12.09.14

Das richtige Vorbereiten von Stoff vor dem Färben

Stoffe, die wir vor dem Färben vorwaschen, z.B. Bio-Jerseys, Baumwolltaschen, rohen Baumwollsatin, die weiß gebleichten Schlauchschals aus Baumwolljersey vom vorhergehenden Artikel.
Braucht es überhaupt eine Vorbereitung vor dem Färben?
Welche Stoffe sollen vorbehandelt werden?
Viele Stoffe und Tücher, die wir anbieten, sind "pfd": das bedeutet "prepared for dyeing" (oder auf deutsch: "fürs Färben vorbereitet"). Mit pfd Stoffen kann man im Prinzip sofort loslegen. Den Grund, warum man aber auch solche Stoffe vorwaschen sollte, werdet ihr weiter unten finden.

Auf keinen Fall sofort loslegen sollte man
  • mit Stoffen, die als "roh" gekennzeichnet sind. Dies bedeutet, dass die Stoffe noch nicht vorgewaschen sind. Sie fühlen sich oft hart an und gehen nach der ersten Wäsche noch bis zu 10% ein. Vor allem können sich auf der Faser noch alle möglichen Mittel befinden, die das Weben des Stoffes vereinfachen, außerdem Verschmutzungen (die man nicht immer sieht). Besonders gut tut die unten stehende Behandlung zum Beispiel rohem Leinen (z.B. Käseleinen) oder rohem Ramie!
  • mit Stoffen, die aus dem normalen Stoffhandel oder Möbelhandel kommen. Solche Stoffoberflächen sind oft mit Mitteln behandelt, die die Qualität weich und griffig oder Schmutz abweisend machen sollen.
  • mit gebrauchten (antiken) Stoffen, die oft Reste von Waschmitteln, Weichspülern, Fetten usw. enthalten können.
  • mit Stoffen, die schon einige Zeit liegen und dadurch Verfärbungen oder Lagerspuren durch Staub bekommen haben.
In all diesen Fällen geht es vor allem um Entfernen von Verschmutzungen und von Beschichtungen.

Brunhilde Scheidmeir hat jedoch einen weiteren Vorteil vom Vorwaschen entdeckt: es macht die Fasern deutlich aufnahmebereiter für den anschließenden Färbe- und Druckprozess!
In mehreren Vergleichsfärbungen hat sie entdeckt, dass sowohl Färbungen als auch Ecoprints sichtbar intensiver und schöner auf dem Stoff erscheinen, wenn dieser vorher mit Soda und Waschmittel in der Maschine gewaschen wurde.

Aus diesem Grund waschen wir inzwischen auch pfd-Stoffe vor dem eigentlichen Bearbeiten nach dem folgenden, einfach zu merkenden Rezept:
Bei einer Waschmaschinenfüllung Stoff ersetzt man die Hälfte des Waschmittels mit Soda.
Pflanzenfasern kann man übrigens ruhig heiß waschen, eine kräftige Bourette- oder Wildseide ebenso.
Als Waschmittel setzen wir ein neutrales Bio-Vollwaschmittel ein, ohne Bleiche, ohne Weichspüler und ohne Duft. Soda bekommt man sehr preiswert in jedem Drogeriemarkt in der Waschmittelabteilung.

Auch die beiden Ecoprintarbeiten (Schlauchschal bzw. Rock) vom vorhergehenden Artikel wurden vor dem Drucken wie oben beschrieben vorgewaschen.

Auch einfach zu merken: WOLLSTOFFE NIE NACH DIESEM REZEPT WASCHEN!


Kommentare:

  1. Danke für diese Tipps. Ich habe bisher immer bedauert, dass sich pflanzliche Fasern vergleichsweise schlechter färben lassen als tierische. Ich werde das Vorwaschen mit Soda auf jeden Fall ausprobieren und prüfen, ob die Farben dann bei mir besser herauskommen.
    LG
    Siebensachen

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    1. Danke für Deinen Kommentar!
      Du hast recht, pflanzliche Fasern lassen sich mit den üblichen Rezepten nicht so gut mit Naturfarben färben. Das war und ist eine Herausforderung für Brunhilde und Fritz, die sich seit einigen Monaten intensiv mit dieser Frage auseinander gesetzt und getestet haben.
      In den nächsten Wochen werden wir hier mehr zu diesem Thema veröffentlichen. Dabei ist das Vorwaschen der Stoffe nur ein Teil des Gesamtprozesses.
      Ich bin gespannt, wobei Du das Vorwaschen einsetzen wirst und welche Erfahrungen Du machst!
      Herzliche Grüße
      Sabine

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