17.09.14

Papierlamination einmal ganz spielerisch - Graffiti Sichtschutz

Brunhilde Scheidmeir: laminierte Graffiti auf Polyesterorganza
Papierlamination ist eine Zechnik bei der Papier und Stoff (i.d.R. Polyesterorganza) mit einem speziellen Medium dauerhaft verklebt werden. Hier endet aber schon die Ähnlichkeit mit der Serviettentechnik.
Bei der Papierlamination wird nämlich nach dem guten Durchtrocknen des Mediums (=Kleber) das Papier entfernt. Übrig bleibt der Toner des bedruckten Papiers an den Stellen, an denen die Verklebung stattgefunden hat.
Meistens wird Papierlamination bei Artquilts eingesetzt, um einer Arbeit Akzente, Tiefe und Bedeutung zu verleihen. Dafür wird die transparente Lamination über einen entsprechend bearbeiteten Stoff gelegt oder gehängt, manchmal bedruckt, manchmal bestickt, oft gequiltet... es gibt also unglaublich viele Möglichkeiten!
Man kann aus laminierten Stoffen auch interessante Kleidung (dafür würde ich Seidenorganza 2.8 empfehlen) oder Vorhänge herstellen, denn bei richtiger Technik ist solch ein laminierter Stoff durchaus waschbar.

Das Verfahren scheint einfach zu sein, braucht aber Übung. Vor allem der Auftrag des Mediums ist trickreich. Zu viel Medium hinterlässt Spuren auf dem Stoff und bringt das Papier zum Wellen, so dass keine flächige Verklebung zu Stande kommt. Papier, das nicht direkt mit dem Stoff verklebt ist, wird später abgerieben, das Motiv erscheint also nur teilweise. Natürlich ist auch das Gegenteil möglich: man gibt zu wenig Medium auf den Stoff, so dass kein ausreichender Klebekontakt zwischen Stoff und Papier entstehen kann.
Wie das Medium auf den Stoff kommt, dafür gibt es viele Möglichkeiten. Oft wird dafür ein gestaltetes Sieb verwendet. Man kann das Medium jedoch auch beispielsweise mit Liner oder einer alten Kreditkarte auftragen.
Im Frühsommer hat Brunhilde probiert und gespielt und einen schnellen Graffiti-Sichtschutz hergestellt: schwungvoll und farbenfroh!

Brunhilde Scheidmeir: Detail aus der Lamination oben


Laminationen als schneller Sichtschutz

Solch eine Spielerei macht Spaß, geht schnell und kann anschließend in vielerlei Projekten verwendet werden.

Eine kunstvolle Papierlamination für einen Artquilt herzustellen, dafür eigene Bilder zu machen, sich einen entsprechenden Auftrag des Mediums zu überlegen, diesen technisch perfekt durchzuführen, die Lamination weiter zu bearbeiten, diese mit dem Artquilt in optimaler Weise zu verbinden... braucht Übung, Übung, Übung. Die sich aber für Artquilts unbedingt lohnt, denn -wie oben bereits gesagt- diese Technik kann Arbeiten Tiefe und Bedeutung verschaffen.
Laminationsarbeiten so zu fotografieren, wie man sie in Wirklichkeit sieht, ist sehr schwer, wenn nicht unmöglich. Deshalb: Wenn ihr einmal die Möglichkeit habt, Claudia Helmers Arbeiten in einer Ausstellung zu sehen, dann ergreift sie - es lohnt sich!

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