24.09.14

Slow Down...


Noch mehr, noch schneller, noch besser... Am letzten Sonntag hatte ich mir viel vorgenommen: ich wollte möglichst viele Stoffe mit den neuen Motiven unserer Siebdruckschablonen drucken; ich wollte das Rezept für angedickte Seidenmalfarben noch einmal überprüfen und genauer ausformulieren; ich wollte mit den angedickten dampffixierbaren Seidenmalfarben auf Wolletamine (die gewaschene Version) drucken; ich wollte... noch mehr... und schneller... noch besser...
Und dann kam es genau so, wie es sich anhört: nichts hat wirklich auf Anhieb funktioniert.
Der leichte Wolletamine ließ sich durch Nadeln nicht ausreichend stabil auf dem Drucktuch befestigen und verrutschte beim Drucken. Durch die Wärme im Zimmer war die angedickte Farbe kurz vor dem Eintrocknen im Sieb. Ich habe verschiedene Auftragsmöglichkeiten versucht, und die Drucke wurden immer schlechter. Meine Nervosität stieg. Ich war enttäuscht und wütend und fast dabei, den Schal in die Tonne zu geben. Kennt ihr das?

In solch einem Fall hilft nur: tief durchatmen, entschleunigen, Pause machen, den Ort wechseln, etwas anderes machen.
Vielleicht auch mal nach draußen gehen, sich bewegen und Luft schöpfen, Grün tanken... ich glaube, alle haben ihre eigenen Rezepte, wieder auf den Boden zu kommen (was sind eure?).
Ich lege mich in solchen Fällen am liebsten aufs Bett oder hänge mich in einen bequemen Sessel, am besten mit einem Blatt Papier und einem Stift neben mir, und versuche, zur Ruhe zu kommen. Die Gedanken fließen zu lassen.
Das ist ein bisschen wie Zeit anhalten, das Chaos im Kopf aufräumen, die Dinge wieder an ihren Platz stellen.
Auch dieses Mal hat diese Strategie gewirkt:
Ich habe eine einfache Lösung für das Problem des Verrutschens leichter Stoffe auf dem Drucktisch gefunden.
Auch gegen das schnelle Eintrocknen der verdickten Seidenmalfarbe ist mir ein Tipp eingefallen. Das Rezept ist jetzt genauer und funktioniert auf Seide und auf Wolle.
Was mir zu den vielen Fehldrucken eingefallen ist, hat zwar nicht zu einem perfekten Schal geführt, aber zu einem, der wirklich nett zu tragen ist.
Und auch für die Randgestaltung (Schnittkanten) des Wolletamines habe ich eine Lösung gefunden, die schnell, einfach und praktikabel ist.

Fazit: Beim anschließenden Ausprobieren hat alles funktioniert. Am Sonntag habe ich nun zwar nur einen einzigen Schal fertig bekommen, dafür aber reiche Beute gemacht an neuen Erfahrungen und Informationen, die ich in den nächsten Tagen hier veröffentliche.

Und zum Schluss: entschuldigt die Qualität des Fotos oben. Ich bin noch am Üben...






1 Kommentar:

  1. Ent-schleunigen.
    Ich kenne den Frust, wenn nichts so funktioniert, wie es soll. Und es passiert meistens genau dann, wenn ich ein straffes Programm habe. Einen genauen Plan. Wenn etwas MUSS.
    Mir hilft es in diesem Fall, vorübergehend etwas ganz anderes zu machen. Rausgehen zum Beispiel, oder kochen, oder einen Kaffee trinken und ein gutes Buch lesen. Nach einiger Zeit "schleicht" sich ein neuer Gedanke ein und macht sich im Kopf breit. Das Buch ist plötzlich nicht mehr so interessant, der Kaffee schmeckt nicht mehr so toll und dann weiss ich auch, wie ich weitermachen kann.
    Grüße
    Ute

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