14.09.14

Über das leichte Anfilzen von rohem Wolletamine:
eine optimale Vorbehandlung für Stoffdruck, Färben, Ecoprint

Zum Anfilzen von rohem Wolletamine benutzen wir Olivenseife. Wird mit der Maschine gefilzt, empfehlen wir das flüssige Waschmittel. Um per Hand zu filzen, kann die flüssige oder die feste Seife verwendet werden.
Etamine de Laine ist ein leichtes, vielseitiges Wollgewebe, das sich für das ganze Jahr eignet.
Es gibt diese Qualität in einer vorgewaschenen Form und in einer rohen Form.
Keine der beiden Qualitäten ist vorbehandelt gegen Filzen, d.h. keine Superwash-Qualitäten.
Für Kreative hat das eine Menge Vorteile!

In diesem Artikel wollen wir das leichte Anfilzen des rohen Gewebes besprechen.
Der Stoff soll durch das Anfilzen seine Leichtigkeit behalten, jedoch etwas dichter und weicher werden, und seine Kanten sollen sich schließen. So lässt sich Wolletamine optimal für Stoffdruck, Ecoprint und Färbeverfahren weiter vearbeiten.
Man kann dieses leichte Filzen von Hand machen (das dauert etwas, ist aber kontrollierter) oder mit der Waschmaschine (das lohnt vor allem, wenn man mehrere Stücke so vorbehandeln möchte und wenn man seine Waschmaschine kennt).
Wir arbeiten in der Regel mit 2m-Stücken (mit der Maschine können gut 3 Stücke à 2m gewaschen werden). Nach dem Anfilzen hat man dann Stücke von etwa 1,90cm bis 1,80cm. Man kann sie nun längs in zwei Stücke reissen und bekommt aus dem 2m Stück zwei schöne großzügige Schalformate, die man nach Wunsch bearbeiten kann. Oder man faltet den Stoff diagonal und erhält ein kuscheliges, wärmendes Schultertuch.

Anfilzen mit Hand
Den Stoff wird mit heißem Wasser übergossen, mit Olivenseife eingeseift, dann gründlich gerieben und gerubbelt (z.B. über ein Waschbrett oder über die geriffelte Ablage der Spüle) und dann heftig geworfen (das kann durchaus entspannend sein...).
Wichtig: Zwischendurch die Ränder ausstreichen und auszupfen, eventuell zusätzlich reiben und nachfilzen. Ist der Filzprozess ausreichend fortgeschritten, den Stoff gut ausspülen und schließlich kurz in einem leichten Essigbad schwenken. Je nach Technik kann der Etamine dann gleich weiter verarbeitet werden.

Anfilzen mit der Maschine
Der Haken beim Filzen mit der Waschmaschine ist, dass man sich an die Eigenheiten der eigenen Maschine herantasten muss. Alte Maschinen arbeiten heftiger und mit mehr Wasser. Wie stark der Filzprozess ausfällt ist zudem abhängig von der gewählten Temperatur, dem Waschmittel, der Dauer des Waschprozesses und der Dauer und Intensität des Schleuderns.

Das folgende Rezept wurde mit einer neuen Maschine getestet.

Wir wählen zum leichten Anfilzen des Wolletamines einen Schonwaschgang mit 30°C, etwa 30 Minuten und leichtem Endschleudern. In die Waschmittelkammer kommt etwas von dem flüssigen Olivenwaschmittel (dieses Rezept stellt nur eine mögliche Herangehensweise dar, ohne Gewähr. Bitte testet eure Maschinen selbst, ihr kennt sie am besten...). Maximal 3 Stücke Wolletamine à 2m in die Trommel geben.


Wichtig: Nach dem Herausnehmen, wenn der Stoff noch feucht ist, die umgeklappten und angefilzten Ränder ausstreichen und auszupfen. In trockenem Zustand lässt sich das nicht mehr machen!
Reicht der Filzprozess noch nicht aus, kann man die oben beschriebene Wäsche wiederholen.

In der Maschine gewaschener (vorher roher) Etamine de Laine

Ein so gewaschener Wolletamine hat, auch nach dem Bügeln, eine andere Optik als der industriell gewaschene Etamine!

Der industriell gewaschene hat eine ganz glatte Oberfläche und zeigt eine gleichmäßige Leinwandbindung. Das ist optimal für das Bemalen mit Säurefarben und Einfärbungen mit Pinsel oder Schwamm.

Der früher rohe Etamine, der in der Maschine gewaschen und leicht angefilzt ist, zeigt dann eine Art Fischgratmuster.
Er  hat deutlich mehr Volumen, ist weniger glatt und weist eine warme, flauschige, wolkige Optik auf.
Solch ein Stoff ist optimal für kreative Färbeverfahren (Säurefarben, dampffixierbare Seidenmalfarben, Batikfarbe Deka L), für Stoffdruck und für Ecoprint.

Möchte man das Gewebe glatter haben, kann dies durch Ausstreichen des feuchten Stoffs und anschließendem Dämpfen erreicht werden.



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