29.04.14

Malen auf Seide ohne Rahmen - ganz entspannt...

Um das Aufspannen der Seide auf den Rahmen drücke ich mich gerne. Ich habe darin wenig Übung. Die Rahmen empfinde ich darüber hinaus als etwas sperrig... also suche ich immer nach Techniken, die auch ohne Rahmen gelingen. Schon immer wolle ich einmal Freezer Paper für die Stabilisierung von Seide ausprobieren. Und ja, es gelingt: Freezer Paper ist eine tolle Möglichkeit, ganz entspannt auf Seide zu malen!


Aber der Reihe nach:
Auf die Rückseite eines Pongé 08 Tuchs (das ist eine leichte, glatt gewebte Seide) wurde Freezer Paper aufgebügelt (ohne Dampf, Einstellung "Seide"). Freezerpaper ist einseitig mit Wachs beschichtet, das unter Hitze weich wird und sich mit dem Stoff verbindet. Den Stoff kann man wieder abziehen, und das Papier lässt sich mehrfach verwenden.
Durch das Aufbügeln des Papiers gewinnt die leichte Seide an Stabilität und kann einfach bemalt werden. Man sitzt dabei gemütlich am Tisch, dreht das Tuch, wie man es braucht und zeichnet (oder schreibt) ganz entspannt.
In dieser ersten Phase habe ich mit Ölkreiden einfache Konturen von Blüten und Blättern auf die Seide gekritzelt. Damit diese Zeichnungen die Seidenmalfarben halten, müssen sie heiß gebügelt werden.


In der zweiten Phase, der eigentlichen Seidenmalerei, wurden die Wachskonturen mit Seidenmalfarbe zum Bügeln ausgefüllt.


Trotz des Papierhintergrunds fließt die Farbe gut, und man kann sehen, dass die Ölkreidenkonturen die Farbe gut in der Begrenzung hält.
Den Hintergrund wollte ich dunkler anlegen, damit die Blüten schön zum Leuchten kommen. Da ich mir einen streifenfrei aufgemalten Hintergrund nicht zugetraut habe, wollte ich das Tuch im Topf überfärben.
Die Grundidee ist theoretisch ok, denn sowohl die fixierte Bügelfarbe als auch die fixierte Ölkreidenkontur lösen sich im Farbbad nicht auf. Da die Farben jedoch halbtransparent sind, mischen sich Malerei und Überfärbung bis zu einem gewissen Grad.
Naja, ich wollte nicht warten, habe also kurz gebügelt und dann das Tuch in den Färbetopf gegeben.


Die dritte Phase, das Überfärben, hat nicht so geklappt wie gedacht. Die Seidenmalerei ist noch zu sehen, aber die Kontraste sind in vielen Fällen verschwunden.
Welche Fehler haben dazu beigetragen?
1. Ich hätte eine etwas geringere Farbkonzentration wählen sollen. Der Hintergrund wäre dann etwas heller geworden.
2. Ich hätte mit dem Überfärben einen Tag warten sollen. Trotz Bügelfixierung sollten die Farben mindestens 24 Stunden ruhen, bevor man eine gemalte Arbeit heiß wäscht oder -wie in unserem Fall- heiß färbt.
3. Ich hätte die Färbetemperatur überwachen sollen. Díe Seide kochte im Farbbad munter vor such hin, dadurch wurde ein Teil der gemalten Farbe doch angelöst. Beim Färben reichen jedoch Temperaturen von 60-70°C prima aus.
Vor allem Punkt 2 und 3 bei Euren Versuchen beachten!!
So sollte das Tuch nicht bleiben! Wie bekommt man so ein Rot-in-Rot wieder in den Griff? Durch Highlight!


Phase 4: helle Details anbringen!
Dazu habe ich alle hellen Ölkreiden zusammengesucht (für flächiges Übermalen) und opake (deckende) Stoffmalstifte und dann mit beidem vor mich hin gekritzelt. Ich muss gestehen, diese Phase war nicht eingeplant, aber es war die, die am meisten Spaß gemacht hat... Auch hier das sich das Freezer Paper sehr bewährt.
Und das ist das Tuch in Gesamtansicht:


Die Grundfarbe des Tuchs ist tatsächlich so dunkel wie hier zu sehen (die Fotos oben wurden am Arbeitsplatz gemacht, wobei sich immer wieder der Blitz einschaltete).

Kommentare:

  1. Superschön! Seidenmalerei mal ganz anders und modern- gefällt mir gut!

    VG

    Kristina

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  2. Danke, Kristina! Das Malen hat Spaß gemacht...
    Liebe Grüße
    Sabine

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