29.09.14

Geschichten erzählen - Stmmung schaffen auf dem Stoff


Vielleicht angeregt durch das kräftige Magenta der Färbung sollte dieser Stoff eine romantische Ausstrahlung erhalten.
Romantik, wie lässt sich so etwas darstellen?
Zum Beispiel habe ich das bei dem Stoff oben folgendermaßen versucht:
  • durch Farbe (Pink-Magenta - auch Farben haben Bedeutung für uns)
  • durch die Auswahl der Motive (eine Tür ist nicht nur eine Tür - kurz gesagt: es geht um Assoziationen) 
  • durch die spezielle Auswahl von Drucktechniken (hier z.B. dichtes Drucken übereinander und schwache, fragmentarische Teilabdrucke).

Die Schriften wurden wieder als Bild dargestellt, d.h. dicht übereinander gedruckt, so dass vor allem die schwungvollen, sorgfältig gemalten Buchstaben zur Geltung kommen. Vielleicht ein alter Brief aus einem fernen Land (Kuba?)?
Die Türen im Hintergrund erinnern mich an alte schwere Holztüren, wie man sie oft im Süden sieht. Sie sind für mich ein Symbol für Erwartung. Absichtlich wurden sie auf dem Stoff nur angedeutet (leichte Drucke mit wenig Farbe, manchmal nur teilweise gedruckt), denn sie sollten nur Stimmung schaffen.
Da ein Palmenmotiv nicht vorhanden war, habe ich ein Blatt gewählt, das einem Palmblatt ähnelt. Der erste Druck ist zu gelb ausgefallen, so dass zur Abmilderung ein grüner Druck versetzt darüber gelegt wurde.

Technik:
Der Hintergrund ist eine Färbung mit Procion MX.
Alle Drucke sind Entfärbedrucke mit Siebdruckschablonen. Meistens wurde die Entfärbepaste mit Farbe (Dekaprint) gemischt.
Anleitungen:
Link: Drucken mit Entfärbepaste und Farbe
Link: Drucken mit Entfärbepaste
Folgende Siebdruckschablonen wurden verwendet:
Julius-I, Julius-II, Monsieur, gefiedertes Blatt groß, Rundbogenportal

28.09.14

Naturdrucke zum Genießen

Die folgenden Bilder stammen aus dem Ecoprintkurs in Speyer, den Brunhilde und Fritz Anfang September für Fortgeschrittene angeboten hatten.
Lidija Lazovic hat einen Seidenschal mit Pflanzen belegt und traumhafte Ergebnisse erzielt.

Lidija Lazovic Ecoprint auf Seide

Ist das nicht wie ein Gemälde?
Im folgenden seht ihr Detailaufnahmen des Schals.

Lidija Lazovic: Detail des Eciprints auf Seide

Unglaublich, wie fein sich die Details der Pflanzen abbilden! Und diese Farbenpracht!


Lidija Lazovic: Detail des Eciprints auf Seide

Durch die Überlagerungen der Drucke entsteht solch eine Tiefe...

Lidija Lazovic: Detail des Eciprints auf Seide

Danke liebe Lidija für die Erlaubnis, diese Bilder zu zeigen!

Einen schönen, erholsamen und sonnigen Sonntag wünschen wir euch!

27.09.14

Verbessern misslungener Drucke


Über misslungene Drucke und Stoffe und deren Verbesserung habe ich immer wieder mal geschrieben (siehe unten). 
Wenn man nicht wirklich bei der Sache ist und zu schnell arbeitet, kann Farbe spritzen, der Pinsel ausrutschen oder Drucke können misslingen... wie z.B. hier unten: meine misslungenen  Druckversuche vom letzten Sonntag.

Was könnte man mit solch einem Stück machen? 
Auswaschen. Eigentlich hätte ich die Drucke einfach auswaschen können, denn die dampffixierbaren Seidenmalfarben (Säurefarben) waren ja noch nicht fixiert. 
Es würde sicher etwas Farbe auf dem Stoff bleiben, auch die Drucke würden nicht vollständig verschwinden. Aber das Ganze ließe sich anschließend leicht überfärben und neu überdrucken.

Überfärben ohne Auswaschen wäre in diesem Fall ein wirkliches Experiment gewesen, weil sich die Drucke partiell auflösen würden, partiell aber durch das heiße Färben fixiert würden. Ich glaube, das probiere ich in einer ruhigen Minute tatsächlich einmal aus... Musterüberlagerungen durch eine Shiborifärbung wäre zum Beispiel interessant.
Überdrucken war in meinem Fall die beste Alternative, da ich ja die optimierte Farbmischung ausprobieren wollte. 
Zum Überdrucken wählt man am besten ein flächiges Muster (erstes Muster, Muster zum Überdrucken) das die missratenen Stellen abdecken kann. Der verbesserte Farbmix ließ sich gut drucken (ich habe etwas Gelb beigemischt, deshalb leuchten die neuen Drucke etwas wärmer).
nach dem Fixieren durch Dampf sah der Schals dann so aus:



Aus einem Schal, der eigentlich in die Tonne wandern sollte, ist ein vielleicht nicht perfekter, aber dennoch netter und tragbarer Schal geworden.

Weitere Beispiele von Verbesserungen aus unserem alten Blog:

Wie man aus einem kleinen Farbklecks mehr Kleckse macht und dann plötzlich einen lebendigeren Stoff erhält, seht ihr HIER.
Wie man einen Farbklecks überdruckt und aus einer langweiligen Tasche einen Hingucker macht, sehr ihr HIER.

Wie ein völlig missratener Stoff durch viele Entfärbedrucke zu einem wirklich tollen Stoff wurde, der vielen gefällt, seht ihr HIER.






26.09.14

Tipps und Trends aus dem Netz - Woche 39

Unter dieser Rubrik sammeln wir im Laufe der Woche Posts, die uns gefallen.
Vieles ist aus dem Textilbereich, aber nicht alles.
Es geht um Tipps, um Trends, um Schönes und Lustiges - kurz um Posts die uns aufgefallen sind, und die wir gerne mit euch teilen wollen.

Nr. 1
Inspirierend: Ungewöhnliche, farbenprächtige Quilts aus Shiboristoffen von Kim Eichler
http://shiborilove.blogspot.de/2013/04/shibori-quilts-by-kim-eichler-messmer.html  über (http://shiborilove.blogspot.de/)


Nr.2
Praktisch auf Reisen: selbstgemachtes Wunderspray aus Wasser, Weichspüler und ätherischem Öl, das Falten aus Kleidungsstücken zaubern soll:
http://blog.freepeople.com/2014/03/miracle-travel-spray/  über (http://blog.freepeople.com/

Nr. 3
Kleider für Elfen, Prinzessinnen, Zauberinnen, Schamaninnen... wunderbar einzigartig, exzentrisch, traumhaft... http://www.beatriceoettinger.com/ Ich verliebe mich immer aufs Neue in diese herrlich poetischen Kunstwerke...nehmt euch etwas Zeit zum Genießen.

Nr. 4
Richtig gut: endlich einmal kompakt und prima bebildert erklärt, worin die Unterschiede zwischen Hand- und Maschinenquilten bestehen inklusive ein paar guten Tipps: http://blog.bernina.com/de/2014/09/quilten-mit-der-hand-oder-mit-der-maschine/ von Wiebke Maschitzki über (http://blog.bernina.com/de/)

Nr. 5
Sehr schön, sehr edel und zeitlos: Kissen und Accessoires aus Shiboristoffen, manchmal auch handbedruckt, von Rebecca Atwood. Sogar der Reißverschluss ist sehenswert! http://honestlywtf.com/home/rebecca-atwood-fall-2014/ über (http://honestlywtf.com/)

Nr. 6
Irgendwann im Laufe dieses Jahres entdeckt, jetzt lassen sie mich nicht mehr los: die wunderbaren Collagen der wunderbaren Künstlerin Hannelore Baron. http://www.hannelorebaron.net/ Berührende, geheimnisvolle Bilder voller Tiefe und Bedeutung.


25.09.14

Vor dem Drucken I Übersicht herstellen


Wenn man einen Stoff oder Bekleidung bedrucken möchte, sollte man sich eine grobe Vorstellung machen über die visuelle Dramaturgie. Wo sollen die Drucke sitzen? Wo sollen sie sich häufen?
Insbesondere bei Schals sollte man eine Vorstellung darüber haben, wie er voraussichtlich getragen wird. 
Es gibt natürlich die Möglichkeit das Muster mehr oder weniger gleichmäßig über den Stoff zu verteilen. Das habe ich bei den Schals aus Wolletamine so gemacht (wir sprechen in einem späteren Beitrag darüber).
Es gibt auch die Möglichkeit, beide Schalenden zu betonen oder auch nur eine. Je nach Tragewunsch lässt sich zum Beispiel die Mitte durch intensive Ducke betonen, die dann zu den Enden hin lockerer verteilt werden.
Kleiner Drucktisch. Egal, was ihr euch ausdenkt: ihr müsst eine Vorstellung darüber haben, wo auf dem Schal sich die Mitte befindet. Insbesondere dann, wenn man sich -wie in den meisten Fällen- mit einer kleinen Druckfläche begnügen und den Schal immer wieder neu platzieren muss.
Hier kommen Maßband, Lineal und Phantomstift zum Einsatz. 
Was ist ein Phantomstift? Es gibt eine Menge unterschiedlicher Bezeichnungen für diese Stifte (z.B. Zauberstift, Sublimatstift), die mit einer Spezialtinte gefüllt sind. Die damit gezeichneten Linien verflüchtigen sich von selbst nach einigen Tagen oder sofort unter Feuchtigkeit. Diese Linien aber auf keinen Fall bügeln - das fixiert sie.
Landkarte. Ich mache mir in der Regel, wie hier auf dem Etamineschal, ein paar Kennzeichnungen wo sich die Mitte befindet. Bei einem langen Schal oder wenn ich bestimmte Proportionen betonen möchte, zeichne ich mir noch weitere Abschnitte an. Das alles muss nicht sehr genau sein. Es reicht, dass man eine ungefähre Vorstellung hat, an welcher Stelle man sich in etwa befindet.

Leichter Wolletamine und Siebdruckschablonen I Befestigen auf dem Drucktisch


 Adhäsion. Wer schon mal mit Siebdruck gearbeitet hat weiß, dass das Sieb, wenn es nach dem Druck vom Stoff abgehoben wird, den Stoff mitnimmt. Er wird kurzfristig mit dem Sieb abgehoben Verursacht wird das durch die Farbe, die durch das Sieb gepresst wird das Sieb und Stoff quasi kurzfristg verklebt.
Damit sich der Stoff dadurch nicht unerwünscht verschiebt, befestigt man ihn straff auf der Druckunterlage. Es gibt safür verschiedene Methoden.
Wir haben das bisher immer mit Nadeln gemacht. Das ist praktisch, geht schnell und der Stoff kann auch zügig neu positioniert werden.Bei allen mittelschweren (z.B. Baumwollsatin) bis schweren Stoffen ist das meiner Meinung nach immer noch die beste Methode.
Bei Seidenschals und Wolletamine dagegen hatte ich immer etwas Probleme.
Zum einen haben sich die leichten Stoffe trotz straffen Pinnens regelmäßig verschoben. Zum anderen muss man höllisch aufpassen, dass man die Siebdruckschablonen nicht in eine der Pinnadeln drückt und so ein Loch produziert (dagegen hilft nur: konzentriert arbeiten und die Nadeln entsprechend umstecken). Man kann das so machen, aber ich dachte immer, es müsse auch eine bessere Lösung für dieses Problem geben.
In meiner "slow down Phase" (vorhergehender Artikel) kam mir die Idee: Sprühkleber!
Ich habe meinen Versuch mit ODIF 404 ausgeführt, und werde den Ablauf so beschreiben. Ich vermute aber mal, dass sich auch ODIF 505 dafür eignet, möglicherweise ist er sogar die bessere Wahl (das werde ich ein anderes Mal ausprobieren).

Zum Drucken mit Siebdruckschablonen lege ich auf den Tisch Dämmplatten aus dem Baumarkt (Styrodur), darauf zwei Drucktücher, die überschüssige Farbe aufnehmen. Baumwollstoffe pinne ich mit Nadeln fest. Für den leichten, feinen Wolletamine habe ich das oben liegende Drucktuch leicht und schnell mit ODIF 404 eingesprüht, wodurch die Fläche leicht klebrig wird (es reicht dafür ein Hauch des Sprays!).

Aufrollen. Damit der Schal einigermaßen fadengerade und flächig auf diese Klebefläche kommt, braucht man entweder zwei helfende Hände.
Fast noch einfacher geht es, wenn man den Stoff vorher aufrollt (den Anfang des Schals habe ich mit einigen Tesas befestigt).
So lässt sich der leichte Wolletamine (oder Seidenstoff) von dieser Rolle aus gerade und ohne Luftblasen langsam abrollen und auf der Klebefläche befestigen. Gibt es dabei Probleme, kann der Stoff wieder abgehoben und in eine neue Position gebracht werden.
Hebt man den Schal (Stoff) nach dem Drucken ab, sind darauf keinerlei Klebespuren! Das Drucktuch ist dagegen immer noch etwas klebrig.
Aufbewahren des Drucktuchs. Möchte man mit diesem speziellen Drucktuch regelmäßig leichte Stoffe bedrucken, würde ich eine leichte Malerfolie aus dem Baumarkt darüber legen und das Tuch samt Folie zusammenlegen oder -rollen und so verstauen. Beim nächsten Drucken kurz prüfen, ob der Klebeauftrag noch reicht oder ob man neu sprühen muss.
Ich habe den zweiten Weg gewählt. Da ich wissen wollte, ob sich der Kleber auswaschen lässt, habe ich das Tuch mit Waschmittel und Soda heiß gewaschen (90°C, Vollwaschprogramm). Ja, er geht raus, keine Klebrigkeit mehr!
Diese Methode würde ich für alle leichten Stoffe und Schals empfehlen: Wolletamine (Etamine de Laine), Baumwollbatist (Musselin), Seidenchiffon, Seidenetamine, Organza 2.8, Pongé 05 und 06 und ähnliche mehr.

24.09.14

Slow Down...


Noch mehr, noch schneller, noch besser... Am letzten Sonntag hatte ich mir viel vorgenommen: ich wollte möglichst viele Stoffe mit den neuen Motiven unserer Siebdruckschablonen drucken; ich wollte das Rezept für angedickte Seidenmalfarben noch einmal überprüfen und genauer ausformulieren; ich wollte mit den angedickten dampffixierbaren Seidenmalfarben auf Wolletamine (die gewaschene Version) drucken; ich wollte... noch mehr... und schneller... noch besser...
Und dann kam es genau so, wie es sich anhört: nichts hat wirklich auf Anhieb funktioniert.
Der leichte Wolletamine ließ sich durch Nadeln nicht ausreichend stabil auf dem Drucktuch befestigen und verrutschte beim Drucken. Durch die Wärme im Zimmer war die angedickte Farbe kurz vor dem Eintrocknen im Sieb. Ich habe verschiedene Auftragsmöglichkeiten versucht, und die Drucke wurden immer schlechter. Meine Nervosität stieg. Ich war enttäuscht und wütend und fast dabei, den Schal in die Tonne zu geben. Kennt ihr das?

In solch einem Fall hilft nur: tief durchatmen, entschleunigen, Pause machen, den Ort wechseln, etwas anderes machen.
Vielleicht auch mal nach draußen gehen, sich bewegen und Luft schöpfen, Grün tanken... ich glaube, alle haben ihre eigenen Rezepte, wieder auf den Boden zu kommen (was sind eure?).
Ich lege mich in solchen Fällen am liebsten aufs Bett oder hänge mich in einen bequemen Sessel, am besten mit einem Blatt Papier und einem Stift neben mir, und versuche, zur Ruhe zu kommen. Die Gedanken fließen zu lassen.
Das ist ein bisschen wie Zeit anhalten, das Chaos im Kopf aufräumen, die Dinge wieder an ihren Platz stellen.
Auch dieses Mal hat diese Strategie gewirkt:
Ich habe eine einfache Lösung für das Problem des Verrutschens leichter Stoffe auf dem Drucktisch gefunden.
Auch gegen das schnelle Eintrocknen der verdickten Seidenmalfarbe ist mir ein Tipp eingefallen. Das Rezept ist jetzt genauer und funktioniert auf Seide und auf Wolle.
Was mir zu den vielen Fehldrucken eingefallen ist, hat zwar nicht zu einem perfekten Schal geführt, aber zu einem, der wirklich nett zu tragen ist.
Und auch für die Randgestaltung (Schnittkanten) des Wolletamines habe ich eine Lösung gefunden, die schnell, einfach und praktikabel ist.

Fazit: Beim anschließenden Ausprobieren hat alles funktioniert. Am Sonntag habe ich nun zwar nur einen einzigen Schal fertig bekommen, dafür aber reiche Beute gemacht an neuen Erfahrungen und Informationen, die ich in den nächsten Tagen hier veröffentliche.

Und zum Schluss: entschuldigt die Qualität des Fotos oben. Ich bin noch am Üben...






23.09.14

Beizendruck und Pflanzenfärberei

Beizendruck und Pflanzenfarben auf BIO-Baumwollsatin

Dies ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf den Kurs vom kommenden Samstag, den Brunhilde und Fritz in Speyer anbieten.
Das Thema des Workshops handelt vom Malen, Drucken und Schreiben mit Pflanzenfarben und Beizen.
Die lange Experimentierphase hat sich gelohnt: die beiden sprudeln nur so über von Ideen!

Ein richtig interessantes Gebiet, das das Thema Ecoprint sehr erweitert! Durch neue Beizen und Beizenmischungen erhält man eine wunderbare, erweiterte Farbigkeit der Prints. Und Brunhilde hatte darüber hinaus einige tolle Ideen, wie sich Siebdruck und Ecoprint innovativ miteinander kombinieren lassen!

Am Foto links kann man sehen, dass sich mit diesen Verfahren auch wunderbare Stoffe für Mode, Accessoires und Wohnung gestalten lassen. Viele Motive unserer Siebdruckschablonen eignen sich dafür. Für den Stoff links hat Brunhilde ein Fischgratmuster gewählt, das mit diesen Farben fast afrikanisch anmutet.

Der Kurs vom Samstag ist schon lange ausgebucht, aber er wird im nächsten Jahr wiederholt.

Brunhilde hat mit folgender Siebdruckschablone gedruckt: Fischgrat groß und auf folgendem Stoff: BIO-Baumwollsatin, den sie vorher so vorbereitet hatte.

20.09.14

Brunhilde Scheidmeir besuchen!
Tag der offenen Tür im Industriehof Speyer am 5.10.2014



Am Sonntag, den 5. Oktober 2014 findet im Industriehof in Speyer wieder ein Tag der offenen Tür statt.Auch Brunhilde Scheidmeir öffnet ihr Atelier.


Sie freut sich auf euer Kommen!
  • Kommt vorbei, wenn ihr die schönen Schals und Stoffe von Brunhilde anschauen oder kaufen wollt. Da Brunhilde fast nie auf Märkten ausstellt, ist das eine tolle Gelegenheit, in Ruhe zu schauen, zu probieren und zu kaufen!
  • Kommt vorbei, wenn ihr das Atelier besichtigen und euch über Kurse informieren möchtet. Unser Kursprogramm für 2015 steht schon, und wir freuen uns, eure Fragen zu beantworten!


Der Industriehof ist ein altes, romantisches Industriegelände mit wunderbaren Ecken und netten Leuten. Hier haben einige Läden, Antiquitätenhändler, Handwerker, Musiker, Kunsthandwerker und andere mehr Räume gemietet (nicht zu vergessen das Café mit dem leckeren Eis!!!), und sie öffnen an diesem Sonntag ihre Türen und freuen sich auf euren Besuch!
Adresse:
Industriehof Speyer
Franz-Kirrmeier-Straße 19
67346 Speyer

19.09.14

Tipps & Trends aus dem Netz - Woche 38

Unter dieser Rubrik sammeln wir im Laufe der Woche Posts, die uns gefallen.
Vieles ist aus dem Textilbereich, aber nicht alles.
Es geht um Tipps, um Trends, um Schönes und Lustiges - kurz um Posts die uns aufgefallen sind, und die wir gerne mit euch teilen wollen.

Nr.1
Cool: Kreative Schriften zum Selbermachen!
Wie man aus der eigenen Handschrift eine digitale Schrift am Computer herstellt (http://blog.dawanda.com/)

Nr. 2
Zum Genießen: Herbstliche Farben einmal ganz anders!
Autumn Kitchen, zusammengestellt und fotografiert von der fabelhaften Dietlind Wolf (http://dietlindwolf.blogspot.de)

Nr. 3
Zum Spielen und Liebhaben: 
Der knuddelige, lächelnde Fisch, handgedruckt und selbst genäht von der kreativen Jo Waterhouse (http://www.jowaterhouse.com/)

Nr. 4
Sehr stylish und witzig: 
Das zweite Leben alter Pullover und knallbunter, übrig gebliebener Wolle
(http://www.stylebubble.co.uk/

Nr. 5
Zum Nachmachen: 
Gute, leicht verständliche Anleitung, wie man große Tücher säumen und mit Troddeln schmücken kann. Ist einfach und sieht toll aus! (http://blog.bernina.com/de/)

Nr. 6
Inspiration! 
"Cloth-Paper-Scissors" - ein Artikel mit wunderbaren Beispielen über Collagen mit Stoff und Papier in der Tradition von Boro. (http://donnawatsonart.blogspot.de/)


18.09.14

Ecoprint einmal ohne Blattwerk: Rost auf Stoff


Brunhilde Scheidmeir: Rostfärbung auf Baumwolljersey
Sind sie nicht wunderbar, diese Rostfärbungen auf Baumwolle, die Brunhilde gestern gezaubert hat?
Das Foto oben zeigt den Baumwolljersey, die beiden Fotos unten zeigen Rostfärbungen auf dem rohen BIO-Baumwollsatin.  
Beide Stoffe wurden vorbehandelt, wie HIER beschrieben.

Für solch eine Rostfärbung benötigt man rostige Eisenteile und ein Bad aus Essig, Rotwein und starkem Kaffee. Der Stoff bleibt einige Tage in diesem Bad, wird getrocknet und kann dann anschließend gewaschen werden. Beim Waschen darauf achten, dass wirklich alle Rostschichten entfernt werden (eventuell zweimal in die Maschine geben), denn diese können den Stoff langfristig beschädigen.

Brunhilde Scheidmeir: Rostfärbung auf BIO-Baumwollsatin
Diese Färbungen (eigentlich handelt es sich ja um Färbungen mit Rostdrucken) haben eine tolle Ausstrahlung und passen optimal zu Ecoprints!

Brunhilde Scheidmeir: Rostfärbung auf BIO-Baumwollsatin

17.09.14

Papierlamination einmal ganz spielerisch - Graffiti Sichtschutz

Brunhilde Scheidmeir: laminierte Graffiti auf Polyesterorganza
Papierlamination ist eine Zechnik bei der Papier und Stoff (i.d.R. Polyesterorganza) mit einem speziellen Medium dauerhaft verklebt werden. Hier endet aber schon die Ähnlichkeit mit der Serviettentechnik.
Bei der Papierlamination wird nämlich nach dem guten Durchtrocknen des Mediums (=Kleber) das Papier entfernt. Übrig bleibt der Toner des bedruckten Papiers an den Stellen, an denen die Verklebung stattgefunden hat.
Meistens wird Papierlamination bei Artquilts eingesetzt, um einer Arbeit Akzente, Tiefe und Bedeutung zu verleihen. Dafür wird die transparente Lamination über einen entsprechend bearbeiteten Stoff gelegt oder gehängt, manchmal bedruckt, manchmal bestickt, oft gequiltet... es gibt also unglaublich viele Möglichkeiten!
Man kann aus laminierten Stoffen auch interessante Kleidung (dafür würde ich Seidenorganza 2.8 empfehlen) oder Vorhänge herstellen, denn bei richtiger Technik ist solch ein laminierter Stoff durchaus waschbar.

Das Verfahren scheint einfach zu sein, braucht aber Übung. Vor allem der Auftrag des Mediums ist trickreich. Zu viel Medium hinterlässt Spuren auf dem Stoff und bringt das Papier zum Wellen, so dass keine flächige Verklebung zu Stande kommt. Papier, das nicht direkt mit dem Stoff verklebt ist, wird später abgerieben, das Motiv erscheint also nur teilweise. Natürlich ist auch das Gegenteil möglich: man gibt zu wenig Medium auf den Stoff, so dass kein ausreichender Klebekontakt zwischen Stoff und Papier entstehen kann.
Wie das Medium auf den Stoff kommt, dafür gibt es viele Möglichkeiten. Oft wird dafür ein gestaltetes Sieb verwendet. Man kann das Medium jedoch auch beispielsweise mit Liner oder einer alten Kreditkarte auftragen.
Im Frühsommer hat Brunhilde probiert und gespielt und einen schnellen Graffiti-Sichtschutz hergestellt: schwungvoll und farbenfroh!

Brunhilde Scheidmeir: Detail aus der Lamination oben


Laminationen als schneller Sichtschutz

Solch eine Spielerei macht Spaß, geht schnell und kann anschließend in vielerlei Projekten verwendet werden.

Eine kunstvolle Papierlamination für einen Artquilt herzustellen, dafür eigene Bilder zu machen, sich einen entsprechenden Auftrag des Mediums zu überlegen, diesen technisch perfekt durchzuführen, die Lamination weiter zu bearbeiten, diese mit dem Artquilt in optimaler Weise zu verbinden... braucht Übung, Übung, Übung. Die sich aber für Artquilts unbedingt lohnt, denn -wie oben bereits gesagt- diese Technik kann Arbeiten Tiefe und Bedeutung verschaffen.
Laminationsarbeiten so zu fotografieren, wie man sie in Wirklichkeit sieht, ist sehr schwer, wenn nicht unmöglich. Deshalb: Wenn ihr einmal die Möglichkeit habt, Claudia Helmers Arbeiten in einer Ausstellung zu sehen, dann ergreift sie - es lohnt sich!

15.09.14

Welcher Wollstoff für welches Projekt?

Unsere Wollstoffe sind so vielfältig in Aussehen und Gewicht, dass wir oft um Beratung gebeten werden. Welche Stoffe eignen sich für welche Projekte?
Gemeinsam ist allen, dass sie naturfarben und aus sehr feinen weichen Wollgarnen gewebt oder gestrickt sind sind. Man kann sie färben, bemalen, bedrucken oder mit Ecoprints versehen.
Alle sind naturbelassen: sie wurden weder gegen Motten behandelt, noch gegen Filzen. Für die Pflege bedeutet dies, dass Handwäsche empfohlen wird. Modernen Waschmaschinen besitzen jedoch sehr schonende Waschgänge, so dass -zusammen mit wenig Wollwaschmittel- auch eine Maschinenwäsche nach Anweisung möglich ist.

Für Schals und Schultertücher empfehlen wir Etamine de Laine, ein leichtes Wollgewebe. Der gewaschene Wolletamine ist leicht und hat eine glatte Oberfläche. Der Stoff wirkt klassisch, clean und eignet sich für das ganze Jahr.
Brunhilde Scheidmeir: Eukalyptus auf gewaschenem Wolletamine

Der rohe Wolletamine ist zunächst eher etwas steif (so kommt er vom Webstuhl); nach dem leichten Anfilzen wird er aber etwas dichter, flauschig und flauschig und ist dann ideal für die kühle und kalte Jahreszeit. Wie das Anfilzen geht, haben wir im vorherigen Artikel beschrieben.



Für Schlauchschals eignet sich der leichte Wolljersey aus superfeiner Merinowolle. Man schlingt diese Qualität doppelt um den Hals oder zieht den Schal bei Kälte und Wind auch einmal über den Kopf. Die glatte Oberfläche gibt alle Drucke schön wieder.
Rita Weins: Ginkgoblätter mit Farbe berollt und gedruckt


Für Cacheurs und Röcke gibt es den kräftigen Interlock, ebenfalls eine Schlauchqualität. Sie ist hochwertig, sieht toll aus und nimmt Farben und Drucke wunderbar an.
Brunhilde Scheidmeir: Eukalyptus auf Interlock
Natürlich kann der Schlauch auch seitlich aufgeschnitten werden, sodass man diese Jerseyqualität zum Beispiel für Jacken verwenden kann.


Ganz neu hereingekommen ist ein wunderbarer Wollstoff für hochwertige Bekleidung. Er nennt sich Woll-Strukturgewebe. Der Name leitet sich von dem feinen Längsmuster ab, der dem Stoff Struktzur verleiht. Vom Aussehen und Fall ähnelt er einem Crêpegewebe, und auch seine Eigenschaften sind ähnlich: wunderbarer Fall, wenig Knitterneigung, ideal für Beruf und Reise. Von dieser Qualität haben wir bisher noch keine Arbeitsprobe, aber wir werden das bald nachreichen.


Kuschelige Decken, Jacken und Pullis lassen sich aus dem Wollgetrick "10" fertigen. Dies ist einer unserer Lieblingsqualitäten, denn Prints erscheinen darauf satt und voller Leben.
Brunhilde Scheidmeir: Eukalyptus auf Strickstoff
Die seitlichen Kanten bestehen aus einem sehr schönen Bündchenmuster. Die geschnittenen Kanten müssen mit einem Zickzack-Stich oder ähnlichem gesichert werden. In vorherigen Beiträgen auf diesem Blog erscheinen immer wieder Bilder von dieser Qualität, weil einfach jedes Projekt gelingt, das mit diesem Gestrick durchgeführt wird.



14.09.14

Über das leichte Anfilzen von rohem Wolletamine:
eine optimale Vorbehandlung für Stoffdruck, Färben, Ecoprint

Zum Anfilzen von rohem Wolletamine benutzen wir Olivenseife. Wird mit der Maschine gefilzt, empfehlen wir das flüssige Waschmittel. Um per Hand zu filzen, kann die flüssige oder die feste Seife verwendet werden.
Etamine de Laine ist ein leichtes, vielseitiges Wollgewebe, das sich für das ganze Jahr eignet.
Es gibt diese Qualität in einer vorgewaschenen Form und in einer rohen Form.
Keine der beiden Qualitäten ist vorbehandelt gegen Filzen, d.h. keine Superwash-Qualitäten.
Für Kreative hat das eine Menge Vorteile!

In diesem Artikel wollen wir das leichte Anfilzen des rohen Gewebes besprechen.
Der Stoff soll durch das Anfilzen seine Leichtigkeit behalten, jedoch etwas dichter und weicher werden, und seine Kanten sollen sich schließen. So lässt sich Wolletamine optimal für Stoffdruck, Ecoprint und Färbeverfahren weiter vearbeiten.
Man kann dieses leichte Filzen von Hand machen (das dauert etwas, ist aber kontrollierter) oder mit der Waschmaschine (das lohnt vor allem, wenn man mehrere Stücke so vorbehandeln möchte und wenn man seine Waschmaschine kennt).
Wir arbeiten in der Regel mit 2m-Stücken (mit der Maschine können gut 3 Stücke à 2m gewaschen werden). Nach dem Anfilzen hat man dann Stücke von etwa 1,90cm bis 1,80cm. Man kann sie nun längs in zwei Stücke reissen und bekommt aus dem 2m Stück zwei schöne großzügige Schalformate, die man nach Wunsch bearbeiten kann. Oder man faltet den Stoff diagonal und erhält ein kuscheliges, wärmendes Schultertuch.

Anfilzen mit Hand
Den Stoff wird mit heißem Wasser übergossen, mit Olivenseife eingeseift, dann gründlich gerieben und gerubbelt (z.B. über ein Waschbrett oder über die geriffelte Ablage der Spüle) und dann heftig geworfen (das kann durchaus entspannend sein...).
Wichtig: Zwischendurch die Ränder ausstreichen und auszupfen, eventuell zusätzlich reiben und nachfilzen. Ist der Filzprozess ausreichend fortgeschritten, den Stoff gut ausspülen und schließlich kurz in einem leichten Essigbad schwenken. Je nach Technik kann der Etamine dann gleich weiter verarbeitet werden.

Anfilzen mit der Maschine
Der Haken beim Filzen mit der Waschmaschine ist, dass man sich an die Eigenheiten der eigenen Maschine herantasten muss. Alte Maschinen arbeiten heftiger und mit mehr Wasser. Wie stark der Filzprozess ausfällt ist zudem abhängig von der gewählten Temperatur, dem Waschmittel, der Dauer des Waschprozesses und der Dauer und Intensität des Schleuderns.

Das folgende Rezept wurde mit einer neuen Maschine getestet.

Wir wählen zum leichten Anfilzen des Wolletamines einen Schonwaschgang mit 30°C, etwa 30 Minuten und leichtem Endschleudern. In die Waschmittelkammer kommt etwas von dem flüssigen Olivenwaschmittel (dieses Rezept stellt nur eine mögliche Herangehensweise dar, ohne Gewähr. Bitte testet eure Maschinen selbst, ihr kennt sie am besten...). Maximal 3 Stücke Wolletamine à 2m in die Trommel geben.


Wichtig: Nach dem Herausnehmen, wenn der Stoff noch feucht ist, die umgeklappten und angefilzten Ränder ausstreichen und auszupfen. In trockenem Zustand lässt sich das nicht mehr machen!
Reicht der Filzprozess noch nicht aus, kann man die oben beschriebene Wäsche wiederholen.

In der Maschine gewaschener (vorher roher) Etamine de Laine

Ein so gewaschener Wolletamine hat, auch nach dem Bügeln, eine andere Optik als der industriell gewaschene Etamine!

Der industriell gewaschene hat eine ganz glatte Oberfläche und zeigt eine gleichmäßige Leinwandbindung. Das ist optimal für das Bemalen mit Säurefarben und Einfärbungen mit Pinsel oder Schwamm.

Der früher rohe Etamine, der in der Maschine gewaschen und leicht angefilzt ist, zeigt dann eine Art Fischgratmuster.
Er  hat deutlich mehr Volumen, ist weniger glatt und weist eine warme, flauschige, wolkige Optik auf.
Solch ein Stoff ist optimal für kreative Färbeverfahren (Säurefarben, dampffixierbare Seidenmalfarben, Batikfarbe Deka L), für Stoffdruck und für Ecoprint.

Möchte man das Gewebe glatter haben, kann dies durch Ausstreichen des feuchten Stoffs und anschließendem Dämpfen erreicht werden.



13.09.14

Feiner, durchscheinender Polyesterorganza für Papierlamination

Verfolgt man den Verlauf des Organzas von oben nach rechts unten, sieht man, wie durchscheinend diese Qualitäts ist: das unten liegende Bild (übrigens Acrylfarbe und Siebdruckschablonen auf Malpappe) ist deutlich zu sehen. Links oben haben wir mehrere Lagen Organza drapiert, damit der Unterschied zu der einen einzigen Lage deutlich wird.

Ich werde mich erst wieder Anfang/Mitte der nächsten Woche melden, denn jetzt verabschiede ich mich erst einmal zum Kurs mit Claudia Helmer. Claudia Helmer zeigt uns Papierlamination, und bei diesem Thema kennt sie sich wirklich aus!
Wer Claudias Arbeiten kennt, weiß, dass sie dieses Technik überaus kunstvoll einsetzt und ihren Quilts damit eine Tiefe schenkt, die auf Fotografien nur schwer abbildbar ist. Wer also Gelegenheit hat, Claudias Arbeiten life zu sehen, sollte das unbedingt nutzen.
Ich hoffe, dass ich trotz Kurstrubel dazu komme, Bilder zu machen...

Wer sich für Papierlamination interessiert, sucht oft nach einem richtig schönen Synthetikorganza, nach einem Stoff, der sehr durchscheinend ist und möglichst wenig Glanz aufweist. Einen solchen Stoff zu finden, ist gar nicht so einfach!
Aber nun haben wir ihn! Es ist die Qualität, die von Committed toCloth empfohlen wird, und sie ist wunderschön!
Zum Laminieren verwenden wir Golden Matte Medium.
Ein schönes kreatives Wochenende wünschen wir euch!
Herzliche Grüße
Sabine

12.09.14

Das richtige Vorbereiten von Stoff vor dem Färben

Stoffe, die wir vor dem Färben vorwaschen, z.B. Bio-Jerseys, Baumwolltaschen, rohen Baumwollsatin, die weiß gebleichten Schlauchschals aus Baumwolljersey vom vorhergehenden Artikel.
Braucht es überhaupt eine Vorbereitung vor dem Färben?
Welche Stoffe sollen vorbehandelt werden?
Viele Stoffe und Tücher, die wir anbieten, sind "pfd": das bedeutet "prepared for dyeing" (oder auf deutsch: "fürs Färben vorbereitet"). Mit pfd Stoffen kann man im Prinzip sofort loslegen. Den Grund, warum man aber auch solche Stoffe vorwaschen sollte, werdet ihr weiter unten finden.

Auf keinen Fall sofort loslegen sollte man
  • mit Stoffen, die als "roh" gekennzeichnet sind. Dies bedeutet, dass die Stoffe noch nicht vorgewaschen sind. Sie fühlen sich oft hart an und gehen nach der ersten Wäsche noch bis zu 10% ein. Vor allem können sich auf der Faser noch alle möglichen Mittel befinden, die das Weben des Stoffes vereinfachen, außerdem Verschmutzungen (die man nicht immer sieht). Besonders gut tut die unten stehende Behandlung zum Beispiel rohem Leinen (z.B. Käseleinen) oder rohem Ramie!
  • mit Stoffen, die aus dem normalen Stoffhandel oder Möbelhandel kommen. Solche Stoffoberflächen sind oft mit Mitteln behandelt, die die Qualität weich und griffig oder Schmutz abweisend machen sollen.
  • mit gebrauchten (antiken) Stoffen, die oft Reste von Waschmitteln, Weichspülern, Fetten usw. enthalten können.
  • mit Stoffen, die schon einige Zeit liegen und dadurch Verfärbungen oder Lagerspuren durch Staub bekommen haben.
In all diesen Fällen geht es vor allem um Entfernen von Verschmutzungen und von Beschichtungen.

Brunhilde Scheidmeir hat jedoch einen weiteren Vorteil vom Vorwaschen entdeckt: es macht die Fasern deutlich aufnahmebereiter für den anschließenden Färbe- und Druckprozess!
In mehreren Vergleichsfärbungen hat sie entdeckt, dass sowohl Färbungen als auch Ecoprints sichtbar intensiver und schöner auf dem Stoff erscheinen, wenn dieser vorher mit Soda und Waschmittel in der Maschine gewaschen wurde.

Aus diesem Grund waschen wir inzwischen auch pfd-Stoffe vor dem eigentlichen Bearbeiten nach dem folgenden, einfach zu merkenden Rezept:
Bei einer Waschmaschinenfüllung Stoff ersetzt man die Hälfte des Waschmittels mit Soda.
Pflanzenfasern kann man übrigens ruhig heiß waschen, eine kräftige Bourette- oder Wildseide ebenso.
Als Waschmittel setzen wir ein neutrales Bio-Vollwaschmittel ein, ohne Bleiche, ohne Weichspüler und ohne Duft. Soda bekommt man sehr preiswert in jedem Drogeriemarkt in der Waschmittelabteilung.

Auch die beiden Ecoprintarbeiten (Schlauchschal bzw. Rock) vom vorhergehenden Artikel wurden vor dem Drucken wie oben beschrieben vorgewaschen.

Auch einfach zu merken: WOLLSTOFFE NIE NACH DIESEM REZEPT WASCHEN!


11.09.14

Neuer Baumwolljersey für Schlauchschal - toll auch für Ecoprint!

Ecoprint von Brunhilde Scheidmeir
Wir haben einen Restposten eines tollen Baumwolljerseys (2:2 Rippengestrick) mit 20% Lycra erhalten, der sich sehr gut für Schlauchschals, aber auch für Nähprojekte eignet (man schneidet die Schlauchware einfach seitlich auf und behandelt das Gestrick dann wie Stoff).
Das Material ist wirklich interessant! Zum einen hat es -im Gegensatz zu anderen Schlauchschals- mehr Stand und lässt sich schön drapieren. So kann man Prints und kreative Färbeverfahren gut sehen.
Interessant ist auch, dass der Jersey strahlend weiß gebleicht ist. Jede Art von Färbung zeigt sich deshalb intensiv und satt!
Der Umfang dieses Rundgestricks eignet sich direkt als Schlauchschal. Schlanke Frauen können sich das Teil sogar über die Hüfte ziehen oder als Rock tragen (wenn man einen Taillengummi einzieht).
Wie hier auf den Bildern zu sehen ist, eignet sich das Material auch total gut für Ecoprint!

Jutta Höss hat im Ecoprinturs vom letzten Wochenende einen Schlauch bedruckt, der uns alle begeistert hat (voraussichtlich soll daraus ein Rock entstehen)! Vielen Dank Jutta, dass wir die Bilder zeigen dürfen!

Jutta Höss: Ecoprint auf Baumwolljersey


Jutta Höss: Ecoprint auf Baumwolljersey


Jutta Höss: Ecoprint auf Baumwolljersey

Morgen werdet ihr einen Trick von Brunhilde erfahren, wie sie ihre Stoffe fürs Färben und für Ecoprint vorbereitet. Durch eine spezielle Vorbereitung erreicht sie, dass Drucke und Färbungen strahlender und intensiver auf das Gewebe bzw. den Jersey aufziehen.

10.09.14

Leslie Morgan!

Wir alle freuen uns total, dass Leslie Morgan schon bald wieder bei uns in Speyer sein wird!
Sie ist eine hervorragende Künstlerin, erfahrene Kursleiterin, die zu ermutigen und zu begeistern weiß und ein wunderbarer Mensch mit großem Herz.

Wer mehr über Leslie und ihre Arbeit erfahren möchte, hat dazu folgende Gelegenheiten:

http://www.committedtocloth.uk/

Dies ist die neue Committed to Cloth-Seite, die von Leslie betrieben wird. Hier findet ihr laufend interessante Kurse und Neuigkeiten, die auch für uns aus DE interessant sind. Vielleicht lassen sich Ferien in England oder der Besuch einer Messe mit einem Kurs bei Leslie verbinden?

https://www.facebook.com/committedtocloth

Leslie schreibt seit einigen Wochen auf ihrer facebook-Seite, und dort finden sich ganz regelmäßig tolle Tipps und Links! Schaut euch um und schickt ihr ein "Gefällt mir!"

http://www.textileartist.org/leslie-morgan-abstract-dialogues-personal-symbolism/

Auf dieser lesenswerten Seite (ich habe sie in unsere Linkliste aufgenommen) ist ein toller Artikel über Leslie, in dem auch viel über ihren persönlichen Hintergrund und ihre künstlerischen Vorstellungen steht.

Leslies Kurse, die sie in Speyer gemeinsam mit Claudia Helmer durchführt, könnt ihr aus unserer Kursseite ersehen.
Die Kurse für Fortgeschrittene sind ausgebucht, aber wir führen Wartelisten, weil sich doch immer wieder Verschiebungen ergeben.
In den Technikkursen, die jeweils Anfang der Woche stattfinden, ist noch etwas Platz. Diese Workshops eignen sich für jedes Erfahrungniveau, d.h. sowohl für Anfänger und auch für Fortgeschrittene, die ihre Kenntnisse auffrischen möchten. In diesen Kursen werden die jeweiligen Techniken gezeigt, in den Workshops für Fortgeschrittene werden diese Kenntnisse vorausgesetzt.
Sprachprobleme gibt es keine, es wird übersetzt.

http://www.textilstudio-speyer.de/

09.09.14

Kleiner Ecoprint-Nachschlag

Gisela Pöll: Detailaufnahme ihres wunderbaren Wollstoffs
Der Kurs Ende September ist ausgebucht, aber im Eukalyptus-Spezialkurs im November sind noch einige wenige Plätze frei.

08.09.14

Impressionen aus dem Ecoprint-Kurs am Wochenende

Brunhilde und Fritz haben am Wochenende einen Kurs für erfahrene Ecoprinter gehalten. Eben hat mir Brunhilde einige Bilder geschickt, und wie immer bei schönen Prints, bin ich hingerissen über die wunderbaren Ergebnisse, die die Zusammenarbeit von Natur und Mensch ergeben.
Herzlichen Dank an alle Teilnehmerinnen für ihre Begeisterung!

Übrigens: die wunderbaren Eukalyptusprints (siehe Abb unten) von Gisela Pöll wurden auf diesem Strickstoff aus Wolle gearbeitet:.

Am Apfelbaum vor Brunhildes Atelier trocknen Wolle, Seide und Baumwolle

Gisela Pöll: wunderbare Eukalyptusprints auf Wolle in Flotte gekocht (in Brunhildes "Nix-wird-weggegossen-Flotte")

Gisela Pöll: Eukalyptus und andere Blätter auf Wolle (dies ist die andere Seite des tollen Wollstoffs oben)

Wir hatten schönes Wetter, ideal zum Trocknen der großen Stücke! Mitte links: Prints in Blauholz.

07.09.14

Anleitung: Verdickte Seidenmalfarben & Siebdruckschablonen

Zugegeben: am einfachsten zu Drucken sind Dekaprint Farben oder, für Motive mit nicht zu feinen Details, Deka Permanent Stoffmalfarben oder andere Stoffmalfarben. Einfach Deckel auf, Farbe entnehmen, Farbe auftragen... fertig.
Der Nachteil von Textilacrylfarben: diese sitzen auf dem Stoff (verbinden sich also nicht mit der Faser) und ergeben deshalb bei feinen, leichten Stoffen wie Seide oder Wolletamine einen etwas härteren Griff. Bei Motiven, die vor allem aus Linien bestehen, stört das weniger. Flächige Motive dagegen fühlen sich auf leichten Stoffen unangenehm hart an.

Schon seit Wochen wollte ich deshalb einmal mit Seidenmalfarben und einem auswaschbaren Verdicker experimentieren. Welcher der vielen Verdicker eignen sich für die Farben, welche Mischungsverhältnisse braucht man, damit die flüssige Farbe auf feiner Seide nicht mehr fließt usw.
Ausprobiert habe ich sowohl dampffixierbare Seidenmalfarben (DUPONT) als auch Bügelfarben (JAVANA). Die letzteren gehören zwar auch zur Familie der Textilacrylfarben, d.h. sie sitzen auf dem Stoff. Durch ihre technische Einstellung ist ihr Griff auf Seide jedoch deutlich geringer als bei den pastoser eingestelllten Stoffmal- oder Stoffdruckfarben.
Die passenden Verdicker für die DUPONT- und JAVANA-Farben eignen sich für den Siebdruck weniger gut. Vermischt man sie mit den flüssigen Farben, ergibt sich ein mittlerer Grad von Fließfähigkeit: priuma geeignet zum Malen ohne Gutta, weniger gut geeignet zum Drucken, denn dafür benötigen wir Farbe, die sehr zäh fließt.
Als optimal geeignet hat sich unser Universalverdicker erwiesen. Das Pulver wird mit warmem Wasser zur Paste angerührt. Praktisch ist dabei, dass man den Verdicker so einstellen kann, wie man ihn braucht. Also sehr zäh, wenn man flüssige Farbe beimischt und man anschließend damit drucken möchte.

Ausprobiert habe ich zweierlei Methoden, die sich beide sowohl für die dampffixierbare Seidenmalfarbe als auch für die Bügelfarbe eignen.
  1. Eine Mischung von Verdickerpaste und flüssiger Farbe (ca. 1:1): Geht schnell und gut, aber die verdickte Farbe ist durch die Beimischung von 50% Verdickerpaste deutlich heller als die Originalfarbe.
  2. Einrühren von Verdickerpulver in die flüssige Farbe: dadurch behält die Farbe ihre Intensoität, ähnlich wie das Original. Man muss aber ein wenig probieren, um das optimale Mischungsverhältnis zu bekommen.
WICHTIG!!! Egal, mit welcher Farbe gearbeitet wird und nach welchem Mischungsrezept: die Mischung muss einige Stunden ruhen, damit sich die Bestandteile der Mixtur gut miteinander verbinden können. Arbeitet man zu früh mit den Mischungen, neigt die Seidenmalfarbe dazu, an den Motivrändern auszuwandern und auszubluten (obwohl eine feste Paste angerührt wurde).

Fixiert wird dann, je nach Farbe, entweder mit dem Bügeleisen oder durch Dampffixierung (Mikrowelle kann für bedruckte Seiden nicht verwendet werden). Beim Auswaschen löst sich der Verdicker aus der Seide.

Sowohl Schrift (mit Siebdruckschablone) als auch Ornament (Holzstempel) haben sich gut und ohne auszubluten gedruckt.


06.09.14

Naturfarbene Bio-Baumwolljerseys

Von unseren drei neuen Bio-Baumwolljerseys sind wir ganz begeistert, weil sie eine Menge an neuen Möglichkeiten bieten. Die günstigen Preise kommen dadurch zustande, dass es sich um Restposten handelt.
Bio-Single Jersey gefärbt mit Procion MX

Der leichte Single Jersey eignet sich toll für leichte Shirts und Babybekleidung oder auch für Schals. Er rollt sich an den Rändern leicht ein, was mir persönlich aber gut gefällt. Dieser Jersey ist so leicht, dass er sich auch gut doppeln lässt und mit Reverse Appliqué tolle Ergebnisse bringt. Schaut euch die sehenswerten Beispiele bei MACHWERK an.
Der vielleicht vielseitigste unserer Bio-Jerseys ist der  



Bio feiner Rippenstrickjersey mit Deka L in der Waschmaschine gefärbt.
Feine Rippenstrick Jersey. Seie Ränder rollen sich überhaupt nicht ein. Die mittlere Stärke und seine Breite von 190cm macht ihn zum idealen Stoff für alle Projekte, die man sich mit Jersey denken kann. Bekleidung, Schals, Decken, Kissen..
Der Rippenstrick Jersey hat eine schöne glatte Oberfläche, die man auch toll bedrucken kann.
Ausschnitt aus einem Ecoprintschal auf Bio Feinrippenstrick

 Der dritte neue Stoff ist eine feine Sweatshirt-Qualität (Interlock), die auf der linken Seite samtig aufgerauht ist. Fühlt sich wirklich soft und gemütlich an. Für Jacken und Shirts ideal, total gemütlich!
Bio Interlock - schmuseweich gerauht


Zum Färben haben wir zwei Methoden ausprobiert:
zum einen die Waschmaschine (Batikfarbe Deka L), weil man im Topf nicht wirklich gleichmäßige Resultate erhält. Für größere Stücke sind die Deka Waschmaschinenfarben ideal.
Zum anderen sind für alle kreativen Färbungen Procion MX Anwendungen toll. Diese Färbungen, egal welche Methode angewandt wird, sollen in aller Regel gar nicht gleichmäßig ausfallen. Meistens möchte man entweder die berühmten kristallinen Muster oder tolle Farbverläufe erzielen.Solche Färbungen werden oft extra in kleinen Behältern mit wenig Wasser gemacht, um diese Effekte zu erhalten.

Jerseys sind einfach zu nähen, wenn man einige Tipps beachtet:
  • Immer mit einer Jersey-Nadel in die Maschine einsetzen
  • Gut heften: zum schnellen Befestigen der Kanten nehmen wir oft einen Textilklebestift, der sich wieder herauswäscht
  • Elastische Nähte wählen: Zick-Zack anstelle einer geraden Naht.
HIER gibt es noch ein paar weitere Tipps zum Nähen von Jersey.


Unsere neue Werbung haben wir wieder ins Netz gestellt, HIER der LINK

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