sets zeigt sie am Ende des Posts zwei wunderbar harmonische Farbreihen, die sie durch Beifügung von Schwarz erreicht hat.

Die gelöste Farbe aus unseren Fläschchen eignet sich übrigens für eine Vielzahl von kreativen Techniken: Hell-Dunkel-Abstufungen, Farbreihen von einer Farbe zur anderen, Shibori, Pinselauftrag, Auftrag mit Schwamm oder Schwammroller, Wischtechniken, weiche Farbübergänge...


Viel Vergnügen beim Färben!

29.11.15

Stoffspielerei Folklore: Modern Paisley



Paisleys liebe ich schon seit meiner Kindheit. Es ist ein klassisches indisches Folkloremuster, das selten modern ist, andererseits aber auch nie wirklich aus der Mode kommt.  HIER und HIER und HIER ist etwas über dieses zeitlose Muster nachzulesen.
Meistens sind Paisleydrucke sehr verspielt mit vielen zeichnerischen Details.
Für die Stoffspielerei zeige ich Paisleys mal als großzügigen Druck, abstrahiert und in kräftigen Farben. Realisiert wurde das mit einer einfachen Siebdrucktechnik, die ich durch Leslie Morgan bei einem ihrer Kurse bei uns in Speyer kennengelernt habe: unter einem leeren Sieb wird einfach eine Schablone aus Zeitungspapier gelegt. Und die ist widerstandsfähiger und langlebiger als man vermutet...

Der Trick

Das Muster wird nicht geschnitten, sondern gerissen. Dazu malt man die Kontur des Muster mit Wasser und einem Pinsel nach, so dass das Papier an der Kontur aufweicht und mit einem spitzen Gegenstand durchstoßen werden kann. Das gibt schöne ausgerissene Kanten. Natürlich kann man, wenn man das Muster cleaner haben möchte, auch schneiden!
Zum Drucken bewahrt man dann sowohl die Maske als auch die offene Schablone auf.

Grundierung um die Maske herum
Zuerst habe ich die Maske unter das Sieb gelegt und die Farbe mit einem Schwammroller um die Paisleyform herum aufgetragen.
Den Schwammroller verwende ich gerne beim Siebdruck, weil dieser -im Gegensatz zum Farbauftrag mit der Rakel- einen malerischen Auftrag erlaubt, sowohl was die Kanten des Farbauftrags als auch was die Farbmischungen angeht.
Die Maske aus Zeitungspapier hat übrigens prima gehalten. Ich hätte mit dem einen Stück Zeitungspapier ein noch viel größeres Stoffstück bedrucken können.
Auf die noch offenen Stellen der Grundierung wurde mit einer Spachtel Farbe aufgetragen.

 


Maskendruck beendet: man sieht gut die ausgrissenen Kanten des Paisleymusters

Paisleydruck
Dann wurde das Sieb unter fließendem Wasser gesäubert, getrocknet und die Zeitungsschablone untergelegt.


Da ich sicher gehen wollte, dass sich dieses größere Stück Papier nicht vom Sieb löst, habe ich es an den beiden Schmalkanten des Siebs mit Kreppband befestigt. Hat sehr gut gehalten!



Das Paisleymuster sollte -im Gegensatz zur malerischen. vielfarbigen Grundierung- gleichmäßig werden. Ich habe Türkis ungemischt deshalb mit der Rakel aufgetragen und habe mich gefreut, dass der erwünschte Effekt (dass die Muster nicht ganz präzise aufeinander passen) eingetreten ist. Das gibt dem Stoff mehr Leben!
Ihr seht hier auch, warum ich nicht einfach auf einen vorgefärbten Stoff gedruckt habe. Da Procion MX eine halbtransparente Farbe ist, lassen sich Komplementärfarben nicht durch einen Übereinanderdruck herstellen. Es ergeben sich Mischungen. Nur auf einem weißen Grund kann ich Türkis und Rot/Orange neben einander stellen.



Weiterführende Tipps
Wer sich für Siebdruck interessiert, findet hier bei Kristina Schaper von "Am liebstenBunt" eine Menge Tipps, z.B. wie man einen Rahmen selbst bauen und bespannen kann.

Wenn euch das Drucken mit angedickter Procion MX Farbe interessiert, dann klickt doch mal in folgende Artikel:
Schnelles Anrühren von Procion MX
http://textile-ideen.blogspot.de/2015/11/9-grunde-fur-die-beliebtheit-unserer.html
Drucken mit Siebdruckschablonen und Procion MX:
http://textile-ideen.blogspot.de/2015/11/und-nun-doch-noch-eine-eule.html
Anleitung für das Anrühren von Procion MX:
http://textile-ideen.blogspot.de/2015/11/anleitung-fur-das-procion-mx-einsteiger.html
Das Vorbereiten des Stoffs mit Soda:
http://textile-ideen.blogspot.de/2015/11/das-vorbereiten-mit-soda-fur-procion-mx.html
Das Fixieren und Waschen des Stoffs:
http://textile-ideen.blogspot.de/2015/11/die-nachbehandlung-von-bedruckten.html
Farbstudien und ein ganz einfacher Arbeitsplatz:
http://amliebstenbunt.blogspot.de/2015/11/farbstudien-mit-verdickten-procion-mx_28.html

Auf die Stoffspielerei-Beiträge zu dem tollen Thema Folklore bin ich sehr gespannt! Lucy von
Nahtzugabe sammelt sie im Laufe des Tages. 







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