11.12.14

Eukalyptus auf Wolle und welche Rolle der Stoffuntergrund beim Drucken spielt

Brunhilde Scheidmeir: Eukalyptus auf Wollstrukturgewebe

Dieser Eukalyptusdruck entstand auf einem wesentlich dichter gewebten Wollstoff als dem Wolletamine: dem Wollstrukturgewebe. Die Pflanzen stammen von denselben Bäumen wie die, die Brunhilde für den Wolletamineschal verwendet hat.
Wie kommt es zu dem Unterschied an Farbintensität und Umrissgenauigkeit?

Es ist der Untergrund, der bei jeder Art von Färbung und jeder Art von Druck eine riesige Rolle spielt.
Egal, ob man Ecoprint (Naturdruck), Siebdruck oder Siebdruckschablone, Linoldruck oder was auch immer durchführen möchte, sollte man ebenso viel Gedanken auf den Untergrund verwenden wie auf Drucktechnik und Farbe.
Zum einen ist es das Stoffgewicht, das u.a. eine wichtige Rolle dabei spielt, wieviel Farbe aufgenommen werden kann. Je mehr Farbe aufgenommen werden kann, desto intensiver die Farbwiedergabe, desto leuchtender und tiefer das mögliche Färbe- und Druckergebnis.
Eine wesentliche Rolle spielt die Oberfläche des Gewebes: ist sie glatt, flauschig, grob gewebt, strukturiert... Besteht der Stoff aus fest gedrehten oder locker gedrehten Fäden, aus kurzen oder langen Fasern? In welcher Bindung (Webart) wurde der Stoff gearbeitet?
Ist der Stoff roh oder gewaschen, gefilzt, geraut und wurde er behandelt?
Dies alles beeinflusst z.B. die Saugkraft des Gewebes und die Möglichkeit, genau, mit feinen Details zu Drucken.
Und natürlich ebenfalls sehr, sehr wichtig: aus welchen Fasern oder Fasermischungen besteht der Stoff? Davon ist u.a. abhängig, mit welchen Farbstoffen bzw. Techniken gearbeitet werden kann.
Beispiele, wie sich Drucke auf unterschiedlichen Wollstoffen verhalten, sind HIER zu sehen.

Nicht auf jedem Untergrund ist alles möglich
Das klingt zunächst als Einschränkung.
Dass z.B. auf einem grob strukurierten Stoff, der aus locker aus lose gedrehten Fäden gewebt ist (man denke z.B. an Sackleinen), keine Drucke mit feinen Details aufzubringen ist, leuchtet jedem ein.
Wenn man aber die Blickrichtung versetzt und sich fragt: mit welcher Technik kann ich die spezielle Eigenart meines vorhandenen Stoffs optimal in Szene setzen?
Oder eine andere Perspektive: mit welchem speziellen Stoff kann ich mein Projekt am besten verwirklichen? Welches Gewebe unterstützt meine gewünschte Technik und Farbgebung optimal?
Dann sieht das nicht mehr wie eine Einschränkung aus. Das Zusammenspiel von Untergrund, Farbe und Technik erhöht dann sogar unsere Möglichkeiten!

Einflussnahme auf die Oberfläche
Zusätzlich gibt es noch (einfache) Möglichkeiten, die Oberfläche eines Stoffs zu verändern. Zum Beispiel kann die Beschichtung durch einen wasserlöslichen Aquarellgrund (z.B. Dupont) dabei helfen, die Saugkraft des Gewebes und die Fließfähigkeit der Farbe zu verringern. Man kann dann auf dem Stoff.ähnlich wie auf Papier sehr genau arbeiten. Nach dem Trocknen und Fixieren wird der Aquarellgrund wieder ausgewaschen, der Stoff erhält seinen flexiblen Fall zurück.

Neugierig sein
Seinen Horizont erweitert man am schnellsten und mit größtem Vergnügen, wenn man sich erlaubt, spielerisch zu arbeiten. Wenn man einfach mal ausprobiert, was passiert, wenn man eine spezielle Technik oder Farbe auf verschiedenen Stoffen und Papieren testet. Das ist nicht verlorene Zeit, sondern gewonnene Erfahrung!

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